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Studie: Deutsche können alles - außer genießen

CorbisNiedrige Arbeitslosigkeit, ordentliches Wirtschaftswachstum - den Deutschen geht es so gut wie nie. Doch eine Studie zeigt: Sie können ihren Erfolg nicht auskosten. Die Bundesbürger haben das Genießen verlernt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...834461,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Niedrige Arbeitslosigkeit, ordentliches Wirtschaftswachstum - den Deutschen geht es so gut wie nie. Doch eine Studie zeigt: Sie können ihren Erfolg nicht auskosten. Die Bundesbürger haben das Genießen verlernt.

    Studie zum Genuss: Deutsche haben das Genießen verlernt - SPIEGEL ONLINE
    Na ja, wenn man in Deutschland auf die Frage "Wie geht's?" mit "Sehr gut!" antwortet, gilt man ja auch als naiv oder geistig flach.

    Daher wählen wir gerne Leute die uns als faul, unsolidarisch, umwelt- oder frauenfeindlich beschimpfen, sobald wir gefahr laufen es uns gut gehen zu lassen.
  2. #2

    Konsum macht nicht glücklich. Er täuscht ein Glücksgefühl vor. Darüber gibt es Fachliteratur. Und mal ehrlich, in einer Konsumgesellschaft wie der unsrigen, schmeckt doch ohnehin alles gleich eintönig. Deswegen suchen viele Konsumenten ihr Glück in Extremen. Aber auch dort gehen sie kein Risiko ein...
  3. #3

    oder?

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Na ja, wenn man in Deutschland auf die Frage "Wie geht's?" mit "Sehr gut!" antwortet, gilt man ja auch als naiv oder geistig flach.
    Ist schon was dran. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir unseren Erfaolg nicht genießen können, weil ein gigantischer Teil davon sofort zu denen fliesst, die genießen können. Nach Griechenland, Europa, zu den Banken. Was nützt der Erfolg, wenn man direkt am Zahltag ausgeplündert wird und der Erfolg nur auf dem Papier steht?
  4. #4

    Die Analyse ist zutreffend. Das Problem liegt daran, dass zwischen der Idee - "erst die Arbeit, dann das Vergnügen" - und der Realität ein Loch klafft. Wer sich nach einem anstrengenden Tag zurücklehnen und die restlichen Stunden genießen kann, der ist eher die Ausnahme. Die meisten Leute sind nach einem anstrengenden Tag reizbar und nervös und ziehen auch das Umfeld in Mitleidenschaft. Ein entspannender Abend auf der Terrasse wird ungemütlich, wenn einer der Partner noch immer an den Ereignissen des Tages knabbert, und wenn das zur Regel wird, wird oft sogar die Beziehung selbst zur Belastung.

    Das Abschalten ist das Problem, dieses "Immer-Müssen". Und seien es nur die Nachbarn oder die lieben Verwandten, die einem noch um 8 Uhr abends um die Ohren knallen, was man alles hätte tun und lassen sollen. Als ob jeder permanent in der Pflicht stehen würde, irgendetwas zu tun, was irgendjemand anders von ihm will - oft nur aus einer Laune desjenigen heraus.
  5. #5

    <->

    Ich muss mich immer wieder mal fragen lassen, warum ich nicht mal in der Firmenhierarchie nach weiter oben gehen möchte ... und wenn ich dann aufzähle, daß mir meine viele Freizeit, der ruhige Arbeitsplatz und auch die Schichtarbeit inkl. Nacht- und Wochenend- und Feiertagsarbeit mehr wert sind als 150€ mehr Netto im Monat, dann werde ich nur schief angeschaut.

    Manche verstehen das schon gar nicht mehr, daß Karriere und Geld nicht alles ist. Ich persönlich habe jedenfalls keine Lust mit Mitte Dreißig ausgebrannt und fertig zu sein. Und bisher stehen die Chancen sehr gut, daß dieser Zustand zumindest Arbeitsbedingt nicht eintreten wird.

    Mehr auf das Wesentliche konzentrieren und vor allem knallhart Privates von Beruflichem trennen (auch wenn das immer mehr auf Unverständnis trifft) und das Leben entspannt angehen. Ruhig mal Egoistisch sein, das ist kein Makel sondern in Wirklichkeit eine wichtige Eigenschaft.
  6. #6

    optional

    "Niedrige Arbeitslosigkeit, ordentliches Wirtschaftswachstum - den Deutschen geht es so gut wie nie."

    Ist schon wieder Märchenzeit?

    Getrieben von purer Existenzangst fehlt vielen Deutschen da vielleicht ein wenig die Ruhe, die es braucht um irgendetwas auch nur ansatzweise genießen zu können.
  7. #7

    Wie genießt man mit max. 1.280 € netto?

    Wie genießt man sein leben mit max. 1.280 € netto? 50% aller Berufstätigen verdient nämlich weniger als das - pro Haushalt (amtlich lt. Einkommensteuerstatistik des Statistischen Bundesamtes). Oder fragen Sie mal die Niedriglöhner, die über 50 Stunden/Woche arbeiten.

    Zum Genießen muß man erst einmal die Rahmenbedingungen schaffen, z.B. mit bandbreitenmodell.de/vision
  8. #8

    Zitat von blowup Beitrag anzeigen
    Ist schon was dran. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir unseren Erfaolg nicht genießen können, weil ein gigantischer Teil davon sofort zu denen fliesst, die genießen können. Nach Griechenland, Europa, zu den Banken. Was nützt der Erfolg, wenn man direkt am Zahltag ausgeplündert wird und der Erfolg nur auf dem Papier steht?
    Mein Gott, was haben Sie schreckliche Fantasien - nee, zu den Entspannten gehören Sie wirklich nicht.
  9. #9

    Tja, eine Studie muss man natürlich auch richtig interpretieren und in Kontext setzen können. Das ist der Autorin hier wohl nicht gelungen. Das ist besonders deswegen peinlich, weil zeitgleich auch Zahlen erschienen sind, nach denen gerade die Geringverdiener massiv Überstunden schieben und geradezu genötigt werden, das Arbeitszeitgesetz zu verletzen - einfach weil sie sonst nicht über die Runden kommen (vgl Studie über Beschäftigte mit Niedriglöhnen - Viele Geringverdiener arbeiten 50 Stunden in der Woche - Wirtschaft - sueddeutsche.de)

    Auch sonst sagen Arbeitslosenzahlen nichts über Abstiegsängste etc. aus. Die Produktivitätssteigerung und Rationalisierung scheint nicht dazu zu führen, dass die Menschen mehr Zeit haben und "genießen" können. Das ist aber nicht (nur) ein hedonistisches Defizit, wie die Autorin uns glauben machen will, sondern ein massives gesellschaftliches Problem.


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