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Syrien: Assad-Regime lässt Wahlfarce abhalten

AFPIn Syriens Protesthochburgen wird gekämpft, die Opposition meldet mehrere Tote - gleichzeitig macht Präsident Assad auf Normalität und schickt seine Bevölkerung an die Wahlurnen. Ein neues Parteiengesetz gaukelt Freiheit vor, das Rennen wird wohl ein Pseudo-Oppositioneller machen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...831747,00.html
  1. #10

    ...

    Zitat von metafa Beitrag anzeigen
    An Syrien zeigt sich die wie radikal die LINKE Wähler (und damit die Partei selbst) wirklich sind. Weil die LINKE ein Militärbündnis mit Russland der NATO vorzieht, und Russland nunmal Kriegsverbrechen im eignen Land begeht und die seines Verbündeten Syrien deckt, verteidigen LINKE Wähler in allen möglichen Foren Bashar al-Assad. Dies ist eine so dreiste, unmenschliche Geste... Ich könnte sagen, ihr solltet euch was schämen, aber erstens ist es nicht zu erwarten, dass ihr dies wirklich tut, zweitens, hilft das den Menschen in Syrien, die von ihrem Regime brutal abgeschlatet werden auch nicht weiter. Es ist einfach nur traurig.
    Als "Linke"-Wähler, der die Berichterstattung auch für Propaganda hält fühle ich mich von ihnen angesprochen also antworte ich einfach mal.
    Zuerst eine Frage: Wie stehen sie zu Saudi-Arabien und Barhain?

    Ich glaube nicht, daß jemand hier Assad für etwas anderes als einen Diktator hält, aber die Tatsache, daß unsere Medien und die Politik sich einseitig auf manche Menschenrechtsverletzungen einschießen (Syrien, Libyen, Ukraine, etc.) und gleichzeitig andere nicht nur ignorieren sondern sogar unterstützen (Saudi-Arabien, Barhain, Aserbaidschan, etc.) führt bei mir zu einer Verweigerungshaltung. Denn (das ist die Pointe, denken sie also drüber nach):Offenichtlich kann es bei all dem ja NICHT um Werte wie Menschenrechte gehen.

    wenn sie das nun akzeptieren, oder zumindest verstehen warum einige das so sehen, erschließt sich der Rest ganz von selbst. Dann fragt man nämlich: Wenns nicht um Menschenrechte geht, worum dann? Und die antwort haben sie ja mit ihrem Bezug auf Russland und die NATO selbst gegeben: Die Sunniten sind seit dem kalten Krieg die Verbündeten des Westens, die Schiiten die Verbündeten Russlands. Ende der Geschichte.

    Nun könnte man denken, sie als "Konservativer" sind natürlich auf Seiten des Westens und ich als böser "Kommunist" auf Seiten Russlands. Dann wäre das ganze nur ein "Gut" gegen "Böse" Kampf (wobei sie natürlich der Gute und ich der Böse wären) und die Menschenrechte der Syrer gingen uns dann beiden in wirklichkeit am Allerwertesten vorbei.

    So ist es aber auch NICHT.
    So ist es für sie, und deswegen unterstellen sie, daß es bei uns genauso ist. Ich bin nicht bereit moralische Werte zu verbiegen, nur damit meine Seite "die Gute" ist. Ich nehme diese Werte nämlich ernst. Und deswegen gebe ich auch einen Dreck auf Assad oder Putin. Ich will mich nur nicht vor den Karren anderer spannen lassen, die genauso abartig sind, nur eben "unsere" Schurken sind. Deswegen nennt ihr uns ja auch höhnisch "Gutmenschen" - weil wir so "dumm" sind uns ernsthaft auf Moral zu berufen - während ihr Schlechtmenschen doch alle "wisst" daß Moral nur dafür da ist die eigenen Interessen zu tarnen.
    Und deswegen ja auch oft genug eure Verständnislosigkeit: Wie können die für Sachen sein, die ihnen selbst gar nichts bringen? Wie können die gegen etwas sein was Deutschland macht, sind doch selbst Deutsche? Wie können die für die Rechte von Ausländern sein, sind doch selbst keine Ausländer? Antwort: Zur Moral gehört nunmal auch die eigenen Positionen in Frage zu stellen.

    So, jetzt haben sie ihren schönen Grabenkampf links-gegen-rechts.
    Zufrieden? Können wir jetzt wieder zum Thema kommen?
  2. #11

    Zweierlei Maß

    Zitat von innajjanni Beitrag anzeigen
    Die syrische Armee schießt also auf unschuldige, wehrlose und unbewaffnete Zivilisten?
    Die Amerikaner nannten solche "Zivilisten" in Afghanistan zuerst "Freiheitskämpfer"(als diese gegen die Russen kämpften), später nannte man sie dann "Terroristen"(als der Westen dann plötzlich selbst gegen die zuvor .....
    In Myanmar herrscht auch seit Jahren eine Militärjunta, die in der Vergangenheit jegliche Opposition brutal und blutig unterdrückt hat. Diese Militärjunta ließ jüngst auch wählen - allerdings so, dass ihr Machterhalt bei jedem denkbaren Wahlergebnis sichergestellt blieb.
    Komischerweise wurde dieses Verfahren nicht als "Pseudo-Wahl" verunglimpft, sondern unser Außenguido kam zum Höflichkeitsbesuch und die EU hob die Wirtschaftssanktionen auf.

    Warum diese Ungleichbehandlung, wo liegen die Unterschiede?

    1. Im Fall Syrien gibt es fremde Mächte auf der arabischen Halbinsel mit besten politischen Beziehungen zum Westen, die ihr Einflußgebiet vergrößern wollen.
    2. Im Gegensatz zu Syrien hat die Junta in Myanmar derart gründlich bekämpft, dass niemand es mehr wagte, Gewalt auszuüben. Erst nach diesem Beweis der Stärke gab es demokratische Lockerungsübungen.

    Assad kann aus dem Verhalten des Westens doch eigentlich nur die Lehre ziehen, dass er zunächst eine gewaltsame Befriedung des gesamten Landes erreichen muss, bevor er vom Ausland wieder ernstgenommen wird.
  3. #12

    Pseudo-Wahlen

    Zitat von weltreisender82 Beitrag anzeigen
    Genau. Assad hält "Pseudo-Wahlen" ab. Das mag ja sein. Aber schonmal überlegt, was wäre, wenn es wirklich "freie Wahlen" da unten gäbe? 60 Prozent für die Al-Kaida-Partei. Wär im Westen möchte das schon?
    Übrigens, es heisst "al-Qaida". Und die Lösung ist 60% der Bevölkerung zu eliminieren oder wie soll man das verstehen?
  4. #13

    Wahl-Farce …

    … warum in die Ferne schweifen, wo doch die Farce liegt so nah. Ich kenne da ein Land, in dem dürfen die Menschen alle 4 Jahre ein X malen, meist für eine Farbe die ihnen genehm ist: Rot, Schwarz, Grün, Gelb, Orange, nur Braun mag man nicht. Diese Farben sind mit beliebigen Inhalten verbunden, können sich stündlich ändern, haben aber rein gar nichts Verpflichtendes. In diesem Land kommt es dann auch vor, dass die so Gewählten locker mal zu 90 Prozent gegen die Wähler regieren, wenn es beispielsweise darum geht die Interessen des Geldes durchzusetzen.

    Was also berechtigt uns in anderen Ländern von Farce zu sprechen und den zuvor skizzierten Zirkus als „Demokratie“ bezeichnen zu wollen. Die Menschen scheinen in beiden Fällen außen vor zu sein … *kopfschüttel*
  5. #14

    optional

    Entscheidend ist das was die Mehrheit der Syrischen Bevölkerung will ! Die Syrer sagen zu Demokratie aber nur mit Assad (einleitung). Was soll ich dazu noch sagen..der Medienkrieg gegen Syrien ist wiederlich, Kriegspropaganda und Hetze, Manipulation, Meinungsmache und, und ...
  6. #15

    Zitat von innajjanni Beitrag anzeigen
    ...Die Amerikaner nannten solche "Zivilisten" in Afghanistan zuerst "Freiheitskämpfer"(als diese gegen die Russen kämpften), später nannte man sie dann "Terroristen"(als der Westen dann plötzlich selbst gegen die zuvor eigenhändig ausgebildeten und bewaffneten "Freiheitskämpfer" Krieg führte)
    Was hat jetzt Afghanistan und die Amerikaner damit zu tun? So wie Sie über den "Westen" reden, könnte man denken, Sie gehören eine auserwählte Nation, die alles besser machen würde, sobald sie die Macht hat.
  7. #16

    Weil....

    Zitat von wika Beitrag anzeigen
    [...]


    Was also berechtigt uns in anderen Ländern von Farce zu sprechen und den zuvor skizzierten Zirkus als „Demokratie“ bezeichnen zu wollen.

    [...]
    ...wir die "Guten" sind. Staaten, die sich nicht an die US/Israelisch/Europäischen Diktate halten, sind Schurkenstaaten und haben keine Existenzberechtigung.
  8. #17

    Zitat von forkeltiface Beitrag anzeigen
    Entscheidend ist das was die Mehrheit der Syrischen Bevölkerung will ! Die Syrer sagen zu Demokratie aber nur mit Assad (einleitung). Was soll ich dazu noch sagen..der Medienkrieg gegen Syrien ist wiederlich, Kriegspropaganda und Hetze, Manipulation, Meinungsmache und, und ...
    Ja diese Hetze. In Syrien will ein Bashar al-Assad endlich die Macht abgeben, wird aber mit Sympathie aus dem ganzen Land überschüttet und gewaltsam gezwungen an der Macht zu bleiben, die er mehr als legitim erworben und immer gehalten hat. Währenddessen versucht die ganze Welt den Liebling der Syrer mit einer Kegativkampagne zu überschütten, weil Sie nicht einsehen, dass jemand soviel Sympathie aus den eigenen Reihen erfährt. Neid ist schon ne gefährliche Sache.
  9. #18

    ...

    Zitat von homerlein Beitrag anzeigen
    ...
    So wie Sie über den "Westen" reden, könnte man denken, Sie gehören eine auserwählte Nation, die alles besser machen würde, sobald sie die Macht hat.
    Und wieder einer der nicht versteht, warum man nicht automatisch auf der "eigenen" Seite ist.
    Fürher hat man deswegen ja auch so gerne "dann geh doch rüber" gesagt. Selbstkritik (oder Kritik am hohen Herrn) verstehen manche Menschen einfach nicht.

    Zitat von homerlein Beitrag anzeigen
    Was hat jetzt Afghanistan und die Amerikaner damit zu tun?
    ....
    Lesen sie den Beitrag des Mitforisten nochmal, dann verstehen sie es vielleicht. Kleiner Tipp: Es geht um die Perspektive.
  10. #19

    Unerträglicher Bericht

    Die zunehmend unseriöser werdende Berichterstattung auf der SPON-Seite wird immer unerträglicher. Natürlich sind Menschenrechtsverletzungen nicht akzeptierbar, und natürlich würden wir uns allesamt freuen, wenn die ganze Welt das demokratische System übernehmen, religiösem Wahn abschwören und in Frieden und allseitigem Wohlstand leben und leben lassen würde.
    Wer hat diese oppositionellen Gruppen, die sich als Sprachrohr für die Revolution gerieren, authorisiert? Diese Diskussion erscheint mir ebenso sinnlos wie das offizielle Verhandeln mit selbsternannten "Ultrafans" irgendwelcher Fußballvereine.
    Seit wann gelten undatierte und nicht verifizierbare Handyvideos aus dem Internet als Belege für journalistische Berichterstattung?

    Warum werden die Übergriffe der Revolutionäre nicht stärker unter die Lupe genommen, werden vielleicht teilweise verübte Massaker an der Zivilbevölkerung den Regierungstruppen untergeschoben, während die tatsächlichen Täter sich als Opfer inszenieren?

    Warum wird ein Land, das zwar diktatorisch geführt wird, in dem es aber vorher verhältnismäßig sicher war, das in der Region für eine gewisse Stabilität gesorgt hat, derart destabilisiert, wo doch allenthalben drumherum religiöse Fanatiker mit dem Wunsch hocken, Israel und den Westen mit Nuklearwaffen zu bombardieren, weil das Paradies gleich um die Ecke mit hundert Jungfrauen pro Das Unwohlsein vieler angesichts der Menschenrechtsverletzungen in Syrien kann ich durchaus verstehen, aber wenn man die gesamte Region betrachtet, haben die vermeintlichen Revolutionen keine guten Früchte getragen. Im Gegenteil: Die Bevölkerung ist in Ägypten noch enttäuschter und desillusionierter als zuvor. Anderswo regieren die muslimischen Brüder, die nicht zu Unrecht in Syrien und Ägypten verboten waren. Da kann der Wolf noch so viel Kreide fressen, im Inneren bleibt er ein Wolf, dem man die Bewachung der Schafherde besser nicht überlassen sollte. Man möge mir das martialische Bild verzeihen.

    Also, bitte, bitte: Keine einseitige Berichterstattung mit tendenziöser Wortwahl. Fakten statt Vermutungen, Belege statt wackeliger Handyvideos oder gefälschter "Beweisfilme". Und vielleicht mehr Berichte aus dem Rest des Landes Syrien, das nicht nur aus Homs besteht.








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