Sorry. Ich dachte eigentlich meine Ironie bezüglich des Beitrages von markus-wienken war unübersehbar. Nun haben Sie mich leider eines besseren belehrt. Tut mir Leid.
Ich dachte Burnout ist eher eine Streß Folge, trifft also eher jene, die dauerhaft über ihrem psychischen Limit arbeiten, und z.B. eben auch nicht für den entsprechend nötigen Streßabbau durch körperliche Tätigkeiten wie regelmäßigen Sport sorgen.
Falls Sie aber - wie ich selbst es eigentlich bevorzuge - die Psyche auch nur als physiologische Funktion, und damit zumindest in seiner Basis auch als Teil des Körpers betrachten, bin ich natürlich ganz bei Ihnen.
Das ist m.E. nur die eine Seite der Medaille. Die andere scheint mir die biologische Grundkonstitution der betroffenen zu sein.
Mit Streß ist es doch irgendwie ähnlich, wie bei den Samenkörnern. Ohne den Samenkorn selbst wächst nichts, aber ohne den geeigneten Boden, auf den sie treffen, eben auch nichts. Wenn man von Streßfolge spricht, geht es m.E. stets um beides, sowohl um die Stressoren von außen, als auch um die Streßverarbeitung von innen. Wie individuell letzteres ausfallen kann, sehen Sie am besten am Beispiel "nichts-tun". Für die meisten Menschen ist das pure Erholung, für jeden vierten oder fünften aber richtiger Streß, der sie geradezu aggressiv werden läßt.
Und auf beiden Seiten, bei den Stressoren wie bei der Streßverarbeitung, gibt es relativ leicht vermeidbare Sachen genauso wie kaum vermeidbare Sachen. Bei den unvermeidbaren Stressoren können wir z.B. heute weder die Schule noch die Arbeitsteilung abschaffen - gut situierte können sich und ihre Kinder da vielleicht ausklinken, aber als generelles gesellschaftliches Modell ist es nicht machbar. Und bei der Streßverarbeitung sind sowohl die genetischen Anteile daran, als auch die aus der Embryonalentwicklung, irreversibel. Und selbst an posttraumatische Folgen kommt man bestenfalls mit Hilfe von Spezialisten ran.
Schade ist, dass viele Tipps, die von den Burnout-Bestreitern hier immer mal wieder so reingeworfen werden, ja durchaus nicht generell falsch sind. Nur, indem die weitestgehends Streßresistenten die Andersartigkeit ihrer eigenen Erfahrungen mit Überforderungen im beruflichen und privaten Umfeld und deren erfolgreichen Umgang damit auf die anderen, z.B. die Burnout betroffenen, übertragen, so als sei die Psyche dieser Menschen zwangläufig stets völlig identisch mit ihner eigenen, werden sie schnell zu Besserwissern, die lehrmeisterhaft im Grunde mit einer gewissen Verachtung auf die anderen herabschauen.

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