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Studie des Familienministeriums: Frauen bleiben oft in Minijobs gefangen

DPAMinijobs sind weit verbreitet, aber ein hohes Risiko vor allem für Frauen. Das zeigt eine Studie im Auftrag des Familienministeriums, die drastische Worte findet: Geringfügige Beschäftigung sei "ein Programm zur Erzeugung lebenslanger Ohnmacht und Abhängigkeit".

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-889402.html
  1. #1

    Mehrheit möchte keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

    Man sollte nicht unerwähnt lassen dass die Mehrheit der Frauen die den Minijob pur, also ohne weitere Einkunftsquelle, ausüben diesen nicht als Brücke
    in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angenommen haben. Laut Studie 52%. Ich halte nicht besonders viel von Minijobs, aber das scheint für einige Betroffene nicht zuzutreffen.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Minijobs sind weit verbreitet, aber ein hohes Risiko vor allem für Frauen. Das zeigt eine Studie im Auftrag des Familienministeriums, die drastische Worte findet: Geringfügige Beschäftigung sei "ein Programm zur Erzeugung lebenslanger Ohnmacht und Abhängigkeit".

    Minijob ist ein Risiko im Lebenslauf - SPIEGEL ONLINE
    Das Grundproblem sind immens überhöhten Sozialabgaben in Deutschland, die eine reguläre Beschäftigung für viele unattraktiv machen, die lediglich etwas Geld dazu verdienen wollen (zB als Putzhilfe im Haushalt). Gerade für verheirate Frauen (die bei ihrem Mann mitversichert sind) ist es schwer zu verstehen, warum sie dafür noch einmal Sozialabgaben entrichten sollen, wo doch die Leistungen des Sozialsystems durch denzusätzlichen Job nur minimal verbessert werden. Daher ist es in diesem Bereich praktisch unmöglich jemanden auf normaler Lohnsteuerkarte zu finden (und auch auf 450 EUR ist dies nicht einfach).
  3. #3

    Dies belege, dass Minijobs - anders als von den rot-grünen Arbeitsmarktreformern gewollt - "nicht als Brücke in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wirken".
    Wenn Rotgrün das nicht gewollt hat, hätten sie auf die zahlreichen Kritiker gehört, die das von Anfang an gesehen haben. Die ganze Agendapolitik hat und hatte immer nur zwei Ziele: mehr Profit für Unternehmen, weniger Menschen in der AL-Statistik. Beides war so geplant, das der Scheinerfolg auf dem Rücken der Arbeitenden eingeheimst wird. Der Preis werden Millionen von neuen Armutsrentnern sein.
  4. #4

    Wieder eine nichts sagende Statistik

    Das Familienministerium versorgt uns mit regelmäßigen Abständen mit nichts sagenden Statistiken, wo in Zahlen etwas politisch hinein interpretiert wird, was die nackten Zahlen einfach nicht hergeben. "Frauen stecken in Minijobs fest", da wird etwas am Geschlecht festgemacht, obwohl ganz andere Gründe dahinter stehen. Würde sich jemand über die Aussage "Ärztinnen oder Friseurinnen stecken häufig in ihrem Beruf fest" empören? Die Zufriedenheit von 80% muss keine Selbstausbeutung widerspiegeln sondern vielleicht einfach nur persönliche Gründe, die zu dieser Berufswahl führen. Ebenso beliebt ist das Mantra von der schlechteren Bezahlung von Frauen. Ich habe in meinem ganzen Berufsleben noch keine Firma erlebt, wo Frauen bei gleicher Tätigkeit und Leistung weniger bezahlt bekommen als ihre männlichen Kollegen. Es wird Zeit, dass Frau Leyen ihre fröhliche Statistikertruppe mit dem Hang zur Schlagzeile mal zur Ordnung ruft.
  5. #5

    Nebenverdienst

    um sich nebenbei Geld zu verdienen sind 450 € Jobs gut.
    Jede Frau hat die Wahl auch ganztags arbeiten zu gehen. Viele Frauen wollen auch gar nicht volltags arbeiten. Der Titel mit gefangen sit wohl etweas falsch gewählt da diese Jobs durchaus etwas Positives haben. Man muss nicht glauben dass alle Frauen arbeiten wollen. Ich kenne viele die gerne arbeiten lassen da sie selbst wissen welchen Stress ihre Männer am Arbeitsplatz haben. Fragt sich wirklich wen man bei derStudie befragt hat.
  6. #6

    erst mal FDP fragen

    Vielleicht hätte man den Artikel erst einmal mit der FDP abstimmen sollen, dann würde sich das schon ganz anders lesen ...
  7. #7

    Männer bleiben oft im Vollzeitjob gefangen...
  8. #8

    Es gibt auch den umgekehrten Fall,

    und zwar gar nicht so selten. Wundert mich das das kaum thematisiert wird. Und zwar geht es um verheiratete Frauen, die über ihren Mann abgesichert sind, familienversichert in der Kranken- und Pflegeversicherung, für Null Euro ! Die haben vielfach gar kein Interesse aus dem bequemen 400-Euro-Job rauszugehen und setzen manchmal sogar ihre Arbeitgeber unter Druck, Mehrarbeit schwarz auszubezahlen. Offenbar ein Tabuthema, aber das gehört auf den Tisch in dieser ganzen Diskussion.

    Bin schon lange dafür, die Minijobs komplett in sozialversicherungspflichtige Jobs umzuwandeln. Nur sollte im Gegenzug der viel zu starre Kündigungsschutz gelockert werden, so wie z.B. in der Schweiz schon lange praktiziert. Nur darauf werden sich unsere Gewerkschaften nicht einlassen, die verteidigen mit Zähnen und Klauen ihre sogenannten Errungenschaften, und sind für sinnvolle Reformen auf dem Arbeitsmarkt, die letztlich auch den Arbeitnehmern und Arbeitslosen was bringen würden kaum zu haben. Wir haben da ein sehr verkrustetes System mit vielen überholten Ritualen und Regeln, das holt uns früher oder später noch ein. Bin übrigens für einen Mindestlohn von 8-10 Euro, und habe keinseswegs neoliberale Anwandlungen.
  9. #9

    xxx

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Minijobs sind weit verbreitet, aber ein hohes Risiko vor allem für Frauen. Das zeigt eine Studie im Auftrag des Familienministeriums, die drastische Worte findet: Geringfügige Beschäftigung sei "ein Programm zur Erzeugung lebenslanger Ohnmacht und Abhängigkeit".

    Minijob ist ein Risiko im Lebenslauf - SPIEGEL ONLINE
    in Ostholstein sind 35% aller Beschäftigungsverhältnisse Minijobs, bei den Frauen arbeiten insg. 45% in Minijobs. Allerdings sind die meisten davon unfreiwillig, da muss ich nur im Bekanntenkreis meiner Mutter nachfragen. Für Rentnerinnen und Studenten ist das okay, aber es arbeiten viele unfreiwillig im Minijob, die eigentlich richtige Voll - oder Teilzeitstellen wünschen. Das weiß ich aus diversen Gesprächen.
    So sucht die eine eigentlich eine feste Stelle, findet aber eben immer nur Angebote im Minijob. Sie bekommt aber noch keine Rente und ist alleinstehend und wäre auf eine vernünftige Stelle angewiesen.

    Eine andere Bekannte von mir arbeitet seit ca. 11 Jahren im Minijob. Sie wurde im Öffentl. Dienst über Bedarf ausgebildet, nach dem 4. Zeitvertrag wurde sie dann entlassen. Danach fand sie nur noch Minijobs im Büro, also ausbildungsnah, gesucht wurden von ihr aber Teilzeitstellen wg. Rente. Dass sie nicht noch länger Zeitverträge bekam hatte für sie zumindest den Vorteil, das sie endlich schwanger werden konnte und nicht länger warten musste, weil es ja eh keinen unbefristeten Vertrag gab. Deren Glück ist, das es eine kostenfreie Mitversicherung für Frauen gibt, sonst hätten die noch weniger Geld zur Verfügung.

    Minijobs sind für Rentner und Studenten okay, alle anderen hätten nach meiner Erfahrung aber lieber Teilzeitstellen mit sv-pflicht, weil sie halt eine Rente möchten. Ein weiteres Problem ist die niedrige Bezahlung. Meine mutter hat Monate lang suchen müssen, um einen Minijob zu finden, wo man mal mehr als 7,50 Euro bekommt. In vielen dieser Arbeitsverhältnissen wird man halt ausgenutzt, weil die genau wissen, dass andere auch suchen und es an Stellen mangelt.

    der aufmerksame Fernsehzuschauer weiß ebenfalls, dass im Handel und Gastronomie immer mehr Vollzeit/Teilzeitstellen in Ausbildungsberufen zu Minijobs umfunktioniert werden. Ausbildungen werden in DE immer mehr entwertet durch die miserable Situation am Arbeitsmarkt, die man in DE interessanterweise "Fachkräftemangel" nennt.


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