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Syriens Opposition: "Die Islamisten reißen die Macht an sich"

DPADas Massaker im syrischen Tremseh hat auf erschreckende Weise gezeigt, wie rücksichtlos der Bürgerkrieg auf beiden Seiten geführt wird. Randa Kassis, Mitglied im oppositionellen Syrischen Nationalrat, spricht im Interview über die Lage im Land und kritisiert die islamistischen Rebellen scharf.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...844373,00.html
  1. #1

    Randa Kassis...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Massaker im syrischen Tremseh hat auf erschreckende Weise gezeigt, wie rücksichtlos der Bürgerkrieg auf beiden Seiten geführt wird. Randa Kassis, Mitglied im oppositionellen Syrischen Nationalrat, spricht im Interview über die Lage im Land und kritisiert die islamistischen Rebellen scharf.

    Randa Kassis spricht im Interview über die Lage in Syrien - SPIEGEL ONLINE
    Ihre gesamte Argumentation basiert auf Vermutungen, Ergänzungen und Verdrehungen von Informationen über mehrere Ecken - nicht zuletzt auf ein Kleinmädchen Hoffung wie im Märchen aus 1001 Nacht.
  2. #2

    Träumerin

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kassis: Das Assad-Regime muss das Morden
    beenden und freiwillig abtreten, und die
    Islamisten-Kampftrupps müssen die nicht
    religiös motivierten Oppositionsgruppen als
    gleichberechtigte Partner akzeptieren und sie
    nicht länger wie politische Feinde behandeln.
    Schwer zu sagen was realitätsferner ist. Dass sich das Regime freiwillig den Islamisten ausliefert oder dass die Islamisten plötzlich politische und religiöse Pluralität akzeptieren.
  3. #3

    Der interessanteste Teil des Interviews

    "SPIEGEL ONLINE: Hoffen Sie nicht mehr auf die US-Amerikaner, die sich energisch für ein demokratisches Syrien einsetzen?

    Kassis: Die Amerikaner setzen in den Ländern des Arabischen Frühlings auf die Muslimbrüder. Sie glauben, dass sie die Machthaber von morgen sein werden und stellen sich darauf ein."
  4. #4

    Im Moment geht es darum, wer mehr Angst und Schrecken verbreitet. Das Zögern Chinas und Russlands vor einem Eingreifen ist einzig und allein dem Fanatismus der Islamisten geschuldet. Wir können nicht zusehen, wie sich große Teile der Welt in unberechenbare von Terror bedrohte Regionen des religiösen Fanatismus verwandeln und die Welt in vorsteinzeitliche Verhältnisse zurückwerfen. In Deutschland sollten die Politiker endlich einmal anfangen, auch mit den progressiveren, weltlicheren Vertretern des Islam zu reden, anstatt sich immer nur mit den Konservativsten der Konservativen zu treffen. Ich weiß, ich weiß, das gute Öl sprudelt leider vor allem in Saudi-Arabien.
  5. #5

    Das ist aber genau

    Zitat von Heinz-und-Kunz Beitrag anzeigen
    Schwer zu sagen was realitätsferner ist. Dass sich das Regime freiwillig den Islamisten ausliefert oder dass die Islamisten plötzlich politische und religiöse Pluralität akzeptieren.
    der Punkt.Der Grund warum die Gewalt immer mehr eskaliert.Wichtig im Interview:Dass das Machtregime von Assad nicht durch ein Machtregime von religioesen Fanatikern abgeloest wird.Wie dieses Problem in der Realiteat zu loesen sein koennte,erschliesst sich mir auch nicht.Ich hoffe,es erweist sich nicht als unloesbar.
  6. #6

    Zitat von Gegeforce Beitrag anzeigen
    "SPIEGEL ONLINE: Hoffen Sie nicht mehr auf die US-Amerikaner, die sich energisch für ein demokratisches Syrien einsetzen?

    Kassis: Die Amerikaner setzen in den Ländern des Arabischen Frühlings auf die Muslimbrüder. Sie glauben, dass sie die Machthaber von morgen sein werden und stellen sich darauf ein."
    Dieses Statement ist wohl eher der Frustration geschuldet, dass die Amerikaner sich im Syrien-Konflikt recht passiv verhalten, und auch die Mehrheit des syrischen Widerstands, der säkular und alles andere als islamistisch ist, im Stich lässt. Dass die USA auf die Muslimbrüder setzt, darf man bezweifeln, zumal es dafür auch keine Anzeichen gibt.
  7. #7

    Syrien (...)

    kann man nicht in "gute" Rebellen oder "böse" Assadanhänger einteilen. Syrien ist mittlerweile ein "Spielball" den sich Obama, Putin und die Chinesen je nach Laune manipulieren.
    Dazu kommen die Geld- und Waffengeber der umliegenden Staaten,die alle (Dank der Rebellen) ihr "Süppchen" mit "kochen".
    Berichterstattung der deutschen, regierungstreuen Presse, zeichnet ein überwiegend wohlwollendes Bild der Rebellen und ein wenig differenziertes der Assadanhänger.
    Schuldig sind beide Parteien aund eines scheint sicher, es wird keine einfache Lösung geben und das Land rutscht vermutlich in einen jahrzehntelangen Bürgerkrieg.
    Nicht zuletzt auch deshalb, weil die friedliebenden islamisch geprägten Nachbarstaaten die Rebellen massiv unterstützen.
    Ein Schelm der arges dabei denkt....
  8. #8

    Zitat von Heinz-und-Kunz Beitrag anzeigen
    Schwer zu sagen was realitätsferner ist. Dass sich das Regime freiwillig den Islamisten ausliefert oder dass die Islamisten plötzlich politische und religiöse Pluralität akzeptieren.
    Schlimmer noch: es müsste sicher sein, dass jeweils die andere Vorgabe erfüllt wäre, damit die eine erfüllt werden kann. Die Islamisten werden nicht auf tolerant schalten, solange Assad noch da ist und Assad wird nicht zurücktreten zugunsten von Islamisten. Nicht dass ich glaube, dass es dann auch tatsächlich passieren würde.


    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es wird weitere Massaker geben.
    Interessant wie die Frau es klingen lässt, als seinen die Massaker einzig die Schuld der Regierung. Sie hat bereits zugegeben, dass die Religiösen sich nicht mit den Regulären vertragen. Aber wer sagt denn, dass die Religiösen und Säkulären und sich denn geeint wären? Viele dieser Kämpfer sind Amateure, haben keine Erfahrung und selbst ausländische Ausbilder vermitteln vor allem Waffenhandwerk aber keine Disziplin oder psychologischen Aspekte. Ohne feste Kommandostrukturen, Militärpolizei oder auch nur anwendbares Justizsystem können vom Einzelkämpfer bis hin zur Großformation alle mehr oder minder tun was sie wollen.
    Und da wird nunmal massakriert, das zeigt die Erfahrungen aus praktisch sämtlichen Bürgerkriegen der letzten Jahrhunderte. Sagen wir mal, Assads Truppen fangen mit einem einzigen Massaker an. Die Rebellenführer sagen: "Ruhig bleiben, Leute! Nichts unüberlegtes tun." Aber nicht alle bleiben ruhig. Ein paar davon massakrieren aus Rache dann eben ein paar Alewiten oder Beamte oder halt Zivilisten die die Kooperation verweigert haben. Um den Regierungstruppen eine Nachricht zu übermitteln "Unsere Rache wird immer schlimmer sein!" (Bonuspunkte, wenn man das Massaker im Ausland trotzdem als Assads Werk verkaufen kann). Dann schlagen die Regierungstruppen zurück. Und bei nächsten Gegen-Massaker sind dann ein paar mehr dabei, die sich den Befehlen zur Zurückhaltung (sollte es sie überhaupt geben) verweigern. Es ist ein beidseitiges Hochschaukeln. Und sollte Assad fallen, werden dann nachher die Religiösen und Säkulären einander die Schuld dafür in die Schuhe schieben (sobald man es nicht mehr auf Assad schieben kann).

    Wenn Assad clever wäre, würde er Übergriffe zwischen den einzelnen Rebellenfraktionen iszenieren lassen. Hetze, Fehlinformation, Bestechung... irgendwas geht da immer. Und dann würde der selbe Prozess zwischen den Rebellenfraktionen beginnen... wenn er das nicht schon von allein hat.
  9. #9

    Dschihad gegen Assad

    Überlässt man den Kampf gegen Assad den Dschihadisten, wird er eben mit den Mitteln der Dschihadisten geführt.

    Als die Dschihadisten jene Methoden im Irak gegen die US-Besatzung einsetzten, wurden sie von gewissen Leuten als antiimperialistische Helden gefeiert:

    “Hoch lebe die arabische Reaktion!” « Aron Sperber

    Gerade Assad stellte den Dschihadisten sein Territorium zu Verfügung, um von Syrien aus Terror im Irak zu verbreiten.








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