Studie von Standard & Poor's: Schweizer Notenbank finanziert Deutschlands Schulden

REUTERSDie Schweiz treibt unabsichtlich die finanzielle Spaltung der Euro-Zone voran. Laut einer Studie fließen Milliarden von Euro aus Ländern wie Spanien oder Italien über die Zürcher Notenbank in deutsche oder französische Staatsanleihen. Das Resultat: Die Krise verschärft sich.

Schweizer Notenbank kauft massenhaft deutsche Staatsanleihen - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Erwischt!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Resultat sind auseinanderdriftende Zinssätze. Während etwa Spanien gewaltige Renditeaufschläge auf seine Anleihen zahlen muss, gehen deutsche Staatspapiere fast zum Nulltarif weg. "Wir denken, dass dieses Euro-Recycling den Trend zu auseinanderlaufenden Zinsen für Staatsanleihen der Euro-Länder verstärkt hat", heißt es in der S&P-Studie.

    D.h. die ungleichen Zinssätze sind NICHT das Resultat dieses 'Recycling-Effekts'. Die Ursache ist nach wie vor die grassierende Verschwendung in Ländern wie Spanien und der offensichtliche Unwille daran etwas zu ändern.
  2. #2

    Und noch ein Nachtrag....

    Natürlich ist die Schweizer Nationalbank nicht für das Ungleichgewicht bei den Zinsen der Euro-Länder in irgendeiner Weise verantwortlich. Sondern das unterschiedliche Vertrauen, das den Wirtschaften dieser Länder entgegengebracht wird. Und das hat wohl gute Gründe.
  3. #3

    Schweiz - Euro

    Ichbin der Meinung, dass Gelder in Euro, die in die Schweiz fliessen, nicht unbedingt in SFR umgetauscht werden muessen, sofern der Depositor Euro behalten will. Die eingezahlten Eurpo koennen ohne Umtausch in Euro-Anleihen der Euro-Laender Deutschland, et al investiert werden. Die offene Frage bleibt das Management der Fristen, Einlagen gegenueber Anlagen, und das koennen die Banken vertraglich regeln. Von der Position Geldmenge - Umlauf aus gesehen, es hat sich nichts veraendert un der Binnenmarkt scheint unbetroffen zu sein. Karl
  4. #4

    ein Kreislauf....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Schweiz treibt unabsichtlich die finanzielle Spaltung der Euro-Zone voran. Laut einer Studie fließen Milliarden von Euro aus Ländern wie Spanien oder Italien über die Zürcher Notenbank in deutsche oder französische Staatsanleihen. Das Resultat: Die Krise verschärft sich.

    Schweizer Notenbank kauft massenhaft deutsche Staatsanleihen - SPIEGEL ONLINE
    Das klingt so als wären die Schweiz, Deutschland, Frankreich usw. die Schuldigen. Wenn Griechen, Spanier und Italiener ihre Konten abräumen und das Geld ins Ausland schaffen ist immer weniger da. Dann mussen die anderen Länder noch mehr Geld liefern. Das wird dann wieder verteilt. Man kauft ein, die Firmen kriegen das Geld und schaffen es wieder ins Ausland. Das Ausland liefert dann noch mehr Geld. Es wird verteilt. Man kauft ein, die Firmen kriegen das Geld und schaffen es wieder ins Ausland. Das Ausland liefert ... Wo und wie soll das enden?

    Man möge sich mal an Island orientieren. Die haben den "Export" von Geld in andere Länder zur Bewältigung der Krise verboten.
    Islands Finanzkrise seit 2008
  5. #5

    Um 77 Ecken gedacht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Schweiz treibt unabsichtlich die finanzielle Spaltung der Euro-Zone voran. Laut einer Studie fließen Milliarden von Euro aus Ländern wie Spanien oder Italien über die Zürcher Notenbank in deutsche oder französische Staatsanleihen. Das Resultat: Die Krise verschärft sich.

    Schweizer Notenbank kauft massenhaft deutsche Staatsanleihen - SPIEGEL ONLINE
    Ja, die Argumentationskette der S&P-Studie ergibt für sich genommen einen gewissen Sinn. Trotzdem ist die ganze Sache schon arg um ein paar Ecken gedacht und scheint nicht zu letzt notorischen Schweiz-Bashern zu liegen und Leuten in der Finanzbranche, die an der Wechselkurspolitik der SNB keine Freude haben. Mit ähnlichen argumentativen Verrenkungen könnte man auch z.B. einem deutschen BMW-Fahrer vorwerfen al-Qaida zu unterstützen. Warum? Na der Wagen braucht ordentlich Benzin, welches bekanntlich aus Rohöl hergestellt wird. Einer der Hauptexporteure für Öl ist Saudi-Arabien. Der Löwenanteil der Petrodollars fliesst in die Kassen der Königsfamilie. Viele Mitglieder der Königsfamilie unterhalten enge Beziehungen zu al-Qaida und da fliessen auch ordentlich "Fördermittel". Ergo: BMW-Fahrer sind ein Risiko für die nationale Sicherheit...
  6. #6

    Hätte man den Schuldenschnitt gemacht...

    ...dann hätten die Reichen ihre Vermögen nicht entschädigt bekommen. Sie hätten das Geld nicht ins Ausland schaffen können. Man hätte das Geld statt dessen in den Krisenländern investieren können.

    Es läuft so wie bei Spiros Latsis, dem Reeder Milliardär. Er hat 4,2 Milliarden über den Rettungsfonds erstattet bekommen - das Geld sofort ins Ausland geschafft!
  7. #7

    SPON endlich aufgewacht?

    Es ist nicht die Schweiz die die Spaltung vorantreibt, sondern die reichen Südeuropäer die ihr Geld außer Landes (d.h. in die Schweiz) bringen.

    Es gibt nämlich gar keine Schuldenkrise in Europa, denn Japan z.B. hat Schulden in Höhe von 200% des BIP und es funktioniert wunderbar.

    Es ist eine Vertrauenskrise in die Politiker der Süd-EU-Staaten. Deshalb das Chaos.
    Das is t aber schon seit vier Jahren bekannt, und wurde von EU und Medien nur totgeschwiegen.
  8. #8

    Es gibt bessere Anlagestrategien

    Die würden besser heimlich die Mehrheit der Lufthansa kaufen mit all dem Geld, dann könnte wieder über das weitgehend unbewohnte deutsche Gebiet auf Zürich angeflogen werden
  9. #9

    Zitat von kantundco Beitrag anzeigen
    Natürlich ist die Schweizer Nationalbank nicht für das Ungleichgewicht bei den Zinsen der Euro-Länder in irgendeiner Weise verantwortlich. Sondern das unterschiedliche Vertrauen, das den Wirtschaften dieser Länder entgegengebracht wird. Und das hat wohl gute Gründe.
    Merke: Schweizer Banken sind grundsätzlich nie an irgendwas Schuld. Da kann das Geld noch so dreckig sein.