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Studienplatzvergabe: Bildungsministerium hält an Pleite-Portal fest

DPAEin bundesweites Portal sollte das Chaos bei der Studienplatzvergabe beenden. Doch die große Vision schrumpfte zur Mini-Version - trotzdem hält das Bildungsministerium daran fest, wie aus einem internen Papier hervorgeht. Katastrophal, findet die Opposition.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...843397,00.html
  1. #1

    Blick in die Vergangenheit

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein bundesweites Portal sollte das Chaos bei der Studienplatzvergabe beenden. Doch die große Vision schrumpfte zur Mini-Version [...]Studienplatzvergabe: Bildungsministerium bleibt bei Einschreibe-Portal - SPIEGEL ONLINE
    Beim Blick in die Vergangenheit fällt einem auf, dass es so ein "Portal" schon mal gab - das nannte sich "ZVS", hatte ein echtes Portal zum Durchschreiten in Dortmund und komischerweise klappte da für eine ganze Menge Studiengänge, was heute einfach nicht funktionieren will: man bewarb sich mit bis zu 7 Wunschhochschulen im Antrag dort und erhielt dann nach Verfügbarkeit meistens an einer der bevorzugten Unis einen Platz basierend auf abiturnote und weiteren Sozialkriterien. Nicht angetretene Plätze wurden in Nachrückverfahren so vergeben, dass selbst 2. Nachrücker noch eine Chance im 1. Semester hatten. Sicherlich war das kein perfektes Verfahren, aber im Gegensatz zu diesem heutigen Krampf hatte es einen Vorteil: es funktionierte zuverlässig! - Aber die ZVS war ja böser "Sozialismus", also musste sie abgeschafft werden. Was bin ich froh, mich heute nicht mehr in dieses Chaos stürzen zu müssen...
  2. #2

    Irrwitz

    Es ist der absolute Irrwitz, ein zentrales System schaffen zu wollen, das sich an zig verschiedene individuelle Hochschulssysteme anpasst. Hier gibt es nur 2 vernünftige Ansätze. Entweder man überlässt den Hochschulen die Auswahl und beschränkt sich zentral auf den Austausch der Daten, welche Person wo einen Studienplatz erhalten hat. Also: Student registriert sich zentral und erhält eine Datensatznummer, mit dieser Meldet er sich an Hochschule xy, die die bereits hinterlegten Personendaten zentral abfragt und bei sich einpflegt, dann entscheidet xy über die Vergabe eines Studienplatzes und meldet dies zentral, dort wird bekannt dass Student einen Platz an xy, z1, z2 und z3 erhalten hat. Student musste mit jeder Bewerbung zentral seine Priorität bekannt geben. Das Angebot hochster Priorität wird gehalten, der Rest an die Hochschulen zurückgegeben. Diese geben kurze Zeit später die Nachrücker bekannt. Gleiches Spiel. Hat Student jetzt ein Angebot höherer Priorität erhalten, wird dieses gehalten und das bereits gehaltene zurückgegeben. Das macht man ein paar Durchgänge lang. Wer einen Studienplatz höchster Priorität erhalten hat, fällt aus dem Verfahren raus. Die Hochschule, die alle möglichen Plätze fest vergeben hat, fällt vorläufig aus dem Verfahren raus. Irgendwann ist alles besetzt und bleibt nur noch das übliche Nachrückerverfahren für die Fälle, in denen Studenten ihr Studium nicht antreten. Aber das ist dann nur ein Platz an einer Hochschule, der nachbesetzt werden kann und keine zig wegen Mehrfachzusagen. ODER Variante 2: alles läuft über eine Zentrale und die Hochschulen haben sich dem anzupassen. Keine Gnade für exotischen Sonderkram der Hochschulen sondern einmal klar definierte Parameter und Ende Gelände. Halt Zentralismus. Dazwischen muss man sich entscheiden. Ein sowohl-als-auch ist immer tödlich. Das kann man sich politisch denken und wünschen, aber technisch nur mit riesigem Aufwand realisieren. Die Fehlerquellen werden wegen der Komplexität so gigantisch, dass man am Ende oft scheitert, weil keiner mehr durchblickt und einfach viel zu viel voneinander abhängt. Das arbeitsteilige Verfahren vom Typ 1, dezentrale Vergabe und zentraler Abgleich, kann von jedem mittelmäßig begabten Programmierer in kurzer Zeit realisiert werden. Die zentralistische Variante ist teuer, aber machbar. Und der Mischmasch ein Irrwitz was Kosten und Erfolgsaussichten angeht. Ein systemtheoretischer Anfängerfehler, sich auf sowas einzulassen.
  3. #3

    Die Kraft des Aussitzens

    An einen Fehler muss man so lange festhalten, bis man ganz sicher ist, dass er wirklich auch einer ist.
  4. #4

    Kohärentes System

    Warum sollte etwas funktionieren, wo doch das ganze Bildungssystem eine einzige Katastrophe ist. Insofern ist dieses Erscheinungsbild nicht zufriedenstellend, aber durchaus passend.
    Im Übrigen war in Deutschland kaum ein größeres IT-Projekt jemals erfolgreich und nichts hat Konsequenzen.








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