AFPWas ist bloß aus dem Tiki-Taka geworden? Bis zur EM galt das kunstvolle Kurzpassspiel der Spanier als Fußball-Ästhetik in höchster Form, nun muss man nach der Viertelfinal-Runde feststellen: Die Taktik wird immer defensiver interpretiert, das Ergebnis ist Stillstand auf dem Rasen.
http://www.spiegel.de/sport/fussball...840668,00.html
Ich bin auch kein Fußballlehrer und erst recht kein Profi. Aber man kann sich dennoch etwas tiefer mit der Materie beschäftigen, wenn man es denn will. Von Defensivtaktiken im Handball oder Basketball habe ich keinen blassen Schimmer. Sie können ja auch gerne ein Spektakel im Fußball erwarten. Dann werden Sie nur sehr häufig enttäuscht. Gerade bei großen Turnieren oder bei KO-Spielen spielen die meisten Teams kein Harakiri-Fußball und die Spanier wissen ja selber genau, dass deren Abwehr durchaus fehlerhaft agiert, wenn man sie unter Druck setzt und wenn die SPanier dann das spielen, was die meisten Spieler seit Jahren gelernt haben, dann kann denen das niemand vorwerfen.
grätscht, ist aus dem Spiel. Löw mit solchen Spielern sicher nicht sehr lange planen.
Wenn die Möglichkeit bestünde, zum Tor zu ziehen würde die auch wahrgenommen. Jetzt schon.
Ich finde, das die Entwicklung im Fussball, unabhängig von Spanien, immer mehr in die Richtung geht, das eine Mannschaft versucht (fast) ausschliesslich zu verteidigen.
Die andere Mannschaft versucht notgedrungen, mit Ball hin- und herschieben eine Lücke zu reissen.
Da mittlerweile durch taktische Schulung die Verteidigung besser funktioniert, entsteht ein handballähnliches Rumgeschiebe, aber ohne Tore und oftmals ohne Tempogegenstöße (aufgrund fehlender Fähigkeiten der verteidigenden Mannschaft?). Beispiele hierfür gibt es mehr als genug, alleine bei dieser EM.
Regeländerungen wären durchaus sinnvoll, aber die Mannschaft zu belohnen, die nur destruktiv am Spiel teilnimmt, erscheint mir doch fragwürdig. Man könnte ja z.B. die Tore vergrößern. Wenn die verteidigende Mannschaft zurück liegt muss sie ja schliesslich versuchen mitzuspielen (Oder auch nicht, sie D - DEN)
haben einige es immer noch nicht kapiert.
Fussball ist ein ergebnisorientierter Sport, jetzt in der K.O-Phase und erst recht im Finale. Natürlich trifft das auch auf andere Sportarten zu.
EM oder WM, CL oder Uefa-Cup, der Zweck heiligt die Mittel und am Ende steht nur der Sieg in einem Turnier an oberster Stelle. Chelsea hat die CL Saison durch unglaublich unansehnlichen Fussball gespielt; und gewonnen.
Die Spanier haben eine Strategie gefunden, mit der sie den Gegner zermürben, ständige Ballhoheit haben und das Spiel kontrollieren können. Das hat sich in den letzten beiden grossen Turnieren als sehr erfolgreich herausgestellt. Warum sollten sie das ändern? Es ist nicht sonderlich schön anzuschauen, aber darum geht es nicht. Man will ins Finale und gewinnen. Für Schönheit ist erst dann Platz, wenn man das Spiel sicher gewonnen hat, vielleicht bei einem 2:0 in der 80. Minute.
Wer also erwartet, bei den letzten Spiele mit der Zunge zu schnalzen, der erwartet von einer EM Endrunde wohl zu viel.
Sie haben vollkommen recht mit Ihrer Analyse. Leider hat es bis heute keine Mannschaft verstanden Spanien ihr Spiel aufzuzwingen. Es wird eigentlich nur umgekehrt versucht das spanische Spiel zu zerstören. Alle stellen sich hinten rein und hoffen auf Konter und obendrein soll Spaniens Spiel langweilig und öde sein?
Es wäre mal interessant zu sehen wie Brasilien gegen Spanien spielen würde. Nicht mal Holland hat bei der WM versucht selber Fußball zu spielen.
ich genauso, ich befürchte, dass wir attraktiven fussball fast nur noch auf vereinsebene zu sehen bekommen.ko-system, erwartungshaltung etc. fördern nicht gerade offensiv gespielten fussball.
ich denke einer reduzierung auf 9 feldspieler wäre auch eine möglichkeit, einen ähnlich schritt ist man bereits im rugby gegangen, wobei dort aber beide syteme 7er und 15er parallel existieren.
wäre nicht auszudenken, wenn Messi sich damals für die NM Spaniens und nicht für Argentinien entschieden hätte. Diese elf wäre noch die nächsten sechs-sieben Jahre das Maß des Weltfussballs.
Im Prinzip hat man ja nicht viele Möglichkeiten sich auf die Spanier einzustellen.
Entweder man lässt ihnen den Ball und muss sich dann laufend zum Ball ausrichten, was schon allein durch das Reagieren einen gravierenden Nachteil bedeutet und eine vollständige Vermeidung von Chancen unmöglich macht. Gleichzeitig kostet es unglaublich viel Kraft, wenn die Spanier den Ball und den Gegner laufen lassen. Diese Spielweise ist also wohl kaum erfolgreich.
Oder man gibt den Spaniern ihre eigene Medizin. Die heißt Pressing. Kaum verlieren die Spanier den Ball, pressen sie KOORDINIERT mit 4 bis 6 Mann. Sie stellen dem ballführenden Spieler die Passwege zu, nehmen die anderen Spieler in Manndeckung und erobern den Ball mit bis zu 3 Spielern. Das versuchen sie aber auch nur ungefähr 10 Sekunden. Diese gilt es zu überstehen. Wenn man in der Zeit nicht viel läuft um Anspielstationen zu bieten und den Ball länger als 3 Sekunden besitzt, ist er weg.
Die Spanier finden Pressing selber auch nicht lustig, aber es macht keinen Sinn, wenn man danach den Ball wieder in 10 Sekunden verliert. Im Prinzip muss man über weite Strecken genau wie Spanien spielen, zumindest bis diese die Balleroberung kurzfristig aufgegeben haben und in ihre Grundordnung übergehen.