Die Panikmache vor dem "Fremden" ist wirklich der Hammer. Sollte man Kindern nicht viel eher beibringen: Du kannst im Internet mit jedem reden, aber wen Du nicht persönlich kennst, der ist nicht echt und dem darfst Du auch nichts echtes erzählen?
Das ist doch ein wunderbares Spiel für Kinder: Sich selbst in der Interaktion mit der Gesellschaft ausprobieren, und das völlig ohne Risiko. Anders als in der realen Welt besteht die einzige Gefahr darin, nicht schnell genug Alt-F4 zu drücken.
Das setzt natürlich voraus, daß Eltern wissen, was ihre Kinder tun - und daß Eltern das Tun der Kinder ggf. einschränken, wenn sie nicht da sind. Zum Beispiel: Mit den Eltern zusammen können die Kinder alles machen, was sie wollen - ohne die Eltern wird im Router halt nur die Whitelist für Kinderkanal, die Schul-Homepage und "Bernd das Brot" freigeschaltet. Thema durch.
Zugegeben, dazu müßten sich die Eltern dann nicht nur um ihre Kinder kümmern - schon das scheint heutzutage für manche eine Zumutung zu sein -, sondern sie müßten sich auch um die Technik kümmern, die sie ihren Kindern an die Hand geben. Mit Eltern, die ihre Kinder auch mit der Kettensäge spielen ließen, wenn die nicht so laut wäre, geht das natürlich nicht.
Die "Angst vor Fremden" ist wohl eher der Offline-Welt geschuldet - und da auch eher der Realitätsverweigerung, nach der das Übel für Kinder immer "von draußen" kommt und nicht etwa aus der eigenen Familie.
Ach ja: Wäre natürlich auch interessant, was Symantec hier als "Kind" bezeichnet. Aus meiner Sicht ist es schon ein Unterschied, ob ein 17jähriges "Kind" allein vor dem PC sitzt oder ein 6jähriges.



