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Syrische Deserteure: Mit dem Handy gegen den Tyrannen
Immer mehr syrische Soldaten desertieren, weil sie nicht mehr auf ihre Landsleute schießen wollen. Viele schließen sich der "Freien syrischen Armee" an, die nun auf internationale Hilfe hofft, um Diktator Baschar al-Assad zu stürzen. Ein Besuch beim Oberkommandierenden.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...786586,00.html
- #1 16.09.2011 14:23 von
Wo ist die Kavallerie
wenn man sie mal braucht?
Es ist schnell vergessen und wird anscheinend durch den Erfolg legitimiert, dass vor etwa sechs Monaten die Engländer und Franzosen mit Panzerfäusten und Schnellfeuergewehren bewaffnete Zivilisten vor Massakern der Truppen Gadafis gerettet haben.
Warum wurd in Syrien nicht eingeschritten, wenn das Einschreiten in Lybien doch völkerrechtlich zum Schutz der Zvilbevölkerung unbedingt geboten war? - #2 16.09.2011 14:31 von
schon komisch
Bin ja kein Freund von Verschwörungstheorien aber wenn ich das lese
"Ahmad, graues Puma-T-Shirt, kurze Haare, braune Augen, heißt eigentlich anders. Aber die Finger des syrischen Regimes reichen weit, auch im Lager gibt es Spitze [...]"
und dann danach das
"Der Verband hat sogar ein Video aufgenommen und veröffentlicht, in dem er seine Entscheidung kundtut [...]"
finde ich das schon seltsam.
Das Regime wird schon wissen wer er ist und kann seine Schergen losschicken. Aber wenn andere Journalisten die Story verifizieren wollen haben sie keine Chance ihn aufzuspüren.
So bleibt immer der Nachgeschmack das es sich hier um Meinungsmache handelt. - #3 16.09.2011 14:37 von
<>
Weil vermutlich so einige, wie hier im Forum auch zu betrachten, gegen eine Einmischung waren. Sie müssten doch mindestens einen Beitrag gesehen haben wo jemand gegen die NATO geschrieben hat und deren Einsatz als Verbrechen betitelt hat. Man braucht einen Grund um Rebellen zu unterstützen und jemanden der um Hilfe bittet der zu den Rebellen gehört am besten noch eine Gegenregierung die den eingriff in die Staatsimmunität legitimiert indem sie letztere für den alten Staat als ungültig erklärt.
- #4 16.09.2011 14:51 von
...
Es ist eine Schande wie lange die UNO hier zusieht, wenn man vergleicht, wie schnell in Libyen gehandelt wurde.
SO macht sich der Westen ganz sicher keine Freunde! - #5 16.09.2011 15:18 von
...
Ich habe beruflich des öfteren mit Libanesen zu tun, welche auch regelmäßig in den Libanon reißen um dort Geschäfte zu tätigen.
Jeder aber wirklich jeder hatte ein Interesse das Assad im Amt bleibt. Hier spielt sich nämlich genau das ab, was schon in Lybien passiert ist.
Eine kleine Gruppe übt den Aufstand und wie immer geht es um Geld und Macht. Wenn das ganze Volk sich gegen sein Oberhaupt stemmt, wäre Assad schon lange weg.
Unterhalten Sie sich mal mit Leuten, die auch wirklich aus 1. Quelle berichten können. - #6 16.09.2011 15:20 von
Öl/Erdgas regiert die Welt ...
Im Vergleich zu Libyen hat Syrien nur geringe Bestände an Erdöl, ein wenig mehr Erdgas. Syrien verkauft nur wenig der Vorräte nach außen und verbraucht den Rest im Land (20% des BIP). Libyen hingegen verkauft so viel Öl und Erdgas nach außen und hat noch viele Vorräte (70% des BIP).
Wer glaubt denn noch, dass es um Menschen geht? Syrien ist auf dem Weltmarkt was Öl/Erdgas betrifft nicht wirklich beachtenswert. Warum soll der Westen da Geld reinpumpen? - #7 16.09.2011 15:34 von
Die Schluessel liegen in Teheran und Riad
Gaddafi war komplett isoliert, auch die arabische Liga hat den Daumen gesenkt.
Die nusairische Minderheit, die Syrien kontrolliert gehoert zu den Schiiten. Deshalb geniesst Assad den aktiven Schutz des schiitischen Iran. Der regionale Gegenspieler, das sunnitische Saudi Arabien wuerde nichts lieber sehen, als eine Entfernung des Assad Regimes und Installation eines sunnitischen Regimes, um den eigenen lokalen Machtbereich vom Lebanon auch auf Syrien auszuweiten.
Allerdings halten Syrien und Iran die sunnitischen Syrier, Libanon, Palaestina und Israel als Geisel.
Das ist die wahre Konfliktlinie und weder Saudi Arabien, noch die UNO oder andere Hegemonialmaechte mit Ausnahme ein paar Ultrarechter israelischer Militaers (die aber nicht die Mehrheit haben) koennen und wollen eine momentane Eskalation des Konfliktes riskieren.
Da geht es nicht um Oel und schon gar nicht um den nach Freiheit strebenden Jugendlichen, hier geht es um schlichte Risikobewertung. - #8 16.09.2011 15:39 von
Mir fällt dazu nichts mehr ein. Schamlos. Abstoßend.
Die syrische Streitkräfte haben laut wikipedia
420.000 Mann unter Waffen.
Was die freie syrische Armee also ausrichten kann, und wie groß ihr Zuspruch wirklich ist, kann sich jeder selbst überlegen.
SPON-Artikel vom 14.09.2011:
Vielleicht haben diese offiziellen Soldaten ja doch nicht wahllos gefeuert?
SPON-Artikel vom 30.08:
Aha. Der Präsident eines souveränen Staates spricht seit Monaten von bewaffneten Banden im Land, welche Sicherheitskräfte angreifen würden.
Der US-Präsident glaubt ihm jedoch nicht, und erklärt, dass Assad seine Legitimation verloren habe.
Ein SPON-Reporter sieht sich nach mehreren Monaten Unruhen in Syrien und mehr als 2.000 Toten ein youtube Video an, und verfasst am 13.09.2011 einen Artikel darüber. Am 16.09.2011 befindet er sich bereits an der türkischen Grenze und spricht mit dem Mann auf dem Video, ebenso mit dessen Vorgesetzten.
Dieser Vorgesetzte nun erklärt freimütig, dass seine Organisation einen bewaffneten Aufstand gegen das Regime führen würde.
Aber halt - der amerikanische Präsident hat doch Assad seine Legitimation abgesprochen, weil dieser nur vorgeben würde, gegen bewaffnete Banden zu kämpfen.
Hat der SPON-Reporter hier vielleicht eine riesige Entdeckung gemacht?
Hat er es trotz intensiver erfolgloser Suche der mit Sicherheit großen Syrienabteilung der CIA im Gegensatz zur US-Regierung geschafft, einen Mann zu finden, der sich nicht versteckt hat, seine Taten öffentlich bestätigt und dazu noch seinen Namen in bereits dutzenden Zeitungen in den letzten Wochen lesen konnte?
Dieser Mann erzählt der ganzen Welt, dass er eine Alternativarmee gegründet habe, welche nun gegen die regulären Streitkräfte ins Felde zieht. Nur für die Panzer hat er noch keine Lösung parat.
Obwohl die Gegenpartei 420mal so viele Mitglieder hat, spricht er für das syrische Volk.
Und zur Diskussion steht nun der Wunsch dieses Mannes, das fremde militärische Kräfte in seinem Heimatland intervenieren. Und SPON stellt ihn als denjenigen dar, der auf der richtigen Seite steht. - #9 16.09.2011 15:41 von
Deklaration der Menschenrechte?
Das "Eigentumsrecht" eines Staates an seinen Bürgern muss völkerrechtlich aufgehoben werden, die Menschenrechte dem Individuum zuerkannt werden und wie im Wortlaut bereits zugesichert "universell" zugestanden werden. Dann würde auch die Staatsimmunität hinfällig sein, ein Instrument der Rechtsbeugung, das eher zu mittelalterlichen Feudalsystemen passt und nicht zum 21. Jahrhundert.
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