"Stuttgart 21"-Proteste: Herbst der Wasserwerfer

In Stuttgart zeigt die Staatsmacht Härte, der Streit um den neuen Bahnhof eskaliert: Politisch entwickelt sich das umstrittene Projekt damit für die CDU immer mehr zum Desaster - und wird zur Bedrohung für Kanzlerin Angela Merkel.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...720712,00.html
  1. #530

    ...fürchte ich!

    Zitat von cairne Beitrag anzeigen
    Lynchjustiz ist auch eine Art direkter Volksbeteiligung. In Stuttgart wird versucht demokratisch legitimierte Entscheidungen zu lynchen. Ich möchte in einem Rechtsstaat leben.

    Wenn Mütter ihre Kinder zu politischen Zwecken auf Demos instrumentalisieren ist das verantwortungslos und widerlich.
    ...das läuft doch schon wieder nach fast dem gleichen Strickmuster ab wie bei Baader-Meinhoffs&RAF&Co.:

    Das friedlich demonstrieren wollende schwache,verwöhnte Wahlvolk ( Pastor Gauck sprach zutreffenderweise von: "Innerer Ohnmacht der Schwachen als Ursache!") wird meiner Meinung nach instrumentalisiert von einem harten starken, aber höchst aggressiven Kern und wieder nach dem bekannten Muster:
    "...nicht wahr, die da oben sind doch richtige Schweine, stimmt´s!".
    Dann sind ein paar Fotografen mit Kamera bei Fuß in Wartestellung und schießen "private" Fotos vom weinenden nassgespritzten Baby im Kinderwagen, statt bei Mutti und Pappi die elterlichen Verantwortungsrechte anzuzweifeln...

    Nicht bei Philippi, nein bei Gorleben, trifft man sich wieder - ......
  2. #531

    Gewalt gegen Kinder in Ordnung

    Zitat von bodensalex Beitrag anzeigen
    Die Polizei hat mehrfach die Schüler aufgefordert, den Schlossgarten zu räumen, und Zwangsmittel angedroht. Man kann selbst von einem Hauptschüler erwarten, dass er eine solche Durchsage versteht - wenn er sie dann nicht befolgt, ist es eben sein Pech. Ich kann schließlich auch nicht in der 50er-Zone mit 80 rasen und dann, wenn mich die Polizei deswegen zur Rechenschaft zieht, sagen "Ich weiß, dass ich nicht schneller fahren darf, aber des ist jetzt so voll krass unverhältnismäßig, ey...".
    Man hat eben die Kinder hier vorgeschickt, WEIL man (so wie es auch bei Ihnen anklingt) hoffte, so psychologisch die Polizei unter Druck setzen zu können, dass sie ihren Auftrag nicht ausführt, eben weil sie dann auch gegen Kinder vorgehen muss. Bisher dachte ich, dass solche Praktiken des gezielten Einsatzes von Kindern zu eigenen Zwecken den Taliban vorbehalten sind.
    Also ist Ihrer Ansicht nach unter solchen Umständen Gewalt gegen Kinder in Ordnung (Denn die Polizei hat ja schließlich aufgefordert den Platz zu räumen, und 'Zwangsmittel' angedroht)?

    Wichtig ist also, dass man irgendwie die Schuld den Eltern zuschieben kann, und dann darf die Polizei ohne die geringsten Konsequenzen beführchten zu müssen drauf losprügeln, egal auf wen die Polizei eindrescht? Der Auftrag der Polizei ist um jeden Preis zu erfüllen?

    Hier mal eine Neuigkeit für Sie: Mir ist es völlig egal, ob die Polizei Zwangmaßnahmen angedroht, hat, aufgefordert hat den Platz zu räumen, und irgendeinen Auftrag zur Röumung einer Baustelle hat. In Bezug auf Schlagstöcken und Pfefferspray gegen Kinder hat die Polizei gefälligst die Kröte zu schlucken und den Kürzeren zu ziehen!!! Hier gibt es keine Kompromisse, keinen Raum für Abwägungen. Schon erschreckend, dass das nicht völlig klar zu sein scheint.

    Außerdem könnte die Polizei die Schüler auch mit geringfügiger Gewaltanwendung verhaften, anstatt Schlagstöcke und Pfefferspray zu verwenden.
  3. #532

    Fakt...

    [QUOTE=schroeder777;6350485]Jetzt mal ehrlich. Pfefferspray bewirkt keine zurückbleibenden Verletzungen. Zumindest in der Regel nicht. Deshalb wird es ja auch verwendet - um bleibende Schäden auszuschließen.
    Und warum haben sich die Rentner nicht einfach entfernt, als Wasserwerfer vorgefahren sind? Oder als sie die Aufforderung dazu bekommen haben? So wie es rechtlich auch geboten gewesen wäre?
    Vermutlich hat der eine oder andere was abbekommen, obwohl er nichts gemacht hat.

    Fakt ist, dass noch 2 Personen im Krankenhaus liegen.
    1. ein 64jähriger rentner
    2. ein 24jähriger
    beide haben mit dem Verlust des Augenlichtes von je einem ihrer Augen zu rechnen.
  4. #533

    ahnungslos

    Zitat von eikfier Beitrag anzeigen
    ...das läuft doch schon wieder nach fast dem gleichen Strickmuster ab wie bei Baader-Meinhoffs&RAF&Co.:

    Das friedlich demonstrieren wollende schwache,verwöhnte Wahlvolk ( Pastor Gauck sprach zutreffenderweise von: "Innerer Ohnmacht der Schwachen als Ursache!") wird meiner Meinung nach instrumentalisiert von einem harten starken, aber höchst aggressiven Kern und wieder nach dem bekannten Muster:
    "...nicht wahr, die da oben sind doch richtige Schweine, stimmt´s!".
    Dann sind ein paar Fotografen mit Kamera bei Fuß in Wartestellung und schießen "private" Fotos vom weinenden nassgespritzten Baby im Kinderwagen, statt bei Mutti und Pappi die elterlichen Verantwortungsrechte anzuzweifeln...

    Nicht bei Philippi, nein bei Gorleben, trifft man sich wieder - ......
    sie waren offensichtlich nicht vor ort, sonst würden sie hier nicht einen solchen quark verbreiten.
  5. #534

    Demokratie lernen

    Zitat von bodensalex Beitrag anzeigen
    Die Polizei hat mehrfach die Schüler aufgefordert, den Schlossgarten zu räumen, und Zwangsmittel angedroht. Man kann selbst von einem Hauptschüler erwarten, dass er eine solche Durchsage versteht - wenn er sie dann nicht befolgt, ist es eben sein Pech. Ich kann schließlich auch nicht in der 50er-Zone mit 80 rasen und dann, wenn mich die Polizei deswegen zur Rechenschaft zieht, sagen "Ich weiß, dass ich nicht schneller fahren darf, aber des ist jetzt so voll krass unverhältnismäßig, ey...".
    Man hat eben die Kinder hier vorgeschickt, WEIL man (so wie es auch bei Ihnen anklingt) hoffte, so psychologisch die Polizei unter Druck setzen zu können, dass sie ihren Auftrag nicht ausführt, eben weil sie dann auch gegen Kinder vorgehen muss. Bisher dachte ich, dass solche Praktiken des gezielten Einsatzes von Kindern zu eigenen Zwecken den Taliban vorbehalten sind.
    ich vermute mal, die schüler, die nachgewiesenermassen eine ordentliche demonstration beim amt für öffentliche ordnung der stadt stuttgart angezeigt haben und diese am 24.9. mit durchführung am 30.9. bis 17.00 mit abschlusskundgebung IM schlosspark, genehmigt bekamen, haben ihre lektion in sachen praktischer demokratie gelernt.
    bleibt zu hoffen, dass die betroffenen nicht zu konsequenzen wie illegaler gewalt greifen, oder einfach resignieren und sich wieder facebook und ähnlichen unpolitischen interessen zuwenden . dann ist es nämlich wirklich schlecht um die zukunft dieses landes bestellt.
    dann regieren uns nämlich eines tages die absolventen der BWL-hochschulen direkt und ohne den umweg über lobbygruppen.
  6. #535

    Stuttgarter Demokratietest

    Ein Kommentar von Burkhard Müller-Ullrich:

    Der Stuttgarter Hauptbahnhof tut’s zweifellos noch ziemlich gut. Er ist nicht baufällig und auch nicht häßlich, er hat bloß vorne eine steile Treppe, die einen, wenn man spät dran ist, zur Verzweiflung bringt. Aber wenn die Treppe zu den Gleisen statt nach oben in die Tiefe führen würde, wäre damit nichts gewonnen. Es gibt also keinen zwingenden Grund, den Stuttgarter Hauptbahnhof für acht Milliarden Euro unter die Erde zu verlegen – außer, daß ein paar Firmen gerne diese acht Milliarden Euro verdienen würden und daß Politiker sich gern mit Acht-Milliarden-Euro-Projekten brüsten.

    Nur wegen solcher Projekte macht das Regieren überhaupt Spaß. Städtebau, Infrastruktur, Verkehrsadern: mit so etwas verewigt sich der Mensch. Und je grandioser das Bauwerk, desto größer das Geschrei des Volks. Gegen den Eiffelturm wandten sich nicht nur führende Künstler und Intellektuelle, sondern auch weite Teile der Bevölkerung, die großen Pariser Boulevards ließ ein Polizeipräfekt anlegen und zu diesem Zweck ganze Stadtviertel niederreißen, das Centre Pompidou entstand gegen breiten öffentlichen Widerstand einzig auf Geheiß des namensgebenden Staatspräsidenten.

    Es ist wohl so: wenn man sich am Bürgerprotest orientiert, kommt nichts mehr zustande, jedenfalls nichts Überragendes. Irgendwelche Einwände gibt es immer und gegen alles, insbesondere wenn es um Bauwerke geht. Allerdings haben wir nun einmal eine Demokratie. Da mag mancher Machthaber seinen pharaonischen Gestaltungsideen nachweinen, er muß sie doch dem Volkswillen unterwerfen.

    Burkhard Müller-Ullrich

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.p...emokratietest/
  7. #536

    Der Bahnhof ist ja erst knapp 100 Jahre alt ...

    Zitat von mehrlicht Beitrag anzeigen
    Ein Kommentar von Burkhard Müller-Ullrich:

    Der Stuttgarter Hauptbahnhof tut’s zweifellos noch ziemlich gut. Er ist nicht baufällig und auch nicht häßlich, er hat bloß vorne eine steile Treppe, die einen, wenn man spät dran ist, zur Verzweiflung bringt. Aber wenn die Treppe zu den Gleisen statt nach oben in die Tiefe führen würde, wäre damit nichts gewonnen. Es gibt also keinen zwingenden Grund, den Stuttgarter Hauptbahnhof für acht Milliarden Euro unter die Erde zu verlegen – außer, daß ein paar Firmen gerne diese acht Milliarden Euro verdienen würden und daß Politiker sich gern mit Acht-Milliarden-Euro-Projekten brüsten.
    Der Bahnhof ist Baujahr 1926 und damit noch in den besten Jahren.
    Hier umzubauen ist ja fast wie Daimler kaufen und als Jahrewagen wieder zu verscherbeln - pfui.

    Und der bröckelnde Beton der Bahnsteige muß nur mit Leim überdeckt werden. Das Dach hält doch auch ewig - genauso wie alte Strecke über Geislingen.

    Nur weil die Bahn vielleicht 20 statt 14 Mill. Passagiere nach Ulm hin/rück fahren könnte nach Neubau oder +200 Mill. €/a Rohertrag lohnt sich doch eine Neubaustrecke für 100* 80 Mill. € nicht ?

    Es gibt Staat ohne betriebswirtschaftliche durchgerechnete Investitionen in die Infrastruktur - meist in Afrika.
    Und es gibt Andere ...
  8. #537

    Intweview von Sobek

    Zitat von Kalix Beitrag anzeigen
    Vorsicht mit zu schnellen Aussagen; Papier ist geduldig.
    http://www.stern.de/.../gefahr-fuer-...p-1596547.html
    und aquch hier die bessere antwort auf einen alten mann, der nicht mehr weiss, wovon er spricht:

    http://www.stuttgarter-nachrichten.d...e896cfc92.html
  9. #538

    Frontal21

    Zitat von rkinfo Beitrag anzeigen
    Der Bahnhof ist Baujahr 1926 und damit noch in den besten Jahren.
    Hier umzubauen ist ja fast wie Daimler kaufen und als Jahrewagen wieder zu verscherbeln - pfui.

    Und der bröckelnde Beton der Bahnsteige muß nur mit Leim überdeckt werden. Das Dach hält doch auch ewig - genauso wie alte Strecke über Geislingen.

    Nur weil die Bahn vielleicht 20 statt 14 Mill. Passagiere nach Ulm hin/rück fahren könnte nach Neubau oder +200 Mill. €/a Rohertrag lohnt sich doch eine Neubaustrecke für 100* 80 Mill. € nicht ?

    Es gibt Staat ohne betriebswirtschaftliche durchgerechnete Investitionen in die Infrastruktur - meist in Afrika.
    Und es gibt Andere ...
    einfach mal youtube schauen:
    http://www.youtube.com/watch?v=PJrit...eature=related
  10. #539

    wie in Russland

    Zitat von Quadrat10 Beitrag anzeigen
    Mich erinnert Deutschland immer mehr an Rußland Die Massenmedien kommen einem gesteuert vor (ob richtig oder nicht, das ist eben mein subjektiver Eindruck), und der Begriff von der "gelenkten Demokratie" (Putin) kommt mir nach dem Mißverhältnis der veröffentlichten Meinung und der Bürgermeinung (Straßenumfragen/Blogs) zur Causa "Sarrazin" durchaus nicht absurd vor.

    Wird hier von Seiten der Medien versucht die Landtagswahlen in Ba-Wü zu beeinflußen?
    Die Protestauflösung durch "Polizei" hätte auch in Moskau stattfinden können: Die Bilder sind fast identisch mit denen der OMON Einsatzmilitz, die schon seit fast 20 Jahren die Unzufriedenen auf den Straßen Mütterchen Russlands niederknüppelt.

    Auch dort wird, militärisch organisiert, erstmal provoziert. Egal wie die Menge reagiert wird von der Obrigkeitshörigen "Drushina" zuerst ein Tumult mit wenigen Provokateuren in Polizeiuniform veranstaltet - damit die restliche knüppelnde Masse von Verbrechern in Uniform eingreifen kann. Am Ende geschieht das Übliche: die bedrängte Polizei hat nach nur Minuten Kampf mit der Überlegenen, rasenden Meute triumphiert.

    Das ich so was in Deutschland sehe überrascht mich nicht. Denn mit dem EU Arbeitsmarkt und der Bankkriese driftet die deutsche Gesellschaft immer weiter auseinander. Es sind nicht die Polizisten die Gewalt anwenden - in Wirklichkeit knüppelt eine Klasse mit Macht und Geld die meist ärmere Masse auf der Straße. Für den "Pöbel" gibt es kaum Geld - als Lohn und auch nicht für ihre Kinder in Schulen und Kitas. Und die Einsatztruppen schwingen ihre Knüppel, oft mit dem festen Glauben sich mit ihrem Gehalt und Beruf von der Masse absetzen zu können.