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Syrischer Bürgerkrieg: Gewaltwelle zum Ramadan-Ende
AFPAm Ende des Fastenmonats Ramadan hat eine blutige Offensive der Regierungkräfte fast 60 Tote gefordert. Besonders heftig waren die Angriffe offenbar in Aleppo und Daraa. In Damaskus fanden Regimegegner außerdem die Leichen von zwölf zuvor misshandelten Männern.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...851072,00.html
- #1 20.08.2012 18:30 von
Wen wundert es?
SPON
"Laut Brahimi sei der gespaltene Sicherheitsrat der Vereinten Nationen für den Stillstand verantwortlich. China und Russland blockierten bislang ein härteres Durchgreifen der Staatengemeinschaft gegen Assad."
Da die USA und Anhängsel (incl. GCC Staaten) die "Rebellen" massiv und in jeder Hinsicht unterstützen, ist diese Aussage heuchlerisch und zynisch!
Auf beiden Seiten geschehen Morde und Gemetztel.
Schweiz Magazin - Das Schweizer Nachrichten online Magazin - Syrien: 4-jähriges Kind von den "Rebellen" öffentlich hingerichtet
Solange die USA und Anhängsel völkerrechtswidrig die "Rebellen" unterstützen, die von denen verübten Hula Massaker (Ende Juni )nicht anprangern, sowie deren darauffolgende, einseitige Aufkündigung des Waffenstillstands , solange also der Westen und seine "Freunde" weiter Ihre tödliche und knallharte Linie "regime change" um jeden Preis" in syrien fahren, solange hat das Volk in Syrien diese Machtpolitikspielchen des Westens mit Leid, Tod, Vertreibung zu bezahlen!
Merke: die Leute sterben und flüchten w e g e n des Bürgerkriegs, der massiv auch vom Westen geschürt wird! - #2 20.08.2012 18:34 von
Angaben überprüft? Propaganda der "Opposition"
Die Meldungen stammen offensichtlich aus London. Warum wird es vermieden, diese Stelle zu benennen. Zur Glaubwürdigkeit trägt dieses nicht bei.
Auch die Aussagen über Brahimi sind zurückhaltend formuliert "irreführend". Brahimi hat mit Bestimmtheit seine Vorstellungen aufbauend auf die UNSC- Beschlüsse. Zur Zeit ist er in der Kontaktphase mit den Akteuren.
Warum werden die Ausgangspositionen für eine friedliche Lösung durch so viele unbestätigte Meldungen aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verdrängt?
Geht es nur noch um Kriegsberichterstattung, um die Notwendigkeit einer Intervention zu begründen? - #3 20.08.2012 20:04 von
London calling
Dass die syrische Armee (SAA) in der Offensive ist, wissen Viele seit geraumer Zeit. Die Bestätigung aus London kommt etwas arg spät.
- #4 21.08.2012 00:36 von
@ pikeaway
Sie reden mir aus der Seele :-)
Nach 3 Monaten Artikel lesen hab ich endlich mal kapiert, dass zahlreiche europäische Massen-Medien alle paar Stunden neue/ähnliche Artikel/Fernsehsendungen mit „harten“ Aussagen posten. Gut formuliert, aber ohne Inhalt dahinter. Das ist beabsichtigt. Damit die wirren Schlagzeilen und Kurzbeschreibungen in die Köpfe der Menschen „eingehämmert“ werden.
Das ist alles Absicht.
Man kann sich nicht wirklich nicht mit einem Thema genauer befassen. Die Kommentare der Leute gehen so unter. Zumindest sehen Neulinge, auch die plausiblen Kommentare zu den Artikeln nicht so lange. Man muss dazu extra im Archiv suchen und den „alten“ Artikel extra aufrufen oder die Suchfunktion benutzen.
Wurde von meinen Eltern aufgeklärt. Kuckte erst seit vier Monaten Nachrichten. Hab auch vorher schon so gut wie kaum Zeitung gelesen.
Die Aussagen waren so „übertrieben“, dass erstmal die Frage aufkam, ob einige Vorwürfe an Baschar al-Assad überhaupt stimmen müssen.
Ohne Hilfe gut Gebildeter, wäre ich nie hinter die Panikmacherei der Massenmedien gekommen. - #5 21.08.2012 04:36 von
Ich muß mich schon sehr wundern wie häufig in den SPON Kommentaren zu Syrien die Rebellen als eine vom westlichen Ausland in jeder Hinsicht unterstützte
Truppe von Terroristen hingestellt werden. Da gehört schon eine ordentliche Portion Zynismus dazu oder man vertritt als Botschaftsangehöriger das Assad-Regime. In der Anfangsphase (2011) war die Protestseite friedlich, die Protestierenden bestanden noch nicht mal auf den Abtritt Assads, sondern auf demokratische Reformen. Statt mit einem politischen Dialog antwortete Assad wie in früheren Zeiten sein Vater mit Scharfschützen und radikalisierte dadurch die Protestbewegung. Daß die Rebellen bis heute einer hoch gerüsteten Armee standhalten sagt mir, daß Sie wohl einigen Rückhalt im Volk besitzen müssen und damit in einem Land ohne freie Wahlen so etwas wie eine Ersatzlegitimation. Auch die zahlreichen Dessertationen aus der "regulären" syrischen Armee dürften ein Indiz dafür sein. Assad, der u.a.mit der Luftwaffe sein eigenes Volk bombardieren läßt, verfügt dagegen über keinerlei Legitimation. Ein totgeweihtes totalitäres und verantwortungsloses Regime versucht sich mit aller Gewalt und rücksichtslos an die Macht zu klammern. - #6 21.08.2012 08:00 von
Auch gegenüber "Gebildeten" sollte man skeptisch sein. Ideologie und Vorurteile sind nicht dasselbe wie Bildung. Der Krieg in Syrien hat eine Geschichte, die man kennen muss, um sich ein Urteil zu bilden. Deshalb: lesen Sie die Medienberichte vom Frühjahr 2011.
Seit 1963 in Syrien ein Notstandsgesetz in Kraft gesetzt wurde, das bis heute gilt, haben die Menschen so viel teils blutige Unterdrückung erlebt, dass die Angst vor dem Sicherheitsapparat zu einem ständigen Begleiter geworden ist. Diese beginnt nun zu schwinden. Im ganzen Land kommt es seit Tagen immer wieder zu Protesten, und der Kern des Geschehens ist dort, wo ihn niemand erwartet hat: in Deraa, einer Stadt an Syriens Südgrenze zu Jordanien.
Dort hat nur ein kleiner Tropfen gereicht, um das Fass zum Überlaufen zu bringen: 15 Kinder waren verhaftet worden, weil sie regimekritische Parolen an Wände geschmiert hatten. Als sie nach mehr als einer Woche immer noch nicht freigelassen worden waren, verbündeten sich ihre Familien, die großen Stämmen angehören, und trugen ihre Wut auf die Straße. Das war am Freitag nach dem Mittagsgebet. Am Abend waren mindestens vier Menschen tot. Erschossen von Sicherheitskräften.
Süddeutsche Zeitung 22.3.2011: Blutige Demonstrationen in Syrien - #7 21.08.2012 08:18 von
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Auch die Taliban in Afgahnistan und Pakistan halten einer hoch gerüsteten Armee stand. Genauso wie in Syrien laufen dort auch ständig Soldaten und Polizisten zu den Aufständischen über.
Ein Bürgerkrieg ist ungleich komplexer als diese extrem simple schwarz/weiß Malerei in den Medien. Dazu kämpft in Syrien eine reguläre Armee gegen Guerillas genauso wie in Afgahnistan, Pakistan und Irak. Und hat mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie zb. die Bundeswehr in Afgahnistan. Würde Assad so rücksichtslos gegenüber Zivilisten vorgehen wie hier immer behauptet dann wäre dieser Bürgerkrieg längst entschieden. - #8 21.08.2012 08:41 von
Von Offensive...
...der syrischen Armee ist kaum noch zu sprechen, die Situation ist eher von Stillstand gekennzeichnet. Assads Armee kommt trotz überlegener Feuerkraft, trotz dem Einsatz von Helicoptern und der Luftwaffe nicht voran, in Damaskus flammen die Kämpfe erneut auf, immer wieder laufen Soldaten in Mannschaftsstärke über, gewinnt die Armee in Aleppo eine Strasse, muß sie sich gleichzeitig aus einem anderen Viertel zurückziehen und am Flughafen den Angriff der FSA abwehren. Die Aufstänischen sind äusserst beweglich und konfrontieren die Armee an immer neuen Schauplätzen. Aufgrund dieser Lage stellt sich die Frage, welche Optionen Assad noch hat, wenn der Stillstand anhält bzw. wenn die Armee sich zurückziehen muß. Welche Möglichkeiten bleiben ihm noch?
- #9 21.08.2012 09:13 von
Reicht es Ihnen nicht, dass seine Bomben täglich etwa 100 Zivilisten, besonders auch Frauen und Kinder, töten? Die Menschen fliehen zu tausenden, nicht vor den Rebellen, sondern vor der Armee, die doch eigentlich die Zivilisten schützen sollte. Die Milizen Assads töten wahllos. Vor den Mitgliedern der FSA haben die Menschen offensichtlich keine Angst.
Vereinzelte Kämpfer der Islamisten oder anderer militanter Gruppen auch aus dem Ausland ändern nichts daran, dass dies ein Volksaufstand ist, der vom Ausland weder provoziert noch getragen wird. Dass er vom Ausland inzwischen, nach langer Zurückhaltung mäßig unterstützt wird, hat Assad sich selber zuzuschreiben.
Man muss in seiner Ideologie schon ziemlich verbohrt sein, wenn man all dies nicht sehen will und leugnet. Dass die USA außenpolitisch nicht immer klug gehandelt haben, steht außer Zweifel, ist für Syrien aber unbedeutend. Die USA werden sich nur sehr widerwillig in Syrien engagieren, weil sie nicht wieder das Ziel islamistischer Terroristen werden wollen. Syrien als Sprungbrett zum Iran zu deklarieren, ist hanebüchener Unsinn, der aber perfekt in das ideologisch verbogene Weltbild passt, auch wenn ein Regimewechsel in Syrien in dieser Hinsicht einen willkommenen Nebeneffekt hätte.
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