Stuttgarter Hauptbahnhof: Erneute Zugentgleisung an Problemweiche

DPAPannenserie in Stuttgart: Schon wieder ist ein Intercity aus den Schienen gesprungen. Fernzüge von Süden nach Norden werden um den Hauptbahnhof herumgeleitet. Die Folgen für den Berufsverkehr sind bislang nicht abzusehen.

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/...-a-860280.html
  1. #100

    falsch rum fährt da sicher keiner mehr

    Zitat von Robert_Rostock Beitrag anzeigen
    Nicht ganz. Da ja die Entgleisung, über die wir hier diskutieren, im Weichenbereich außerhalb der Bahnsteige stattfand, könnte man bei einem Durchgangsbahnhof immer noch in die andere Richtung, über den nicht betroffenen Bahnhofskopf ein- und ausfahren.
    Je nachdem wo sich die Stelle befindet. Im Tiefbahnhof können von vier ankommenden Gleisen mindestens zwei (die Hälfte) unbefahrbar werden, und zwar längelang, weil neue Strecken seltenst Weichen erhalten, außer an Großbahnhöfen, wo sowieso gezuckelt wird. An der Stelle, wo jetzt der Zug oberirdisch entgleiste, gibt es zwar keine fünfzehn Gleise mehr, aber mehr als zehn, und zwei (oder drei) davon werden unbefahrbar. Es bleiben also relativ und absolut mehr Gleise frei für den Betrieb. Der Tiefbahnhof soll planmäßig überlastet werden, was bedeutet, daß der gesamte Verkehr in einem solchen Fall zusammenbrechen muß. Man wird sich bis dahin allerdings bemüßigt gesehen haben, eine Reihe von überflüssigen und lästigen Regionalverbindungen zu streichen. Das Umsteigen wird sicher freudvoll werden, also noch viel kundenfreundlicher als heute.

    Ich vermute einfach mal, daß Bad Cannstatt vorerst für zwanzig Jahre zum Hauptbahnhof wird, und die Durchgangsstrecke von Kornwestheim nach Eßlingen verläuft, ganz ohne Tunnel. Dann haben die Tunnelbauer ein paar Jahrzehnte Zeit, um zu buddeln und zu bauen. Womöglich kommt es währenddessen zu einigen Regierungswechseln, und die Bahn stellt irgendwann einen böhmischen Gefreiten ein, der feststellt, daß die Planung ein riesiger Blödsinn ist. Wenn die Remstalstrecke fertig ist, kommt der „Stuttgarter“ Haltepunkt ohnehin auf eine Wiese zwischen Fellbach und Waiblingen. Mit Autobahnanschluß. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad wird man nicht mehr hinkönnen. Mercedes, Porsche und Bosch wissen, was sie tun.

    Nachtrag: die modernen Computer der Bahn können Weichen nicht mehr. Da darf nur noch ein Zug auf einem fünfzig Kilometer langen Gleis in eine Richtung fahren. Alles andere endet im Chaos.

    Mich interessiert der wirkliche Grund. Sabotage ? Arbeitsverweigerung oder Dienst nach Vorschrift ? Gnadenlose Dummheit ? OB - Wahl ? Oder soll wieder mal der Ausstieg aus dem Einstieg propagiert werden ? Oder will Stuttgart ganz auf einen Bahnhof verzichten ?
  2. #101

    eher nicht

    Zitat von rnauner Beitrag anzeigen
    ...
    Erst unser Super-Ober-Schlaule (der genau weiß, wieviel Menchen westlich von Paris leben!), hat den Blödsinn für bare Münze genommen und die Bahn regelrecht gezwungen, den S(chwachsinn)21.....
    Das war nicht Oettinger. Der ist dazu viel zu naiv. Er war nur Staffage als Ausführender. Irgendwann hat er sich verweigert und wurde abgeschoben. Die Idee als solche wurde schon vor Teufel ausgebrütet, vom Klugscheißerle Späth vermutlich. Es könnte allerdings sein, daß er wie häufig nur Sprachrohr war. Ein begabtes Schwätzerle halt.
  3. #102

    Schlanke Lokführer! Von wegen Lukas Lokomotivführer und so!

    Zitat von rainer_daeschler Beitrag anzeigen
    Physisch geht das schon und ist auf den Projektseiten von Technik-Vorstand Volker Kefer selber auch beschrieben. Dort unerwähnt bleibt allerdings, dass die Sondergenehmigung für das Norm abweichende Gefälle seinen Preis hat, indem diese Wendungen, bzw. Richtungswechsel nicht erlaubt sind. Der hier zweimal entgleiste IC Hamburg Altona <-> Stuttgart könnte also nicht einfach aus dem Stuttgarter Bahnhof wieder zurück fahren wie bisher, sondern müsste zum Richtungswechsel erst einmal den Abstell- und Rangier-Bahnhof in Untertürkheim aufsuchen. Für einen Durchgangsbahnhof, wo nicht nur Züge durchfahren (Bsp: Bonn), sonder ein Bahnknoten darstellt, wo viele Züge (fern und und regional) Anfang und Ende nehmen, im Betrieb eigentlich ein Albtraum.
    Mit dem Albtraum sind wir uns eh' einig, aber nicht mit der Physik: heute früh machte mein IC in der Schnellfahrstrecke Mannheim eine Vollbremsung (nicht Notbremsung) und stand dann mitten im Tunnel Langes Feld auf Kilometer 97 der SFS. An dieser Stelle hat der Tunnel ein Gefälle von ca. 1,1%. Nachdem der IC vollständig zum Stillstand gekommen war, finge er sofort an mehr als 2m rückwärts zu rollen bis der Lokführer dem Spaß ein Ende bereitete - weil rückwärts (rollen) ist so mit das Schlimmste was er in seinem Logbuch drin haben darf!
    Was ich damit sagen will: das Hirngespinnst21 (das von Öttinger zum erstrebenswerten Ziel deklariert wurde) hat ein Gefälle von etwas mehr als 0,6%.
    Wenn wie vor der Abfahrt (von wegen Knotenbahnhof!) eines Zuges (vom Anfangsbahnhof) der Zugchef u.a. die Bremsen kontrolliert (ob diese auch überall frei sind, machen die bei Fernzügen immer), dauert das insbesondre bei den Fernzügen auch schonmal 5 Minuten und mehr. In diesen 5 Minuten, wenn der Zugchef bei älterem Material die Bremsen freigeklopft hat, reichen auch 0,6% Gefälle und - nachdem alle Bremsen ordnungsgemäß frei sind, der Zug setzt sich in Bewegung.

    In einen Bahnhof wie das bloße Hirngespinnst21 (weil er nie (fertig) gebaut, nur der alte nahezu komplett zerstört sein wird), würde Stuttgart nicht mehr zum Sinnbild für Bahnhöfe in denen die Züge entgleisen, sondern zum Sinnbild für Bahnhöfe in dem die Lokführer ihren Zügen hinterher rennen. Das schöne ist, dass nach ca. 400m der Tunnel zunächst ebenerdig unter dem Ameisenberg (= Am Eisenberg!) weiterführt und also der selbständige Zug, solange die Rollwiderstände es zulassen, weiter rollt. D.h. Stuttgarter Lokführer werden erstmal ziemlich gesund und rank und schlank!
  4. #103

    Zitat von stefschroe Beitrag anzeigen
    Ganz ungeniert erlaubt sich hier die Bahn eine Testfahrt zur Hauptverkehrszeit. Die Entgleisung des Ics war zu erwarten, absehbar damit eigentlich auch, dass für den "Rest" des Tages am Stuttgarter Hauptbahnhof gar nichts mehr geht.
    Auch wenn ich Verschwöriker und Besserwisser wirklich verstehen kann-ob Kirche oder das eben genannte, irgendetwas muss man glauben-wundert mich immer die Kurzsichtigkeit
    Gehen wir davon aus Sie haben recht
    Dann folgende Frage:
    Wenn die Entgleisung abzusehen war (95% der Foristen wussten es ja auch), wieso macht dann die Bahn diese Testfahrt zur HVZ?
    Und wieso noch im Beisein des Aufsichtsamtes?
  5. #104

    Sehr aktuelle Ergänzung zur Frage Öttinger oder Späth/Teufel

    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    Das war nicht Oettinger. Der ist dazu viel zu naiv. Er war nur Staffage als Ausführender. Irgendwann hat er sich verweigert und wurde abgeschoben. Die Idee als solche wurde schon vor Teufel ausgebrütet, vom Klugscheißerle Späth vermutlich. Es könnte allerdings sein, daß er wie häufig nur Sprachrohr war. Ein begabtes Schwätzerle halt.
    Im Abschnitt Wenn Kuhn OB wird, muss er auf Schusters Akten aufpassen steht:
    ... Vor allem an Akten, die zeigen, wie Schuster und der damalige Ministerpräsident Günther Oettinger den Bahnvorstand mit vielen Steuergeldern dazu bringen konnten, das bereits tot geglaubte Milliardenprojekt doch zu bauen.
    Habe ich leider erst gerade entdeckt.
  6. #105

    Zitat von rnauner Beitrag anzeigen
    Sehr aktuelle Ergänzung zur Frage Öttinger oder Späth/Teufel
    im Jahre 2005 wechselten die Ministerpräsidenten.

    Es war Erwin Teufel, der Mehdorn zusammen mit OB Schuster bekniete, das von Vorgänger Ludewig wegen mangelnder Rentabilität eingestellten Projekt zu reaktivieren.

    Es war Günther Oettinger, der 2009 den Finanzierungsvertrag unterzeichnete und zwecks Beschleunigung mal eben fast 1 Mrd. € Landesmittel für die Neubaustrecke drauflegte.
  7. #106

    ein aberhübsches "Demokratie" - Schauspiel

    Zitat von rnauner Beitrag anzeigen
    Im Abschnitt Wenn Kuhn OB wird, muss er auf Schusters Akten aufpassen steht:

    "... Vor allem an Akten, die zeigen, wie Schuster und der damalige Ministerpräsident Günther Oettinger den Bahnvorstand mit vielen Steuergeldern dazu bringen konnten, das bereits tot geglaubte Milliardenprojekt doch zu bauen."

    Habe ich leider erst gerade entdeckt.
    Öttinger war seinerzeit Schamlatz, Strohmann, Feigenblatt, womöglich hat er Teufel nur deshalb ersetzt, weil dieser widersetzlich war. Es gab seinerzeit eine landesweite Welle der Euphorie, weil man die Chance sah, nach Bratislava fahren zu können, eine tiefe Leidenschaft des Schwabens, die zuvor gar nicht bekannt war. Selbst die Parlamentarier waren parteiübergreifend hellauf begeistert, obwohl die Strecke über München führen sollte. Vielleicht hofften sie, daß man München unterkellert. Lediglich Grüne haben infolge einer latenten Restintelligenz dagegen gestimmt. Oder weil sie nicht genutznießt haben.

    Die Ausführungen mit dem Gefälle sind nicht ganz richtig. Geplant ist eine Bahnhofslängsneigung von etwa drei Prozent, bei etwas über zwei Prozent fangen die Züge zu rollen an (habe ich jedenfalls mal gelernt). Die mir bekannten (größeren) Bahnhöfe, auch in Steigungsstrecken, sind nahezu gefällelos. Ein Güterzug bekommt übrigens schon ab 1,5% Steigung Schwierigkeiten anzufahren oder überhaupt zu fahren.
  8. #107

    Wieviele Gleise sind grad gesperrt?

    Zitat von Baader Beitrag anzeigen
    Ohne weiteres? Ein großer Teil der Fernverkehrszüge (wie im Artikel auch beschrieben) fährt Stuttgart HBF ja garnicht mehr an sondern fährt an der Stadt vorbei, wenn das für Sie "ohne weiteres" bedeutet haben wir wohl einfach andere Standards.
    Im Moment sind 4! Gleise im Hbf Stuttgart gesperrt (2 wegen der Entgleisung, und 2 wegen der Bauarbeiten) und es fahren immer noch viele Züge. Bei s21 Fahren bei 4 Gleissperrungen genau 0 Züge.
  9. #108

    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    Öttinger war seinerzeit Schamlatz, Strohmann, Feigenblatt, womöglich hat er Teufel nur deshalb ersetzt, weil dieser widersetzlich war. Es gab seinerzeit eine landesweite Welle der Euphorie, weil man die Chance sah, nach Bratislava fahren zu können, eine tiefe Leidenschaft des Schwabens, die zuvor gar nicht bekannt war.
    Klar, wieder das tolle Bratislava-Argument. Wird nicht besser, je öfter man es wiederholt.

    Wie viele Leute fahren von Heiligenhafen(Ostsee) nach Blankenheim? Kaum jemand. Ergo ist die Autobahn A1 völliger Schwachsinn.

    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    ...
    Die Ausführungen mit dem Gefälle sind nicht ganz richtig. Geplant ist eine Bahnhofslängsneigung von etwa drei Prozent, ...
    Habe Sie dafür einen Beleg? Ich habe bisher nur von der Hälfte, also 15 Promille, gehört. Und auch das wäre schon reichlich viel, deutlich mehr als bei Neubauten eigentlich zulässig.
  10. #109

    Zitat von mnostg Beitrag anzeigen
    Im Moment sind 4! Gleise im Hbf Stuttgart gesperrt (2 wegen der Entgleisung, und 2 wegen der Bauarbeiten) und es fahren immer noch viele Züge. Bei s21 Fahren bei 4 Gleissperrungen genau 0 Züge.
    Meines Wissens soll der Bahnhof S21 acht Gleise haben.