Als "Linke"-Wähler, der die Berichterstattung auch für Propaganda hält fühle ich mich von ihnen angesprochen also antworte ich einfach mal.
Zuerst eine Frage: Wie stehen sie zu Saudi-Arabien und Barhain?
Ich glaube nicht, daß jemand hier Assad für etwas anderes als einen Diktator hält, aber die Tatsache, daß unsere Medien und die Politik sich einseitig auf manche Menschenrechtsverletzungen einschießen (Syrien, Libyen, Ukraine, etc.) und gleichzeitig andere nicht nur ignorieren sondern sogar unterstützen (Saudi-Arabien, Barhain, Aserbaidschan, etc.) führt bei mir zu einer Verweigerungshaltung. Denn (das ist die Pointe, denken sie also drüber nach):Offenichtlich kann es bei all dem ja NICHT um Werte wie Menschenrechte gehen.
wenn sie das nun akzeptieren, oder zumindest verstehen warum einige das so sehen, erschließt sich der Rest ganz von selbst. Dann fragt man nämlich: Wenns nicht um Menschenrechte geht, worum dann? Und die antwort haben sie ja mit ihrem Bezug auf Russland und die NATO selbst gegeben: Die Sunniten sind seit dem kalten Krieg die Verbündeten des Westens, die Schiiten die Verbündeten Russlands. Ende der Geschichte.
Nun könnte man denken, sie als "Konservativer" sind natürlich auf Seiten des Westens und ich als böser "Kommunist" auf Seiten Russlands. Dann wäre das ganze nur ein "Gut" gegen "Böse" Kampf (wobei sie natürlich der Gute und ich der Böse wären) und die Menschenrechte der Syrer gingen uns dann beiden in wirklichkeit am Allerwertesten vorbei.
So ist es aber auch NICHT.
So ist es für sie, und deswegen unterstellen sie, daß es bei uns genauso ist. Ich bin nicht bereit moralische Werte zu verbiegen, nur damit meine Seite "die Gute" ist. Ich nehme diese Werte nämlich ernst. Und deswegen gebe ich auch einen Dreck auf Assad oder Putin. Ich will mich nur nicht vor den Karren anderer spannen lassen, die genauso abartig sind, nur eben "unsere" Schurken sind. Deswegen nennt ihr uns ja auch höhnisch "Gutmenschen" - weil wir so "dumm" sind uns ernsthaft auf Moral zu berufen - während ihr Schlechtmenschen doch alle "wisst" daß Moral nur dafür da ist die eigenen Interessen zu tarnen.
Und deswegen ja auch oft genug eure Verständnislosigkeit: Wie können die für Sachen sein, die ihnen selbst gar nichts bringen? Wie können die gegen etwas sein was Deutschland macht, sind doch selbst Deutsche? Wie können die für die Rechte von Ausländern sein, sind doch selbst keine Ausländer? Antwort: Zur Moral gehört nunmal auch die eigenen Positionen in Frage zu stellen.
So, jetzt haben sie ihren schönen Grabenkampf links-gegen-rechts.
Zufrieden? Können wir jetzt wieder zum Thema kommen?

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