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Studie über anonyme Bewerbungen: Eine Chance für alle

SPIEGEL ONLINEDie Frau könnte ein Kind bekommen? Ein Mann mit türkischem Nachnamen? Schlechte Karten bei der Bewerbung. Ein Pilotprojekt zeigt: Anonymisierte Bewerbungen ohne Namen, Foto, Alter verteilen die Chancen gerechter. Trotzdem winken große Firmen ab.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...828001,00.html
  1. #10

    Zitat von faserland Beitrag anzeigen
    Herrn Zimmermanns guten Glauben in allen Ehren, aber die produktivsten deutschen Unternehmen sind vermutlich Mittelständler mit mehrheitlich männlichen deutschen Angestellten.

    Wer sieht, wie die deutsche Wirtschaft da steht und der mehrheitliche Rest der Welt, einschließlich der Länder mit dem angeblich vorbildlichen anonymisierten Bewerbungsverfahren, der sieht aus wirtschaftlicher Sicht wenig Grund, die deutsche Einstellungspraxis zu verändern.
    Na toll. Mit dieser Studie ist gemessen worden wie anonyme Bewerbungen Vorstellungsgespräche initiiert haben. Mit Verlaub, das ist witzlos. Man hätte messen sollen welche Stellen denn tatsächlich vergeben werden. Was nützt es ein unnützes Bewerbungsgespräch zu ergattern?
    Im übrigen: Im Engineering Bereich spielen diese Sachen eh keine Rolle. Frauen gibt es eh nicht und der helle "Migrant" ist willkommener als die treudeutsche Träne.
  2. #11

    Dass nur 4 von 8 Unternehmen das Modell anonyme Bewerbung (teilweise) weiter führen, sagt alles aus.
    Wir müssen nicht alles nachmachen, was Ami-Land vormacht. War weder bei der Bankenliberalisierung noch beim Thema Bachelor sinnvoll. Und der (bisherige) deutsche Sonderweg "berufliche Ausbildung" zeigt inzwischen, dass er deutlich besser und krisenfester ist, als die anglo-amerikanische Ausbildungswelt.
  3. #12

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Frau könnte ein Kind bekommen? Ein Mann mit türkischem Nachnamen? Schlechte Karten bei der Bewerbung. Ein Pilotprojekt zeigt: Anonymisierte Bewerbungen ohne Namen, Foto, Alter verteilen die Chancen gerechter. Trotzdem winken große Firmen ab.

    Studie über anonyme Bewerbungen: Eine Chance für alle* - SPIEGEL ONLINE
    Fotos haben in Bewerbungen grundsaetzlich nichts zu suchen. Warum in DE im Jahr 2012 noch immer auf diese diskriminierende Unsitte bestanden wird ist mehr als fragwuerdig, vor allem da von vielen sogar offen zugegeben wird, dass das persoenliche Aussehen einen Einfluss auf die Auswahl hat.

    Dass in DE Menschen trotz Qualifikation wegen ihres Geschlechts und einem nicht typisch deutschen Nachnamens bei Bewerbungen scheitern ist einfach verfassungswidrig. Siehe GG Artikel 3.3
    "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden"
    Dieses Thema wird hoffentlich bald von EU Ebene behandelt und klargestellt. Es kann nicht sein dass EU Buerger das Recht haben in jedem EU Staat zu leben und zu arbeiten aber in DE kaum Chancen haben da dort immer noch verdeckt und indirekt der Ariernachweis erbracht werden muss um ausgewaehlt zu werden.
    Gleiches gilt auch fuer sogenannte Vermieter die ihre Wohnungen mit "nur an Deutsche zu vermieten" bewerben.

    Deswegen absolute Zustimmung zu anonymen Bewerbungen in DE!!!
  4. #13

    Glauben Sie...

    Zitat von dwg Beitrag anzeigen
    Im übrigen: Im Engineering Bereich spielen diese Sachen eh keine Rolle. Frauen gibt es eh nicht
    Das sieht für Sie vielleicht so aus, weil diese Frauen, besonders verheiratete (und womöglich auch noch mit Kindern!), gar nicht erst zu Interviews eingeladen werden... Ist schon bezeichnend, dass ich als Frau in den Ingenieurwissenschaften in den USA sofort problemlos eine Stelle fand. Nach Rückkehr nach D wurde ich aber erst dann plötzlich überhaupt zu Interviews eingeladen, als ich eine einzige Zeile, nämlich die mit dem Familienstand, aus meinem Lebenslauf löschte... Warum ist man hierzulande also offenbar völlig unqualifiziert, wenn man eine verheiratete Frau ist? Während man als haargenau dieselbe Person eine gerne eingeladene qualifizierte Fachkraft ist, sobald der Personaler nix vom Anhang weiß!?!?

    (Nach Weglassen kamen die Einladung immerhin recht häufig, wobei ich aber wohl nie erfahren werde, ob es noch öfter hätte sein können, wenn nicht einige Personaler noch über Geschlecht bzw. Weglassen des Familienstandes gestolpert wären? Ich will nichts grundlos unterstellen, aber der extreme Unterschied zwischen Familienstand-Erwähnen oder -Weglassen hat meine Hoffnung in eine halbwegs qualifikationsorientierte Bewerberauswahl doch ziemlich erschüttert...)
  5. #14

    ...haben meist versteckte Nachteile.
    Beispielsweise fördern sie Fachidiotentum, weil Quereinsteiger so komplett ausgesiebt werden, es sei denn, es wird endlich konsequent mit Kristallkugeln und Astrologie gearbeitet.

    Im Ernst: Wer die Kriterien für eine Jobvergabe immer weiter normiert, wird sich personelle Einheitsware an Land ziehen. Dann wird es eben immer wichtiger, irgendwelche Zertifikate und Berufsjahre Erfahrung zu haben, egal, ob man etwas kann oder nicht.
    Ist doch dann alles "objektiviert" worden, ha,ha...

    In einem solchen Unternehmen würde ich nicht arbeiten wollen.
  6. #15

    Reichsbedenkenträger: Ja aber!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Frau könnte ein Kind bekommen? Ein Mann mit türkischem Nachnamen? Schlechte Karten bei der Bewerbung. Ein Pilotprojekt zeigt: Anonymisierte Bewerbungen ohne Namen, Foto, Alter verteilen die Chancen gerechter. Trotzdem winken große Firmen ab.

    Studie über anonyme Bewerbungen: Eine Chance für alle* - SPIEGEL ONLINE
    Warum über die rückständigen Deutschen lamentieren: "Das haben wir schon immer so gemacht!". Die Angelsachsen leben es seit Jahren vor.
    Aus eigener Erfahrung: früher (vor 40+) top im Job, Headhunter waren hinter mir her. Jetzt "im Alter" will einen keiner mehr. Jetzt weiß ich, dass ich in einem rassistischen Land lebe. Ich kaufe grundsätzlich in keinem Laden, der niemanden über 50 beschäftigt. Diesem Beispiel sollten viele folgen.
  7. #16

    eine Fiktion …

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Frau könnte ein Kind bekommen? Ein Mann mit türkischem Nachnamen? Schlechte Karten bei der Bewerbung. Ein Pilotprojekt zeigt: Anonymisierte Bewerbungen ohne Namen, Foto, Alter verteilen die Chancen gerechter. Trotzdem winken große Firmen ab.

    Studie über anonyme Bewerbungen: Eine Chance für alle* - SPIEGEL ONLINE
    Man stelle sich vor in allen Ämtern, allen Stellen auf allen Posten kommen nur noch die zum Zuge, die dafür wirklich ualifiziert sind - kein Vitamin B, keine Arschkriecher, keine Zuschanzung und Vetterleswirtschaft, keine Seilschaften , keine Plagiatoren, …

    Der Regierungsbezirk (nicht nur) in Berlin, die Konzernzentralen, die Chefetagen, die oberen Managementebenen, die Fernsehanstalten, Moderatorenposten, Intendantenstühle, Chefredakteusessel - sie alle lagen brach - kein Mensch da - grosse Leere
    ein Traum
    es würde etwas dauern, bis die kommen könnten, die es wirklich drauf haben
    aber DAS geht nicht, weil die ANDEREN die Nase vorne haben - C'est la vie!

    dumm gelaufen
  8. #17

    Nichts verstanden.

    Zitat von kfp Beitrag anzeigen
    Genau. Wäre ja echt schlimm, wenn Sie im nächsten Interview versehentlich einer Frau gegenübersäßen, die am Ende auch noch so fähig und passend auf die Stelle rüberkommt, dass Sie Ihr gesamtes Weltbild in Frage stellen oder offen zugeben müssten, dass - Eignung hin oder her - Sie eben nicht mit Frauen zusammenarbeiten wollen.

    (Ach nee, ich vergaß, Frauen passen per definitionem nicht ins Team, können also gar nicht passend auf die Stelle rüberkommen. Puh, Weltbild gerettet...)
    Wenn Sie wüßten, mit wie unterschiedlichen Leuten beiderlei Geschlechts und internationaler Herkunft ich schon erfolgreich zusammengearbeitet habe, würden Sie sich wundern. Aber für die Unternehmen scheint die derzeitige Bewerbungspraxis in Deutschland ja gut zu funktionieren. Fromme wünsche über den positiven Effekt bunt gemischter Teams helfen da nicht weiter. Homogenität kann genauso ein Vorteil sein. Darüber bräuchte man erst mal vernünftige vergleichende Studien. Die sind natürlich kaum durchführbar und mir ist auch keine solche bekannt. Wer uns die anonymisierte Bewerbungspraxis verkaufen will, soll gleich sagen, dass er politische und keine unternehmerischen Ziele verfolgt. Oder er soll Fakten auf den Tisch legen...
  9. #18

    titel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Frau könnte ein Kind bekommen? Ein Mann mit türkischem Nachnamen? Schlechte Karten bei der Bewerbung. Ein Pilotprojekt zeigt: Anonymisierte Bewerbungen ohne Namen, Foto, Alter verteilen die Chancen gerechter. Trotzdem winken große Firmen ab.

    Studie über anonyme Bewerbungen: Eine Chance für alle* - SPIEGEL ONLINE
    Das ist leider nicht praktikabel. Man wird demnächst ja wegen Frauenquote für viele Stellen gezielt nach Frauen filtern müssen. Wie soll man die qualifizierten Männer frühzeitig aus dem Bewerbungsprozess kicken, wenn die Bewerbungen anonym sind?
  10. #19

    Zitat von mm71 Beitrag anzeigen
    Das ist leider nicht praktikabel. Man wird demnächst ja wegen Frauenquote für viele Stellen gezielt nach Frauen filtern müssen. Wie soll man die qualifizierten Männer frühzeitig aus dem Bewerbungsprozess kicken, wenn die Bewerbungen anonym sind?
    Ist doch schon witzig, wie dieselben, die eine Frauenquote ablehnen, gleichzeitig auch keine anonyme Bewerbungen wollen. Haben Sie da etwa was zu verlieren?

    Nur zu, ich habe als qualifizierte Frau mit anonymisierten Bewerbungen absolut kein Problem (und auch schon in der Praxis, in anderen Ländern, wo diese üblich sind, auch erwiesenerweise keines gehabt), im Gegenteil - auch auf die Gefahr hin, dass mich damit niemand mehr als Frau bevorzugen kann... Zur Abwechslung hierzuland einfach auch mal genauso ernst genommen zu werden wie ein Mann mit vergleichbarer Qualifikation wäre deutlich angenehmer als dieses verkrampfte und halbherzig-heuchlerische gib-Frauen-auch-mal-eine-Chance-Getue (aber das dann bitte nur an Stellen, wo sie nix groß kaputtmachen könnten)...








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