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Taktik bei der EM: Sieg des Tiki-Takanaccio

AFPWas ist bloß aus dem Tiki-Taka geworden? Bis zur EM galt das kunstvolle Kurzpassspiel der Spanier als Fußball-Ästhetik in höchster Form, nun muss man nach der Viertelfinal-Runde feststellen: Die Taktik wird immer defensiver interpretiert, das Ergebnis ist Stillstand auf dem Rasen.

http://www.spiegel.de/sport/fussball...840668,00.html
  1. #80

    als

    Zitat von Leser161 Beitrag anzeigen
    Als ehemaliger Verteidiger verbitte ich mir das, den Gegner fair und effektiv vom Ball zu trennen ist auch Technik, bloss eine andere als dieses Bällchengeschiebe.
    Sie müssen sich den Gegner zurechtlegen, bevor er den Ball wieder abspielt, sonst sensen Sie ihn ohne Ball um. Dann müssen korrekt in die Flug/Rutschphase kommen (nicht zu viel, nicht zu wenig Speed). Wenn alles geklappt hat müssen Sie im Rutschen erst den Ball dann den Gegner treffen (sonst Foul). Oh und bei allem dürfen Sie keine Angst vor Schmerzen haben, denn weder der Rasen noch der Gegner sind aus Watte.
    ehemaliger mittelfeldspieler verbitte ich mir das.fürs erfolgreiche bällchengeschiebe braucht es eine gute technik, ebenselbige vielen spielern sogar in nationalmannschaften abgeht.
    im übrigen grätscht ein guter verteidiger nicht sondern läuft den gegner ab, haha.
  2. #81

    Zitat von Zenturio.Aerobus Beitrag anzeigen
    Ah, ich verstehe, man muss erst Fußballprofi oder gar Fußballlehrer werden, um dieses Hin- und Hergeschiebe genießen zu können.
    Danke, ich bleibe lieber Laie :-)
    Ich bin auch kein Fußballlehrer und erst recht kein Profi. Aber man kann sich dennoch etwas tiefer mit der Materie beschäftigen, wenn man es denn will. Von Defensivtaktiken im Handball oder Basketball habe ich keinen blassen Schimmer. Sie können ja auch gerne ein Spektakel im Fußball erwarten. Dann werden Sie nur sehr häufig enttäuscht. Gerade bei großen Turnieren oder bei KO-Spielen spielen die meisten Teams kein Harakiri-Fußball und die Spanier wissen ja selber genau, dass deren Abwehr durchaus fehlerhaft agiert, wenn man sie unter Druck setzt und wenn die SPanier dann das spielen, was die meisten Spieler seit Jahren gelernt haben, dann kann denen das niemand vorwerfen.
  3. #82

    wer

    grätscht, ist aus dem Spiel. Löw mit solchen Spielern sicher nicht sehr lange planen.
  4. #83

    Zitat von testthewest Beitrag anzeigen
    ....
    Bei Spanien ist es eben langweilig. Es wär schade, wenn der Fußball so wird - dann würden nämlich neue Regeln notwendig.

    Zum Beispiel: Wenn nach 2 min der Angriff nicht angeschlossen ist, Foul pfeifen, gelbe Karte, Freistoß für den Gegner.
    Dann gibts endlich mal Zug zum Tor, von mir aus auch gerne mit Kurzpässen.
    Wenn die Möglichkeit bestünde, zum Tor zu ziehen würde die auch wahrgenommen. Jetzt schon.

    Ich finde, das die Entwicklung im Fussball, unabhängig von Spanien, immer mehr in die Richtung geht, das eine Mannschaft versucht (fast) ausschliesslich zu verteidigen.
    Die andere Mannschaft versucht notgedrungen, mit Ball hin- und herschieben eine Lücke zu reissen.

    Da mittlerweile durch taktische Schulung die Verteidigung besser funktioniert, entsteht ein handballähnliches Rumgeschiebe, aber ohne Tore und oftmals ohne Tempogegenstöße (aufgrund fehlender Fähigkeiten der verteidigenden Mannschaft?). Beispiele hierfür gibt es mehr als genug, alleine bei dieser EM.

    Regeländerungen wären durchaus sinnvoll, aber die Mannschaft zu belohnen, die nur destruktiv am Spiel teilnimmt, erscheint mir doch fragwürdig. Man könnte ja z.B. die Tore vergrößern. Wenn die verteidigende Mannschaft zurück liegt muss sie ja schliesslich versuchen mitzuspielen (Oder auch nicht, sie D - DEN)
  5. #84

    Scheinbar

    haben einige es immer noch nicht kapiert.

    Fussball ist ein ergebnisorientierter Sport, jetzt in der K.O-Phase und erst recht im Finale. Natürlich trifft das auch auf andere Sportarten zu.

    EM oder WM, CL oder Uefa-Cup, der Zweck heiligt die Mittel und am Ende steht nur der Sieg in einem Turnier an oberster Stelle. Chelsea hat die CL Saison durch unglaublich unansehnlichen Fussball gespielt; und gewonnen.

    Die Spanier haben eine Strategie gefunden, mit der sie den Gegner zermürben, ständige Ballhoheit haben und das Spiel kontrollieren können. Das hat sich in den letzten beiden grossen Turnieren als sehr erfolgreich herausgestellt. Warum sollten sie das ändern? Es ist nicht sonderlich schön anzuschauen, aber darum geht es nicht. Man will ins Finale und gewinnen. Für Schönheit ist erst dann Platz, wenn man das Spiel sicher gewonnen hat, vielleicht bei einem 2:0 in der 80. Minute.

    Wer also erwartet, bei den letzten Spiele mit der Zunge zu schnalzen, der erwartet von einer EM Endrunde wohl zu viel.
  6. #85

    Absout richtig

    Zitat von knupauger Beitrag anzeigen
    Warum sollen die Spanier Hurra-Fußball spielen? Warum sollen sie Tore am Fließband schießen? Warum sollen sie mehr risikieren als nötig, wenn sie nicht mal wirklich gefordert werden? Ich kann den Wunsch nach mehr Spektakel verstehen. Ich kann aber auch die Spanier verstehen, die sich darauf beschränken, Ball, Spiel und Gegner zu kontrollieren und irgendwann das eine Tor zu schießen das sie jederzeit schießen können und dass ihnen genügt. Die Spanier erinnern mich ein wenig an die Klitschkos, die auch nicht mehr tun als nötig, weil die Gegner sie nicht fordern können, sie aber auch nicht riskieren wollen, in einen Lucky Punch zu laufen. Man muss auch mal die Frage stellen, warum die Konkurrenz nicht mutiger gegen die Spanier agiert und warum sie so wenige neue Ideen entwickelt. Nach vier Jahren ist die Konkurrenz gerade mal so weit, dass Zentrum der Spanier lahm zu legen, aber ein Offensivkonzept, mit dem man mehr Tore gegen die Spanier schießt, als diese nachreichen können, ist noch immer nicht in Sicht. Natürlich ist das auch schwierig, denn nicht nur das Spielsystem der Spanier ist überragend, sondern auch die taktischen und spielerischen Fähigkeiten jedes einzelnen Spielers. Die Italiener konnten die Spanier eine Halbzeit fordern. Dann haben die Spanier das gewohnte Zentrumsspiel aufgegeben, sind auf die Flügel ausgewichen und hatten das Spiel wieder im Griff, während die alten Herren in Azurblau müde gelaufen haben. Beeindruckend! Man glaubt, ein Mittel gegen die Spanier gefunden, stecken sie einfach das Schwert weg und holen den Degen hervor, und schon ist alles wieder wie gehabt.
    Sie haben vollkommen recht mit Ihrer Analyse. Leider hat es bis heute keine Mannschaft verstanden Spanien ihr Spiel aufzuzwingen. Es wird eigentlich nur umgekehrt versucht das spanische Spiel zu zerstören. Alle stellen sich hinten rein und hoffen auf Konter und obendrein soll Spaniens Spiel langweilig und öde sein?

    Es wäre mal interessant zu sehen wie Brasilien gegen Spanien spielen würde. Nicht mal Holland hat bei der WM versucht selber Fußball zu spielen.
  7. #86

    sehe

    Zitat von jogiloew Beitrag anzeigen
    Wenn die Möglichkeit bestünde, zum Tor zu ziehen würde die auch wahrgenommen. Jetzt schon.

    Ich finde, das die Entwicklung im Fussball, unabhängig von Spanien, immer mehr in die Richtung geht, das eine Mannschaft versucht (fast) ausschliesslich zu verteidigen.
    Die andere Mannschaft versucht notgedrungen, mit Ball hin- und herschieben eine Lücke zu reissen.

    Da mittlerweile durch taktische Schulung die Verteidigung besser funktioniert, entsteht ein handballähnliches Rumgeschiebe, aber ohne Tore und oftmals ohne Tempogegenstöße (aufgrund fehlender Fähigkeiten der verteidigenden Mannschaft?). Beispiele hierfür gibt es mehr als genug, alleine bei dieser EM.

    Regeländerungen wären durchaus sinnvoll, aber die Mannschaft zu belohnen, die nur destruktiv am Spiel teilnimmt, erscheint mir doch fragwürdig. Man könnte ja z.B. die Tore vergrößern. Wenn die verteidigende Mannschaft zurück liegt muss sie ja schliesslich versuchen mitzuspielen (Oder auch nicht, sie D - DEN)
    ich genauso, ich befürchte, dass wir attraktiven fussball fast nur noch auf vereinsebene zu sehen bekommen.ko-system, erwartungshaltung etc. fördern nicht gerade offensiv gespielten fussball.
    ich denke einer reduzierung auf 9 feldspieler wäre auch eine möglichkeit, einen ähnlich schritt ist man bereits im rugby gegangen, wobei dort aber beide syteme 7er und 15er parallel existieren.
  8. #87

    es

    wäre nicht auszudenken, wenn Messi sich damals für die NM Spaniens und nicht für Argentinien entschieden hätte. Diese elf wäre noch die nächsten sechs-sieben Jahre das Maß des Weltfussballs.
  9. #88

    Zitat von fruchtoase Beitrag anzeigen
    Bei Spanien hat sich gar nichts geändert. Dieses Kurzpasspiel war schon immer so wie es jetzt ist. Der Ball wird in Handballmanier vor dem gegnerischen Tor hin und her gespielt bis sich irgendwo eine Lücke auftut und da stößt man dann rein oder steckt den Ball durch. Das steht und fällt mit der Leistung der Spieler, die eben diese beiden Möglichkeiten sehen und ausführen müssen.

    Einstellen kann man sich darauf auch eigentlich nicht. Wenn eine Mannschaft technisch und taktisch auf so hohem Niveau agiert wie die Spanier dann kann man eigentlich immer nur darauf hoffen, dass sie wie üblich viel zu viele Chancen versieben.

    Dieser Spielstil steht und fällt mit der Klasse des verfügbaren Spielermaterials und da können ein zwei schwächere Spieler in der Mannschaft schon entscheidend sein. DAS ist die tatsächliche Achillesferse der Spanier. Man könnte also sagen, das System ist sich selbst sowohl größter Nachteil wie auch Vorteil.

    Im Prinzip hat man ja nicht viele Möglichkeiten sich auf die Spanier einzustellen.


    Entweder man lässt ihnen den Ball und muss sich dann laufend zum Ball ausrichten, was schon allein durch das Reagieren einen gravierenden Nachteil bedeutet und eine vollständige Vermeidung von Chancen unmöglich macht. Gleichzeitig kostet es unglaublich viel Kraft, wenn die Spanier den Ball und den Gegner laufen lassen. Diese Spielweise ist also wohl kaum erfolgreich.


    Oder man gibt den Spaniern ihre eigene Medizin. Die heißt Pressing. Kaum verlieren die Spanier den Ball, pressen sie KOORDINIERT mit 4 bis 6 Mann. Sie stellen dem ballführenden Spieler die Passwege zu, nehmen die anderen Spieler in Manndeckung und erobern den Ball mit bis zu 3 Spielern. Das versuchen sie aber auch nur ungefähr 10 Sekunden. Diese gilt es zu überstehen. Wenn man in der Zeit nicht viel läuft um Anspielstationen zu bieten und den Ball länger als 3 Sekunden besitzt, ist er weg.


    Die Spanier finden Pressing selber auch nicht lustig, aber es macht keinen Sinn, wenn man danach den Ball wieder in 10 Sekunden verliert. Im Prinzip muss man über weite Strecken genau wie Spanien spielen, zumindest bis diese die Balleroberung kurzfristig aufgegeben haben und in ihre Grundordnung übergehen.
  10. #89

    Zitat von benes83 Beitrag anzeigen
    Italien hat bei dieser EM kein einziges mal 4-2-3-1 gespielt. 2 mal 3-5-2 und 2 mal 4-1-3-2 oder wenn man so will 4-3-1-2, aber nen 4-2-3-1 niemals. Spanien versucht es mit dem traditionellen Barcelona System 4-3-3 und falscher Neun, das ist aber auch kein 4-2-3-1, da es im 4-3-3 zwei Achter und keinen Zehner gibt. Portugal auch 4-3-3 mit Sechser und zwei Achtern. Von die Halbfinalisten spielt eigentlich nur Deutschland 4-2-3-1. Die Tschechen spielten auch mal 4-1-4-1 in einer Partie.
    Italien hatte Spanien am Rande einer Niederlage und sogar ein klares Chancenplus bis der konditionelle Einbruch kam (da stand es sogar noch 1:0 Italien). Kroatien wurde ein Elfer nicht gegeben und Raketic köpft genau auf den Mann, Iker hält zwar hervorragend, aber ein besser platzierter Kopfball wäre unhaltbar gewesen. Kroatien brauchte unbedingt ein Tor, daher wechselt Bilic sehr offensive und nimmt dem Mittelfeld den Sechers, fast im Gegenzug fällt Spaniens Siegttreffen. Zum dem war in beiden Spielen Spaniens Mittelfeld im Prinzip ausgeschaltet. Also Unrecht Herr Benitez und auch die Autoren dies Artikels. Gab noch andere Sachen, aber man sollte die Spiele wenigstens gucken, bevor man drüber schreibt
    Also sowohl Barca als auch Spanien spielen das 4-2-3-1
    Bei Spanien mit Xavi Alonso und Busquets auf der 6 Iniesta Silva und Xavi als 3er Reihe davor und dann einen Stürmer(torres) oder einem hängendem Fabregas....
    4-3-3 sieht anders aus....


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