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Studie zur Web-Haltbarkeit: Das Netz vergisst schnell
Das Internet vergisst nie? Von wegen. Das Web ist ein extrem flüchtiges Medium - binnen zweieinhalb Jahren ist ein Viertel der wichtigen Online-Quellen zum Arabischen Frühling, dem Schweinegrippe-Ausbruch und Michael Jacksons Tod wieder verschwunden.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...856936,00.html
- #1 22.09.2012 15:08 von
Die Historiker ...
... werden es verkraften (müssen). Wird deswegen die Welt untergehen?
Vor 20 Jahren hätte es das, was jetzt aus dem WWW verschwunden ist, erst gar nicht gegeben. Für die armen Historiker wird es eine Erleichterung darstellen, denn sie müssen in 30 Jahren nicht zig Millionen vermeintliche Quellen durchstöbern, um das Geschehene aufzuarbeiten. Man stelle sich vor, wenn es zu Zeiten der Wirkung des Größten Arschlochs Aller Zeiten das WWW gegeben hätte! Die Historiker hätten jetzt kaum was zum Forschen. Dafür wäre 500 (?)Millionen Menschen wahrscheinlich unsägliches Leid erspart geblieben. - #2 22.09.2012 15:11 von
- #3 22.09.2012 15:13 von
Im Vergleich zu einer Tageszeitung ..
.. oder einem Monatsmagazin sind Internet-Inhalte extrem langlebig.
Der Autor schmeißt Tagesaktuelles zusammen in einen Topf mit Wikipedia-Nachschlagewerken. Das Ergebnis der Studie ist übrigens weder spektakulär noch sollte es einen sonderlich überraschen. - #4 22.09.2012 15:14 von
Linkverkürzer?
Interessant wäre jetzt noch, ob wirklich die verlinkten Seiten weg sind, oder die Links in Twitter nicht mehr gehen. Da ja nur Verweise aus 2009 in Twitter untersucht wurden, ist das ja auch ein entscheidender Faktor, da ja fast immer URL Verkürzer wie bit.ly genutzt werden.
- #5 22.09.2012 15:34 von
danke
danke für diese bahnbrechende und überraschende Erkenntnis:
"Die wesentliche Erkenntnis der Untersuchung: Je länger die Ereignisse zurückliegen, desto weniger der in Tweets verlinkten Quellen sind noch abrufbar."
Damit wird jeder Internetnutzer doch täglich konfrontiert, wenn er ältere Nachrichten sucht!
Die Historiker sind gefragt: sie müssen Konzepte entwickeln, wie die aktuellen zeitgeschichtlichen Ereignisse für die Nachwelt erhalten bleiben. - #6 22.09.2012 16:36 von
234234
ja, aber doch nicht alle. Der Schwund ist sicher da, aber was von uns bleibt, ist trotzdem sehr viel mehr, als von den Generationen davor. Die paar Bilder, mal ein Brief, das meiste ist unwiederbringlich verloren. Es mögen Primärquellen verschwunden sein. Trotzdem wird es immer Bilder vom arabische Frühling geben. Und persönliche Geschichten, viel mehr als für eine historische Betrachtung notwendig sind. Nehmen wir mal im Vergleich dazu das Jahr der afrikanischen Unabhängigkeit, 1960. Gar nicht so einfach, da noch Geschichten zu finden, die von den Träumen des Aufbruchs erzählen. Wenigstens ein paar exemplarische. Natürlich, die großen Linien der Geschichte sind nachvollziehbar. Aber nur schwer das Wesen der Zeit. Mit dem arabischen Frühling sieht es anders aus. Übrigens nicht nur durch "das Netz", nicht zu vergessen ist eben auch die Verfügbarkeit von kleinen und billigen Kameras.
- #7 22.09.2012 17:42 von
Ob der Beißner Ihnen...
...da zugestimmt hätte? Mich interessieren nicht so sehr die unzähligen Banalitäten, die hier Erwähnung finden und womöglich bald nicht mehr lesbar sein werden: was ist mit den gestrichenen Stellen bedeutender Autoren (heute einfach gelöscht), mit Korrekturen durch Andere (heute klinisch zubereitet). Für Literaturforscher stellt das Internet eine bedrohliche Verarmung dar. Aber vielleicht gibt's ja demnächst auch nichts mehr, das einer Erforschung Wert ist...
- #8 22.09.2012 18:00 von
Twitter = Internet? Gehts noch?
Tweets sind Mitteilungen über Twitter. Und Twitter ist doch nicht "das" Internet. Die allermeisten Tweets sind einfach Müll!
- #9 22.09.2012 20:16 von
Das ist ein Grundproblem der elektronischen Medien. Wenn eine Zeitung zumacht, dann sind die Archive in Biblioheken weiterhin vorhanden. Schaltet aber beispielsweise SPON seine Server ab, dann ist ist nichts mehr da. Eine Archivierung des Internest ist nur rudimentär möglich. Da wurde auch schon viel Geist und Arbeit vernichtet weil die vielen unkommerziellen Seiten meist nur wenige Jahren online sind, bis der Betreiber ein anderes Hobby hat oder keine Lust mehr für den Server zu zahlen.
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