Sütterlin: Übersetzer der vergessenen Schrift

SPIEGEL ONLINEWas hat eigentlich Opa im Krieg gemacht? Seine Tagebücher würden es verraten - wenn man sie nur entziffern könnte. Sütterlin ist zur Geheimschrift geworden, Transkribierer sind weltweit gefragt. Eine Hamburger Seniorengruppe hilft: mit USB-Stick und Rollator.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...827104,00.html
  1. #50

    Zitat von thomas_b. Beitrag anzeigen
    Ja, die gedruckte Sütterlin Schrift vielleicht. Die habe ich in den 60ern noch in der 3. Klasse Volksschule gelernt. Aber alte Handschriften sind ganz sicher nicht leicht zu lesen.
    OK, das liegt dann aber an der Klaue (hat man in heutiger Schrift ja auch), aber nicht an Sütterli selbst ;)
  2. #51

    optional

    Ich denke auch, dass Sütterlin nicht allzu schwer zu lernen ist. Einfach ein Alphabet aus dem Netz besorgen und dann etwas üben.
    Ich habe für meine Staatsexamensarbeit 450 Feldpostbriefe von 1940-1944 gesichtet. Da ging das Lernen der Schrift ganz schnell. Auch wenn ich für die ersten Seiten mehrere Stunden brauchte... :)
  3. #52

    Zitat von bolonch Beitrag anzeigen
    Wir haben das in den spaeten 80'ern in Berlin (West) im Matheunterricht gelernt. Frueher schrieb man Vektoren eben so, und unser Lehrer nahm das als Aufhaenger, uns eine halbvergessene Kulturtechnik zu lernen.
    Daran kann ich mich auch erinnern. bei mir war es in den frühen 80ern. Ich habe mir dann die Schrift selber beigebracht, weil die irgendwie geheimnisvoll wirkte. Allerdings bereitet mir das Lesen immer noch große Probleme, selbst wenn der Urheber keine Sauklaue hatte. Und Schreiben? Naja, nach über 20 Jahren Computer ist meine normale Handschrift eh schon eine Katastrophe. Bei Sütterlin geht dann auch nicht mehr viel.
  4. #53

    Zitat von mummczie Beitrag anzeigen
    Ob Frau Faroß oder irgendjemand hier im Forum sich mit der äußerlich dem Sütterlin verwandten Stolze-Schrey-Schrift auskennt? ...
    In der Schweiz gibt es noch Vereine, die dieses Kurzschriftsystem pflegen. zum Beispiel in St. Gallen. Die können sicher weiterhelfen.
  5. #54

    Zitat von neoptolemos Beitrag anzeigen
    Tja, so kanns gehen, wenn man kein Latein kann, sondern engl. „current“ als etymologische Wurzel vermutet.



    [Superklugscheißermodus]

    Kurrent kommt von lateinisch „currere“ = laufen, auch fließen, und meint die verbundenen Buchstaben: Fließschrift = Schreibschrift.
    So auch für das Englische: Strom ist, was fließt und das Adjektiv „current“ meint, das, was gerade läuft.

    [/Superklugscheißermodus]
    Sie verstehen hoffentlich das mir persönlich der katholische Gedanke (katholisch = ganzheitlich) nicht so direkt in den Sinn kam. Denn eine Schrift die sich dadurch auszeichnet, eben allerhauptsächlichst "Nich-Latein" zum optischen, weil wohl genau so beabsichtigten Ausdruck zu bringen, es nunmal ganz und gar nicht annehmen lässt, daß sich diese aus der spezifische Etymologie ableiten ließe, von deren Lettern diese sich distanziert. Mir zumindest, scheint das werder logisch noch evident. Aber ich hab's halt mehr mit denen die sich dieser eher unerklärlichen Ganzheitlichkeit nicht so ganz anschließen zu können vermochten.

    Ebenso lese ich das englische "current" als "kursierend;umlaufend" wie es nun mal andere in Übersetzungen vorgeben. Also entschuldigung, aber ich habe hier auch nicht nur meine Meinung dazu geschrieben, sondern das was ich selbst dazu gelesen habe.

    Wieso diese "Fließschrift" andere Buchstaben hat, scheint meinem Flow in der Auffassung zu entgehen, wenn es denn eine Erklärung der Benennung für die nicht lateinischen Lettern sein soll.
  6. #55

    Zitat von mr.ious Beitrag anzeigen
    Sie verstehen hoffentlich das mir persönlich der katholische Gedanke (katholisch = ganzheitlich) nicht so direkt in den Sinn kam. Denn eine Schrift die sich dadurch auszeichnet, eben allerhauptsächlichst "Nich-Latein" zum optischen, weil wohl genau so beabsichtigten Ausdruck zu bringen, es nunmal ganz und gar nicht annehmen lässt, daß sich diese aus der spezifische Etymologie ableiten ließe, von deren Lettern diese sich distanziert. Mir zumindest, scheint das werder logisch noch evident. Aber ich hab's halt mehr mit denen die sich dieser eher unerklärlichen Ganzheitlichkeit nicht so ganz anschließen zu können vermochten.
    ?

    Zitat von mr.ious Beitrag anzeigen
    Ebenso lese ich das englische "current" als "kursierend;umlaufend"
    Stimmt ja auch, denn im Lateinischen ist current- das Partizip Präsens Aktiv von currere/laufen also „laufend“ oder „fließend“.

    Zitat von mr.ious Beitrag anzeigen
    Wieso diese "Fließschrift" andere Buchstaben hat, scheint meinem Flow in der Auffassung zu entgehen, wenn es denn eine Erklärung der Benennung für die nicht lateinischen Lettern sein soll.
    Die Kurrentschrift baut auf den gebräuchlichen Schriften auf, die auf die gotische Frakturschrift zurückgehen. Bei diesen werden in der Kurrent die Buchstaben so verbunden, dass die Feder nicht mehr oder kaum noch absetzen muss.
  7. #56

    Wo ist das Problem?

    In meiner Jugend habe ich alte Bücher meines Vaters in Sütterlin-Schrift gelesen. Das waren Karl May-Romane, die Tecumseh-Reihe und ähnliches. Die Schrift hat mir nie jemand beigebracht und ich kann mich nicht erinnern, dass ich je Probleme damit hatte, diese Schrift zu lesen. Es ist sicherlich etwas mühsamer, aber es ist kein wirkliches Problem. Auch wenn man einmal mit dem einen oder anderen Buchstaben Probleme hat, erschließt sich das Wort doch aus dem Gesamtzusammenhang.

    Bei Handschriften ist das sicherlich schwieriger. Aber ich denke auch darin kann man sich relativ schnell einarbeiten.
  8. #57

    Zitat von teufelsküche Beitrag anzeigen
    diese Aktion! Ich hoffe das Finanzamt wird noch lange und oft nachfragen müssen, was "die Senioren da so treiben" :))
    Ich selbst kann die Schrift noch lesen, meine Oma (Jahrgang 1909) hat mir oft geschrieben, und ich habe noch ein handschriftliches Kochbuch von ihr. Da sind auch noch viele 'Kriegsrezepte' drin, sehr interessant.
    Überhaupt ist der Umgang mit alten Leuten lohnenswert, die haben viel zu erzählen, viel zu geben. Sütterlin ist nur eines von vielen Dingen, die mit diesen Menschen sterben könnten, und das wäre jammerschade.
    ich hatte noch alte kinderbücher von meinem vater, die waren in sütterlin. und wir haben noch sütterlin in der schule gelernt, muß so um 1967 oder 1968 gewesen sein. wieso wir den kurs hatten, weiß ich aber nicht mehr.
  9. #58

    Zitat von teufelsküche Beitrag anzeigen
    meine Oma (Jahrgang 1909) hat mir oft geschrieben, und ich habe noch ein handschriftliches Kochbuch von ihr. Da sind auch noch viele 'Kriegsrezepte' drin, sehr interessant.
    Liebe/r teufelsküche,
    ich hätte, ehrlich gesagt, großes Interesse an diesem Kochbuch, vor allem an den "Kriegsrezepten". Könnten Sie sich vorstellen, eine Kopie davon zu machen??
    Herzlich - donnerwort
  10. #59

    ich kann mich erinnern.

    In der Grundschule haben wir ein paar Stunden damit zu gebracht. Es gab auch einen Ausdruck mit dem Alphabet.

    Ich habe damals sogar etwas geübt, aber die Lehrerin konnte es selbst nicht so recht. Es war HSK oder ein ähnliches Fach.

    Schulstart '86 ;)

    Meine Oma konnte die Schrift leider nicht mehr, bzw. hatte kein Interesse.

    Ich glaube mir hatten die unterschiedlichen S die größten Probleme bereitet.

    Das ist heute natürlich schon lange vergessen, genau wie das Steno, aber das ist eine andere Geschichte.