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Studienabbruch bei Ausländern: "Deutschlands Ruf leidet"

dapdJeder zweite Ausländer an einer deutschen Hochschule macht keinen Abschluss, belegte der Bildungsforscher Ulrich Heublein in einer Studie. Im Interview erklärt er, woher die miesen Werte kommen und warum westfixierte Deutsche es den Gästen schwerer machen als nötig.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...816085,00.html
  1. #20

    deutsche sind verpflichtet titel einzutragen...

    Der Autor ist Soziologe. Ich halte seine Aussagen im geisteswissenschaftlichen Bereich auch für durchaus zutreffend. Aber gerade hier trifft man weniger ausländische Studenten. Vielleicht mal ein paar verirrte Franzosen aus Partnerprogrammen, aber Asiaten sind mir nach vier Jahren noch nicht begegnet. Es wäre interessant zu wissen auf welche Studiengänge sich der Autor bezieht. Aus meinem Umfeld kenne ich Geschichten von Ingenieuren und Maschinenbauern, die für ihre Klausuren regelmäßig einen Katalog mit möglichen Fragen und Antworten bekommen, die sie sich nur für die Klausur reinziehen müssen. Referate kommen äußerst selten vor und dabei soll schon der absolute Ausnahmezustand herrschen, was das Fremdschämen angeht. Ich gebe das nur wieder, kann mir gut vorstellen, - ich hoffe vielmehr - dass es irgendwo in Deutschland noch besser aussieht. Aber gerade MINT Sachen sollten doch auch für ausländische Studierende zu packen sein.

    Zum Thema deutsche Studierende seien in der Pflicht: jeder der selber mal im Ausland studiert hat oder auch nur allein verreist war weiß wie gut es sich anfühlt, wenn einem zwischendurch mal geholfen wird. Schaden tut es auf jeden Fall nicht, wenn man den ausländischen Kommilitonen mal fragt wie es eigentlich so läuft bei ihm.
  2. #21

    ...

    Zitat von wahrsager23 Beitrag anzeigen
    Die Frage ist, warum sollten wir unsere Konkurrenz besonders gut behandeln?

    Was machen denn die chinesischen Absolventen, wenn sie in ihre Heimat zurückkehren? Arbeiten die dann in einem deutschen Unternehmen oder in einem Unternehmen, welches mit deutschen Unternehmen konkurriert?

    Was soll dieser Blödsinn? Das bischen Vorsprung, was wir noch haben gegenüber solchen Ländern, geben wir dann freiwillig und kostenlos aus der Hand. Pure Dummheit nenne ich das!

    Mir persönlich soll es recht sein, wenn die Chinesen nicht alles verstehen, dann bauen die schon mal nicht unsere Maschinen und High-Tech-Produkte so einfach nach. Unser Goldschatz ist unser Wissen! Das vergessen hier einige immer wieder.
    Ach Du liebe Güte... kein einziger Student ist unser "Feind".
    Auch wenn sie nach dem Studium Deutschland verlassen - dies bedeutet lediglich, dass man eine mögliche Schnittstelle zur besseren Verständigung und Kooperation in die Welt gesetzt hat...

    Egal wie toll und wie lange ein Student studiert - auch mit erstklassigem Maschinenbau-Abschluss (selbst mit dem vielgepriesenen alten Diplom) ist kein Absolvent in der Lage, mal eben eine Maschine zu konstruieren und deutsches Fachwissen zu kopieren...
    Absolventen sind Berufsanfänger... man hat gelernt, wie man sich in einen Fachbereich EINARBEITEN kann, um anschließend (zwei Jahre später vielleicht) den eigenen Teilbereich gut und kompetent zu beherrschen.

    Aber ein Uniabgänger ist nicht besser, als jemand, der drei Jahre lang Maschinenschlosser gelernt hat.... man kennt die jeweils benötigten Grundlagen - nicht mehr (aber auch nicht weniger)
    Jemanden, der gerade die Lehre abgeschlossen hat, sollte man auch lieber nicht damit beauftragen, mal eben das Getriebe einer (einfachen) Fräsmaschine zu demontieren - das wird nix...
  3. #22

    Verpflichtungen

    Zitat von eulenspiegel 47 Beitrag anzeigen
    "Ich sehe die deutschen Studierenden in der Pflicht, das Gespräch mit ihren Kommilitonen zu suchen. Besonders Osteuropäer klagen, dass sich die Deutschen zu wenig für ihre Länder und ihre Kultur interessieren. "

    Wie könnte es anders sein. Deutsche sind immer in der Pflicht.
    Auch wenn meine Studentenzeit schon eine ganze Weile zurückliegt, bei der Aussage geht mir auch der Hut hoch.

    Bei allen Veranstaltungen ausserhalb des Lehrbetriebs waren alle Nationalitäten immer gerne gesehen. Die ausländischen Kommilitonen die es wollten hatten es sehr einfach Kontakte zu knüpfen. Es wollten aber nicht alle, genauso wie es auch eine ganze Reihe Deutsche gegeben hat die nie auf einer Festivität aufgetaucht sind.

    Da sehe ich niemand in der Pflicht, wer will kann und wer nicht will ist selbst Schuld. Wir sprechen hier doch nicht über den Kindergarten, das sind alles erwachsene Menschen die in einem Studium auch gefälligst Eigenverantwortung zu übernehmen haben.
  4. #23

    ...

    Ein weiteres Problem: Das Studium in D ist sehr günstig bis hin zu kostenlos (nicht falsch verstehen, ich will, dass es auch so bleibt). Gleichzeitig genießen deutsche Abschlüsse ein hohes Ansehen in der Welt. Da gibt es sicherlich genügend ausländische Studenten, die sich denken: "och, da kann ich mir noch nen netten Abschluss für Umme ziehen". Geht nur eben nicht so leicht.

    Und jetzt mal ganz ehrlich: das Sprachproblem ist aus meiner Sicht ein großer Witz. Alle Dozenten bei mir im Haus bieten es den Studenten an, die Prüfungen in Deutsch oder Englisch abzuhalten. Wenn aber weder die Landessprache, noch die "Weltsprache" ausreichen, was sollen wir denn dann machen? Sollen wir Studenten durchkommen lassen, weil sie weder deutsch noch englisch sprechen, dafür aber Hindu, Mandarin und Zuaheli fließend beherrschen??? Ach ja, ich würde zu gerne mal wissen, was an Unis wie MIT, Harvard, Imperial, Cambridge, Yale etc. los wäre, wenn ich dort studieren wollte und kein Englisch könnte... die würden mir den Vogel zeigen, die Studiengebühren einstreichen und mich durchfallen lassen.

    Abgesehen davon sind bei mir schon Studenten im 7 (!!!) Semester eines naturwissenschaftlichen Studiums angekommen, die weder etwas von newton'schen Gesetzen, noch von Energieerhaltung gehört haben. Soll man die durchkommen lassen? Ich glaube, nein.
  5. #24

    Seh ich alles anders.

    Ich habe in drei Ländern studiert: D, UK und Italien.
    Mein Fazit: Intergration hängt von einem selbst ab.
    Wir deutschen Studenten waren sehr offen und hilfsbereit. Das hab ich in jedem Land erlebt. Die Vorwürfe sind mir schleierhaft.

    Ich erinnere mich an einen deutschen Professor, der mal sagte:
    "Sie bemühen sich zu sehr um die ausländischen Studenten. Das geht über das normale Maß an Höflichkeit weit hinaus. Ich habe den Eindruck, dass Sie sich da mehr engagieren als notwenig und üblich. Tun Sie das aus schlechtem Gewissen oder echtem Interesse?"
  6. #25

    Unfaire Bevorzugung!

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Was mit zu denken gibt, ist folgende Aussage:

    Die allgemeine Hochschulreife, die ein Abitur bescheinigt, umfasst also nicht einmal ausreichende Deutschkenntnisse.
    Am Gymnasium (Bayern) werden Aufsätze von Nichtmuttersprachlern häufig nicht mehr korrigiert. Zu arbeitsaufwändig. Die Noten allerdings sind oft wesentlich besser als bei Muttersprachlern.
  7. #26

    Wenn ich höre, dass...

    ...die Uni auf den entwürdigenden Frontalunterricht verzichten solle, weil ja das Lernen im Diskurs viel effektiver ist, kommt mir der Hut hoch.

    Soll sich der Prof noch mit seinen studis im kleinen Kreis (Kreis muss unbedingt sein!) in die Cafeteria stzen und mit jedem die Anfangsgründe von Analysis und linearer Algebra diskutieren?

    Studium bedeutet "Eifer". Dieser ist vom Studenten zu erbringen. Eine gut gemachte Vorlesung vom kompetenten Prof, Übungen mit HiWis (die haben eher Zeit zum diskutieren) ansonsten ist Eigenlernen angesagt. Wer will, kann ja mit seinen Kommilitonen einen Lernkreis bilden und den Satz von Dirichlet diskutieren.

    Selbst zu Zeiten der "Bildungsexplosion" als jeder, der die Fähigkeiten hatte, aufs Gymnasium gehen konnte, war allen klar:

    Hier sind die Anforderungen da stehst du. Wir werden die Anforderungen nicht herunterschrauben, geben dir aber alle Chancen.

    So starteten wir in der Sexta mit 4 Klassen je 40 Schülern. Beim Abitur waren wir noch drei Klassen mit je 20 Leuten. Keiner der rausflog hätte die Schuld beim "System" gesucht, es hat halt nicht gereicht.

    Beim Thema Frontalunterricht sprechen hier übrigens viele wie Blinde von der Farbe. Da mein Sohn gerade seine Examensarbeit zu diesem Thema geschrieben hat, weiß ich, dass bei Schülern das sog. "gebundene Unterrichtsgespräch" die höchste Beliebtheit genießt. Gruppenarbeit oder Einzelarbeit laufen unter ferner liefen und sind viel zu ineffektiv...
  8. #27

    akademische Bespaßung?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Jeder zweite Ausländer an einer deutschen Hochschule macht keinen Abschluss, belegte der Bildungsforscher Ulrich Heublein in einer Studie. Im Interview erklärt er, woher die miesen Werte kommen und warum westfixierte Deutsche es den Gästen schwerer machen als nötig.

    Studienabbruch bei Ausländern: "Deutschlands Ruf leidet" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    "Ich sehe die deutschen Studierenden in der Pflicht, das Gespräch mit ihren Kommilitonen zu suchen. Besonders Osteuropäer klagen, dass sich die Deutschen zu wenig für ihre Länder und ihre Kultur interessieren."

    ... und das will uns im Kontext genau was sagen? Würde es etwas am Erfolg der osteuropäischen Studenten ändern, wenn sich die deutschen Studenten mehr um ihre Kultur kümmerten? Doch wohl nicht.

    Das selbstbestimmte eigenverantwortliche Lernen ist charakteristisch für deutsche Universitäten. Wessen Welt das nicht ist, der möge doch bitte irgendwo studieren, wo ihm die akademische Kultur mehr entgegenkommt. Und das ist gewiß nicht zuviel verlangt, denn wenn 50 % es nicht schaffen, bedeutet das, daß die anderen 50 % es durchaus schaffen. Denn mit dem Verhalten der deutschen Studenten, deren Aufgabe eben das Studium und nicht die Bespaßung der ausländischen Studenten ist, hat das nicht das mindeste zu tun.

    Wer aus ausländischer Student hier im deutschen System studieren will, von DEM ist Flexibilität zu erwarten, und nicht die Anpassung des deutschen Systems an die, die damit nicht zurecht kommen.
  9. #28

    So,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Jeder zweite Ausländer an einer deutschen Hochschule macht keinen Abschluss, belegte der Bildungsforscher Ulrich Heublein in einer Studie. Im Interview erklärt er, woher die miesen Werte kommen und warum westfixierte Deutsche es den Gästen schwerer machen als nötig.

    Studienabbruch bei Ausländern: "Deutschlands Ruf leidet" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    so, die Deutschen sind mal wieder an allem schuld. Asche auf unser Haupt! Man könnte sich natürlich auch fragen, ob Studenten, die es hier genau so haben wollen wie zuhause, sich überhaupt für UNS interessieren. Aber es muss gar nicht so dramatisch sein: noch nie was von Auslandssemestern gehört? Da ist ein Abschluss im Ausland überhaupt nicht vorgesehen.
  10. #29

    Im Ausland wird der Lehrstoff häufig in einer Art Frontalunterricht vorgetragen und dann eins zu eins in einer Klausur abgefragt.
    Schön und gut wenn die "im Ausland" auswendig lernen können.
    Aber nur weil ich etwas auf Befehl wiederkäuen kann kann ich es doch nicht anwenden.

    In meinem Studium hatte wir oft Labore und in einem durften sich immer nur drei zur Gruppe eintragen der vierte war immer ein zugeteilter Quotenausländer.

    Bei uns war das dann ein Chinese, der in den Prüfungen vor dem eigentlichen Versuch meist nicht viel wusste. Nur einmal hat er unserer Gruppe den A*****
    gerettet: Wir hatten ein Testat bei einem chinesischen Betreuer und der verlangte tatsächlich, dass eine seitenlange regelungstechnische Herleitung an die Tafel geschrieben werden sollte (für den Versuch reicht eigentlich das Ergebnis zu wissen und wozu es dient). Naja wir hatte das also ausgerechnet und auch hingeschrieben, aber das war unserem Betreuer scheinbar nicht genug. Also sprnag unser Chinese auf und schrieb diese seitenlange Herleitung mit allen Schritten an die Tafel: Testat bestanden.

    Ich behaupte mal dass unser Chinese nicht verstanden hat was er da hingeschrieben hat und unser Betreuer auch nicht erkannte, das unser verkürzte Herleitung auch richtig war.

    Auf dieses Niveau sollten wir hier in Deutschland gar nicht kommen wollen. Im Abschreiben und auswendig lernen sind die anderen eh besser....








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