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Sven Regener zum Urheberrecht: "Man pinkelt uns ins Gesicht!"

DDPSven Regener hat eine klare Meinung zum Urheberrecht im Netz - und brachte sie in einer Radiosendung deutlich zum Ausdruck. Youtube? Piratenpartei? Beides nicht so toll. Hören Sie hier die Brandrede des Schriftstellers und Element-of-Crime-Frontmanns in voller Länge.

Sven Regener zum Urheberrecht: "Man pinkelt uns ins Gesicht!" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
  1. #110

    Ehrlich gesagt habe ich noch nie was von Element of Crime und Sven Regener gehört, ist mir und sicher anderen auch völlig unbekannt. Vlt. liegt der mangelnde finanzielle Erfolg auch daran.
    Wenn "Künstler" eine brotlose Kunst ist, soll man eben was anderes machen und nicht die Bevölkerung zur Zahlung verpflichten. Ich muß auch jeden Tag ins Büro gehen, weil ich davon Leben kann und vom philosophieren nicht, obwohl ich letzteres vermutlich viel lieber täte.
    Das was ich im Büro schaffe, dafür werde ich bezahlt, den unmittelbaren Nutzen hat die Firma 1-2 Jahre, den mittelbaren über Jahrzehnte. Trotzdem stelle ich mich nicht hin und verlange für 30 50 70 Jahre oder über Jahrzehnte über meinen Tod hinaus eine Vergütung. Das ist die Ungerechtigkeit.
    Überdies ist der Verkauf von Tonträgern hinfällig geworden, wie der Job des "Fräuleins vom Amt". Die Leute können selber eine Telefonnummer wählen und selber Musik kopieren.
    Und nicht vergessen, es handelt sich um virtuelle Güter. Wenn der Bäcker eine Semmel backt, kann er nur diese verkaufen, dann ist die weg. Er kann nicht Millionen Semmelkopien Kopien verkaufen. Und wenn, wwird ebenso erwartet, das die Einzelsemmel nur Miliionstel der Kosten kosten darf.
    Es zwingt niemand die Künstler Kunst zu machen. Die vielen Lieder die nicht geschrieben wurden vermißt niemand. Von einem guten Lied wird man für eine gewisse Zeit psychisch abhängig wie von Crack. Dieses Lied dann dem Abhängigen vorzuenthalten oder überteuert zu verkaufen ist auch irgendwie unmoralisch. Zum Glück wird einem aber auch schnell übel, wenn es durch die heavy rotation im Radio überdosiert wird.
  2. #111

    Hey, ...

    Zitat von quoddeus Beitrag anzeigen
    Ich weiß ja nicht, was Sie beruflich so machen, aber einen toten Fließenleger bezahlt natürlich niemand. Robert Musil verkauft sich immer noch wie geschnitten Brot und ist gerade 70 Jahre tot. Warum sollten seine Erben nicht mit verdienen? Neidisch, oder was?
    ... um mal bei Ihrem kruden Beispiel zu bleiben, erfreut sich mein Auftraggeber nach meinem Tode nicht mehr an den von mir verlegten Fliesen? Fallen die ab, wenn ich sterbe? Warum sollten also meine Erben schlechter gestellt sein, als die von Musil? Also, das nächste Mal über einen Vergleich nachdenken, bevor Sie ihn raushauen ... und, wer mit Neid-Vorwürfen kommt, verliert - schon gewusst?
  3. #112

    Zitat von Oberleerer Beitrag anzeigen
    Von einem guten Lied wird man für eine gewisse Zeit psychisch abhängig wie von Crack. Dieses Lied dann dem Abhängigen vorzuenthalten oder überteuert zu verkaufen ist auch irgendwie unmoralisch.
    Das ist das beste Argument aller Zeiten. Selten so gelacht. Ich finde, man muesste sie alle einsperren - fuer das Hitschreiben. Diese Verbrecher.
  4. #113

    Dáccord mit

    Zitat von sarungal Beitrag anzeigen
    Kommt darauf an - ich persönlich bin tatsächlich geneigt, den grenzenlosen "Freiheitsbegriff", der so gerne mit dem Net assoziiert wird, für durchaus fragwürdig zu halten.
    ...
    wenn sich Schrott erfolgreich vermarkten und verkaufen lässt, ist wohl in erster Linie der Konsument dafür verantwortlich, einen Markt geschaffen zu haben!
    ihren Ansichten. Die Probleme, die hier durch Acta et. al. geschaffen werden, betreffen aber auch Menschen, die ihre Musik ganz normal kaufen, so wie ich. Wenn mir Musik gefällt, kaufe ich mir eine CD.
    Was ich aber auf keinen Fall möchte, ist, dass irgendwer auch immer ohne richterlichen Beschluss die Nachrichten, die ich an andere schicke auf ihre Inhalte hin überprüft.
    Warum soll mein post- und Fernmeldegeheimnis eingeschränkt werden, um die Urheberrechte eines anderen zu schützen?
    Wenn ich gegen Acta und andere Schweinereien zu Felde ziehe, dann geht es um meine eigenen Freiheitsrechte, nicht um die Abschaffung von Rechten anderer.
  5. #114

    Zitat von DerBlicker Beitrag anzeigen
    Der liegt so was daneben, dass es schon weh tut, man merkt, er ist von vorgestern und ein Künstler schon mal gar nicht, sonst würde er Konzerte geben.
    Hä? Er gibt Konzerte! Und er schreibt Bücher.
  6. #115

    wundert mich nicht

    Zitat von heutemalich Beitrag anzeigen
    ... kann ich nur sagen, hat Herr Regener. Was nichts kostet, ist nichts wert. Das ist heute so. Und wer ein Produkt haben will, soll es bezahlen. Ich habe Herrn Regeners Interview gehört und möchte ihm in allen Punkten zustimmen.
    Mit dem Denken haben Sie es ja nicht so. Zahlen Sie halt dafür, ich zahle nur für Arbeit, dazu zählen digitale Konserven nicht.
  7. #116

    Wer ist denn hier die Heulsuse?

    Zitat von Oberleerer Beitrag anzeigen
    Ehrlich gesagt habe ich noch nie was von Element of Crime und Sven Regener gehört, ist mir und sicher anderen auch völlig unbekannt. Vlt. liegt der mangelnde finanzielle Erfolg auch daran.
    Wenn "Künstler" eine brotlose Kunst ist, soll man eben was anderes machen und nicht die Bevölkerung zur Zahlung verpflichten. Ich muß auch jeden Tag ins Büro gehen, weil ich davon Leben kann und vom philosophieren nicht, obwohl ich letzteres vermutlich viel lieber täte.
    Das was ich im Büro schaffe, dafür werde ich bezahlt, den unmittelbaren Nutzen hat die Firma 1-2 Jahre, den mittelbaren über Jahrzehnte. Trotzdem stelle ich mich nicht hin und verlange für 30 50 70 Jahre oder über Jahrzehnte über meinen Tod hinaus eine Vergütung. Das ist die Ungerechtigkeit.
    Vielleicht kennen Sie Sven Regener nicht, weil er nicht im Radio auf Heavy Rotation läuft. Ich weiß nicht, von welcher Musik Sie hi werden, wenn es rückwärts gespielte Bach Bourrees von japanischen 5jährigen sind, dann haben sie gute Chancen, dass sie auch in Zukunft ihren Kick kriegen. Zur Ungerechtigkeit: Mein Beileid, wenn sie jeden Tag ins Büro gehen müssen und sich dafür offensichtlich zu schlecht bezahlt fühlen. Da sollten Sie mal mit Ihrem Chef sprechen, aber ihre Wut bitte nicht an Leuten rauslassen, die nicht jeden Monat einen fetten Gehaltsscheck bekommen, sondern vielleicht alle ein bis zwei Jahre einen verrechenbaren Lizenzvorschuss, von dem man nur in den seltensten Fällen eine Familie ernähren kann. Klar, hätten die Künstler halt Informatiker gelernt, dann könnten sie jetzt bei den Piraten anheuern und rumjammern und Seemannsgarn spinnen, wie das von Oberpirat Christoph Lauer: Da hat sich Lieschen Müller einmal ein Lied gezogen und dann musste sie schon hunderte von Euros an fette Anwälte blechen, nur weil ihr niemand erklärt hat, wieviel Cent der Künstler bekommt, wenn man ein Lied bei itunes kauft. Heul, heul. Hören Sie mal rein, am Anfang des SPIEGEL Artikels als Antwort auf Sven Regeners Wutrede.
  8. #117

    Unterschied

    Zitat von Claus61 Beitrag anzeigen
    ... um mal bei Ihrem kruden Beispiel zu bleiben, erfreut sich mein Auftraggeber nach meinem Tode nicht mehr an den von mir verlegten Fliesen? Fallen die ab, wenn ich sterbe? Warum sollten also meine Erben schlechter gestellt sein, als die von Musil? Also, das nächste Mal über einen Vergleich nachdenken, bevor Sie ihn raushauen ... und, wer mit Neid-Vorwürfen kommt, verliert - schon gewusst?
    Musil verkauft neue Bücher und sie können keine neuen verlegen, wenn sie tot sind. Wie lange ihre Fließen halten, ist ganz egal, weil wir reden hier nicht über Zweit- sondern Erstverwertung. Aber der Unterschied ist für Piraten wirklich ne Nummer zu groß.
  9. #118

    das stimmt doch nicht

    Zitat von ncpw Beitrag anzeigen
    Mal unabhängig von dem ganzen wer Recht oder Unrecht hat: Nach dieser Argumentationsweise haben die Beatles schon 1966 aufgehört, Künstler zu sein. Super Logik.
    Die Beatles haben immer live gespielt und viele Konzerte gegeben, deshalb waren sie Künstler, aber sicher nicht wegen der Musikkonserven, das war nur Kommerz.
  10. #119

    ......

    Zitat von Muellller Beitrag anzeigen
    Es ist Unsinn, dass durch den Klau von Neuwagen ein wirtschaftlicher Schaden entsteht, denn es ist ja nicht gesagt, dass jeder Dieb das Modell auch GEKAUFT hätte, wenn sich nicht die Gelegenheit zum Klau geboten hätte.
    Da hapert eben ihr Modell.....

    Denn GEKLAUT wird nichts, KOPIERT wird es.


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