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Studieren im Elendsviertel: Raubzüge auf dem paradiesischen Campus

Mit Messern oder Schusswaffen lauern Banditen den Studenten im brasilianischen Salvador da Bahia auf, oft wegen einem Handy oder einem Paar Markenturnschuhe. Sie kommen aus der benachbarten Favela,*sind zu allem bereit - und machen die Uni zu einer der gefährlichsten der Welt.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...743986,00.html
  1. #1

    Gefährlichster Artikel von Spiegel Online

    Also man muss das mal relativieren finde ich.
    Ich habe selber in Brasilien studiert und kenne das Problem und möchte Brasilien auch nicht mit Deutschland gleichstellen.

    Aber wer in Deutschland an den Schulen und Universitäten einemal nachfragt wem schon etwas geklaut wurde oder wer räuberisch erpresst wurde, der wird ähnliche Geschichten hören.
    Macht das unsere Schulen/Unis zu den Gefährlichsten der Welt?
  2. #2

    ..

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit Messern oder Schusswaffen lauern Banditen den Studenten im brasilianischen Salvador da Bahia auf, oft wegen einem Handy oder einem Paar Markenturnschuhe. Sie kommen aus der benachbarten Favela,*sind zu allem bereit - und machen die Uni zu einer der gefährlichsten der Welt.
    http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...743986,00.html

    Naja, als ob es in Bahia wirklich Probleme geben würde
    im Gegensatz zu Rio, Sao Paulo oder Recife..(Sarkasmus off)

    Aber über ein Phänomen gibt uns der Artikel nicht richtig Auskunft - warum treibt es wohl die besser situierten Mittelstands bis Oberschichtkinder mit ihren Markensneakern und ihren Multimediahandys in eine staatliche Uni, teils in Farvelanähe ?

    Und die Unterschichtler mühen sich ab an Privatunis die Sie oder die Angehörigen über Jahre finanzell ausblutet und Sie zu 3-4 Nebenjobs zwingt ?
    Geändert von ( um Uhr)
    Mit schönen Grüssen aus Hamburg/Barmbek
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  3. #3

    Es ist schon ein Unterschied

    Zitat von virgulinho Beitrag anzeigen
    Also man muss das mal relativieren finde ich.
    Ich habe selber in Brasilien studiert und kenne das Problem .....
    Es ist schon ein Unterschied, ob man beklaut oder erpresst wird oder ob man wegen ein paar Turnschuhen getötet wird...
  4. #4

    Zahlensalat???

    Sortieren wir das mal...
    Also... weit über 100 Fälle jährlich, etwa täglich einer... Macht bei maximal 200 Uni-Tagen vielleicht 200.

    Bei 28000 Studenten, pro Überfall vielleicht im Schnitt 2 Opfer, macht das also eine Chance von 1/14.000, an einem Tag beklaut zu werden. Rechnet man je Student im Schnitt 5 Jahre à 200 Sudientage, ist die Chance, überfallen zu werden, etwa 1/14 (für das gesamte Sudium).
    Selbst wenn man die Zahlen ein wenig links- oder rechtsherum massiert, dürften die meisten Studenten ungeschoren durch ihr Studium kommen.
    Ich war selbst 3 Jahre und 8 Monate in Brasilien und wurde genau einmal überfallen, als ich mich wirklich dämlich verhalten habe und die Sprache noch nicht sprach. Schaden: 7 Euro (20 R$). Wieder mal viel Panikmache um ein reales (aber kleines) Problem.
  5. #5

    Ob das so ist ?

    [QUOTE
    Aber über ein Phänomen gibt uns der Artikel nicht richtig Auskunft - warum treibt es wohl die besser situierten Mittelstands bis Oberschichtkinder mit ihren Markensneakern und ihren Multimediahandys in eine staatliche Uni, teils in Farvelanähe ?
    Und die Unterschichtler mühen sich ab an Privatunis die Sie oder die Angehörigen über Jahre finanzell ausblutet und Sie zu 3-4 Nebenjobs zwingt ?[/QUOTE]

    Man muss eben nur die Aufnahmepruefung (Vestibular) bestehen. Gerade an den UF´s sind relativ viele Studenten aus den unteren Schichten.
    Das Problem ist, dass das depperte Papasoehnchen halt eine faculdade particular (teuer) besucht um dann z.B. doch Richter zuwerden ;-)

    Zum Thema Ueberfaelle: Die gab es leider schon immer. Der Unterschied ist, dass man jetzt so einen durchgeknallten Crackhead vor sich hat. Diese Drecksdroge ist zur Epidemie hier in Brasilien geworden.
    Waere mal eine Story wert oder?

    Gruesse aus Minas
  6. #6

    ,,

    Zitat von ratinhomineiro Beitrag anzeigen
    Man muss eben nur die Aufnahmepruefung (Vestibular) bestehen. Gerade an den UF´s sind relativ viele Studenten aus den unteren Schichten.
    Das Problem ist, dass das depperte Papasoehnchen halt eine faculdade particular (teuer) besucht um dann z.B. doch Richter zuwerden ;-)
    Darauf wollte ich mehr oder weniger hinaus. Allerdings ist meine Erfahrung, d.h. die meiner Frau und deren Familie das Papasöhnchen dank ausreichend finanziellen Backgrounds sich eine reichhaltige Nachhilfepaukerei leisten kann und dadurch locker die Vestibular besteht, im Gegensatz zu dem der sich diese Kurse eben nicht erlauben kann.

    Also genießen, dank der tollen Erfindung der Aufnahmeprüfung die gut situierten Sprößlinge einen schönen und billigen Abschluss an einer öffentlichen Uni.



    Zitat von ratinhomineiro Beitrag anzeigen
    Zum Thema Ueberfaelle: Die gab es leider schon immer. Der Unterschied ist, dass man jetzt so einen durchgeknallten Crackhead vor sich hat. Diese Drecksdroge ist zur Epidemie hier in Brasilien geworden.
    Waere mal eine Story wert oder?
    Gruesse aus Minas

    Nö ( Sarkasmus), dem Spiegelfeuilleton war schon Tropa de Elite zu drastisch.

    http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,640250,00.html
    Geändert von ( um Uhr)
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  7. #7

    unterschied

    Es ist schon ein Unterschied, ob man beklaut oder erpresst wird oder ob man wegen ein paar Turnschuhen getötet wird...
    Wie kommen Sie darauf das jemand getötet wurde? In dem Artikel geht es um Raub/Diebstahl.

    Man wird auch in Brasilien wenn man sich richtig verhält nicht für ein paar Turnschuhe getötet.

    Um damit wieder zum entscheidenden Punkt zu kommen... die gefährlichste Uni der Welt?

    Also ich würde ohne Problem an der UFBA studieren aber hätte bedenken irgendwo an der Elfenbeinküste.
  8. #8

    Klischee olé

    Da muss also wieder mal ganz tief in die Klischeekiste gegriffen werden, damit sich ein Artikel zu Brasilien "verkaufen" lässt.

    Alleine der Einstieg in den Text ist schon purer Boulevardjournalismus, den man vielleicht in einem Käseblatt erwarten würde, jedenfalls nicht im Spiegel:

    "Mit Messern oder Schusswaffen lauern Banditen im Dickicht den Studenten auf, und für ein Paar Nikes sind sie zu allem bereit - die Hochschule im brasilianischen Salvador da Bahia ist eine der gefährlichsten der Welt."

    Aha. Hier wird also suggeriert, dass praktisch hinter jedem Busch eine bis an die Zähne bewaffnete Bande lauert und einen Studenten nach dem anderen ausraubt. Außerdem ist der Verfasser sich seiner Sache so sicher, dass er sich gleich zu den ganz großen Superlativen hingezogen fühlt.

    Techniken der (maßlosen) Übertreibung und der Verzerrung der Wirklichkeit beherrscht der Autor jedenfalls. Leider fehlt dagegen völlig eine sachliche, seriöse, ausgewogene Darstellung der Situation. Besitzt der Autor irgendwelche Daten, Fakten, Zahlen, die auch nur annäherungsweise andeuten, dass Salvador zu den gefährlichsten Hochschulen der Welt (!) zählt? Es handelt sich hier um nichts weiter als um eine hohle Behauptung aus dem Bauch heraus. Mit anderen Worten: Heiße Luft.

    Erwähnt der Autor, dass sich die Uni aus mehreren Campusflächen zusammensetzt, die sich über das gesamte Stadtgebiet verteilen? Nein, es wird suggeriert, dass das Gelände ein einziger tropischer Garten sei, in dem die Affen herumspringen. Klischee-Alarm hoch zwei!

    Viele Fakultäten der UFBA, wie Jura, Medizin, Ingenieurwissenschaften oder BWL, befinden sich in Mittelschicht-Vierteln wie Graca, Vale do Canela oder Federacao, wo die Sicherheitslage in keinster Weise dem Beschriebenen entspricht und wo auch keine Äffchen auf den Wegen herumspringen. Darauf geht der Autor mit keinem Wort ein.

    Sicher sind in Brasilien, wie in fast ganz Lateinamerika, immer noch eine Reihe gesellschaftlicher und sozialer Herausforderungen zu lösen, dazu zählen unbestritten auch die - trotz etlicher Fortschritte in den letzten Jahren - immer noch zu hohen Kriminalitätsraten. Bei der Berichterstattung jedoch nur um der reißerischen Schlagzeilen willen auf einem Auge wegzuschauen, Tatsachen auszublenden und unbewiesene Superlative vorzugaukeln ist kein guter journalistischer Stil.

    Ein derartig unreflektierter und einseitiger, lediglich auf Klischees beruhender Artikel verwundert besonders aus der Feder von jemandem, der auf seiner Homepage angibt, wie fasziniert er von "dem schönen Land Brasilien" ist, wo er sogar studiert und ein Praktikum absolviert hat. Dort (auf der Homepage) wird in höchsten Tönen geschwärmt von der Mischung der Kulturen, dem Essen, der Musik, dem Tanz, der Kunst und natürlich den wunderbaren Menschen, die er als so herzlich und offen erlebt hat.

    Schade, dass dem Leser die Gründe für diese Begeisterung ganz und gar vorenthalten werden. Dass auch die Brasilianer selber aufgrund ihrer sozialen Situation nicht den ganzen Tag Trübsal blasen, weiß der Autor auch.

    Letztlich bleibt leider der Verdacht stehen, dass hier jemand nichts Besseres zu tun weiß, als sich mit Klischees und abenteuerlichen Behauptungen auf Kosten Brasiliens persönlich zu profilieren. Schade.


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