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Studie: Fast 40 Prozent der Europäer sind psychisch krank

Die Zahl ist alarmierend: Mehr als 160 Millionen*Europäer leiden an einer psychischen Krankheit, nur eine Minderheit wird laut einer aktuellen Studie rechtzeitig behandelt. Den Schaden für die Volkswirtschaften*schätzen die Forscher auf eine dreistellige Milliardenhöhe - pro Jahr.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...784400,00.html
  1. #90

    Jammerlappen und Schwachmaten!

    Heute jammern die Menschen wegen Überarbeitung und Burnout?

    Was soll dann die Kriegsgeneration sagen? Es gibt Leute, die haben zwei Weltkriege mitgemacht, mit Hungersnöten, Vertreibung, Gefangenschaft, möglicherweise Verwundung und einem Leben an der Existenzgrenze - trotzdem erreichten viele davon quietschfidel das Rentenalter, wurden 70 oder 80 Jahre alt!

    Kann man heute noch nachempfinden wieviel Stress ein Soldat durchmacht, der nicht weiß, ob er die nächsten paar Minuten noch überleben wird? Was für ein Stress mag es wohl sein, wenn es nirgendwo etwas zu beißen gibt, und man jeden Tag aufs neue darum kämpfen muss nicht zu verhungern und im Winter nicht zu erfrieren? DAS ist Stress!

    Und die Waschlappen von heute? Die winseln schon wie ein Hund, der sein Futter nicht pünklich kriegt, nur weil es mal beim Bürojob etwas zur Sache geht.

    Viele machen sich den Stress auch selber: Hypothek auf ein überdimensioniertes Haus, Auto geleast, Gamer-PC und Motorrad auf Ratenzahlung, vielleicht noch Urlaub auf raten - und dann wundern sich diese Schwachmaten, dass sie "Stress" empfinden.

    Die meisten Leute könnten heute locker und flockig leben, wenn sie ihren Konsum und ihre finanziellen Verpflichtungen bewußt steuern würden. Wer es sich angewöhnt konsequent nach dem Hartz-IV-Satz zu leben kann locker flockig zur Arbeit gehen und seinem Chef Stress machen, ohne dass sich für ihn im Notfall etwas ändert!

    Wer des folgenden Tages am wenigsten bedarf, wird ihn am freudigsten begrüßen! (nach Epikur).
  2. #91

    .

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Ich will jetzt nicht harte Maloche schön reden, aber körperliche Anstrengung hat etwas mit seelischer Ausgeglichenheit zu tun. Jeder der Sport treibt weiß das.

    Stimmt im Grunde, aber nach meiner Erfahrung ist Sport absolut kein Ersatz. Man ist, wenn man denn nicht nur ne halbe Stunde joggen geht, körperlich erschöfpft, die Selbstzufriedenheit, die ich nach einem Tag Garten umgraben oder einen Tag harter Arbeit auf dem Bauernhof meiner Großeltern verspürte. fehlt aber mir.
    Wahrscheinlich weil Sport nicht produktiv ist.

    Ähnlich ist es auch beim Arbeiten am PC. Zum ersten Mal seit längerer Zeit ist arbeite ich fast ausschließlich am Computer, quasi ehrenamtlich und in meiner Freizeit Ich "schaffe ordentlich was weg" hab aber Schwierigkeiten zur Ruhe zu kommen, weil der Fortschritt klein und nicht so offensichtlich ist, weshalb mein Gehirn noch ewig weiterarbeitet.


    Zur Studie selbst: Schon wieder eine Studie, nach der die Menschen achso krank (wahlweise ersetzen durch: dumm, faul, überfordert, burned-out, aggressiv, kriminell, besoffen) sind. Diese Dramatisierungen sind anstrengend.
  3. #92

    38 Prozent psychisch krank? Wie krank ist das?

    Würde man einen Krankheitsbegriff, demzufolge 38 Prozent der Europäer als psychisch krank anzusehen sind, auf die Zunft der Psychologen, Psychiater, Psychotherapeuten usw. anwenden, so käme man nach dieser Definition wahrscheinlich auf einen Krankenstand von über 90 Prozent.
  4. #93

    .

    Zitat von Questions Beitrag anzeigen
    ...Hilfe bringen da irgendwann keine Pillen mehr, sondern nur ganzheitliche Behandlungen, die der körperlichen Symptomatik genauso viel Beachtung schenken wie den dahinter liegenden seelischen Erscheinungen. Führend ist hier z.B. die Anthroposophische Medizin, die gerade auch bei chronischen Erkrankungen sehr gute Erfolge erzielt, wie die AMOS-Studie zu 2 Dutzend Krankheitsbildern auch nachgewiesen hat. Eine Übersicht der Publikationen dazu gibt es hier:

    http://www.ifaemm.de/B10_AMOS.htm

    Die Anthroposophische Medizin arbeitet traditionell mit zusätzlichen Therapien wie der Heileurythmie, Kunsttherapie und Rhythmischen Massage. Diese wirken ergänzend zu den Medikamenten und regen innere Prozesse an. Heileurythmie ist ja in der Regel wenig bekannt, aber gerade für diese Störungen prädestiniert – eine der ausführlichsten Darstellungen der Therapie finden sich auf diesen Seiten (Wiki gibt zur Therapie nichts her):

    http://www.liebe-zur-erde.eu/heileur...s_ist_das.html
    Mein mit Abstand wichtigster Stressfaktor für viele, viele Jahre, war das Verarbeiten des leicht dämonischen Irrsinns, das man mir in meinem antroposophischen Internat beizubringen versuchte! Bei mir löst schon das Wort Eurythmie Kopfschmerzen aus! Langzeitfolgen eines Rudolf Steiner Geschädigten...
  5. #94

    sehr hochgegriffen

    Diese Zahlen scheinen mir doch sehr hochgegriffen. Ich kann mir zwar gut vorstellen, dass viele Menschen psychisch krank sind, aber sooo viele... Mir scheint, hier wurde jedes psychische "Wehwehchen" zur Krankheit hochstilisiert. Aber muss man wegen jeder Kleinigkeit gleich zum Arzt?
    Ich lasse ja auch nicht jede Erkältung oder kleine Blessur behandeln.

    Interessant wäre daher meine Meinung nach die Anzahl der psychischen Erkrankungen, die eine Behandlung erfordern.

    Übrigens sind 164 Mio. Menschen nicht 38%, sondern ca. 30% der Bevölkerung der EU, Norwegens, der Schweiz und Islands:
    In der EU leben ca. 495 Mio. Menschen, in der Schweiz knapp 8 Mio., in Norwegen knapp 5 Mio., in Island ca. 320.000. Macht zusammen ca. 508 Mio. (Quellen: http://europa.eu und Wikipedia)
    Mag allerdings sein, dass 38% der Erwachsenen und nicht der Gesamtbevölkerung gemeint waren...
  6. #95

    .

    Zitat von hornbeam Beitrag anzeigen
    Zwei Ursachen

    - Der entartete Schweinehundkapitalismus
    - Zu viel Ärzte, zu viel schädliche Medikamente
    - Absenz einer als solche erkennbare Kultur
  7. #96

    Psychisch krank?

    40% sollen psychisch krank sein? Das kann schon sein. Aber wieviele von diesen 40% sind denn quecksilberbelastet? 99%?
    Was für ein Geschäft!
  8. #97

    .

    Zitat von Igga Beitrag anzeigen
    Heute jammern die Menschen wegen Überarbeitung und Burnout?
    Das tun sie wohl und warum das so ist, erklären Sie ja selbst:

    Was soll dann die Kriegsgeneration sagen? Es gibt Leute, die haben zwei Weltkriege mitgemacht, mit Hungersnöten, ...
    Oder etwas schwächer und ohne Krieg: Ich bin der festen Überzeugung, dass ein Bauer, der hart arbeiten muss, um über die Runden zu kommen, weder depressiv wird, noch eine Therapie benötigt. Ich gehe sogar weiter und sage, dass der trotz harter Arbeit glücklicher ist. Warum? Weil er einen Sinn im Leben sieht.

    Ähnlich sieht es mit der geschundenen Generation aus, die Sie schildern: Es ging immer um etwas. Entweder den Krieg zu überleben oder beim Aufbau nach dem Krieg zu helfen. Sinn. Jedenfalls für die Zivilbevölkerung.

    Was allerdings Soldaten angeht,

    Kann man heute noch nachempfinden wieviel Stress ein Soldat durchmacht, der nicht weiß, ob er die nächsten paar Minuten noch überleben wird?
    so ist die Sache ganz anders. Krieg ist der absolute Ausnahmezustand. Wer ohne schweres Trauma aus einem Krieg zurückkehrt, besaß schon vorher keine Emotionen.

    Und die Waschlappen von heute? Die winseln schon wie ein Hund, der sein Futter nicht pünklich kriegt, nur weil es mal beim Bürojob etwas zur Sache geht.
    So einfach ist es dennoch nicht. Keinen Sinn im Leben zu sehen, kann ernsthaft krank machen. Deswegen schrieb ich von dem Bauern oben. Wer Verantwortung übernommen hat und seinen Geschäften nachgeht, weil er entweder weiß, wozu das gut ist oder einfach nur aus Freude arbeitet, der wird nicht krank.

    Viele machen sich den Stress auch selber: Hypothek auf ein überdimensioniertes Haus, Auto geleast, Gamer-PC und Motorrad auf Ratenzahlung, ...
    Absolut richtige Analyse. Der gesellschaftliche Druck ist enorm. Wer mithalten will, muss sich auf Dinge einlassen, die er genau genommen kaum im Griff hat. Die Angst davor macht krank.

    Wer des folgenden Tages am wenigsten bedarf, wird ihn am freudigsten begrüßen! (nach Epikur).
    Ein sehr kluger Spruch! Und dennoch: Die Gründe für die Psychoprobleme moderner Gesellschaften mögen dem Glücklichen trivial vorkommen, aber sie erzeugen ernsthafte Krankheiten. Als Waschlappen würde ich Betroffene nicht bezeichnen. Denen ist das innere Koordinatensystem abhanden gekommen, was schlimm genug ist. Früher gab's für solche Fälle Gott, heute andere Drogen.
  9. #98

    Niemand ist perfekt ...

    ... aber die Ärzteschaft schafft es zunehmend, die jeweils persönliche Imperfektion als Krankheit zu definieren: Gewicht, sexuelle Leistungsfähigkeit, Angstverhalten, Erinnerungsvermögen, Haut, Zähne, Haare: Je genauer man sucht, desto mehr wird man finden, das von der "Norm" abweicht und das sich irgendwie behandeln lässt.

    Besonders hilfreich ist dabei, die Norm in einer Studie mit lauter top-fitten 20- bis 30-jährigen zu ermitteln und dann auch auf 60-jährige anzuwenden: "Ihr BMI ist zu hoch, Ihr Testosteron-Wert zu niedrig, und dann müssen wir nochmal über Ihre Lipide sprechen".
    Wenn dann auch die dritte Diät nicht anspringt und die Nadel der Waage scheinbar unaufhaltsam in immer höhere statt niedrigere Zahlenbereiche vorstößt, dann ist auch die Depression nicht mehr weit. Denn auch im Psycho-Bereich gilt: Was früher eine "leichte Verstimmung" oder eine "mentale Erschöpfung" war, ist heute eine handfeste Depression oder ein schwerer Burn-Out.
  10. #99

    .

    Zitat von Auswahlaxiom Beitrag anzeigen
    Die Gründe für die Psychoprobleme moderner Gesellschaften mögen dem Glücklichen trivial vorkommen, aber sie erzeugen ernsthafte Krankheiten. Als Waschlappen würde ich Betroffene nicht bezeichnen. Denen ist das innere Koordinatensystem abhanden gekommen, was schlimm genug ist. Früher gab's für solche Fälle Gott, heute andere Drogen.
    Ich würde niemals subjektives Leiden eines anderen in Abrede stellen, wohl aber bezweifle ich, daß jedes dieser Leiden eine Behandlung durch einen Experten braucht.

    Was mich an diesen Experten so mißtrauisch macht, ist, daß ihnen der Gedanke völlig fremd zu sein scheint, daß Selbsthilfe in den meisten Fällen grundsätzlich eine Option ist - und daß inzwischen sehr viele Nicht-Experten diese Haltung übernommen haben. Ich habe inzwischen nicht einmal mehr den Eindruck, daß es besonders erwünscht ist, wenn einer sich selbst helfen kann.

    Das fiel mir ganz besonders auf, als zum Jahrestag der Love-Parade-Katastrophe einige Berichte von Helfern und Überlebenden hier kamen. Sogar den einen jungen Mann, der glaubhaft versicherte, er habe die Sache längst verarbeitet, hätten manche Forumsdiskutanten am liebsten zwangsweise zum Seelenklempner geschickt.








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