Forum


 

Tageskarte Küche: Man schlemmt deutsch

Jenseits von Saumagen und Labskaus hat sich eine neue Deutsche Küche zu Höhenflügen aufgeschwungen. Der Sternenglanz soll bis in die letzte Kochnische strahlen. Was ist dran am neuen "Michelin"-Michel?

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...520441,00.html
  1. #1

    Schnick Schnack braucht kein Mensch

    Bei all der Spielerei in Ehren, aber in meiner 20 Jährigen Küchenerfahrung habe ich festgestellt, das die meisten Köche lieber auf dem Boden der Tatsache bleiben sollten. Das viele Schnick Schnack kochen führt meist dazu daß das Essen nicht mehr schmeckt, weil vor lauter Bastelei die Gewürze vergessen werden.

    Deswegen:

    Frische Regionale Produkte verwenden, diese mit nicht allzuviel Chichi zubereiten und das Produnkt in seiner Güte genießen.

    Schauen wir nach Frankreich, so fällt uns direkt auf das ein Haeberlin es z.B. nicht nötig hat seine Zeit für aufwendige Dekorationen zu verschwenden, sondern er Konzentriert sich voll und ganz auf das wesentliche, und das ist das Produkt an sich.
  2. #2

    Magen verdorben....

    Wenn täglich etliche Sender Kochsendungen bringen sollte man doch glauben, dass sich auch beim "normalen" Konsumenten etwas geändert hat, leider habe ich diesen Eindruck nicht.
    Gute Restaurantküche kann sich nur jemand leisten, der viel Geld hat und was man auf diversen Events angeboten bekommt, ist meistens viel Schi-Schi der aber geschmacklich nicht überzeugen kann.
  3. #3

    Es geht nicht nur um die Dekoration

    Als Mutter habe ich natürlich nicht die Zeit für so ein aufwendiges Rezept. Ich finde aber, daß viele deutsche Gerichte von dem Wissen der großen Köche profitieren können. Das sieht man sehr gut in diesem Rezept mit dem Hirsch. Tolle Idee, in Kräutern und Folie zu garen, da bleibt das Fleisch bestimmt ganz besonders saftig. Das werde ich demnächst mal kochen, allerdings nicht mit Wild, denn das mögen meine Kinder nicht. Aber das kann man bestimmt auch mit Schweinelende machen.

    Ich finde auch Dekoration wichtig. Gerade Sachen, die Kinder nicht so gerne essen, kann man ihnen mit einer lustigen Dekoration schmackhaft machen. Im Fall von dem Rezept von Herrn Wagner muß man ja auch nicht den Strudel selber backen, da tut es doch auch ein Blätterteig aus dem Tiefkühler. Das gehzt schnell und wird auch toll aussehen, wenn man den Kohl darin serviert.

    Auf jeden Fall bedanke ich mich für die Anregungen, es ist immer wieder sehr interessant, Ihre Rezepte zu lesen. Und so ein schönes Foto von einem Gericht habe ich auch schon lange nicht mehr gesehen!
  4. #4

    Jaja.....

    Zitat von Jottenn Beitrag anzeigen
    Wenn täglich etliche Sender Kochsendungen bringen sollte man doch glauben, dass sich auch beim "normalen" Konsumenten etwas geändert hat, leider habe ich diesen Eindruck nicht.
    Gute Restaurantküche kann sich nur jemand leisten, der viel Geld hat und was man auf diversen Events angeboten bekommt, ist meistens viel Schi-Schi der aber geschmacklich nicht überzeugen kann.
    Dem stimme ich zu...und daher esse ich lieber Zuhause. Anstatt dem Restaurant das viele Geld in den Rachen zu schieben, zahle ich lieber ein paar Euros beim örtlichen Metzger mehr und zauber mir daraus Berliener Sauerbraten mit Böhmischen Serviettenknödel, ein 1a Gulasch mit frischen Paprika, Hänchenfiles in Orangensauce oder auch einfach einen guten Kassler mit Kartoffel und Sauerkraut...
  5. #5

    der vorwurf der kinderfeindlichkeit ist gerechtfertigt: reinhard mey ist weder fuer kinder noch fuer erwachsene ertraeglich oder foerderlich.
    dann lieber ne leckre roulade und vielleicht ein bisschen "peter und der wolf", oder was modernes wie "jamie t.".
  6. #6

    Carpaccio von roter Beete 1 € pro Person

    Zitat von Jottenn Beitrag anzeigen
    Wenn täglich etliche Sender Kochsendungen bringen sollte man doch glauben, dass sich auch beim "normalen" Konsumenten etwas geändert hat, leider habe ich diesen Eindruck nicht.
    Gute Restaurantküche kann sich nur jemand leisten, der viel Geld hat und was man auf diversen Events angeboten bekommt, ist meistens viel Schi-Schi der aber geschmacklich nicht überzeugen kann.
    Dem muß ich voll zustimmen !!!
    Eine gute Küche muß immer auch praktikabel sein. Diese „Küchenhochkulturgewese“ hilft dem alltäglichen Speisen nicht weiter. Andererseits ist die Hochkultur auch nötig um die Mitte zu stärken.

    Auf meinem Liebligsblog www.volkskueche.net habe ich ein Carpaccio von roter Beete gefunden http://volkskueche.net/volkskueche/?p=64 und neben dem noch vieles mehr - das aufzeigt - das mit überschaubar Geld ein Essenszauber gelingt.
  7. #7

    Deutsche Küche - gute Küche! Aber : was ist DIE deutsche Küche ?

    Lasst uns doch froh sein, daß das Thema "Kochen" derzeit so hoch ist. Endlich sehen viele deutsche Mitbürger, daß es auch anders geht als eine Packung aufzureissen und dann in der Micro heiß zu machen.
    Schön, daß diese Leute sehen, daß es Mühe - aber genauso auch Freude - machen kann, der Familie eine Mahlzeit aus frischen Zutaten zuzubereiten. Daß es schön ist, zusammen am Tisch zu sitzen - sogar, daß es sehr kommunikativ sein kann die Küche danach aufzuräumen.
    Was da im Fernsehen gezeigt wird, ist doch genauso wie in der Yellow-press - es interessiert keinen Menschen, wenn einer Frikadellen backt. Also muss da was her, was optisch was hergibt. Und ? was ist falsch daran ? Essen - gut essen ! - wird thematisiert und gezeigt. Klar, daß dann nicht jeder immer ein 3-Gang-Menü auf den Tisch stellt. Schön, daß der eine oder andere durch das Fernsehen und die Medien für das Thema "gut essen" sensibilisiert wird.

    Wenn die hohen Preise der Restaurants kritisiert werden, dann ist das nur zum Teil berechtigt. Wer kennt denn wirklich den Aufwand, den eine (hochwertige) Küche betreiben muss um ein "tolles" Essen auf den Gästetisch zu zaubern.
    Andererseits, wer will denn die Massenschnitzel und die 08/15-Pommes noch essen?

    Und bitte: was ist die deutsche Küche ? Die gibt es nämlich nicht. Es gibt eine bayerische, eine schwäbische, eine von der Küste, eine aus dem Pott usw. Und jede hat ihre Tradition und Berechtigung. Und ist meist superlecker.

    Fazit: solange wir aktiv über die Küche und das gute Essen, über die Veränderung zum Guten in der Küche reden, solange sind wir am Verbessern.
    Gott sei Dank gibt es den Sauerbraten in der Wirtschaft, Gott sei Dank muss ich nicht jeden Tag beim Italiener essen, Gotte sei Dank darf ich ab und an auch zuhause essen - und dort auch kochen. Und Gott sei Dank gibt es für die kleinen Belohnungen auf der Welt die Küchen den bemützten und mit Kochlöffeln oder Punkten ausgestatteten - oder sogar mit einem Michelin-Stern geadelten Restaurants, in denen man dann essen kann, was man in der eigenen Küche nicht vollbringt. Und das kostet dann ein paar Euro mehr als selbermachen. Alles zu seiner Zeit, alles hat seine Berechtigung. Worauf einer Wert legt, was einer bevorzugt, das darf von jedem allein und ganz individuell geregelt werden.


TOP



TOP