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Tabuthema am Arbeitsplatz: "Ich arbeite im Krankenhaus. Und ich habe HIV."

Corbis73.000 Menschen in Deutschland sind an HIV erkrankt, mindestens zwei Drittel von ihnen arbeiten. Sie sind Ärzte, Erzieher oder Bankberater. Aus Angst vor einer Entlassung verschweigen die meisten im Berufsleben ihre Infektion - auch Kunden oder Patienten dürfen bloß nichts erfahren.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...845071,00.html
  1. #1

    Unwissen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    73.000 Menschen in Deutschland sind an HIV erkrankt, mindestens zwei Drittel von ihnen arbeiten. Sie sind Ärzte, Erzieher oder Bankberater. Aus Angst vor einer Entlassung verschweigen die meisten im Berufsleben ihre Infektion - auch Kunden oder Patienten dürfen bloß nichts erfahren.

    HIV-Positive am Arbeitsplatz: Die meisten verschweigen ihre Krankheit - SPIEGEL ONLINE
    Ich habe vor ca. 20 Jahren meine Ausbildung zum Krankenpfleger im KH begonnen.Wir hatten damals eine Patienten auf Station die HIV positiv war.Als bei der Dienstübergabe erwähnt wurde , das Frau XY HIV positiv ist,wurde uns Azubis noch einmal von den Examinierten Kollegen eingeschärft bei dieser Patientin immer darauf zu achten Handschuhe zu tragen.Und man solle ihr auch lieber nicht die Hand geben.Damit man auch auf der sicheren Seite sei.Ich fand das Unwissen bereits damals erschreckend.Wenn selbst medizinisches Fachpersonal so wenig Ahnung und so viel Angst hat,was soll man dann von Leuten erwarten die keine medizinische Ausbildung haben.Es ist ,wie gesagt, 20 Jahre her.Aber irgendwie scheint es mir so ,das zumindest bei Leuten die nicht vom Fach sind das Unwissen und damit die Hysterie was Infektion im allgemeinen angeht noch immer groß sind.
  2. #2

    optional

    Besonders in Krankenhäusern stellt sich die Frage nach dem Infektionsrisiko, beim Hantieren mit Nadeln, Blutkonserven oder Operationen. Lässt sich durch Medikamente tatsächlich das Risiko durch beispielsweise Blutaustausch verringern?
  3. #3

    Zitat von johann_krautmann Beitrag anzeigen
    Besonders in Krankenhäusern stellt sich die Frage nach dem Infektionsrisiko, beim Hantieren mit Nadeln, Blutkonserven oder Operationen. Lässt sich durch Medikamente tatsächlich das Risiko durch beispielsweise Blutaustausch verringern?
    Als Pfleger in der Geriatrie haben sie mit Operationen und Blutkonserven nichts zu tun. Beim Hantieren mit Nadeln gelten die gleichen Regeln wie bei jedem anderen Pfleger auch. Und die gelten i.d.R. dem Eigenschutz und nicht dem Patienten.

    Ich bin nicht positiv, hab aber selbst lange auf chirurgischen Stationen in der Pflege gearbeitet. Mir fällt keine realistische Situation ein in der ich einen Patienten hätte infizieren können.
  4. #4

    Die können von mir aus überall arbeiten oder machen was sie wolle aber im Krankenhaus sollten sie nicht arbeiten. Dazu ist die Gefahr einfach zu groß!
    Es kommt nicht selten vor, dass Ärzte sich selber mal mit den Gegenständen und Spritzen verletzten. Vorallem dann, wenn sich Patienten wehren oder es zu unkontrollierten Zuckungen und Anfällen kommt.
  5. #5

    Zitat von johann_krautmann Beitrag anzeigen
    Besonders in Krankenhäusern stellt sich die Frage nach dem Infektionsrisiko, beim Hantieren mit Nadeln, Blutkonserven oder Operationen. Lässt sich durch Medikamente tatsächlich das Risiko durch beispielsweise Blutaustausch verringern?
    es besteht eine größere gefahr das man als arzt oder schwester mit dem blut von patienten in berührung kommt als anders herum.also keine panik.ich muß auch als schwester damit klar kommen wenn auf einmal ein patient bei der aufnahme vor mirsteht bei dem dann rauskommt das er noro-virus,ne offene tuberkulose oder andere solche sachen hat.da kann ich ja auch nicht schreiend weglaufen.
  6. #6

    optional

    Zitat von johann_krautmann Beitrag anzeigen
    Besonders in Krankenhäusern stellt sich die Frage nach dem Infektionsrisiko, beim Hantieren mit Nadeln, Blutkonserven oder Operationen. Lässt sich durch Medikamente tatsächlich das Risiko durch beispielsweise Blutaustausch verringern?
    1. Sollten die Hygienischen Standards in deutschen Kliniken so sein, dass es zu keiner Infektion, egal welcher Krankheit, kommen kann. Da macht die Hysterie um HIV meines Erachtens keinen großen Sinn.
    2. Ja durch Medikamente kann die Viruslast so tief gesenkt werden, dass das Risiko minimal ist. Wie es genau mit "Blutaustausch" aussieht weiß ich nicht, aber ungeschützter Geschlechtsverkehr würde nicht zu einer Ansteckung führen.
  7. #7

    Instinktiv richtig

    Wer mit körperlichem Kontakt zu HIV-Infizierten zurückhaltend ist, handelt instinktiv richtig. Es ist nun mal eine ansteckende Krankheit, die Infektion ist unheilbar und schränkt für den Rest des Lebens die Lebensqualität erheblich ein.

    Ein Risiko ist definiert als Eintrittswahrscheinlichkeit mal Schadenshöhe. Da hier die Schadenshöhe gigantisch ist, ist das Risiko auch bei sehr geringer Eintrittswahrscheinlichkeit immer noch sehr groß, und wird instinktiv vermieden.
  8. #8

    Sprachpanscherei

    Mit HIV wird man "infiziert". An AIDS "erkrankt" man.
    An HIV "erkrankt" man nicht. Ist das denn so schwer?
  9. #9

    Ja, kann man

    In der Tat lässt sich das Risiko verhindern bzw. vermindern, johann_krautmann. Sobald die Zahl der Viren unter der Nachweisgrenze ist, ist dir Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung nahezu null. Generell machen sie die Leute aber die falschen Vorstellungen. Ich kenne (da ich selber bei der AIDS-Hilfe arbeite) etliche Leute in medizinischen Berufen. Die Wahrscheinlichkeit sich an einer Spritze oder bei Operationen zu verletzen ist sowieso schon extrem gering. Dann muss auch noch hinzukommen, dass zu dem Zeitpunkt jemand anderes ebenfalls dabei ist, der auch eine Wunde hat und dann muss man die Wunden aufeinander drücken um die Übertragung sicherzustellen. Denn einfach so geht die Übertragung nicht. Man blutet ja aus der Wunde heraus und nicht hinein. Bisher gab es nur einen nachgewiesenen Fall, bei dem sich im Bereich der Patientenbehandlung jemand mit HIV infiziert hat und das war ein Zahnarzt. HIV ist schwer übertragbar, man muss sich schon anstellen um es zu bekommen. Die Übertragungswege sind überschaubar und der Schutz einfach. Und selbst wenn man mit HIV kontaminierten Blut in Kontakt käme müsste erst einmal die nötige Menge da sein und dann noch eine Ansteckung erfolgen. Das Risiko einer Ansteckung ist aber selbst bei einem Risikokontakt sehr gering (unter 10%). Gerade in Krankenhäusern stellt sich eher die Frage nach dem Risiko resistenter Bakterien, an denen sich jedes Jahr fast 500.000 Patienten anstecken und etwa 10% sterben.


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