CorbisBurnout wird zur Bedrohung - nicht nur für Patienten, sondern auch für die Unternehmen, in denen sie arbeiten. Das zeigt eine exklusive manager-magazin-Studie. In keiner Branche sind Mitarbeiter vor Burnout sicher. Doch es gibt Unterschiede.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...834890,00.html
Immer diese Hobbyexperten und selbst ernannten Pseudospychologen. Wenn Sie sich die Zahlen der Studie angucken, wissen Sie, dass das Freizeitverhalten schuld ist? Wie man auf den Rückschluss kommen kann, ist mir ein völliges Rätsel!
Es sei denn, Sie haben tiefere Erkenntnisse über das unterschiedliche Freizeitverhalten von Allianz-, Deutsche Bank- und Bayer-Mitarbeitern. Sollten Sie die haben, lassen Sie uns und am Besten auch gleich die Studien-Autoren daran teilhaben.
Natürlich kann Freizeitverhalten bzw. Nicht-Erholen-Können auch eine Rolle bei Burnout spielen. Aber deutliche Unterschiede in Fallzahlen von Firma zu Firma deuten doch wohl eher darauf hin, dass da was im Unternehmen im Argen liegt. Dazu müssten aber eigentlich auch die Rentenversicherungen etwas sagen können - als Kostenträger der meisten Maßnahmen.
Es gibt diverse Wege, sich zu erholen, und u.U. können passende Aktivitäten sogar deutlich erholsamer sein als das Abgammeln vor der Glotze o.ä.
Oft ist aber das Problem weniger, wie man die Freizeit verbringt, sondern wieviel man wirklich davon hat. Wenn heute Berufseinsteiger (oder -umsteiger, z.B. wegen Massenkündigungen in Krisen, Fusionen, Rationalisierungsmaßnahmen, Pleiten, ...) jahrelang zwischen Leihfirmen oder anderweitig befristeten Verträgen in Dauerprobezeit auf 250% Leistung gehalten werden, ist es kein Wunder, wenn immer mehr von denen irgendwann schlapp machen. Wenn man dazu auch noch die "Dummheit" begeht, die Familienplanung nicht auf "jetzt ist's leider zu spät" zu verschieben, hat man eh verloren.
Unsere Praxis als Familie: Umzug alle ca. anderthalb Jahre, Schlafdurchschnitt 6h pro Nacht, alle früheren Hobbies inzwischen weitgehend abgeschafft. Letzter Urlaub, der länger als anderthalb Wochen dauerte: 2006. Der Rest der Urlaube ging für Umzüge, Bewerbungsgespräche, "Familienbesuche" bei mehrwöchigen Auswärtsprojekten eines Elternteils drauf. Ok, Weihnachten hatten wir zwischen den Jahren normalerweise frei, und 2007 konnten wir uns ganze anderthalb Wochen Quickie-Flitterwochen mit Mühe und Not auch noch genehmigen... - Der letzte "richtige" Urlaub 2009 wurde von der Zeitarbeitseinsatzfirma genehmigt und daraufhin geplant, aber anschließend von der Leiharbeitsfirma kurzfristig gestrichen, da wegen Wirtschaftskrise kurz darauf eine einsatzfreie Zeit abzusehen war... (Da dann der Ehepartner aber wieder verplant war, fiel der Urlaub komplett flach und durfte stattdessen mal wieder der Jobsuche gewidmet werden.) Dieses Jahr hat zumindest einer von uns einen Zweijahresvertrag und ausnahmsweise könnte sogar Geld für die Vertragsverlängerung des anderen um ein Jahr auftreibbar sein. Mal sehen, ob wir uns also diesen Sommer mal 2-3 Wochen ausklinken können, ohne ständig an Bewerbungen u.ä. denken zu müssen. Muss allerdings mit den Kitaferien und anschließender Eingewöhnung in den neuen Kindergarten (die Kita schmeißt die Kleinen mit 3 Jahren raus) abgestimmt werden, dafür gehen vermutlich dann nochmal 1-2 Wochen Urlaub ab...
Wen wundert es, dass Ingenieure weniger Burnout haben, da sie ja ein Studienfach nach Interesse ausgewählt haben und dabei sogar noch gut verdienen, die Arbeit ist abwechslungsreich und besteht zum Großteil aus wertschhöpfenden Tätigkeiten.
BWLer hingegen (Banken und Versicherer) studieren um später möglichst viel Geld zu verdienen, landen dann irgendwann im Marketing oder der Buchhaltung und treten auf der Stelle, schubsen als Sachbearbeiter Zahlen in Exceltabellen rum und sind nur ein reiner Kostenfaktor für das Unternehmen, dementsprechend die erste Stelle bei Einsparungsideen des Vorstands.
Der erste Kommentar... gleich schon wieder von einem Ignoranten.
Schade dass die Studie nicht tiefer gehen konnte. Bei den eher wissenschaftlich/technischen Konzernen wäre es interessant gewesen, ob es auch noch unterschiedliche Zahlen in den verschiedenen Bereichen gegeben hätte.
Die Frage steht ja im Raum, ob die zweifelsfreie "End"-Vorraussetzung "beruflicher Streß" alle gleichermaßen trifft, oder ob es es auch "Anfangs"-Vorraussetzungen für BurnOut gibt. In Verdacht stehen dafür biologische Grundlagen mit hohem erblichen, embryonalen und frühkindlichen Anteilen, wie z.B. für ADHS, Schmerzstörungen oder auch für diverse Typen von Depressionen.
In der Vorstufe, also bevor diese Vorraussetzungen Störungs- oder gar Krankheits-Charakter annehmen, zeichnen sich die Betroffenen ja eher durch chronische Unterreizung im Ruhezustand aus (Klagen über Langeweile bei gleichzeitig sehr unangenehmer innerer Unruhe). Und nachdem die dann meist als qualvoll erlebte Schulzeit beendet ist, werden in der Berufswahl natürlich gerade solche Tätigkeiten angestrebt, die zunächst besondere Spannung und Reiz versprechen, z.B. emotional bei Lehrern, emotional und Akutstreß bei Sanitätern und anderen Notfall-Berufen, oder aber eben im Vertrieb oder gar im Börsenhandel, und nicht zu vergessen Kunst und Medien.
Bei Einzelfällen ist das ja bereits x-mal in Anamnesen nachvollzogen worden. Und selbst im Volksmund -- außer natürlich bei den vielen "selbst-Schuld"-oder-"machs-doch so-wie ich"-Ignoranten -- heißt es: "Ausbrennen können nur die, die vorher auch gebrannt haben". Und die Frage ist: Gab es vielleicht bereits einen typischen Grund für das vorherige Brennen?
Naja, irgendwann werden die entsprechenden Statistiken schon noch erhoben werden, die diese Frage aufklären könnten ... ohne damit natürlich bindende Antworten für den konkreten Einzelfall vorzugeben, versteht sich.
Burnout nicht burnout ist, sondern dass es eine Unmenge nterschiedlicher "Burnoutarten" gibt (wahrscheinlich brnchenspezifisch). Und dan tauchen auch je nach "Burnout"-Variante unterschiedliche Spezilisten auf - und die Anzahl der Burnoutvariantenkranken steigt exponentiell.
Bin mal gespannt, wann es nur noch einen einzigen gibt der arbeitet.
Da gebe ich Ihnen absolut Recht.
Sicher wird es Menschen geben die an einem Burn-Out-Syndrom leidern, zweifellos. Schaue ich mir aber die hohe Anzahl der Beschäftigten in dem Bericht hier an so glaube ich nicht dass ein so hoher Prozentsatz wirklich daran leidet.
Ich persönlich halte das Burn-Out-Syndrom welches bei den meisten Menschen (angeblich) diagnostiziert wird für ein typisches Wohlstandswehwehchen verwönter Leute die wahrscheinlich noch nie haben wirklich richtig viel arbeiten müssen.
Die wirklichen Burn-Out-Syndrom Patienten sind meiner Meinung nach eher die Ausnahme.
Es gäbe ganz einfache Mittel um dieser Entwicklung entgegenzuwirken: Mehr Mitarbeiter einstellen, Konkurrenz- und Karriereirrsinn reduzieren, die Leute nicht bis zum letzten Blutstropfen auspressen und nicht bei jeder kleinen Gewinndelle Tausende entlassen (siehe jüngst HP).
Aber das ist weder den Vorstandsmitgliedern noch den Aktionären, noch ihren willfährigen Arbeitsameisen zu vermitteln. Hauptsache es kommen noch ein paar Promille Profit raus.
Das schlimmste an diesem System ist, dass es keine Rückzugsräume für Menschen lässt, die einfach nur leben möchten, irgendwo in der mittleren Etage produktiv sein wollen, ohne dauernd an die Spitze zu streben und anderen dabei auf den Kopf zu springen. Du siegst, oder du stirbst. Das ist es, was die Menschen fertig macht.
Noch weiter herausgezoomt liegt das Problem natürlich in dem Grunddilemma der Hyperproduktivität und des Unterangebots an Arbeit bei einem Überangebot an Arbeitskräften.
Dem kann man aber nur mit einem Plus an Menschlichkeit begegnen, wobei diesem aber politisch nachgeholfen werden kann. Wie wäre es z.B. mit Steuererleichterungen für Unternehmen mit kontrolliert vorbildlicher Personalpolitik und -führung? Oder eine Entlassungssteuer? Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt, man muss das Pferd nur mal von der anderen Seite aufzäumen....