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Studienanfänger-Tagebuch: Vergiss die Regelstudienzeit

Was macht man mit Bachelor einer Geisteswissenschaft? Irgendwas mit Medien. Oder den Master. Steile Karriereplanung klingt anders - aber Larissa, Fabienne und Marc haben eigene Pläne. Hetzen lassen wollen die Erstsemester-Kolumnisten sich nicht und suchen nach Sinn und Spaß im Studium.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...811281,00.html
  1. #1

    Immer die gleichen Studenten bei SPON

    Alle Artikel von/über Studenten bei SPON kommen von / beziehen sich auf Geisteswissenschaftler. Das hängt wohl damit zusammen, dass sich die SPON-Redaktion daraus zusammensetzt.
    Ein akkurates Bild des Studentenlebens ergibt sich damit aber nicht. Es hat einen Grund, dass Naturwissenschaften immer mehr Zulauf erfahren und bei Förderprogrammen Priorität erhalten.
    Wenn ich nur nach meinen Präferenzen gegangen wäre, hätte ich kein Elektrotechnik studiert. Allerdings möchte ich später auch (m)eine Familie stützen können. Ausschließlich nach seinen Präferenzen zu gehen ist für mich auch eine Form des Egoismus. Im Leben ist der liebste Weg an vielen Stellen nicht der beste.
  2. #2

    Berufsausbildung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was macht man mit Bachelor einer Geisteswissenschaft? Irgendwas mit Medien. Oder den Master. Steile Karriereplanung klingt anders - aber Larissa, Fabienne und Marc haben eigene Pläne. Hetzen lassen wollen die Erstsemester-Kolumnisten sich nicht und suchen nach Sinn und Spaß im Studium.

    Studienanfänger-Tagebuch: Vergiss die Regelstudienzeit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Ein Studium ist in erster Linie eine Berufsausbildung. Das Humboldtsche Ideal der akademischen Bildung als Selbstzweck ist Geschichte.

    Insofern finde ich es ärgerlich, wenn junge angehende Alademiker keinen Plan haben, was sie mit ihrem Studium anfangen wollen.
    Wenn Studien nicht von der Allgemeinheit gesponsort würden, könnte es mir ja egal sein, aber so ärgere ich mich über eine planlose Vergeudung von Steuergeldern.
    Was zum Teufel will eine junge Frau mit katholischer Theologie anfangen?
    Päpstin werden?
    Das gibt es nur im Buch oder Kintopp!
    Mensch Mädchen, studier was Ordentliches und beschäftige dich in deiner Freizeit mit Theologie!
  3. #3

    Ich finde es mutig und gut …

    Zitat von holyfetzer86 Beitrag anzeigen
    Alle Artikel von/über Studenten bei SPON kommen von / beziehen sich auf Geisteswissenschaftler. Das hängt wohl damit zusammen, dass sich die SPON-Redaktion daraus zusammensetzt.
    Ein akkurates Bild des .....
    … was die jungen Leute da antreibt, in die Geisteswissenschaften zu gehen und nach ihren INTERESSEN zu studieren – meine studentische Vita vor 20, 30 Jahren war so turbulent und überhaupt nicht zielgerichtet, dass es wohl auch daran lag, warum ich mich heute so sauwohl in meinem Job fühle – als Journalist, Fotograf, Printproduktioner, Redakteur …

    Selbst jetzt mit fünfzig Jahren verliere ich kaum einen Tag die Leidenschaft für meinen Beruf – ganz im Gegenteil, der Wille und der Wunsch, jeden Tag dazuzulernen, sich weiterzuqualifizieren, neue Projekte zu entwickeln und einfach mal etwas zu riskieren im Leben, diese Herangehensweise ans Leben hat sich bei mir eher noch verstärkt.

    Heute etwa habe ich nach 17 Stunden Arbeit (die ganze Woche war so) vor knapp einer Stunde die letzte Seite unseres monatlichen Dorfblattes gebaut – jetzt noch ein Schlückchen Grauburgunder, drei Zigaretten und dann schnell schlafen – morgen früh um neun kommt mein Verleger zum Korrekturlesen, um zehn müssen die Daten in der Druckerei sein.
    Klingt heftig, aber ich liebe meinen Beruf, weil ich mir auch Auszeiten nehmen kann.
    Ein Tipp für die Journalismus-Interessierten oder generell alle, die »irgendwas mit Medien« machen wollen:
    Eignet Euch die technischen Fähigkeiten zur Medienproduktion an –
    das ist immer ein sicherer Plan B, um Geld zu verdienen.
    Mediengestalter nennt sich der Ausbildungsgang heute, ich habe mir es noch autodidaktisch beigebracht in den letzten 18 Jahren.

    Tipp zwei: schnuppert rein in die Berufswelt, geht jobben, wo es nur möglich ist! Vom Drecksjob im Hafen über Arbeiten auf dem Bau bis hin zu Labortätigkeiten in der Chemiebranche habe ich so ziemlich alles mitgenommen, was sich an Erfahrungsmöglichkeiten außerhalb der Uni anbot – davon profitiere ich heute noch, weil ich das Sujet, über das ich oft schreibe (die Menschen um mich herum), einfach genauer kennengelernt habe, etwa in ihrer eigenen Arbeitswelt.

    Es lohnt sich immer, über den Tellerrand zu blicken – das erhöht die Fähigkeit zur kritischen Reflexion.
    Den jungen Studenten wünsche ich alles Gute auf ihrem Weg durch das Abenteuer »Leben«!
  4. #4

    Es war einmal,

    dass nur 2% eines Jahrgangs einen akademischen Abschluss hatten. Damals war der Praktiker gefragt. Und es waren die Zeiten des Wirtschaftswunders. Heute hat etwa ein Drittel eines Jahrgangs einen akademischen Abschluss, und es geht bergab und bergab und immer weiter bergab.
  5. #5

    Mal billig Dampf ablassen?

    Zitat von lorn order Beitrag anzeigen
    Ein Studium ist in erster Linie eine Berufsausbildung. Das Humboldtsche Ideal der akademischen Bildung als Selbstzweck ist Geschichte.

    Insofern finde ich es ärgerlich, wenn junge angehende Alademiker keinen Plan haben, was sie mit ihrem Studium anfangen wollen.
    Wenn Studien nicht von der Allgemeinheit gesponsort würden, könnte es mir ja egal sein, aber so ärgere ich mich über eine planlose Vergeudung von Steuergeldern.
    Was zum Teufel will eine junge Frau mit katholischer Theologie anfangen?
    Päpstin werden?
    Das gibt es nur im Buch oder Kintopp!
    Mensch Mädchen, studier was Ordentliches und beschäftige dich in deiner Freizeit mit Theologie!
    Das heutige Bologna-Studium Bachelor/Master ist doch kein Studium, sondern bloßer Zeitgeist. Kostenoptimiert und mit dem Ziel der Auslese. Scheine, Stempel, schnell schnell. Dazu passt dann auch Ihre Sichtweise auf einige Geisteswissenschaften. Kostenanalyse und welcher Gewinn kann damit erzielt werden? Wenn für die Rechenschieber auf den ersten Blick keine geldwerte Validität erkennbar ist, dann ist das natürlich Unsinn und Steuergeldverschwendung und die Menschen die das lehren und studieren sind Parasiten. Diese Geisteshaltung erklärt viele Probleme, die wir heute haben.
  6. #6

    Zitat von Marc im Apothekervergleich
    Meine beste Freundin bekomme ich kaum noch zu Gesicht, seit sie Pharmazie studiert. Die Zeit, die sie nicht in Vorlesungen oder im Labor verbringt, geht fast komplett fürs Lernen drauf. In den Klausuren wird erbarmungslos ausgesiebt - für nicht wenige war das Studium schon nach ein paar Wochen vorbei.

    Im Politikinstitut sieht das zum Glück anders aus. Das liegt vor allem an den naturgemäß engagierten Studenten, die beispielsweise vor ein paar Jahren die Abschaffung der Anwesenheitspflicht durchgesetzt haben. Damit haben wir ein Stück Freiheit zurückgewonnen, das meiner Meinung nach wesentlich ist im Studium: Wie ich lerne, bleibt mir überlassen. Nur dann kann Lernen auch Spaß machen.
    Über den Tellerrand geblickt und das Gesehene nicht richtig verstanden... Schade! Keine Anwesenheitspflicht im Praktikum? Der Vorschlag scheint mir schon etwas schlecht durchdacht, aber vielleicht wars auch nur unglücklich formuliert. Außerdem ist der angehenden Apothekerin doch auch selbst überlassen, wie und wie viel sie lernt. Und warum sollte Lernen denn immer Spaß machen? Den Anspruch finde ich extremst naiv. Ich war schon oft gezwungen, Dinge zu lernen, die ich zum K... fand, aber hinterher war ich dankbar für diesen Zwang, weil das Gelernte sich später als nützlich erwiesen hat. Aber vorher kann man es eben nicht immer richtig einschätzen, was man später mal braucht. Darum bestimmt (zumindest am Anfang) nicht der Schüler die Lehrinhalte sondern der Lehrer. Natürlich war ich auch schon gezwungen, vollkommen nutzlose Dinge zu lernen. Hätte ich einen anderen Lebensweg eingeschlagen, wären sie für mich nicht nutzlos gewesen. Da hilft aber kein Nölen, dass man gern immer Spaß hätte. That's life.

    Auf jeden Fall sieht man an diesem Vergleich, dass nicht alle Vorurteile über bestimmte Studiengänge aus der Luft gegriffen sind. Deshalb: Dank an SPON für diesen Artikel!
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was macht man mit Bachelor einer Geisteswissenschaft? Irgendwas mit Medien. Oder den Master. Steile Karriereplanung klingt anders - aber Larissa, Fabienne und Marc haben eigene Pläne. Hetzen lassen wollen die Erstsemester-Kolumnisten sich nicht und suchen nach Sinn und Spaß im Studium.

    Studienanfänger-Tagebuch: Vergiss die Regelstudienzeit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Also wenn ich mir diese drei Pfeifen anschaue geht mir das Messer in der Tasche auf. Kein Plan vom Leben, komm ich heut nicht komm ich morgen, allesamt über 18 aber noch voll am pubertieren... armes D kann man da nur sagen.
    Es wird wirklich höchste Zeit in D endlich mal richtige Studiengebühren einzuführen. Wenn unsere verlotterten deutschen Studenten mit ihrer endlos langen Infantilitätsspanne ihre geistes-, sprach-, und sozialwissenschaftlichen Hobbyfächer studieren wollen, dann sollen sie auch selber dafür aufkommen. Es ist einfach eine Frechheit, daß all diese hedonistischen Gurken ihre persönlichen Selbstverwirklichungstrips vom Steuerzahler finanziert bekommen.
  8. #8

    Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!

    Zitat von Flauschoid Beitrag anzeigen
    Es wird wirklich höchste Zeit in D endlich mal richtige Studiengebühren einzuführen. Wenn unsere verlotterten deutschen Studenten mit ihrer endlos langen Infantilitätsspanne ihre geistes-, sprach-, und sozialwissenschaftlichen Hobbyfächer studieren wollen, dann sollen sie auch selber dafür aufkommen. Es ist einfach eine Frechheit, daß all diese hedonistischen Gurken ihre persönlichen Selbstverwirklichungstrips vom Steuerzahler finanziert bekommen.
    Genau. Sollen sie sich doch lieber direkt für Hartz IV registrieren, das kommt den Staat bestimmt viel billiger.
  9. #9

    ...

    Zitat von passionsblume Beitrag anzeigen
    dass nur 2% eines Jahrgangs einen akademischen Abschluss hatten. Damals war der Praktiker gefragt. Und es waren die Zeiten des Wirtschaftswunders. Heute hat etwa ein Drittel eines Jahrgangs einen akademischen Abschluss, und es geht bergab und bergab und immer weiter bergab.
    Was sich aber auch ganz einfach damit begründet, dass eben viele der praktischen Tätigkeiten in Deutschland rentabel nicht mehr durchzuführen sind.
    Praktiker sind nach wie vor gefragt, aber eben in einem ganz anderen Anteil, als dies vor 50 Jahren der Fall war.
    Der Rest der Welt ist auch nicht stehengeblieben und kann viele Tätigkeiten vollkommen ebenbürtig erledigen... und WILL dies natürlich auch tun, da man sich eben auch für das eigene Land so etwas wie ein kleines Wirtschaftswunder erhofft.
    Nur mit dem Namen "Deutschland" lässt sich heute nur noch wenig verkaufen, was man anderweitig doch qualitativ ebenbürtig zum halben Preis bekommen kann. Deutsche Qualität unterscheidet sich da nicht mehr wirklich gravierend und ist durchaus ersetzbar.

    Um es ganz hart zu sagen - jemand, der ein Bauteil in eine Presse legt und anschließend einen Knopf drückt... der kann in jedem Land der Welt ersetzt werden.
    Es geht nicht bergab, weil der Deutsche Student beständig dümmer und unqualifizierter wird, oder weil immer mehr studieren gehen...
    Es geht alleine schon deshalb bergab, weil der Rest der Welt aufholt und sich nicht einfach damit abfinden will, dass "der weiße Mann" aus seinen Kolonien die Erträge abschöpft und man ansonsten die Klappe zu halten hat (irgendwie auch verständlich, oder?).
    Es wird weiter bergab gehen - das sollte jedem bewusst sein.

    Die Frage ist eben, womit man sich noch absetzen kann... in welchen Bereichen kann ich wirklich noch besser sein, als der Rest der Welt?

    Und nur ein "D" im Pass zeichnet mich nicht als Mensch aus, der irgendein gottgegebenes Anrecht auf sich beständig mehrenden Wohlstand auf Kosten anderer hat.








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