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Studie über anonyme Bewerbungen: Eine Chance für alle

SPIEGEL ONLINEDie Frau könnte ein Kind bekommen? Ein Mann mit türkischem Nachnamen? Schlechte Karten bei der Bewerbung. Ein Pilotprojekt zeigt: Anonymisierte Bewerbungen ohne Namen, Foto, Alter verteilen die Chancen gerechter. Trotzdem winken große Firmen ab.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...828001,00.html
  1. #1

    Herrn Zimmermanns guten Glauben in allen Ehren, aber die produktivsten deutschen Unternehmen sind vermutlich Mittelständler mit mehrheitlich männlichen deutschen Angestellten.

    Wer sieht, wie die deutsche Wirtschaft da steht und der mehrheitliche Rest der Welt, einschließlich der Länder mit dem angeblich vorbildlichen anonymisierten Bewerbungsverfahren, der sieht aus wirtschaftlicher Sicht wenig Grund, die deutsche Einstellungspraxis zu verändern.
  2. #2

    Zitat von faserland Beitrag anzeigen
    Herrn Zimmermanns guten Glauben in allen Ehren, aber die produktivsten deutschen Unternehmen sind vermutlich Mittelständler mit mehrheitlich männlichen deutschen Angestellten.

    Wer sieht, wie die deutsche Wirtschaft da steht und der mehrheitliche Rest der Welt, einschließlich der Länder mit dem angeblich vorbildlichen anonymisierten Bewerbungsverfahren, der sieht aus wirtschaftlicher Sicht wenig Grund, die deutsche Einstellungspraxis zu verändern.
    Genau. Wäre ja echt schlimm, wenn Sie im nächsten Interview versehentlich einer Frau gegenübersäßen, die am Ende auch noch so fähig und passend auf die Stelle rüberkommt, dass Sie Ihr gesamtes Weltbild in Frage stellen oder offen zugeben müssten, dass - Eignung hin oder her - Sie eben nicht mit Frauen zusammenarbeiten wollen.

    (Ach nee, ich vergaß, Frauen passen per definitionem nicht ins Team, können also gar nicht passend auf die Stelle rüberkommen. Puh, Weltbild gerettet...)
  3. #3

    hat die anonyme Bewerbung ihren Zweck verfehlt. Denn dann wird auch nach anderen Maßstäben beurteilt wie z.B. Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen etc.
    Beim Handwerk ist die anonyme Bewerbung sogar kontraproduktiv, denn der Handwerksmeister stellt nach persönlichen Eindrücken ein, selbst wenn die Qualifikation gleich ist.
  4. #4

    Zensur-nein danke

    Zitat von faserland Beitrag anzeigen
    Herrn Zimmermanns guten Glauben in allen Ehren, aber die produktivsten deutschen Unternehmen sind vermutlich Mittelständler mit mehrheitlich männlichen deutschen Angestellten.

    Wer sieht, wie die deutsche Wirtschaft da steht und der mehrheitliche Rest der Welt, einschließlich der Länder mit dem angeblich vorbildlichen anonymisierten Bewerbungsverfahren, der sieht aus wirtschaftlicher Sicht wenig Grund, die deutsche Einstellungspraxis zu verändern.
    Genau. Wäre ja echt schlimm, wenn Sie im nächsten Interview versehentlich einer Frau gegenübersäßen, die am Ende auch noch so fähig und passend auf die Stelle rüberkommt, dass Sie Ihr gesamtes Weltbild in Frage stellen oder offen zugeben müssten, dass - Eignung hin oder her - Sie eben nicht mit Frauen zusammenarbeiten wollen.

    (Ach nee, ich vergaß, Frauen passen per definitionem nicht ins Team, können also gar nicht passend auf die Stelle rüberkommen. Puh, Weltbild gerettet...)
  5. #5

    Weltfremd

    Was sich so Personaler und das BMFSJ so ausdenken. Am besten noch das Vorstellungsgespräch mit Stimmenverzerrer und mit einer Zwischenwand durchführen.
  6. #6

    Zitat von Artikel
    "Unsere Personalstrategie richtet sich eher nach dem persönlichen Eindruck, den wir von einer Person im Vorstellungsgespräch gewinnen. Darauf legen wir mehr Wert als auf einen glatten Lebenslauf oder gute Zeugnisse", sagt Husam Azrak von der Telekom.

    Ähnlich sieht es die Deutsche Post. "Bei der Bewerberauswahl für ein Vorstellungsgespräch kam es während des Projekts bei uns zu keinem Unterschied im Vergleich zu vorher", so Post-Sprecherin Nina Mohammadi.
    Ganz offensichtlich haben da ein Migrant und eine mit einem Migranten verheiratete Frau erfolgreich Karriere in großen Unternehmen machen können, von Diskriminierung in diesen Fällen also keine Spur. Und beide sprechen sich auch noch gegen eine anonymisierte Bewerbung aus.

    Sowas kann man als Verantwortlicher doch nicht absegnen, das verwirrt den Leser doch nur. Irgendwo hätte man bestimmt einen Personaler names Karl-Heinz Müller auftun können, der mit einem "Ausländers oder Frauens kommen mir keine nicht in meine Firma nicht rein!" die Problematik der schröcklichen Diskriminierung deutlicher thematisiert. Notfalls dann eben noch ein "...Karl-Heinz Müller, bekennender Piraten-Wähler,..." einfügen...
  7. #7

    Zitat von Stawrogin aus Berlin Beitrag anzeigen
    Was sich so Personaler und das BMFSJ so ausdenken. Am besten noch das Vorstellungsgespräch mit Stimmenverzerrer und mit einer Zwischenwand durchführen.
    Das haben nicht die sich ausgedacht, sondern das ist in fast allen Ländern außerhalb Deutschlands völlig selbstverständlich. (Vielleicht nicht ohne Namen, aber ohne Foto, Alter, Geschlecht, Ursprungsland u.ä., was in weniger homogenen Ländern als Deutschland dann auch oft nicht so einfach aus Namen und Werdegang erraten werden kann... "Chris Lansdell" kann sowohl Mann oder Frau, US-Amerikaner oder Koreaner - im Falle eines Bekannten von mir mit eben diesem Nachnamen -, dick oder dünn sein. Und wie viele weitere durchaus nicht unübliche kleinere Stationen, Auszeiten und Aufbaustudien zwischen Erststudium und den 2-3 wichtigsten beruflichen Stationen gelegen haben, macht auch das Erraten des Alters eine sehr grobe Schätzung...)
  8. #8

    Schutz vor unzufriedenen Kunden

    Anonyme Bewerbungen sind in fast allen Tätigkeitsfeldern abzulehnen: Warum soll der Personaler einen (zu Unrecht, aber de facto leider oft) pauschal abwertenden Nachnamen, ein unansprechendes Äußeres usf. nicht beurteilen, bevor u.U. durch jenen Mitarbeiter der Kunde "vergrault" wird? Warum soll der Klempnermeister oder Möbelpackerchef sich nicht von der Statur ein Bild machen können - die ja oft sehr gut Aufschluss darüber gibt, inwieweit die zu Beurteilenden kräftig anpacken können? Überall dort, wo persönlicher Geschäftskontakt nötig ist und überall da, wo etwa die Physis, aber auch Geist oder Psyche besonderen Anforderungen unterworfen sind, die durch einen ersten Eindruck grob abgeschätzt werden können - überall da schneiden sich Unternehmen mit anonymen Bewerbungsverfahren ganz schnell ins eigene Fleisch. Nur dort, wo im stillen Kämmerlein etwa vor sich hin programmiert wird - da sind allein Erfahrung und Kenntnisse ausschlaggebend. Aber bei der Kommunikation mit den Mitarbeitern fängt der äußere Eindruck schon wieder an...
    Letztlich suche sich ein jeder HR-Mensch diejenigen Bewerber, die er am liebsten einstellen möchte. Punkt. Soviel Freiheit muss sein - und soviel Menschenkenntnis sollte man den Personalverantwortlichen schon unterstellen, dass sie wissen mögen, dass die Mahnung "Never judge a book by its cover" oft und vor allem auch auf Menschen zutrifft.
  9. #9

    Profitieren dürfen vor allem...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Frau könnte ein Kind bekommen? Ein Mann mit türkischem Nachnamen? Schlechte Karten bei der Bewerbung. Ein Pilotprojekt zeigt: Anonymisierte Bewerbungen ohne Namen, Foto, Alter verteilen die Chancen gerechter. Trotzdem winken große Firmen ab.

    Studie über anonyme Bewerbungen: Eine Chance für alle* - SPIEGEL ONLINE
    ausländische und durchschnittlich aussehende Männer, siehe hier, auch wenn die Überschrift wie üblich etwas völlig Falsches suggeriert:

    Bewerbungen: Schöne Frau, schick besser kein Foto - SPIEGEL ONLINE

    Offensichtlich gibt es bei den meist weibliche besetzten Personalabteilungen und - dienstleistern einen ausgeprägten Sexismus gegenüber Männern, getreu dem allgegenwärtigen Motto: "Frauen sind die besseren ....... Sexisten". :-))

    Männer mit durchschnittlichem Aussehen müssen, im Gegensatz zu den angeblich diskriminierten hübschen Frauen, fast 50% mehr Bewerbungen abschicken, um ein Vortsellungsgespräch zu bekommen.

    (Zitate: "Bald schon trudelten die ersten Einladungen zu Vorstellungsgesprächen ein - mit deutlichen Unterschieden: Im Vergleich zu hübschen Kerlen kassierten Männer mit Dutzendgesichtern doppelt so viele Absagen, nur jede elfte Bewerbung führte zum Erfolg."

    Zitat: "Am besten schnitten Bewerberinnen ab, die gar kein Foto einsandten - Einladungen gab es auf jedes sechste Anschreiben. Frauen mit durchschnittlichem Aussehen mussten dafür sieben Bewerbungen verschicken, attraktive Frauen acht.")








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