SPIEGEL ONLINEErst Berlin, dann das Saarland: Die Piraten entern die Landtage und verdrängen altgediente Parteien wie die FDP. Auch bei den kommenden Wahlen hat die neue politische Kraft gute Chancen, in die Parlamente zu einziehen. Aber wer wählt die Neulinge - und warum? Eine Umfrage.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...824369,00.html
... besonders der letzte Satz gefällt mir.
Aber nun zur Oper, die aber nur EIN BEISPIEL ist: Natürlich ist die Oper Luxus. Alles, was das Leben schön und lebenswert macht ist letztendlich Luxus.
Was mich stört - und ich setze voraus, dass es das ist, was die Piraten meinen - ist, dass die Allgemeinheit für Dinge zahlt, die für Wenige sind.
Die Oper ist so ein Beispiel: Nicht einmal zehn Prozent der Steuerzahler gehen dort hin - aber alle MÜSSEN zahlen. Das geht einfach nicht - wer die Oper will, der darf das selbstverständlich. Aber dann bitte auf eigene Kosten ...
Und wie geschrieben: Die Oper ist nur ein Beispiel. Wir haben in Deutschland tausende von kleinen Töpfen, die alle für irgendwelche gutgemeinten Sachen aus dem Steuersäckel gefüttert werden: CDU, SPD, FDP, Grüne, Linke, Museen, Theater, Sorben, Kirchen, Riester, Bausparen, Atomkraft, Photovoltaik, Hotelbesitzer, systemische Banken ... aber für Menschen, die in echten Notlagen sind, da ist kein Geld da: Hartz IV, kostenloses Schulessen, bessere Schulen, bessere Kindergärten.
Das muss aufhören. Wir müssen uns auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren: Kinder, in Not geratene Mitmenschen, auf eine gute, kostenlose Bildung, Freiheit, Demokratie, kostenlose öffentliche Verkehrsmittel und nd und ....
Jeder, der mag, soll gern z. B. in die Oper gehen. Aber die, die sich diesen Luxus gönnen, dürfen das dann bitte auch ohne staatliche Unterstützung.
Ihr Politikansatz ist der der totalen Privatisierung. Würden wir so verfahren wie Sie schreiben, könnte sich ein Normalverdiener keinen Opernbesuch mehr leisten. In die Oper gehen nämlich jede Menge Normalverdiener. Die ganz Reichen gehen zu den Festspielen nach Bayreuth, Salzburg und Baden-Baden. Obwohl diese Festivals auch gefördert werden, sind die Eintrittspreise so hoch, dass ich mir diese nicht leisten kann.
Wie von ihnen beschrieben, würden wir ziemlich schnell in die totale Klassengesellschaft abdriften. Dann könnten sich nur noch die gut Begüterten Kultur wie Klassik, Oper etc pp leisten. Es ist doch nicht die Schuld von uns Opernbeschern, dass wir eine Minderheit sind. In der DDR gingen mehr Menchen in die Oper. In der SU und in Polen auch. Warum? Weil es breit gefördert wurde!
Der Staat hat nun mal Aufgaben zu erfüllen. Dazu gehört auch die Bereitstellung der Kultur und die Pflege von Kultur.
Ohne öffentliche Förderung wären viele Kulturstätten unwiederbringlich verloren: Alte Bücher und Handschriften, Gemälde, alte Gebäude, der Eifelturm, die Pyramieden, Machu Pichu, Kulturlandschaften, Heimatmuseen, das Heidelberger Schloss und viele, sehr vieles mehr.
in die richtige Richtung. Natürlich spräche überhaupt nichts dagegen ausschließlich dem Schöpfer und seinen Rechtsnachfolgern in alle Ewigkeit die Nutzung seiner geistigen Leistung zu überlassen, wie es bei seinen materiellen Errungenschaften ja auch ist. Insofern ist eine Begrenzung auf (nur) 70 Jahre nach dem Tod schon ein Entgegenkommen an die Allgemeinheit.
Warum übrigens glauben Sie, sie hätten - wann auch immer - eine Anrecht auf die kostenlose Nutzung der (geistigen) Leistung anderer?
... den Sie da verfolgen. Sie verfolgen - wie ich jetzt mal {vielleicht etwas vorschnell} vermute - einfach nur Ihre eigenen Interessen.
Das ist einfach schnöder Egoismus.
Der Staat hat Aufgaben zu erfüllen, da stimmen wir überein. Diese Aufgaben sind zu wichten und die dringensten zuerst zu erfüllen. Das ist ganz und gar einfach.
Und genau daran mangelt es ganz erheblich.
Statt die wirklich wichtigen Aufgaben zuerst zu erledigen regiert in diesem Land das Lobbyistentum. Die Oper darf sehr wohl gefördert werden - wenn alle Kinder in den Schulen kostenlos genug zum Essen bekommen, wenn allen Menschen ein vernünftiges Grundeinkommen gewährt werden kann (bestenfalls ALLEN aus einem Arbeitsverhältnis heraus). Dann, genau dann ist es soweit, dass Opern Geld erhalten dürfen, Sorben ihre Sprache mit staatlichen Zuschüssen pflegen und erhalten, Theater und Museen ausgebaut werden dürfen.
Tatsächlch habe ich für Opern nichts über, aber durchaus für anderes "Kulturgeschehen", welches auch staatlich gefördert wird. Aber es ist trotzdem falsch ...
Außerdem ist eine ziemlich miese Unterstellung, dass ich alles privatisieren will: Lesen Sie es einmal richtig durch. Der Staat - der übrigens "WIR" sind - hat nach meiner Meinung sehr wohl Aufgaben, die absolut nicht zu privatisieren sind: Kostenlose öffentliche Verkehrsmittel, kostenlose Schulen und Hochschulen (wasauch nicht zur Klassengesellschaft beitragen dürften).
Gern darf man sich Luxus gönnen - aber zuerst muss das Grundlegende bezahlt werden. Sie dagegen wollen ohne Rücksicht auf Andere aber sehr wohl auf deren Kosten Ihre Interessen durchsetzen, oder?
Der Naturzustand ist, dass jeder alles kopieren darf, wozu er in der Lage ist. Schutzrechte werden von der Gesellschaft gewährt und durchgesetzt, um Innovationen zu fördern, mit dem Ziel, dass diese anschließend zum Wohle eben dieser Gesellschafft genutzt werden können. Nur so ist Weiterentwicklung (auch im kulturellen Bereich) möglich.