Man stelle sich folgende Meldung vor:
FSA-Unterstützer in Libanon verhaftet:
Anschlagspläne in Aleppo und Damaskus.
"Das ist es was die USA, die Saudis und die Türken wollen."
REUTERSEiner der wichtigsten Verbündeten des Assad-Regimes im Libanon steht jetzt unter Anklage: Ex-Minister Michel Samaha soll eine Anschlagsserie auf Unterstützer der syrischen Rebellen geplant haben. Der Fall offenbart, wie die Angst vor Islamisten in der Region instrumentalisiert wird.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...849611,00.html
Man stelle sich folgende Meldung vor:
FSA-Unterstützer in Libanon verhaftet:
Anschlagspläne in Aleppo und Damaskus.
"Das ist es was die USA, die Saudis und die Türken wollen."
Ach die Naivität bei SPON und anderen deutschen Medien - die Briten scheinen da etwas weltgewandter als ex-Grossmacht und politischer ex-Big Player - ist nur noch putzig.
Die "Angst" vor Islamisten muss man in Nahost gar nicht mehr "instrumentalisieren" weil die meisten Menschen eh wissen, dass es sich um extrem heterogene und unberechenbare Gruppen handelt - von Steinzeit-Dogmatikern, die sich auf irgendeiner heiligen Mission befinden bis zu "hired guns", Privatarmeen irgendeines "Schattenspielers" oder schlicht kriminellen Gangs, die sich einfach ein religiös/ideologisches Deckmäntelchen gesucht haben.
Hinzu kommen noch einflussreiche Geschäftsleute, Prediger (Sadr im Irak) Regierungen (VAE, Saudis, Iran..) und überregional arbeitende politische und religiöse Gruppen die alle aus ganz eigenen Motiven heraus wechselnde Koalitionen eingehen.
Bestes Beispiel ist hier Katar, dass a) sich beim Westen anbiedert b) sich zur Regionalmacht hochzuarbeiten versucht c) Medien-Propaganda über Al-Jazeera gegen die alten Arabo-Nationalisten und linken Baathisten betreibt und d) dessen Herrscherhaus aus politisch/religiösen Gründen die internationale Muslimbruderschaft und weitaus gewaltätigere Gruppen direkt und indirekt finanziert.
Ganz zu schweigen von den grundlegenden Konflikten bezüglich Ethnie, Religionsgruppe und -strömung, alte Rechnungen aufgrund gesellschaftlicher Umbrüche etc.
Alles gute Gründe für den Westen, sich aus diesem Schachspiel Nahost mit zu vielen Figuren und Spielern herauszuhalten...
Das Schlimme ist, das es noch genug unkritische und nicht informierte Menschen gibt, die so etwas mittragen.
Wenn eine Welle der Empörung durchs amerikanische Volk gehen würde,
sowie seinerzeit die Friedensbewegungen in Vietnam,
könnte man die Kriegstrommler zumindest bremsen.
Der Name ist in der Tat pikant. Samaha diente unter dem durch einen Bombenanschlag getöteten Herrn Hariri ...
Möglicherweise hatte die Regierung auch gar nicht die Gelegenheit, den Fall noch zu vertuschen, wie es bei dem letzten Mordversuch an einem syrienkritischen Politiker noch der Fall ist. Hier hatte das Militär die unmittelbare Führung und Beweise, welche nicht erst von einem Ministerium der terrornahen Regierung herausgegeben werden mussten.
Eine Änderung der generellen pro-syrischen Linie der libanesischen Regierung ist daher wohl auch nicht erwarten. Denkbar wäre jedoch, dass die Auswirkungen die Machtverhältnisse im Land wieder weiter ins Lager der M14 verschieben.
Beirut wird weiter lavieren und versuchen, möglichst wenig offenes Spannungspotenzial zu generieren. Ein Eingreifen zugunsten von Samaha ist trotz der vergleichbaren Geisteshalteung vieler Regierungsmitglieder unwahrscheinlich, da dies im Falle eines eindeutig überführten Verräters zur Eruption der aufgestauten Spannungen führen würde.
Der Anteil der Islamisten in der freien syrischen Armee ist niedriger, gar viel niedriger als in den Medien propagandiert wird. Zweitens, an wem sollen sich die Rebellen wenden außer an den Islamisten??? Es wollte niemand helfen und da ist es nur natürlich, dass sie sich an solchen kampferprobten Söldner wenden...ich denke nicht, dass diese Islamisten in der neuen Regierung einen nennenswerten Einfluss haben werden...Das syrische Volk wird durch freie Wahlen die richtigen Leute wählen...
Damit wäre endlich beweisen, was lange vermutet wurde.
Aber es scheint egal wie es kommt, egal was passiert egal was bewiesen wird. Für manche ist es immer der Westen, der lenkt, der schuld ist.
Erstaunlich, dabei haben wir doch jetzt eindeutig den beweis, dass Assad die Radikalisierung und Ängste vor dem Islamismus selber vorangetrieben hat.
Und das ganze aus einer Quelle, die der "Regierung" in Damaskus eigendlich zugetan ist, also durchaus ernst genommen werden muss.
Auch von all denen die dem Westen an erster Stelle die Schuld geben wollen.
Sie haben die Brisanz anscheinend nicht kapiert.
1. Das Bombenattentat sollte im benachbarten Libanon durchgeführt werden, sollte also den Konflikt über die Grenze tragen. Das haben Sie bei Ihrem spekulativem "Vergleich" aus Versehen glatt vergessen.
2. Das Assad-Regime wurde erstmals auf frischer Tat ertappt, wie es ein Bombenattentat durchführen will, um es anschließend irgendwelchen angeblichen Islamisten in die Schuhe zu schieben.
3. Die libanesische Regierung wird von der Hisbollah gestützt und ist an sich Assad-freundlich. Damit ist es jetzt vorbei. Gott sei Dank. Das Land hat 15 Jahre Bürgerkrieg hinter sich.
Damit ist bewiesen dass der syrische Geheimdienst auch in Libanon aktiv ist und gegen Rebellen sowie deren Unterstützer vorgeht.
Das ist aber nicht verwunderlich, da der Libanon neben der Türkei das Haupt Rückzugs- und Aufmarschgebiet der "Rebellen" ist.
(Eigentlich wäre es die Aufgabe der libanessichen Regierung Rebellen zu entwaffnen und militärische Aktivitäten gegen das Nachbarland mit dem sich der Libanon nicht im Krieg befindet zu unterbinden.)
Dass es darum geht Angst vor Islamisten zu schüren ist eine Interpretation des Autors. Wo sie nun den eindeutigen Beweis sehen ist mir nicht ganz klar.