Studieren mit Kind: Märchenstunde statt Mensaparty

dapdKind plus Studium, passt das? Werdende Eltern sollten sich früh erkundigen, wie sich Baby und Hörsaal am besten vereinbaren lassen. Professoren gewähren oft Aufschub, sofern sie Bescheid wissen. Zudem gibt es viele finanzielle Hilfen - nur kennen viele Studenten die nicht.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...857190,00.html
  1. #1

    Zitat von Artikel
    Nach der Geburt stehen der jungen Familie Elterngeld und Kindergeld zu. "Bafög-Empfänger können versuchen, nach der Regelstudienzeit eine Verlängerung der Förderungshöchstdauer zu beantragen. Hier empfiehlt sich die Beratung im Bafög-Amt", sagt Manuela Lang.
    Hier hätte der Artikel bitte etwas Klarheit bringen können, s. z. B.:

    http://www.bafoeg.bmbf.de/_media/merkblatt_kinder.pdf
    Als "angemessen" im Sinne des § 15 Abs. 3 Nr. 5 BAföG werden folgende Verlängerungszeiten für Schwangerschaft und Kindererziehung angesehen:
    1. für die Schwangerschaft: 1 Semester,
    2. bis zu Vollendung des 5. Lebensjahres des Kindes: 1 Semester pro Lebensjahr,
    3. für das 6. und 7. Lebensjahr des Kindes: insgesamt 1 Semester,
    4. für das 8. bis 10. Lebensjahr des Kindes: insgesamt 1 Semester.
    Aber nur unter Vorbehalt! Die Voraussetzungen dazu stehen in o. g. Merkblatt - insbesondere für Väter.

    Zitat von Artikel
    Gehe man hingegen länger in Elternzeit und pausiere mit dem Studium, könne man unter Umständen Leistungen aus dem Arbeitslosengeld II beziehen.
    Hier sollte aber noch gesagt werden, dass dann ein erneuter Einstieg im Studium oft wieder beim 1. Semester beginnt. Hier sollte man dringend beim Prüfungsamt nachfragen und sich ggf. die bestandenen Prüfungen, Praktika, usw. schriftlich geben lassen.
  2. #2

    Elterngeld?

    Und wie läuft das dann zusätzlich mit dem Elterngeld? Oder gibt es überhaupt ein "zusätzlich"? Habe in diesen Rechner Elterngeldrechner zwar alles eingegeben, und auch ein Ergebnis erhalten, aber fraglich ist jetzt eben, ob ich das auch zum BAföG kriegen würde... und wenn man BAföG erhält, kriegt man dann auch Vergünstigungen bei der Kinderbetreuung in der Uni? Oder generell zur Kinderbetreuung?? Es sind echt tausend Fragen die sich da stellen. Trotzdem Danke für den Artikel! Kommt mir genau recht :)
  3. #3

    Märchenstunde

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kind plus Studium, passt das? Werdende Eltern sollten sich früh erkundigen, wie sich Baby und Hörsaal am besten vereinbaren lassen. Professoren gewähren oft Aufschub, sofern sie Bescheid wissen. Zudem gibt es viele finanzielle Hilfen - nur kennen viele Studenten die nicht.

    Ratgeber zum Studium mit Kind: Tipps für junge Eltern - SPIEGEL ONLINE
    Dieser Artikel ist eine Märchenstunde, die Bemühungen der Universitäten um Familienfreundlichkeit sind oftmals nur ein Feigenblatt.
    Meine Frau studiert im 5. Semester Soziale Arbeit. In diesem Semester wird kein einziges Pflichtseminar/ -vorlesung vormittags angeboten. Wie soll das mit den Kindergartenzeiten korrespondieren. Bei Nachfrage im Studierendensekretäriat bekam sie die Antwort, dass das Vollzeitstudium sowieso nicht für Mütter gemacht wäre, sie könnte ich ja in Teilzeit einschreiben.
    Wenn ich nicht so einen kulanten Arbeitgeber hätte (inkl. Gleitzeitregelung) wäre das Studium nicht zu stemmen.
  4. #4

    Eltergeld etc.

    @ kaddle:
    Ja, Du bekommst Elterngeld über das Bafög hinaus. 300 Euro und falls du ein Kind unter 3 Jahren hast, bekommst Du für das 2. Kind 370 Euro. 12 Monate lang.

    Dazu bekommst du 113 Euro Kinderzuschlag vom Bafögamt. Zusätzlich pro Lebensjahr des Kindes ein rückzahlungsfreies Zusatzsemester Bafög. Außerdem kannst Du zusätzlich je nach Studentenwerk kostenloses Essen in der Mensa für Dein Kind beantragen. Kinderbetreuung wird zumindest bei uns an der Krippe des Studentenwerks nach dem Gehalt der Eltern berechnet. Wir sind beide Studenten und zahlen deswegen für einen Ganztagsplatz für unser Kind 50 Euro im Monat (den muss man auch nicht ganztags nutzen). Die Krippenkosten können übernommen werden, wenn du nach einem Antrag auf Wohngeld und auf Kinderzuschlag insgesamt immernoch 'zu wenig' Geld zum Leben hast. Also Du musst für die Übernahme wohngeldberechtigt sein und darfst nicht den Höchstsatz von 140 Euro Kinderzuschlag bekommen. Das Essen in der Krippe wird bei Bedarf meist auch zu 2/3 übernommen.
    Alles in allem hat man mit einem Kind im Studium kein finanzielles Problem, wenn die eigene Versorgungslage geklärt ist, d.h. wenn man Bafög, oder Unterhalt von den Eltern bekommt.

    Und nun allgemein:
    Mein Mann und ich haben seit dem 5. Semester einen Sohn und bekommen gerade unser zweites Kind. Wir schließen diese Woche unser ingenieurwisenschaftliches Studium ab und das ohne besonders schlechte Noten und auch nicht mit extremer Verlägerung der Studienzeit.
    Ein Kind im Studium sollte vielleicht nicht immer als große Besonderheit angesehen werden, denn das verschreckt glaube ich eher, als dass es dazu motiviert Kinder in dieser Zeit zu bekommen. Man muss sich darüber im klaren sein, dass ein Kind im Studium zu bekommen zwar recht zeitaufwendig ist und viel organisatorisches Talent erfordert. Allerdings ist es keinesfalls unmöglich auch mit Kind ein Studium in Regelstudienzeit abzuschließen ohne das Kind oder das Studium zu vernachlässigen.
    Der einzige Nachteil, den ich während meiner Studienzeit mit Kind erkennen musste, ist dass die Kinderlosigkeit der meisten Mitstudenten und jungen Unimitarbeiter dazu führt, dass einem unbewusst diverse Stolpersteine in den Weg gelegt werden. Dieses Problem würde sich allerdings von selber lösen, wenn es mehr studentische Eltern gäbe. :)
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kind plus Studium, passt das? Werdende Eltern sollten sich früh erkundigen, wie sich Baby und Hörsaal am besten vereinbaren lassen. Professoren gewähren oft Aufschub, sofern sie Bescheid wissen. Zudem gibt es viele finanzielle Hilfen - nur kennen viele Studenten die nicht.

    Ratgeber zum Studium mit Kind: Tipps für junge Eltern - SPIEGEL ONLINE
    Die werdenden oder schon gewordenen Eltern sollten sich aber nicht nur bei der Uni-Verwaltung oder dem Studentenwerk erkundigen, sondern auch bei ihrer Studierendenvertretung.
  6. #6

    zu viel in zu kurzer Zeit

    Das Problem ist einfach, dass man alles gleichzeitig unter einen Hut bekommen muss: Studium oder Berufseinstieg, Kind bekommen, Zeit für Partner und Familie, Freunde und gleichzeitig Karriere machen. Die Zeit zwischen 25 und 40 wird zur "Rushour des Lebens" Hier ist ein sehr interessanter Artikel zu dem Thema http://www.atkearney361grad.de/2012/09/25/was-zu-tun-ist-01-entzerrung-der-rush-hour-des-lebens/
  7. #7

    Liebe Frau da Silva,

    bitte fangen Sie doch endlich an, zu gendern! Das gilt auch für Ihre KollegInnen. "Studierende" ist ein völlig gebräuchlicher Begriff an der Universität und in der Bildungs- und Wissenschaftspolitik und sollte auch beim Spiegel selbstverständlich sein! Und wenn nicht Studierende, dann doch bitte wenigsten Studentinnen und Studenten!