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Studie zu chronischen Krankheiten: "Gesundheit wird auf jeden Fall teurer"

Eine alternde Bevölkerung, mehr Übergewichtige und mehr psychisch Kranke: Die umfassende Studie des Robert-Koch-Instituts verdeutlicht die Risiken im deutschen Gesundheitssystem. Der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem erklärt im Interview, was auf die Versicherten zukommt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...838818,00.html
  1. #1

    Studie??? Menschenverstand

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine alternde Bevölkerung, mehr Übergewichtige und mehr psychisch Kranke: Die umfassende Studie des Robert-Koch-Instituts verdeutlicht die Risiken im deutschen Gesundheitssystem. Der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem erklärt im Interview, was auf die Versicherten zukommt.
    Das ist kein Studieninhalt, dass ist gesunder Menschenverstand.
    Dass unsere Gesellschaft immer älter wird, ist seit hunderten Jahren bekannt. Dass die psychischen Krankheiten zunehmen (da das Feld noch erforscht wird), ist ebenfalls bekannt.

    Vllt. hätte man mal die Möglichkeiten der Abfederung der Kosten analysieren sollen. Oder noch besser: die Reform unseres Gesundheitssystems. Was kann man tun, um langfristig die Kosten zu drücken, ohne die Leistungen brutal zusammenzustreichen?

    Und bitte...
  2. #2

    Minimalversicherung einführen

    Früher oder später wird es wohl notwendig werden, dass die gesetzlichen Krankenkassen eine Minimaltarif anbieten. In dem nur Notfall und Routinebesuche (Zahnkontrolle, Gynäkologische Untersuchungen, etc.) beinhaltet sind und man für die anderen Leistungen selbst zahlen oder zumindest einen Anteil zahlen muss.

    Zudem sollte man die vielen kleinen Krankenversicherungen schließen und zu eine großen Versicherung zusammenführen, oder wahlweise den Gesundheitsfond wieder abschaffen und marktwirtschaftliche Prinzipien greifen lassen.

    Zuletzt gehört natürlich die Private Versicherung abgeschafft, es ist doch reine Häme dass man, wenn man genügend verdient einfach aus dem Solidarsystem austreten darf.
  3. #3

    Die Gesundheitsausgaben sind in Deutschland seit Anfang der 90er um rund 2,8% p.a. gestiegen. Da kann man wohl kaum von aus dem Ruder laufenden Kosten oder gar einer Explosion sprechen. Uns dass der Anteil der Gesundheitsausgaben am BIP in einer wohlhabenden und alternden Gesellschaft tendenziell steigt, ist kein Drama, sondern ein ganz normaler Vorgang.
  4. #4

    "Gesundheit wird auf jeden Fall teurer"

    Das ist eine total falsche Behauptung.
    Richtig heißt es:
    "Der Krankheitsbetrieb wird auf jeden Fall teurer"
    Und er muss auch immer teurer werden, weil die Profiteure von Krankheiten, angefangen von den Industrien, die giftige Stoffe und andere Noxen in unsere Umwelt freisetzen, über die Fraßmittelindustrie bis hin zur Pharmaindustrie und den Ärzten immer noch mehr Geld abraffen wollen. Sie wissen schon, von wegen "Wachstum".
    Mit einer ehrlichen, mutigen, gründlichen, effizienten Prävention würden sehr bald sehr viel weniger Menschen überhaupt krank werden.
    Aber GENAU DASS WILL ABSOLUT KEINER, der in diesem unserem Land etwas zu sagen hat!
  5. #5

    Zitat von polyphemos Beitrag anzeigen
    Mit einer ehrlichen, mutigen, gründlichen, effizienten Prävention würden sehr bald sehr viel weniger Menschen überhaupt krank werden.
    !
    Das macht mich neugierig. Was genau schlagen Sie vor?
  6. #6

    Gesünder durch teure Behandlung?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine alternde Bevölkerung, mehr Übergewichtige und mehr psychisch Kranke: Die umfassende Studie des Robert-Koch-Instituts verdeutlicht die Risiken im deutschen Gesundheitssystem. Der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem erklärt im Interview, was auf die Versicherten zukommt.

    Studie zu kranken Deutschen: Interview mit Experte Jürgen Wasem - SPIEGEL ONLINE
    Gemeint ist wohl: “Kranksein wird in Zukunft teuer”. Gesunde riskieren höchstens höhere Kassenbeiträge...
  7. #7

    hinreichende Bewegung im Alltag - Fahrrad ins Zentrum des Stadtverkehrsystem

    Die Genialität in der Natur/Evolutionsprozess hat vorgesorgt, um die industriekulturelle Bewegungsarmut der Menschen, die die 60%-Quelle der Krankheitskosten-Explosion ist, auszugleichen. Die Vorsorge besteht in der städtischen Radlerverkehrskultur, d.h. in der Umgestaltung der Stadtverkehrssysteme von Auto-/ÖPNV-/Fremdleistungssysteme in radlerzentrierte Verkehrs-/Selbstleistungs-Kulturen.

    Diese Umgestaltung setzt eine Machtsturz des Ancien régime voraus, d.h. eine ökonomisch-politische Revolution .

    Solange diese Grundsatzentscheidung von dem Ancien régime der HighTech-Kapitalstockanbieter blockiert wird, leben wir in einer vorrevolutionären Phase.

    Wie lange noch?

    Die Euro-Staatsbankrottkrise könnte schon der Hebel sein, der das Ancien régime stürzen kann. Wenn es so kommt, dann gilt unser Dank den EURO-in-den-PIIGS-StaatenEinführern in D und den politischen Abzockerclans/Bankrotteuren in GR und anderswo. Sie haben die revolutionären Fehlenwicklungen geschaffen, die den Sturz des Ancien régime beschleunigt haben. Das nennt Hegel die List der Geschichte.
  8. #8

    Mir langt es langsam, dass in diesen Foren andauernd sämtlichen Ärzten unterstellt wird, ihre Patienten aus purer Raffgier krank halten oder machen zu wollen. So ein Blödsinn! Wenn es etwas immer geben wird, dann Krankheiten, da braucht kein Arzt nachhelfen und schlechte Kollegen gibt es in jeder Branche!
  9. #9

    Institutionalisierte Krankheiten

    Nicht nur jeder Einzelne kann durch seinen Lebensstil sein Krankheitsrisiko beeinflussen.

    Der Staat nimmt durch die Änderungen von Rahmenbedingungen ebenfalls massiv Einfluss auf die Gesundheitskosten - oft als Nebeneffekt und in unbeabsichtigter oder gar schädlicher Weise.

    So steht die Zunahme psychischer Erkrankungen insbesondere unter jungen Menschen im direkten Zusammenhang mit der Liberalisierung des Scheidungsrechts in den 60er Jahren und dem daraufhin enorm gewachsenenen Anteil (von 5 auf 50%) von Kindern, die einen Elternteil - meist den Vater - in frühen Lebensjahren verloren - oft ein schweres Trauma für ein Kind.

    Geschichte wiederholt sich nicht?

    Noch nicht eingetreten, aber - aus heutiger Sicht - kaum zu vermeiden ist eine weitere psychologische Katastrophe (aus Sicht der Betroffenen ist es das) die sich aus einer relativ neuen Weichenstellung ergibt:

    Dem Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz in Verbindung mit der zeitlichen Verkürzung finanzieller staatlicher Leistungen für die Eltern auf das erste Lebensjahr eines Kindes.

    In der Folge vervielfachte sich die Nachfrage nach Krippenbetreuung von Kindern unter 36 Monaten seit 2007, als der entsprechenden Beschlüsse von der Bundesregierung gefasst wurden.

    Wann werden die Schäden eintreten und welchen Umfang werden sie haben?

    Die erhöhte Morbidität insbesondere durch Depressionen stellt sich ab dem 30. Lebensjahr der Kinder ein. Wie bei den Kindern, die Eltern durch Trennungen verloren haben, sind die Auswirkungen erst mit Verspätung zu spüren, dann aber in demographischen Dimensionen:

    Frankreich - ein gut vergleichbarer Nachbar, in welchem Krippenbetreuung seit über 100 Jahren üblich ist - hat mehr als die doppelte Erkrankungsrate bei Depressionen als wir sie aufweisen.

    Woher kommt die erhöhte Anfälligkeit?

    Kinder unter 36 Monaten sind in den Kinderkrippen durch die häufigen und langdauernden Trennungen von ihren Eltern, Kündigungen und Krankheit von Erzieherinnen sowie der Gruppensituation in der Krippe überfordert. Bei einem Großteil von ihnen schlägt sich das in einem dauerhaft höheren Spiegel des Stresshormons Cortisol nieder.

    Die dauerhaft erhöhte Cortisol-Einwirkung in einem für die Gehirnentwicklung sehr wichtigen Alter führt zudem in einer hohen Zahl der Kinder zu einer verminderten Entwicklung des Hippocampus - eines wichtigen Gehirnareals - und damit zu einer schlechteren Stressverträglichkeit ab etwa dem 30. Lebensjahr.

    Nachweise

    FAZ: Eine Analyse der Risiken und Nebenwirkungen der deutschen Krippenoffensive aus kinderheilkundlicher Sicht

    Memorandum der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung zum Krippenausbau

    Was tun?

    Das Urteil der Humanwissenschaften und das Kindeswohl spielt bei den Überlegungen der Bundesregierung zur frühzeitigen Rückkehr von Müttern in den Beruf und zur Minderung des Fachkräftemangels eine untergeordnete Rolle.

    Wer das Kindeswohl auch in wirtschaftlich harten Zeiten nicht vernachlässigen will, kann die Bundesregierung hier auffordern, sich zu den gesundheitlichen Risiken der Krippenbetreuung zu äußern.

    Direktzu.de: Direkt zur Kanzlerin: Krippenbetreuung macht krank!








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