Zitat von
berater2050
Ob sich das Label "Entwickelt in Deutschland" unter den aktuellen Rahmenbedingungen lange hält ist. Die Produktentwicklung erfordert räumliche Nähe zur Fertigung, denn der Entwickler muss zahlreiche Besonderheiten des Fertigungsprozesses berücksichtigen (Fertigungstoleranzen, Ausschuss, Oberflächengüten, Werkstoffveränderungen, unvorhergesehene Effekte, etc...), was eine enge Abstimmung mit der Fertigung erfordert. Diese enge Abstimmung ist nur möglich, wenn die Entwicklung in der Nähe der Fertigung sitzt. Da gerade Chinas Universitäten jedes Jahr Millionen gut ausgebildeter Ingenieure ausspucken, die für ein Jahresgehalt von unter 9000 € arbeiten, ist der nächste konsequente Schritt, die Entwicklung der Fertigung folgen zu lassen, denn so lassen sich zudem massiv Entwicklungskosten sparen (gerade bei den immer kürzer werdenden Entwicklungszyklen sind die Kosten für Ingenieure relevant). Die einzige Möglichkeit diese Abwanderung von Ingenieurarbeitsplätzen zu stoppen, ist die Ingenieurgehälter in Deutschland stark zu reduzieren. Die Absenkung der Gehaltschwelle zur Einstellung ausländischer Ingenieure auf 33000€ (Jahresgehalt) ist ein erster richtiger Schritt. Allerdings sollte über eine weitere Absenkung der Gehaltschwelle diskutiert werden. Eine weitere Maßnahme könnte sein, die Sozialleistungen für arbeitslose Ingenieure zu reduzieren, damit diese auch weniger attraktive Jobangebote annehmen. Weiterhin sollten die Studentenzahlen in den Ingenieurwissenschaften weiter gesteigert werden. Nur über preiswerte Humanressourcen lässt sich der hohe Lebensstandard in Deutschland erhalten!