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Studie aus Neuseeland: Waldorf-Schüler lesen besser

DPASie lernen Buchstaben zwei Jahre später als an staatlichen Schulen, trotzdem schneiden Waldorf-Schüler laut einer neuseeländischen Studie beim Lesen besser ab. Das könnte am privilegierten Elternhaus liegen. Aber auch an der Waldorf-Methode.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...835406,00.html
  1. #10

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie lernen Buchstaben zwei Jahre später als an staatlichen Schulen, trotzdem schneiden Waldorf-Schüler laut einer neuseeländischen Studie beim Lesen besser ab. Das könnte am privilegierten Elternhaus liegen. Aber auch an der Waldorf-Methode.

    Waldorf-Schüler lesen besser laut Studie aus Neuseeland - SPIEGEL ONLINE
    Die Studie ist nutzlos, um daraus nur irgendetwas für das deutsche Schulsystem zu lernen. In deutschen Waldorfschulen werden Kinder aus Elternhäusern unterrichtet, die sich den Beitrag zur Finanzierung privater Schulen leisten können. Die Familien sind also privilegiert. Das wiederum bedeutet, Kinder werden auch zu Hause möglichst optimal gefördert. Also lernen sie irgendwann gut lesen. Und möglichst auch schreiben und rechnen. Und wenn nicht, dann werden sie mit privater Nachhilfe und privat finanzierten Sprachtherapien gefördert. Außerdem tendiert der Anteil der Migranten mit sprachlichen Problemen an Waldorfschulen gegen Null.

    Daraus irgendetwas für staatliche Schulen abzuleiten, funktioniert nicht. Staatliche Schulen müssen integrativ arbeiten, soziale Unterschiede ausgleichen, Kinder aus sozial schwachen Elternhäusern fördern, Erziehungsarbeit leisten, kulturelle Defizite auffangen....

    Außerdem stimmt die Behauptung, Waldorschüler lernten Buchstaben zwei Jahre später als an staatlichen Schulen, nicht. Nicht in Deutschland, und wahrscheinlich auch nicht in Neuseeland, da das Waldorf-System ja überall gleich angewendet wird. In den ersten Sprach-Epochen in den 1. Schuljahren in Waldorfschulen lernen Kinder schon Buchstaben.

    Weder die Studie noch die wenig reflektierte Berichterstattung über die Studie helfen da wirklich weiter....
  2. #11

    es hat alles seine Zeit

    So hat halt alles im Leben seinen optimalen Zeitpunkt, auch das kognitive Lernen.

    Gras wächst ja auch nicht schneller wenn man dran zieht.
  3. #12

    Bewertungen

    Zitat von Niamey Beitrag anzeigen
    Na, die ist ja sicherlich so repräsentativ wie eine Forsa-Telefonumfrage zu irgend welchen neuen Geschmachsrichtungen bei Joghurt. Und dann noch Waldorf Schulen in einem Atemzug! Das sich sowas überhaupt Schule nennen darf! Unglaublich.....
    Ja gell? Hat wohl nicht so geklappt mit der preußisch korrekten voll-Normierung der Schullandschaft in Deutschland. Trösten sie sich bitte einfach mit einem schönen Werk der Belletristik. Ich empfehle Arztromane.

    Zitat von Niamey Beitrag anzeigen
    Da könnte man seine Kinder auch gleich auf einen Biohof in den Stall schicken, nach dem Motto "learning by doing!". Ist zwar nicht das Schlechteste, aber die sind mir so suspekt wie die Holzinstrumenteklopferschulen.....
    Von Albert Einstein gibt es ein wunderschön passendes Zitat, veröffentlicht in einem kleinen Band über Einsteins teils über Jahrzehnte hinweg andauernde Briefkorrespondenzen ("Einsteins Briefe"). Einmal schrieb er an jemanden, welcher mit ihm offensichtlich völlig unqualifiziert über diverse Physikthemen korrespondieren wollte, - hier nur sinngemäß zitiert - folgende Antwort zurück: "Ich halte Sie wirklich für ein lebendiges Gefäß aller denkbaren Vorurteile (zu einem bestimmten Thema)".

    Zitat von Niamey Beitrag anzeigen
    In meinem Umfeld hat noch jeder lesen und schreiben gelernt und zwar ruckzuck, ordentlich und an einer richtigen Schule. Keine Extrawürste!
    Nähen sie eigentlich die Kürassieruniformen für ihre Kinder selbst, oder bestellen sie lieber in China?
  4. #13

    Dezente Kritik

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie lernen Buchstaben zwei Jahre später als an staatlichen Schulen, trotzdem schneiden Waldorf-Schüler laut einer neuseeländischen Studie beim Lesen besser ab. Das könnte am privilegierten Elternhaus liegen. Aber auch an der Waldorf-Methode.

    Waldorf-Schüler lesen besser laut Studie aus Neuseeland - SPIEGEL ONLINE
    Ich halte eine solche, sehr begrenzte Studie für kaum aussagefähig genug, um hier sinnvoll etwas zur allgemeinen Schulgestaltung abzuleiten. Abgesehen davon wurden nicht gerade wenige Dinge, die an der einst (vor ca. 90 Jahren) als Reformschulkonzept gegründeten Waldorfschule dem Prinzip nach auch heute noch verwendet werden, längst in den allgemeinen Diskurs zur Fortentwicklung des öffentlichen Schulwesens übernommen, und das nicht nur in Deutschland.

    Wenn heutzutage nicht der Normierungsdruck innerhalb des staatlich-öffentlichen Schulsystems immer noch so hoch wäre, dann wären sich Waldorfschulen und öffentliche Schulen mittlerweile in vielen Punkten viel ähnlicher, und zwar nicht in negativer Hinsicht. Ähnliches gilt auch für das Verhältnis vieler anderer Privatschulen zu den öffentlichen Schulen.

    Dennoch halte ich es für wichtig, einen Punkt festzuhalten: egal, wieviel überholte Lehrplanideologie in irgendeinem Schulsystem steckt, Schulen sollen Kinder nicht zu scheinbar ausreichend industrieverwertbaren Normarbeitskräften konditionieren, sondern zur Freiheit im Denken, Empfinden und Handeln erziehen. DAS ist der Sinn von Schule.

    So gesehen mag die eine oder andere konkrete Waldorfschule in diesem Sinne sehr gut funktionieren, vielleicht sogar signifikant besser als die (polemisch betrachtet) durchschnittliche Allerwelts-Regelschule. Genausogut kann es aber auch umgekehrt sein. Mir ist in dieser Diskussion immer wichtig, sich eine Schule direkt anzusehen, und sie als individuelles Konzept mit bestimmten Regularien und Lehrkonzepten, die durchaus auch variabel sein können, zu begreifen (auch staatliche Pädagogen "transzendieren" Regularien sehr gern mal, falls der eigentliche Unterrichtserfolg anderweitig zu leiden beginnt).

    Letzter Punkt: Lesen und schreiben lernt "man", wenn man eben einigermaßen so weit ist, die Angelegenheit möglichst spielerisch und trotzdem genügend ernsthaft kognitiv zu erfassen. Das ist bei dem einen Schüler etwas früher, bei dem anderen etwas später. Mit genügend ZEIT und Zuwendung zu Schülern bleibt jedenfalls grundsätzlich mehr an langfristigen Kompetenzen hängen, als beispielsweise unter dem unsäglichen, aktuellen G8-Konzept.
  5. #14

    Ach Herrrje

    Zitat von Medienbackspin Beitrag anzeigen
    Ich habe mehrere Jahre an Weiterbildungseinrichtungen gearbeitet und u.a. auch Bewerbungs- und Kopetenztraing mit Leuten durchgeführt, die aus Waldorf-Schulen kamen.

    Weder Lese- noch Schreibkompetenz. Mit irgendwelchen Zeichen, die angeblich Buchstaben sein sollten, vollgekrakelte Blätter und sehr oft infantile oder neunmalkluge Selbstwahrnehmung. Die Erziehung zu mündigen Erwachsenen stelle ich mir anders vor.
    Ich glaube ihnen kein Wort. Da lag bei ihnen möglicherweise was ganz anderes vor, das hat aber mit einem bestimmten Schultyp wenig bis gar nichts zu tun.

    Denn: jemand, der wie sie pauschalisierend über andere so schreibt (und wahrscheinlich auch so redet), der wird eigentlich niemandem das Gefühl geben können, willkommen zu sein und darin unterstützt zu werden, wirklich an sich zu arbeiten.
  6. #15

    Erst lesen

    Zitat von gfssfg Beitrag anzeigen
    Das könnte aber auch daran liegen, dass die Waldorfschüler insgesamt mehr Muttersprachlichen Unterricht haben, dass sie im Durchschnitt intelligenter sind, weil sie aus begüterten Familien kommen, das sie auf dem Klo lesen usw. usw. Es ist haarsträubend wie hier Äpfel mit Birnen verglichen werden. Das einzige Bedeutsame an diesem Bericht ist, dass man sieht welche Verschwendung von Steuergeldern vor allem an den geisteswissenschaftlichen Fakultäten stattfindet. Leider wird das in dem Artikel nicht thematisiert
    Wenn die Studie methodisch sauber gemacht ist, sind die von Ihnen genannten Punkte selbstverständlich untersucht worden. Bevor man dazu was sagen kann, muss man sich die Studie angucken. Ich würde erst lesen, dann meckern.
  7. #16

    Ursachenforschung?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ... schneiden Waldorf-Schüler laut einer neuseeländischen Studie beim Lesen besser ab. Das könnte am privilegierten Elternhaus liegen. Aber auch an der Waldorf-Methode.

    Waldorf-Schüler lesen besser laut Studie aus Neuseeland - SPIEGEL ONLINE
    oder am Fernsehkonsum?

    in der Zeit, die die Kinder davor sitzen, lesen sie bestimmt nicht in einem Buch.

    Forschung, auf die man gerne verzichtet hätte
  8. #17

    Heidi-deidi ... feel me, touch me ...

    Und ich bin sicher, dass Waldorf-Schüler auch im Eurythmie-Saal ihren Namen besser tanzen können ...
  9. #18

    optional

    Ich widerspreche mal heftig, daß an Waldorfschulen nur Kinder aus wohlhabenden Elternhäusern unterrichtet werden. Noch gibt es Schulen, wo die Kinder ohne Ansehen der Finanzen aufgenommen werden. Erst danach wird ein Beitragsgespräch geführt und die Eltern zahlen, so wie sie können. So handhaben wir es in der Mannheimer Waldorfschule. Genauso sind auch Kinder mit Migrationshintergrund und mit Sprachproblemen da. Außerdem ist diese olle Kamelle mit dem "Namen tanzen" echt abgegriffen.
  10. #19

    Es gibt hauptberufliche Waldorf-Gegner, die ...

    Zitat von Medienbackspin Beitrag anzeigen
    Ich habe mehrere Jahre an Weiterbildungseinrichtungen gearbeitet und u.a. auch Bewerbungs- und Kopetenztraing mit Leuten durchgeführt, die aus Waldorf-Schulen kamen.

    Weder Lese- noch Schreibkompetenz. Mit irgendwelchen Zeichen, die angeblich Buchstaben sein sollten, vollgekrakelte Blätter und sehr oft infantile oder neunmalkluge Selbstwahrnehmung. Die Erziehung zu mündigen Erwachsenen stelle ich mir anders vor.
    ... meinen, etwas alberne Behauptungen wie die von Ihnen vorgebrachte in die Welt streuen zu müssen ( ... vollgekrakelte Blätter ... ). Die treffen sich auf EsoWatch und verabreden sich zum Diffamieren. Das möchte ich Ihnen so gar nicht unterstellen.

    Zur Kenntnis bringen möchte ich Ihnen aber folgenden Link, unter dem Sie erfahren können, welche Kompetenzen ehemalige Waldorfschüler, allgemein anerkannt, erworben haben. Die Liste ist nicht nur umfangreich, sondern auch unvollständig, da die Zahl der Erfolgreichen, die zuvor Waldorfschulen besuchten, ständig wächst.

    The International List of Famous Waldorf Alumni (...and Waldorf Parents)








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