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Studium in Singapur: Fast wie Deutschland, nur schneller

Spießerhauptstadt Singapur? Bei seinem Auslandssemester im südostasiatischen Stadtstaat lernte Pascal Geschwill, dass seine*Mitstudenten ganz schön unter Druck stehen. Beim abendlichen Partyspaß aber nehmen sie es mit den berüchtigten Verboten nicht immer*so genau.*

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...798164,00.html
  1. #1

    :)

    Nett geschrieben und teilweise sehr treffend. An die Umgangssprache muss man sich erst gewöhnen, verfällt dann aber auch recht schnell in dieses faule und deswegen so einfach Englisch. SOllte man sich schnellstmöglich wieder abgewöhnen. :)

    Nur den Zusammenhang zwischen da wird bestimmt nichts geklaut und man fühlt sich wie in Deutschland hab ich nicht so ganz verstanden. :D
  2. #2

    Wieso Spießer-Stadt???

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Spießerhauptstadt Singapur? Bei seinem Auslandssemester im südostasiatischen Stadtstaat lernte Pascal Geschwill, dass seine*Mitstudenten ganz schön unter Druck stehen. Beim abendlichen Partyspaß aber nehmen sie es mit den berüchtigten Verboten nicht immer*so genau.*

    http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...798164,00.html
    Singapur hat die meisten Millionäre pro Einwohner! Drei Religionen, die sonst verfeindet sind, leben dort friedlich miteinander! Die Stadt ist innerhalb von 30 Jahren von einer heruntergekommenen brit. Kolonie zur reichsten Stadt der Welt geworden. Die MRT (U-Bahn) ist legendär. Die Sauberkeit und auch die Hygiene sind vorbildlich. Wer fleißig ist, hat große Chancen der Armut zu entgehen.
    Unsd wenn man die hübschen Frauen anschaut: Sexy ist die Stadt auch! Ich bin schon mehr als zehn Mal für mehr als nur 2 Tage in Singapur gewesen und schäme mich immer wieder über die Verwahrlosung des öffentlichen Raumes in deutschen Großstädten. Von Singapur kann man lernen! Vor allem, wie die verschiedenen Ethnien miteinander leben! Und unsere Grünen hätten sicher Ihre Freude daran, wie der Individualverkehr dort limitiert ist!
    Kauri
    P.S. Als Frau kann man (frau) in Singapur nachts bedenkelos durch jeden Park und in jede Ecke gehen!
  3. #3

    Sg

    Ja wirklich, fuer einen Neuankoemmling sachlich ganz gut geschrieben, ohne Uebertreibungen etc. Bin schon 18 Jahre hier und habe erlebt, wie viel liberaler das 'Laendle' geworden ist. Waere das Leben hier nicht so teuer, waere es fast paradiesisch :).
  4. #4

    Teuer?

    Teuer ist wohl doch hauptsächlich der Strom (Klima!) und das eigene Auto. Oder gibt es die supergünstigen Lebensmittel zum Weltmarktpreis nicht mehr?

    Wir haben vor 25 Jahren in Singapore gelebt und ich war seitdem auch gerne wieder dort als Tourist (und würde auch gerne wieder dort leben).
    Enorm, wie sie sich die Stadt gewandelt hat und wie sie gewachsen ist!
  5. #5

    -

    mauimeyer: "Von Singapur kann man lernen!"

    Leider gibt es auch Singapurs Schattenseiten, von denen man nicht lernen sollte:
    - Einparteienstaat (People's Action Party seit 1968 in der Parlamentsmehrheit)
    - Demokratieindex Platz 82 (von 167, 2010)
    - Press Freedom Index Platz 126 (von 178, 2010)
    - Gini-Index (Maß zur Darstellung von Ungleichverteilungen) der Einkommensverteilung bei 47.8 % (CIA World Factbook, 2009),
    wobei 0 % völlige Gleichverteilung und 100 % max. Ungleichverteilung sind. Deutschlands Index liegt im Vergleich dazu bei 27.0 % (2006), Madagaskar liegt bei 47.5 % (2001).

    Sollte der Studi sein Wissen über Land seines Auslandssemesters vertiefen wollen (Campus, Hawker und Clarke Quay sind ja nicht alles), empfehle ich die Bücher von Manfred Kieserling ("Singapur: Metropole im Wandel") und Rolf Jordan ("Singapur: Globale Stadt und autoritärer Staat").
  6. #6

    So ist das Leben in Singapur

    Ich bin in Singapur aufgewachsen und habe in Singapur gelebt bevor ich ende 2008 nach Deutschland kam und Deutsch gelernt habe. Es gibt viele Dinge man von Singapur lernen kann. Schnelligkeit. Sauberkeit. Umweltfreundlich. Aber es ist nicht alles so schön wie man denkt. Es gibt immer die Nachteile.

    Stellen Sie sich vor. Sie sind fertig mit Ihre "Mittelschule" und möchte in Universität studieren. Sie müssen einen Platz in "Pre-university" oder "Polytechnic" bekommen. Sie bekommen einen Platz nur wenn Sie die Prüfung (GCE'O', geprüft in Großbritannien) gut bestanden. Von alle Schule in Singapur, nur 17-20% bekommen einen Platz in Universität in Singapur.

    Der Unterschied zwischen Deutschland und Singapur:
    Man muss alles selbe bezahlen für Bildungskosten. Natürlich ist es möglich finanzielle Unterstützung von Firmen zu bekommen wenn man sehr intelligent ist aber nach dem Studium muss man für die Firma arbeiten für 2-6 Jahren (ohne Kündigungsrecht). Die Kosten für Studium in Universität in Singapur sind sehr hoch. Ich weiß nicht wie viel kostet es jetzt aber in zwischen 1997 und 2000 pro Semester hat mehr als ein paar tausend Euro.

    Obwohl man muss viel lernen in Singapur, verdient man nicht viel und in meine Meinung es ist zu wenig. Mit einkommen rund 2500 Singapur Dollar (ungefähr 1470 Euro) kann man eine Wohnung für sich selbst nicht wirklich leisten. Meistens wohnen wir mit Familie. Dazu es ist nicht einfach eine Wohnung zu kaufen. Wohnung die von private Firmen gebaut sind, sind zu teuer. Der Staat bietet auch Wohnungen aber man muss entweder verheiratet sein oder über 35 Jahre alt bevor man kaufen darf.

    Ich bin auf der Meinung dass Kinder in Europa schönerer Kindheit als wir in Singapur haben. Ich erinnere mich an meine Cousine. Als Sie in Kindergarten (5 Jahre) war, müssen Sie mit dem Computer arbeiten. Nach der Schule müssen Sie zur Ballet-klasse und anderen Kurs. Warum machen die Eltern so in Singapur? Wenn man nicht ausgebildet sind, bekommt man kein Job und auch kein arbeitsloses Geld. Wenn mann sein Job in Singapur verliert, es ist besonder schwer wenn er oder sie mehr als 35 Jahre alt ist. Die Ausnahme, wenn er oder sie ein Ausländer sind.

    Singapur kann auch lernen von Deutschland und nicht nur in der andere Richtung.

    Ashar Abdullah
    Mein Hobby: www.estevo.de
  7. #7

    Singapur, fast wie Deutschland, aber ganz anders

    So, ich möchte mich hier auch mal zu Wort melden. Ich hab die letzten 7 Monate in Singapur gelebt und bin erst seit einem Monat wieder in Deutschland.
    Zuerst einmal was Deutsche und Singaporeans gemeinsam haben, ist der Leistungsgedanke und die Strebsamkeit. Die Singaporeans sind (vor allem für Süd-Ost-Asiatischen-Verhältnisse) ein wahnsinnig fleißiges Volk! In meinen Augen sind sie die deutschen SEA´s, da sie durch Fleiß und Überbürokratie geprägt sind.
    Die Leistungsgesellschaft an sich ist genauso wie bei uns erdrückend, nur das es ein Drahtseilakt ohne (staatliches) netz und doppelten Boden wie bei uns ist.

    Der Rest ist eigentlich nicht vergleichbar, Singapur ist in seinem Lebensstandard (in der Innenstadt) weit über unserem in Deutschland. In den Randgebieten (reinen Wohngegenden) fühlt man sich hingegen eher wie in Südeuropa, da alles ein wenig verfallener und einfacher ist.

    Das Singapur sauber und sicher ist, ist richtig und das ist zwar nicht immer einfach für das Individuum, aber schön für das kollektiv.

    Negativ sind natürlich die Pressezensur, das Einparteiensystem und vor allem das allgemeine Preisniveau. Wobei das Preisniveau abgesehen von total überteuerten Mietpreisen nur für Luxus so hoch ist. Essen ist in Singapur z.B. bis auf Importwaren (zu denen alle Milchprodukte zählen) sehr sehr günstig. Auch Kleidung (asiatische Brands) sind durchaus gut erschwinglich. Wo es dann doch fast krank ist, ist wenn es ans Auto fahren (Autopreis, Kfz-Zulassung), ans weggehen oder an die besagten Milchprodukte geht. Ein 10 € Bier oder 15 € Jacky-Cola sind in den Clubs hier nichts Unnormales....

    Trotzdem muss man auch Dinge wie die kulturelle Vielfalt, das fantastische Essen (malaysisch, indisch, chinesisch), die wärme und die tolle moderne Innenstadt hervorheben.

    Auch vom menschlichen Aspekt her sind viele Singaporeans sehr weltoffene, hilfsbereite und freundliche Menschen. Man muss allerdings hier von einem gewissen Materialismus absehen. Nicht selten ist als weiser die zweite frage beim Kennen lernen ob man denn ein Expad-Gehalt bezieht (was deutlich höher als die örtlichen Gehälter ist).

    Die teilweise drakonischen strafen des Staates sind in Singapur nötig um das harmonische Zusammenleben der 3 großen Bevölkerungsschichten zu ermöglichen. Blickt man in die Geschichte zurück gab es dort früher sehr oft Rassenkämpfe, die heute zum glück nicht mehr möglich sind.


    Alles in allem können wir von den Singaporeans die Harmonie der Mischkulturen und ein wenig mehr Ruhe im Alltag lernen. Die Singaporeans wiederum könnten sich von uns die Pünktlichkeit und Genauigkeit in manchen dingen auch gerne abkupfern.

    Singapur an sich ist ein (schwer kapitalistisches) Traumland mit einer Regierung die im Einparteiensystem macht was sie will und die Bürger durch zensierte Medien an der kurzen Leine hält. Kann man dass Akzeptieren, gibt es keinen schöneren Fleck auf unserer Erde.

    Achja, kleine Anmerkung zum Artikel noch, sag lieber nicht zu einem Singaporean das er "Kiasu" ist, dass ist negativ angehaucht und steht nicht für Leistungsbereitschaft sondern fürs Vordrängeln und Habsucht, da der Singaporean überall der erste sein muss......
  8. #8

    Hm...

    Zitat von ashar Beitrag anzeigen
    ... Ich erinnere mich an meine Cousine. Als Sie in Kindergarten (5 Jahre) war, müssen Sie mit dem Computer arbeiten. Nach der Schule müssen Sie zur Ballet-klasse und anderen Kurs. Warum machen die Eltern so in Singapur? Wenn man nicht ausgebildet sind, bekommt man kein Job und auch kein arbeitsloses Geld. Wenn mann sein Job in Singapur verliert, es ist besonder schwer wenn er oder sie mehr als 35 Jahre alt ist.
    Das ist vielen Ländern nicht anders.
    Meine Tochter nimmt auch Ballet- und Karatekurse und ab übernächstem Jahr (Kindergarten III) gibt es auch Computer in der Schule, wie auch Schreibschrift (Druckschrift lernen sie ab diesem Jahr) und das muss auch alles aus dem eigenen Geldbeutel bezahlt werden.

    Als mein Vater in S'pore arbeitete, mussten Ausländer entweder besonders spezialisiert sein oder 1 Million USD im Land investieren, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Sobald der Arbeitsvertrag vorbei war, musste der Ausländer innerhalb kurzer Zeit das Land verlassen.

    Ich bin der Ansicht, dass Arbeitslosengeld auch negative Seiten für eine Gesellschaft haben kann, besonders, wenn es attraktiver ist, zuhause zu bleiben als zu arbeiten. Es muss eine Balance geben zwischen der steuerzahlenden Bevölkerung und den Empfängern staatlicher Hilfen.


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