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Suche nach Atommüllendlager: Die verflixten zehn Prozent

DPAAlle Seiten signalisieren Kompromissbereitschaft - doch die Verhandlungen sind zäh: Wie sieht das Gesetz aus, mit dem ein Endlager für den deutschen Atommüll gesucht wird? Am Mittwoch sorgte nun ein angeblicher Entwurf für Debatten. Darin wird eine neue Behörde vorgeschlagen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...843878,00.html
  1. #1

    Schaut auf die Schweiz

    Die Schweizer haben sich bereits vor einigen jahren dem Problem gestellt und bei der Auswahl geeigneter Standorte frühzeitig die Bevölkerung eingebunden. So kamen mehrere Standorte in die Auswahl, die dortige Bevölkerung wurde aktiv mit eingebunden, es gibt Kriterien, die nach dem besten, und nicht nach dem politisch am einfachsten durchzusetzenden Ort suchen und die betroffene Region soll durch finanzielle Unterstützung gefördert werden.

    Ausgedacht haben sich das System übrigens die Grünen schon in den neunziger Jahren als Alternative für das Gemauschel um Gorleben unter Kohl. Unter Rot-Grün lagen die Pläne dann allerdings auf Eis und seit dem hat sich nicht mehr getan, als dass bis Fukushima weiter Fakten in Gorleben geschaffen wurden.

    Der jetzige Plan ergebnisoffen zu suchen ist trotz der Differenzen und der Frage nach der Zuteilung der Kompetenzen auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn die EU uns mit einem Messer im Nacken sitzt, weil alle EU-Staaten bis 2015 eine Gesetzgebung haben sollen, welche das Verfahren mit hochradioaktivem Müll regeln soll.
  2. #2

    Ohmann

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alle Seiten signalisieren Kompromissbereitschaft - doch die Verhandlungen sind zäh: Wie sieht das Gesetz aus, mit dem ein Endlager für den deutschen Atommüll gesucht wird? Am Mittwoch sorgte nun ein angeblicher Entwurf für Debatten. Darin wird eine neue Behörde vorgeschlagen.

    Gorleben und co.: Debatte um Gesetzentwurf zur Endlagersuche - SPIEGEL ONLINE
    Schießt das Zeug doch endlich in die Sonne!

    Entweder 500.000 Jahre "minimiertes" Dauerrisiko auf Erden, oder in 10 Jahren ist alles zu solarem Plasma mutiert. Falls mal eine Rakete abstürzt, nun, in den 1950er Jahren wurde vielmehr "antropogene" Sch*ße durch Wasserstoffbomben freigesetzt als bei einer potenziell abgestürzten Atommüllrakete. Risikoabwägung!
  3. #3

    So einfach ist es nicht.

    Zitat von Layer_8 Beitrag anzeigen
    Schießt das Zeug doch endlich in die Sonne!

    Entweder 500.000 Jahre "minimiertes" Dauerrisiko auf Erden, oder in 10 Jahren ist alles zu solarem Plasma mutiert. Falls mal eine Rakete abstürzt, nun, in den 1950er Jahren wurde vielmehr "antropogene" Sch*ße durch Wasserstoffbomben freigesetzt als bei einer potenziell abgestürzten Atommüllrakete. Risikoabwägung!
    Wir reden von etwa 320.000 Tonnen hochradioaktivem Atommüll (Stand 2012) und jährlich kommen ca. 12.000 Tonnen hinzu. Die stärkste Trägerrakete, die im Moment entwickelt wird, könnte bis zu 40 Tonnen Nutzlast tragen. Das wären 8.000 Raketenstarts nur für den Müll bis heute.

    Und jetzt kommen drei Probleme:
    1. Selbst moderne Raketen haben nur eine Wahrscheinlichkeit von ca. 95%, dass sie so funktionieren, wie sie sollen. Das bedeutet, dass wir mit vierhundert Abstürzen rechnen müssten.
    2. Um den Müll sicher aus der Umlaufbahn zu bekommen müssen wir ihn gut verpacken insbesondere wegen der Gefahr von Abstürzen. Ein Castorbehälter wiegt zwischen 114 und 125 Tonnen und enthält vielleicht 20-40 Tonnen Müll, der ist so verpackt, dass er Zugunglücke aushält. Eine Explosion einer Rakete oder den Sturz aus extremer Höhe nicht. Das Gewicht würde die Zahl der Raketenstarts vervielfachen.
    3. Haben wir einen internationalen Vertrag, welcher die Entsorgung von Müll in den Weltraum verbietet - und das nicht ohne Grund.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alle Seiten signalisieren Kompromissbereitschaft - doch die Verhandlungen sind zäh: Wie sieht das Gesetz aus, mit dem ein Endlager für den deutschen Atommüll gesucht wird? Am Mittwoch sorgte nun ein angeblicher Entwurf für Debatten. Darin wird eine neue Behörde vorgeschlagen.

    Gorleben und co.: Debatte um Gesetzentwurf zur Endlagersuche - SPIEGEL ONLINE
    Was wir sicher nicht brauchen, ist eine neue Behörde für die Lagersuche.
    Nehmen wir die Fachleute aus den bestehenden Ministerien und Bundesämtern und führen diese in einem dem Umweltministerium unterstellten Ausschuß zusammen. Der Ausschuß legt mögliche Standorte fest, die Bevölkerung wird von Anfang an eingebunden und ohne wenn und aber informiert.
    Gorleben ist nicht geeignet, zuviele geologische Faktoren sprechen dagegen. Die Suche muss neu beginnen, die Regionen für mögliche Lager sind bekannt.
    Die Rückholbarkeit muss dabei gewährleistet sein, weil niemand einen so langen Zeitraum überblicken, geschweige denn eine Gefährdung ausschließen kann.
    Es handelt sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem, also müssen parteipolitische Taktierereien ausbleiben, man kann nur an die Vernunft der Beteiligten appellieren!

    MfG
    np
  5. #5

    Ha

    Muehleberg-1 , dann ist die Schweiz futschi ;)
  6. #6

    "Endlager" als Unwort des Jahres

    Zitat von Krisse Beitrag anzeigen
    Wir reden von etwa 320.000 Tonnen hochradioaktivem Atommüll (Stand 2012) und jährlich kommen ca. 12.000 Tonnen hinzu.
    Das Unwort "Endlager" erweckt mal wieder den Eindruck einer gewissen Überheblichkeit oder eines Größenwahns in der Politik. Da wollen sich Politiker wieder einmal nicht darauf beschränken, Politik für ihre Epoche zu machen, sondern es soll gleich der große Wurf sein, der bis ans Ende der Zeitrechnung Gültigkeit hat. Auch mit dem "endgültigen Automausstieg" oder der "endgültigen Energiewende" hin zu Photovoltaik und Windkraftanlagen wollen Politiker ja Fakten schaffen, die bis in die Ewigkeit nachhallen. Man will sich ja in seinem Leben nicht als kleines Würmchen fühlen, sondern etwas bewegen.

    Trotzdem ist weniger und bescheidener manchmal mehr: Warum spricht man nicht eher von einem "Zwischenlager", in dem die Atomabfälle, die länger als 500 Jahre strahlen, rückholbar und gut dokumentiert eingelagert werden, wobei das Lager für alle Fälle auch für eine Haltbarkeit von Millionen von Jahren ausgelegt sein sollte. Zukünftige Generationen können dann selbst entscheiden, ob sie aus diesen Abfällen noch Energie, seltene Nutzmetalle oder radioaktive Nutzsubstanzen gewinnen, sie einfach nur vernichten oder sie nicht anrühren wollen.
  7. #7

    Das wichtigste...

    ..ist wohl die neue Behoerde. Denn die bei der naechsten Wahl in D ermittelten Verlierer, muessen ja weiter beschaeftigt werden. Bin schon gespannt, aus welchen Pappnasen sich diese Behoerde zusammensetzt, wahrscheinlich auch alles Faelle fuer die Endlagerung.
  8. #8

    Zitat von fxe1200 Beitrag anzeigen
    ..ist wohl die neue Behoerde. Denn die bei der naechsten Wahl in D ermittelten Verlierer, muessen ja weiter beschaeftigt werden. Bin schon gespannt, aus welchen Pappnasen sich diese Behoerde zusammensetzt, wahrscheinlich auch alles Faelle fuer die Endlagerung.
    Mappus, Röttgen, Wulff, Brüderle und Geissler ;-)

    MfG
    np
  9. #9

    Ach ja, Frau Merkel natürlich auch noch. Die zukünftige Ex-Kanzlerin hat ja mit der ASSE schon erfolgreich Verantwortung gehabt in der Causa Lagerstätten.


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