Einen positiven Trend melden deutsche Suchtforscher: Der Zigarettenkonsum geht weiter zurück. Dramatisch bleiben dagegen die Auswirkungen von Alkohol auf die Gesundheit, zeigt das "Jahrbuch Sucht".
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...759110,00.html
Offensichtlich gibt es erste Erfolge in der Praeventionspolitik beim Thema Rauchen. Beim Saufen sieht das allerdings wohl etwas duesterer aus. Da haben wohl in der Tat maechtige Lobbyisten die Finger im Spiel. Saufen hat Hierzulande Tradition. Dass aus der Politik zu diesem Umstand nicht viel zu erwarten ist, duerfte nicht zuletzt seit dem Spiegelinterview mit Bundesminister a.D. M. Glos (02/2011) klar geworden sein. Dennoch erscheint ein Aufschrei mehr als ueberfaellig. Das Gefahrenpotential des Alkohols wird weitaus unterschaetzt und durch imagefoerdernde Massnahmen der Werbeindustrie geradezu kriminell verschleiert. Der Jahresbericht zeigt allerdings, dass die gesellschaftliche Diskussion in die richtige Richtung geht. Somit darf sich am Beispiel Tabak die Saufindustrie schon mal ein Bild machen, was die naechsten Jahre auf sie zukommen wird. Cheers!
Und zwar enorm. Ich bin der Ansicht, dass Alkohol eine Einstiegsdroge ist. Suchtkrankheiten beginnen meistens (immer?) mit Alkohol.
Durchschnittlich trinken Jugendliche zum ersten Mal mit 14 Jahren und erleben ihren ersten Alkoholrausch mit 15 1/2 Jahren. Die erste Droge ist also Alkohohl mit der ein Mensch in Kontakt kommt.
Und zwar DIE Einstiegsdroge zusammen mit Nikotin.
Selbstverstaendlich gibt es die gemaessigten Geniesser. Es gibt aber auch eine viel zu hohe Anzahl gefaehrdeter und erkrankter Alkoholkonsumenten. Und es gibt nicht zuletzt die Angehoerigen und Familien, die in solchen Debatten nach wie vor nicht hinreichend gewuerdigt werden. Aehnlich dem klar schaedigenden Passivrauchen koennte man auch von 'Passivtrinken' sprechen. Dies birgt immer eine gewisse 'Infektionsgefahr'. Eine Verharmlosung und Verklaerung des Alkoholkonsums ist in Anbetracht der verheerenden Folgen sowohl fuer die Betroffenen als auch Angehoerigen nicht angebracht. Es kann davon ausgegangen werden, dass wenn es Alkohol nicht schon laengst gaebe, er sicherlich nach gaengigen Kriterien des Betaeubungsmittelgesetzes nicht mehr zugelassen werden wuerde.
Noch schlimmere Statistik:Die Forscher weisen zudem darauf hin, dass rund 35 Prozent aller Tatverdächtigen bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung zum Tatzeitpunkt unter Alkoholeinfluss standen.
Totschlag und Tötung auf Verlangen: 42,3%
Körperverletzung mit tödlichem Ausgang: 28,0%
http://www.bka.de/pks/pks2009/downlo...b_2009_bka.pdf
S. 71
Drei von zehn (33,1%, 2008: 32,9%) aufgeklärte Gewaltdelikte wurden von Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss begangen.
Natürlich hat auch Nikotin ein Suchtpotential, es gilt deshalb auch als Einstiegsdroge. Es ist aber überhaupt nicht mit Heroin zu vergleichen.
Dass das Heroin im Mittelalter als Hustenstiller für Kinder verwendet wurde, ist sicher ein Märchen.
Hustensäfte können Spuren von Codein enthalten, dann sind sie aber verschreibungspflichtig.
Vermutlich hat irgendein Blödmann Heroin mit Codein verwechselt und seine "Weisheit" in Wikipedia niedergeschrieben.
So ähnlich war es mit dem Eisengehalt von Spinat.
Ja, auch wenns wohl mal wieder total verhallt:
Die legalisierung bzw entkriminalisierung von Cannabis würde bei fast einer 1/4 Million Konsumenten in Deutschland doch auch einiges ins Steuersäckel spülen.
Ich habe über ein Jahrzehnt regelmäßig "Gras geraucht", und das nicht in unerheblichen Mengen. Nicht nur dass die deutschen Ordnungshüter, und alles was damit zusammen hängt, durch eine legalisierung erheblich entlasstet würden, auch der Drogenszene würden potenzielle Zuläufer abgeschnitten.
Wenn ich bedenke mit was für "Typen" man sich einlassen musste um an die gewünschte Entspannung zu gelangen; schrecklich!
Ich habe nie andere, illegale Rauschmittel zu mir genommen. Ich kenne aber viele wo das Wort "Einstiegsdroge" zutreffend ist/war. "Was liegt da denn auf dem Tisch? Kann ich auch mal?..."
Und wenn man erstmal kriminalisiert wurde (habe den Führerschein durch THC im Blut verloren; der Konsum lag aber schon 2 1/2 Tage vor der Autofahrt zurück) ist es ganz schwer aus dieser "Ecke" wieder heraus zu kommen. (Jede Polizeikontrolle geht nicht mehr ohne "Steigen sie mal bitte aus, gucken sie mal in die Taschenlampe, sie sehen aber sehr müde aus"...)
Und wenn man dann den feierlichen Bieranstich des Oktoberfestes sieht, und Politiker höhrt die nach zig Maß noch Autofahren wollen, fühlt man sich schon etwas veräppelt.
Naja, zurück zum eigentlichen Thema: Drogen sind schlimm, keine Frage. Aber es gibt nunmal sehr viele Menschen die für sich entschieden haben den eigenen Gemütszustand durch äußerliche Einflüsse geziehlt zu ändern. Solange dadurch niemand Außenstehendes unfreiwillig in Mitleidenschaft gezogen wird (sei es Passivrauchen, im Straßenverkehr oder dass irgendwann Pflege notwendig wird wie zb bei Heroin) ist dagegen nichts zu sagen... Und Steuern auf Cannabis hätte ich damals gerne bezahlt!