Die Bagger können rollen: Die S21-Gegner haben den Volksentscheid in Baden-Württemberg klar*verloren - für*Ministerpräsident Kretschmann eine herbe Schlappe. Der*Grüne muss nun das Bauprojekt realisieren, das er jahrelang bekämpft hat. Aber ist der Konflikt damit befriedet?
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...800252,00.html
Wie man hier von einer "Kapitulation vor dem Souverän" sprechen kann, ist mir nicht ganz klar. Kretschmann macht das, was ein Regierungschef nach einem Volksentscheid zu tun hat, er setzt den Bürgerwillen um, nicht mehr und nicht weniger.
Tja, die Baudiktatur haben wir in Köln ja beim Tiefbau unter schwarz-gelb in Land und Stadt erlebt. Da war vermutlich auch eine Mehrheit der Kölner zunächst dafür. Dass die Verantwortlichen dann den Bau gegen alle Widerstände durchgezogen haben, trotz jahrelanger enormer Beschädigungen der Gebäude entlang der Strecke bishin zum Einsturz des Archives samt angrenzender Wohnhäuser, das hat meiner Meinung nach viel eher die Züge einer üblen Diktatur.
Erstaunlich, dass es in BaWü nicht genügend empirische Kritiker gibt, denn bekanntlich wurde der Skandal um den Tod zweier Menschen und der Zerstörung der Stadt am 3.3.2009 nie wirklich aufgearbeitet. Ist das Vertrauen z.B. in die Zulassungsverfahren von Tiefbaumethoden oder die ausführenden Firmen dennoch vorhanden, obwohl die Erfahrung negativ ist?
Aber gut, der Souverän hat entschieden, und es muss wohl jetzt gebaut werden. Mir tun die Anwohner der Gigabaustelle leid, müssen sie doch eine Enteignung, ja eine Lebensbedrohung fürchten! Der Souverän verlangt halt Opfer, so ist das in der Demokratie. Ich halte es für vernünftig, sich dem Votum zu fügen und den Bau kritisch zu begleiten, um zu verhindern, dass sich Köln in Stuttgart wiederholt. Und bitte jammert nicht mehr über die Südeuropäer, denn Stuttgart21 zeigt doch die hiesige Verschwendungssucht. Vielleicht sollte Kretschmar die Steuern erhöhen, um das Projekt ordentlich und sicher finanzieren zu können?
[QUOTE=heiko1977;9222498]..tat, sich auf die Summe 4,5 Mrd vom Land festsetzen alles darüber muss die Bahn zahlen. ...QUOTE]Das ganze Projekt soll 4,5 Mrd kosten, nicht der Landesanteil, der leigt so um 1 Mrd!!
Damit sprechen sie den Bürgern die gegen den Ausstieg aus Stuttgart 21 gestimmt haben also die Fähigkeit ab so etwas selbst einzuschätzen. Sehr interessante Einstellung. Ich persönlich hatte seit Beginn der Demonstrationen den Eindrück, dass die Gegner von Stuttgart 21 ein deutlich bessere Plattform in den Medien hatten als die Beführworter. Aber vielleicht ist das nur meine subjektive Wahrnehmung, genau wie es ihre Subjektive Wahrnehmung ist, dass die Beführworter eine stärkere Präsenz in den Medien hatten.
Also ist der Stresstest nicht legitimiert, weil er gezeigt hat, dass Stuttgart 21 leistungsfähiger ist als der alte Kopfbahnhof?! Und weil das das Ergebnis war, was die Bahn gerne gehabt hätte?!
Die Aussage ist nicht ihr Ernst oder?
Gut... ich werde dann bei der nächsten Wahl auch sagen, dass diese nicht legitim ist, weil nicht das Ergebnis raus gekommen ist, was meine Partei die ich wähle gerne gehabt hätte... mal ein bisschen überspitzt formuliert...
Tatsache: Es gab einen unabhängigen Stresstest und fiel positiv für Stuttgart 21 aus.
Pünktlichkeit hat aber nichts mit der Effektivität bzgl dem Stresstest zu tun. Der Stresstest zeigt die Abfertigungsrate von Zügen die bei vollem Betrieb möglich wäre ohne das es zu Verspätungen kommt. Und diese ist bei Stuttgart 21 höher als beim Kopfbahnhof.
Mal überspitzt formuliert: Genau dazu sind aber unsere Steuern da! Um die Infrastruktur des Landes zu verbessern und zu modernisieren. Eine Verteuerung wäre unschön und muss vermieden werden, aber auszusteigen mit dem Argument "Der Bahnhof könnte eventuell Teurer werden als erwartet" ist doch blödsinn. Dann dürfte man nämlich garkein Projekt mehr beginnen, weil die könnten ja alle teurer Werden als erwartet.
Diese Aussage ist in meinen Augen ein Musterbeispiel dafür, dass ein Gegner von Stuttgart 21 einfach keine Argumente mehr hat einfach mal der Mehrheit die Fähigkeit zur mündigen Entscheidung abspricht um so die legitimität einer Abstimmung in Frage zu stellen... Sehr traurig...