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Sütterlin: Übersetzer der vergessenen Schrift

SPIEGEL ONLINEWas hat eigentlich Opa im Krieg gemacht? Seine Tagebücher würden es verraten - wenn man sie nur entziffern könnte. Sütterlin ist zur Geheimschrift geworden, Transkribierer sind weltweit gefragt. Eine Hamburger Seniorengruppe hilft: mit USB-Stick und Rollator.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...827104,00.html
  1. #80

    Weisheiten

    Zitat von mr.ious Beitrag anzeigen
    Ich weiß nur das es einen "Reichsrechtschrifterlass" gegeben hatte, was genau drin Stand oder was alles extra verboten wurde, weiß ich nicht.
    findet sich mW in WP. Es gibt darüber auch Literatur.
    "Bauhaus" war ja offiziell nicht daran beteiligt die einfachen, klaren Lettern zu bevorzugen ? ; )
    was hat das mit Bauhaus zu tun?
    Also ich weiß ebensowenig was zuvor propagiert wurde wie den Grund der wohl um die Schwabacher Schrift zwischen irgendwem zm Streit führte. Das ist so ziemlich alles was ich da noch dazu hörte oder über's Fernsehn mal mitbekommen hatte.
    aha. Sie beglücken uns hier mit Weisheiten aus halb vergessenen TV-Sendungen.
    Als ich vor 17 oder 18 Jahren mal nach Büchern suchte, gab es nur ein aktuelles und nicht mal 5, die während des gesamten Jahrhunderts geschrieben wurden, und die wiederum alle vor 1930.
    Was für Bücher haben Sie gesucht? Und was meinen Sie mit "geschrieben"? Ich persönlich kann Frakturschrift mit der Hand schreiben, aber Sie meinen vermutlich in Frakturschrift gedruckte Werke? Keine Ahnung, was und wo Sie vor "17 oder 18 Jahren" anscheinend vergeblich gesucht haben, aber irgendwelche Beweiskraft wohnt dem nicht inne. Übrigens wurden seinerzeit "entspeckte", gerundete Frakturschriften entwickelt, die der lateinischen Druckschrift recht nahe kommen, so daß Ihnen damals vielleicht gar nicht aufgefallen ist, daß es sich bei einigen Büchern um Frakturschrift gehandelt hat.

    Und wenn Sie hier schon mit Weisheiten um sich werfen, dann schmeißen Sie bitte nicht "Schreib-" und "Druckschriften" durcheinander.
  2. #81

    Ich habe es in Mathe gelernt!

    Zitat von MichaelO Beitrag anzeigen
    Also, soo alt muss man nicht sein, um Sütterlin zu können. Mir, Jahrgang 58, wurde das in der Grundschule im Schönschreiben beigebracht. Zugeben, das war in Bayern, aber trotzdem.
    Die Vektorrechnung wurde vormals mit Sütterlin "kenntlich" gemacht. Bei mir Ende der 60-er Jahre.
  3. #82

    nicht nur Sütterlin

    Leider wird hier wieder mal der falsche Begriff "Sütterlin" für Deutsche Schriften allegemein verwendet. Der Graphiker Sütterlin hat erst im 20. Jahrhundert seine deutschen und lateinischen Schriften entwickelt, und ab 1915 wurden sie zur Schulschrift erklärt. Einen kleinen Überblick über "deutsche Schriften" gibt folgender Werbe-Link: http://www.softmaker.com/newsletter/2012-04-22.htm. Man könnte auch googeln. Jedenfalls KONNTE Goehte noch gar nicht in Sütterlin schreiben.
  4. #83

    Zitat von box-horn Beitrag anzeigen
    findet sich mW in WP. Es gibt darüber auch Literatur.
    was hat das mit Bauhaus zu tun?
    aha. Sie beglücken uns hier mit Weisheiten aus halb vergessenen TV-Sendungen.

    Was für Bücher haben Sie gesucht? Und was meinen Sie mit "geschrieben"? Ich persönlich kann Frakturschrift mit der Hand schreiben, aber Sie meinen vermutlich in Frakturschrift gedruckte Werke? Keine Ahnung, was und wo Sie vor "17 oder 18 Jahren" anscheinend vergeblich gesucht haben, aber irgendwelche Beweiskraft wohnt dem nicht inne. Übrigens wurden seinerzeit "entspeckte", gerundete Frakturschriften entwickelt, die der lateinischen Druckschrift recht nahe kommen, so daß Ihnen damals vielleicht gar nicht aufgefallen ist, daß es sich bei einigen Büchern um Frakturschrift gehandelt hat.
    Sie haben ganz recht "Beweiskraft liegt dem nicht inne".
    Ein auch in WP aufgezähltes Buch von Harald Süß hatte ich als Ausgangspunkt. Das hatten wir geschenkt bekommen nachdem wir ein altes Familienhausbuch von Bekannten übersetzen ließen. Das ist allerdings Mitte 19. Jahrhundert angelegt worden und somit schied "Süterlin" von vorn herein und sowieso aus.
    Außer diesem, und, ich glaube mich an 3 erinnern zu können, hatte ich auf Nachfrage in Buchhandlungen nichts weiteres erfahren können als deren Titel und das Erscheinungsjahr. Die waren alle ziemlich alt und haben mich nicht weiter interessiert, weil ich mir eigentlich was eher so neues wie das vorstellt, das wir geschenkt bekamen.
    Das es da so wenig gab, erscheint mir aber mit der verbreiteten Einführung von Sütterlin auch wesentlich verständlicher, denn wieso sollte sich dann noch viel mit den den Schriften von davor, also Kurrentschriften, beschäftigt worden sein ?

    Ich hatte mich nur für die interessiert. Vor allem weil die Schreibfedern dazu es mir irgendwie angetan hatten. Der Tintenverlauf hängt sehr von der Handhabung der Feder ab; fand ich richtig interessant. Ob Sie's glauben oder nicht, aber ich verkompliziere mir auch Revell Modelle der Schwierigkeitsstufe 5 freiwillig selber auch noch zusätzlich.

    Zitat von box-horn Beitrag anzeigen
    Und wenn Sie hier schon mit Weisheiten um sich werfen, dann schmeißen Sie bitte nicht "Schreib-" und "Druckschriften" durcheinander.
    Entschuldigung,.......an alle "Drucksteller". ;)

    Egal ob Bücher geschrieben werden auch wenn sie gedruckt werden, aber wen es interessiert, es gibt ganz annehmbare Free Fonts die Nicht-Sütterlin sind. Wobei ich nur "Rudelskopf deutsch Aufrecht" kenne. Ein bisschen kursiver wäre mir lieber, aber ich finde das ist doch sehr gelungen. Fonts sind richtig Arbeit,
    und ich möchte vor vielen Machern solcher Fonts ehrlich den Hut ziehen.
    Womit ich aber grundsätzlich nicht ganz warm werde ist hoffentlich aus diesem Beitrag hervorgegengen, es ist ja eine Hand-Schreibschrift um die es geht.

    So, und zum Schluß kann ich noch was ebenso gut gemachtes empfehlen, das mich wirklich wegen der tatsächlich erkennbaren Ableitung aus lateinischen Buchstaben sehr amüsierte. Suchen sie, wer auch immer an Fonts interessiert ist, nach "Pseudosaudi" oder "Pseudo Saudi".
  5. #84

    Zitat von Glienicker Beitrag anzeigen
    Jedenfalls KONNTE Goehte noch gar nicht in Sütterlin schreiben.
    Sorry, ich weiß, dass UNSER Dichter "Goethe" hieß, nur meine Finger verdrehten die Buchstaben beim Tippen.
  6. #85

    leichte Übertreibung

    In dem Artikel hört es sich so an, als ob nach dem Tod des letzten "nativen" Sütterlinschreibers niemand jemals mehr diese Schrift würde lesen können. Es tut mir leid, aber Wissenschaftler können sogar jahrtausende alte ägyptische Hieroglyphen übersetzen - da sollte ein bisschen Sütterlin noch lange kein Problem darstellen.

    Auch die resolute Rentnerin Frau Faroß möchte den Leser glauben machen, das Erlernen der Sütterlin Schrift bewege sich auf ungefähr dem selben Niveau, wie das Erlernen von Mandarin-Chinesisch.

    Die Sütterlin Schrift ist eine andere Schreibweise der 26 (+4) Buchstaben des deutschen Alphabets - wer das nicht innerhalb einer Woche lesen kann, dem ist nicht wirklich zu helfen.
    Die Sütterlin Schrift schreiben zu können, und das auch noch in leslicher Schönschrift, mag schon ein etwas schwierigeres Unterfangen sein, das gebe ich zu.
  7. #86

    Geschmackssache

    Zitat von mr.ious Beitrag anzeigen
    Sie haben ganz recht "Beweiskraft liegt dem nicht inne".
    Ein auch in WP aufgezähltes Buch von Harald Süß hatte ich als Ausgangspunkt. ...
    Das es da so wenig gab, erscheint mir aber mit der verbreiteten Einführung von Sütterlin auch wesentlich verständlicher, denn wieso sollte sich dann noch viel mit den den Schriften von davor, also Kurrentschriften, beschäftigt worden sein ?
    was ist denn das für krauses Zeug. Wenn Sie einen Buchhändler nach in Frakturschrift erschienenen Büchern fragen, zuckt der mit den Schultern, wenn ihm nicht zufällig irgendetwas einfällt, denn Schriftart resp. Schriftsatz wird in der EDV gewöhnlich nicht gelistet.
    Bücher, die in Sütterlin gesetzt sind, würden Sie übrigens in der Antiquitätenabteilung Kinderbuch finden, wie heutzutage Leselernbücher in Schreibschrift für Schulanfänger. Ich habe schon verschiedentlich Kinderbücher in Sütterlin gesehen.
    Darüberhinaus ersetzte Sütterlin bei der Einführung als Schulhandschrift nicht lateinische Handschriften, sondern die dt. Kurrentschrift, die eine kompliziertere Linienführung hat, und natürlich von denen, die sie gelernt hatten, weiterhin geschrieben wurde - sie war ja nicht verboten.
    Ich hatte mich nur für die interessiert. Vor allem weil die Schreibfedern dazu es mir irgendwie angetan hatten. Der Tintenverlauf hängt sehr von der Handhabung der Feder ab; fand ich richtig interessant. Ob Sie's glauben oder nicht, aber ich verkompliziere mir auch Revell Modelle der Schwierigkeitsstufe 5 freiwillig selber auch noch zusätzlich.
    soso. Man kann aber Modelle auch "verschlimmbessern".
    Entschuldigung,.......an alle "Drucksteller". ;)
    Kokolores. Ein Schriftsteller verfaßt sein Manuskript. Die verwendete Type des fertigen Buchs ist eine Frage des Layouts. Ob ein in den 20er oder 30er Jahren in Frakturschrift herausgegebenes Buch vom Autor auf einer Schreibmaschine mit lateinischer Schrift oder von ihm in Sütterlin oder was auch immer handschriftlich niedergeschrieben und zum Verleger gegangen ist, geht aus dem fertigen Buch nicht hervor und ist auch vollkommen irrelevant.

    Anders gesagt gibt es keinen zwingenden Zusammenhang zwischen der verwendeten Schrift des Manuskripts und der des fertig layouteten Buchs. Halten Sie das doch freundlicherweise auseinander.
    Egal ob Bücher geschrieben werden auch wenn sie gedruckt werden, aber wen es interessiert, es gibt ganz annehmbare Free Fonts die Nicht-Sütterlin sind. ..
    und ich möchte vor vielen Machern solcher Fonts ehrlich den Hut ziehen.
    Womit ich aber grundsätzlich nicht ganz warm werde ist hoffentlich aus diesem Beitrag hervorgegengen, es ist ja eine Hand-Schreibschrift um die es geht.
    Daß die ästhetische Bewertung einer Schrift Geschmackssache ist, und Sütterlin (als Handschrift) und Fraktur (als Druckschrift/Type) den Ihren nicht trifft, hätten Sie auch kürzer ausdrücken können.
  8. #87

    Suetterlin und Fremdsprachen

    Der Spiegel an der Wand schreibt seine eigne
    Unwissenheit.
    "Bald lebt niemand mehr, der Sütterlinschrift in der Schule gelernt
    hat", sagt Hannelore Faroß. "Und wer soll dann die ganzen Zeitdokumente
    lesen?"
    Ich bin heute 57 und habe in der Schule die alte deutsche Schreibschrift
    gelernt, ausserdem Jahre spaeter ohne Schule nur durch Uebung auch die
    alte sefardische Hebraeisch-Schreibschrift. Mit einem bisschen Geduld
    ist das gar nicht schwer: Auge wird sich gewoehnen.
    דוד ויסקוט קרית ארבע \ רמת ממרא 90100 | בנה ביתך 58
    dawid wiskott ruthwi1@013.net +972-2-9961532 FAX פקס 15329961532
    31.541807,35.119321 - Google Maps
    have pencil, will translate מוכן לתרגם בעבור בצע כסף
    into hebrew and german לגרמנית ולעברית
    also from english and some other languages
    http://proppentrecker.xoom.it/dawid%20wiskott.html גם מאנגלית ומכמה שפות אחרות

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was hat eigentlich Opa im Krieg gemacht? Seine Tagebücher würden es verraten - wenn man sie nur entziffern könnte. Sütterlin ist zur Geheimschrift geworden, Transkribierer sind weltweit gefragt. Eine Hamburger Seniorengruppe hilft: mit USB-Stick und Rollator.

    Alte deutsche Handschrift: Senioren transkribieren Sütterlin - SPIEGEL ONLINE
  9. #88

    Zitat von etheReal Beitrag anzeigen
    In dem Artikel hört es sich so an, als ob nach dem Tod des letzten "nativen" Sütterlinschreibers niemand jemals mehr diese Schrift würde lesen können. Es tut mir leid, aber Wissenschaftler können sogar jahrtausende alte ägyptische Hieroglyphen übersetzen - da sollte ein bisschen Sütterlin noch lange kein Problem darstellen.
    Tut es aber, ein "Problem" darstellen. Das ist ein anderes als bei den Hieroglyphen, aber gerade weil es so verbreitet war und relativ plötzlich nicht mehr gelernt wurde, und von den allermeisten wohl als ziemliche Privatsache betrachtet wurde. In Familien erzählt man sich dann doch wesentlich mehr als das man Briefe wiederhohlt gemeinsam liest ?

    Also das da Urenkel in nicht all zu ferner Zukunft was haben, das sie nicht lesen können und dessen Übersetzung beim Preis von JCK* oder technischem Englisch so ca. 30€ pro Seite liegen dürfte, das kann einem schon problematisch erscheinen, wenn das ein Packen Briefe sind, die noch dazu sogar sehr persönlich sein können.

    Und wie in den Beispielen oben unter den Fotos auch zu lesen ist, wenn sich die Sprache erst mal geändert hat, dann ist es schwierig den Text zu verstehen, selbst bei amtlichen Schreiben. In privater Post kommt man zusätzlich auch gar nicht drum rum, sich erst mal einlesen zu müssen um halbwegs flüssig lesen zu können.

    Und ob sich da jemand hinwendet, wo evtl. sowas "Wikipediaartiges" oder ganz klassische gesagt, wo Freiwillige einen abrufbaren Brief via Internet übersetzen, das kann auch bezweifelt werden.

    Aber Sie haben schon Recht, mit der fast Jahrtausende währende Unlesbarkeit der Hieroglyphen kann man das sicher nicht gleichsetzen. Wobei die ohne diesen Stein von Rosette ja auch vermutlich auch bis heute niemand lesen könnte.
    Dafür ist da der Übergang von einer Steinzeitkultur, die Piktogramme hatte, zu Buchstabenschriften mit Alphabet, ganz gut zu sehen.
    Kann sich ja jeder selber versuchen vorzustellen, ob denn die Bilder tatsächlich so wie es zu lesen ist, unserer heutigen Vorstellung, von dem was Buchstabenkombinationen zum Ausdruck bringen, entspricht.
    - Stein von Rosette -


    *Japanisch-Chinesisch-Koreanisch
  10. #89

    Zitat von box-horn Beitrag anzeigen
    soso. Man kann aber Modelle auch "verschlimmbessern".
    Und seinen Neid muß man nicht dokumentieren. ;)


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