Forum


 

Syrien-Konferenz in Istanbul: Freunde der Verfeindeten

REUTERSVon einem Ende der Kämpfe scheint Syrien weiter entfernt denn je: Die Opposition ist bis aufs Blut zerstritten, das Regime in Damaskus trickst, lügt und droht. Dennoch setzen die "Freunde Syriens" bei ihrer Konferenz in Istanbul auf eine politische Lösung.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...825047,00.html
  1. #40

    Zitat von adal_ Beitrag anzeigen
    Damit befindet er sich auf dem Holzweg. Einem allerdings womöglich sehr langen und blutigen Holzweg: Syrien auf dem Weg zum "Super-Libanon".

    Gewalt in Syrien: USA warnt Assad vor „ernsten Konsequenzen“ - Weitere Meldungen - FOCUS Online - Nachrichten

    Clinton kündigte...an, dass die USA ihre Gangart verschärfen würden. „Unsere Botschaft muss deutlich sein für jene, die die Befehle geben, und jene, die sie ausführen: Hört damit auf, eure Mitbürger zu töten, oder ihr werdet ernste Konsequenzen erleben“, sagte Clinton auf der Konferenz laut Redemanuskript. „Eure Landsleute werden es nicht vergessen – und die internationale Gemeinschaft wird es auch nicht.“
    Es ist ja nachzuvollziehen, das die ganze Entwicklung aus Sicht des State Dept. frustrierend sein muss. Erst die beiden verlorenen Abstimmungen im UNSCR und im Anschluss ein Friedensplan der sich an den Vorstellung der beiden Resolutionsgegner orientiert. Und nun die zweite Regiemechangekonferenz der Freunde Saudi Arabiens und Katars ohne ein brauchbares Ergebniss. Es scheint trotz aller Bemühungen nicht möglich zu sein, eine geschlossene Opposition zu schaffen. Warum sich Frau Clinton aber nun zu einer Kriegsdrohung hinreisen lässt, wohlwissend das dies nur heisse Luft ist, bleibt ihr Geheimniss. Vermutlich will Sie mit ein paar starken Worten von ihrem Posten als Sec.State abtreten können.
  2. #41

    Was denkt clinton über lincoln?

    Clinton kündigte...an, dass die USA ihre Gangart verschärfen würden. „Unsere Botschaft muss deutlich sein für jene, die die Befehle geben, und jene, die sie ausführen: Hört damit auf, eure Mitbürger zu töten, oder ihr werdet ernste Konsequenzen erleben“, sagte Clinton auf der Konferenz laut Redemanuskript. „Eure Landsleute werden es nicht vergessen – und die internationale Gemeinschaft wird es auch nicht.“[/QUOTE]


    Hat lincoln im Sezessionskrieg nicht über 600.000 "Mitbürger" getötet? Die südlichen "Landsleute" haben es bis heute nicht vergessen. Anstatt solche vokabulären Platitüden einzusetzen, sollte der Westen, bzw die USA versuchen mit dem immer noch mächtigen Assad-System zu kooperieren und mit ökonomischen Lockmitteln eine Verbesserung herbeizuführen. Aber statt dessen arbeiten sie mit dem repressivsten Staat Saudi-Arabien zusammen und scheunen sich nicht, unter den Rebellen auch El Qaida Leute zu hofieren. Und Westerwelle trottelt hinterher.
  3. #42

    Zitat von slyer Beitrag anzeigen
    Christen, Schiiten, Alawiten, Lehrer, Ärzte, Verwaltungsangestellte, kurz und gut, alles, woran sich das Label "Assad-Anhänger" kleben lässt.
    ja die von ihnen genannten gruppen haben ja reichlich ballern dürfen...jetzt darf doch auch mal die andere seite ran, oder?
  4. #43

    Institut für Internationale Politik und Sicherheit?

    Zitat von adal_ Beitrag anzeigen
    Richtig. Katar und Saudi-Arabien erwarten den Bürgerkrieg, der sich zu einem Stellvertreterkrieg gegen den Iran auswachsen wird. Sie werden sich entsprechend aufstellen. ...
    "Erwarten" ist eine herrliche Umschreibung für "eine Seite unterstützen". Das klingt so schön passiv und zurückhaltend. Aber nebenbei, war es nicht gerade dieses "Erwarten", das Sie anzweifelten?

    Zitat von adal_ Beitrag anzeigen
    ... Je länger sich Assad mit Gewalt an die Macht klammert und einen demokratischen Interessenausgleich zwischen den Bevölkerungsgruppen im Weg steht, umso wahrscheinlicher die Radikalisierung. Syrien auf dem Weg zu einem Super-Libanon. ...
    Der Libanon war 1975 durch ein System konfessionalistischer Machtteilung (z.B. Reservierung von über 50% der Parlamentssitze für Christen u.ä.) und, daraus folgend, der Beschränkung sozialer Aufstiegsmöglichkeiten gekennzeichnet, das zu diesem Zeitpunkt insbesondere infolge des Anwachsens der schiitischen Bevölkerungsgruppe obsolet geworden war. Allerdings hatte ich Sie bisher immer so verstanden, dass Ihnen gerade die zunehmende Macht der Schiiten im Libanon nicht recht war.

    Das Baath-Regime in Syrien hingegen hatte seine soziale Basis immer in einem viel höheren Maße auch unter den ärmeren Teilen der Bevölkerung. Um es etwas flapsig auszudrücken: Seine Basis sind religiöse Minderheiten und "Unterschichten". Und daher erklärte mir letztes Jahr ein libanesischer Sozialwissenschaftler: "Solange die Arbeiter nicht streiken, sitzt Assad sicher." Und bisher habe ich noch nichts von großartigen Streiks gehört.

    Zitat von adal_ Beitrag anzeigen
    ... Ich vertraue voll und ganz dem von Ihnen geschätzten Institut für Internationale Politik und Sicherheit (SWP), das derzeit nicht von nennenswerten Waffenlieferuungen an die Rebellen ausgeht. ......
    Die Stiftung Wissenschaft und Politik kann Berichte über Waffenlieferungen an die FSA nicht bestätigen, geht aber davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Katar die Rebellenarmee mit Waffen versorgt, "wenn dies nicht bereits im Verborgenen geschieht". Das ist etwas anderes als "nicht von nennenswerten Waffenlieferungen" auszugehen.

    Zitat von adal_ Beitrag anzeigen
    ... Apropos Waffenlieferungen. Schauen Sie mal da: ...
    Jetzt haben Sie ganz viele Links zu russischer und iranischer Unterstützung für Assad gepostet. Warum nur? Hatte das irgendjemand abgestritten?
  5. #44

    Junge Generation

    Zitat von lordgrosskotz Beitrag anzeigen
    Natürlich ist Annans Friedensplan zum Scheitern verurteilt:
    Beim radikalen Teil der Opposition (SNC, FSA, Al-Qaida, andere bewaffnete Gruppen) handelt es sich um Revolutionäre. Eine Revolution hat das Ziel die bestehende Ordnung zu stürzen im Falle Syriens mit Gewalt. Eine Revolution (insbesondere eine islamistische) kennt keine Kompromisse, ...
    Faszinierend, wie man diesen Aufstand gleich als al-Quaida Unterfangen herabwerten kann - vielleicht weil dort viele Moslems leben?

    Es ist in Syrien keine Revolution ausgerufen worden, sondern die Menschen haben, mit dem Vorbild Ägyptens und Tunesiens, lange Zeit friedlich gegen das Regime demonstroniert; und wurden dabei immer wieder zusammengeschossen.

    Das ist vor allem eine junge Generation, die sich nicht mehr an die Kuhhändel ihrer Väter gebunden fühlt. Dabei geht es nur insofern um die Person Assad, als er diese Händel repräsentiert.
    Im Kern geht es wie bei den Aufständen in den anderen arabischen Ländern auch um mehr politische Teilhabe, mehr Transparenz, weiterhin um wirtschaftliche Freiheit, Arbeitsplätze und weniger Korruption.
    Das sind also alles Anliegen, die wir hier in Europa gut nachvollziehen können und daher auch unterstützen sollten.
  6. #45

    Zitat von g.raymond Beitrag anzeigen
    Anstatt solche vokabulären Platitüden einzusetzen, sollte der Westen, bzw die USA versuchen mit dem immer noch mächtigen Assad-System zu kooperieren und mit ökonomischen Lockmitteln eine Verbesserung herbeizuführen.
    Es ist keine Plattitüde, die ideenlose Repressionpolitik des syrischen Machthabers für eine Katastrophe zu halten, die Syrien ins Unglück stürzt.

    Es ist allerdings reichlich flach, von einer "Kooperation" mit Assad zu faseln, die angeblich "Verbesserungen" - was immer das sein soll - herbeiführt.
  7. #46

    Klar ...

    Zitat von firaz89 Beitrag anzeigen
    ja die von ihnen genannten gruppen haben ja reichlich ballern dürfen...jetzt darf doch auch mal die andere seite ran, oder?
    ... besonders die Lehrer. ;-)
  8. #47

    "Hegemon"

    Zitat von slyer Beitrag anzeigen
    Jetzt haben Sie ganz viele Links zu russischer und iranischer Unterstützung für Assad gepostet. Warum nur? Hatte das irgendjemand abgestritten?
    Nicht direkt. Wer wie Sie allerdings von ausländischer Einmischung redet und dabei die (derzeit marginale) Unterstützung für die Rebellen meint, während er gleichzeitig die Waffenhilfe der Russen und Iraner für das Assad-Regime verschweigt, bastelt an der üblichen Verschwörungstheorie gegen den angeblich kriegslüsternen westlichen "Hegemon".
  9. #48

    Wie immer ...

    Zitat von adal_ Beitrag anzeigen
    Nicht direkt. Wer wie Sie allerdings von ausländischer Einmischung redet und dabei die (derzeit marginale) Unterstützung für die Rebellen meint, während er gleichzeitig die Waffenhilfe der Russen und Iraner für das Assad-Regime verschweigt, bastelt an der üblichen Verschwörungstheorie gegen den angeblich kriegslüsternen westlichen "Hegemon".
    ... wenn alles nichts mehr hilft, kommt die "Verschwörungstheorie" zum Einsatz.
  10. #49

    Zitat von martin-gott@gmx.de Beitrag anzeigen
    es ist Bürgerkrieg. Eine Kriegspartei besetzt ein Wohnviertel. Wie wollen sie es denn ohne Schusswechsel zurück erobern.
    Wenn die Opposition Zivilisten schonen will denn kann sie ja auf die Besetzung von Wohnvierteln verzichten.
    Das Wohnviertel wurde nicht besetzt, es waren einfach die Leute dort und die Bewohner.

    Und im Gegensatz zu Assads Schergen haben die FSA oder wer da noch im Spiel war die Menschen dort nicht massakriert.

    Nochmal: Wahllos Wohnviertel mit Panzern zu beschiessen ist schlicht nicht legitim, um "Ruhe und Ordnung" herzustellen. Erst recht nicht wenn es sich um die eigene Bevölkerung handelt.

    Manchmal fass ich mich an den Kopf, wie störrisch manche Menschen sein können, dass sogar Exekutionen von Zivilisten seitens der Armee als legitim angesehen werden. Hallo? Und das finden Sie gut? Und meinen dass auf solchem "Fundament" ein Rechtstaat entstehen kann?








TOP



TOP