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Studenten in Senioren-WGs: Meine Mitbewohnerin, die Oma

Günstig und komfortabel wohnen in einer Uni-Stadt? Kein Problem, wenn sich Studenten einlassen auf ein wenig Hausarbeit - und auf einen Mitbewohner um die 70: Senioren vermieten Zimmer zu Spottpreisen. Sie erwarten dafür aber Hilfe beim Einkaufen, Kochen und der Gartenarbeit.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...739071,00.html
  1. #1

    sittenwidrig

    Bei allen Vorteilen für allen Beteiligten, würde ich mich nie vertraglich auf eine Mindestmietzeit festlegen. Hier muss doch auch die Kündigungsfrage annehmbar gelöst sein.

    Wenn man nun nach 2 Monaten wieder ausziehen möchte, weil einem das Studium doch nicht gefällt ? Wird man dann zur 10monatigen Zwangshaushaltshilfe ?
  2. #2

    Mindestmietzeit

    Zitat von Munku Beitrag anzeigen
    Bei allen Vorteilen für allen Beteiligten, würde ich mich nie vertraglich auf eine Mindestmietzeit festlegen. Hier muss doch auch die Kündigungsfrage annehmbar gelöst sein.
    Kündigungsfristen und Mindestvertragslaufzeiten sind nichts ungewöhnliches, weder im Mietrecht, noch in sonstigen Verträgen. (Haben Sie schon mal auf ihren Mobilfunkvertrag geschaut?) Wem das nicht passt, der muss sowas ja nicht abschließen. Ich kann mir jedoch auch nicht vorstellen, dass so ein unentschlossener oder sehr spontaner Mensch, der sein Leben nicht auf die Reihe kriegt und planlos umherzieht besonders geeignet ist, die hier verlangte Verantwortung zu übernehmen.
  3. #3

    Kein gutes Geschäft

    Wenn die Studenten einfach so anbieten würden, alten Leuten den Rasen zu mähen, Staub zu saugen oder einkaufen zu gehen, könnten sie dafür durchaus 25€ abrechnen-Pflegedienste machen das.

    Da kämen dann im Monat 700€ zusammen, abzüglich der Steuern (wenn das überhaupt nötig ist, je nach Status) bleibt genug für eine 1 1/2 bis 2 Zimmer Wohnung in bester Lage.

    Alternative wäre einfach abwarten. Wenn den den Alten keiner hilft, sind die Wohnungen schneller frei und die Preise müssen sich nach dem Einkommen der Masse richten. Wo keine üppige Rente ist, muss eben der Studentenmiettarif zur Regel werden.

    Diese Lösung wäre für alle am besten, in Zeiten von immer mehr Arbeitslosen und sinkenden Löhnen müssen wir uns keine Alten zumuten, die wie Sonnekönige gegen Leibeigenschaft Obdach gewähren-heute ist ja anscheinend nicht mal mehr der Teller Suppe und trocken Brot inkludiert.
  4. #4

    horror wg

    und dann haben die zwei hübschen Blonden von der Fotostrecke mal einen Freund den sie öffters bei sich schlafen lassen wollen, haben ihr Zimmer die halbe Nacht voll mit kichernden Kommilitoninnen oder starten eine große Kochaktion in Omas Küche. Ärger ist dann sicher!

    Unter meinen Bekannten haben solche Experimente jedenfalls nicht geklappt.
  5. #5

    Bei den üblichen Stundenlöhne von 5-10 EUR geht das natürlich nur dann

    die Studenten das Studium aufgeben würden .... also eine ganz andere Situation. Und mehr als 5-10 EUR sind für einfachste geringqualifizierte Jobs nunmal nicht zu erzielen, es sei denn man lebt im Wolkenkuckucksheim. Dort ist vlt auch ein Zimmer für Sie frei ;-)

    Und - mit dem Studium solange warten bis ein billiges Zimmer gefunden ist (Ihr anderer Vorschlag) geht an der Lebenswirklichkeit vorbei. Nicht jeder hat beliebig viel Zeit zu vertrödeln; es gibt auch Leute die vor dem Lebensalter von 24 Ihr Studium erfolgreich abgeschlossen haben wollen. (Es soll auch ernsthaftere Studienfächer geben, nicht nur 20-semestrige Sozialwissenschaftsstudien oder Politikwissenschaften oder ähnliche Hobby-Richtungen.)

    Zitat von Hercules Rockefeller Beitrag anzeigen
    Wenn die Studenten einfach so anbieten würden, alten Leuten den Rasen zu mähen, Staub zu saugen oder einkaufen zu gehen, könnten sie dafür durchaus 25€ abrechnen-Pflegedienste machen das.

    Da kämen dann im Monat 700€ zusammen, abzüglich der Steuern (wenn das überhaupt nötig ist, je nach Status) bleibt genug für eine 1 1/2 bis 2 Zimmer Wohnung in bester Lage.

    Alternative wäre einfach abwarten. Wenn den den Alten keiner hilft, sind die Wohnungen schneller frei und die Preise müssen sich nach dem Einkommen der Masse richten. Wo keine üppige Rente ist, muss eben der Studentenmiettarif zur Regel werden.
  6. #6

    ...

    Dieses Thema wird hier im Spiegel ja immer wieder einmal aufgegriffen, scheint fast so, als wuerden solche Projekte noch Werbung benoetigen, weil sie nicht so gut laufen.
    Ich fuerchte, es handelt sich hier um eine Art Wohnungslotto, man kann wirklich Glueck haben, oder aber Pech, dann ist man der unterbezahlte, ueberwachte Haushaltssklave - verzicht auf nette Aspekte des Studentenlebens inklusive.
    Wenn es sich wirklich nur um ein wenig Unterstuetzung handelt, also mal ein paar Besorgungen machen, hin und wieder bei bestimmten Taetigkeiten im Haus aushelfen, aber man sonst Freiheit besitzt, ist es ja ok. Aber schon bei der Kuechenhilfe faengt es an, dass man sich an Zeiten halten muss, sich zu zu verschiedenen Routinen verpflichtet. Das ist aber kaum machbar bei den Lehrveranstaltungen. Dann kommen noch Semesterferien, wo man mal Praktika hat, oder jobben muss. Konflikte mit der Hauswirtin vorprogrammiert. Und spaetestens wenn noch Privatleben sich breitmacht in Form von Party und Affaere, dann ist der Spass schnell vorbei.
    Waere mal nett in Rahmen einer objektiven Berichterstattung, nicht nur von den wenigen guten Beispielen zu lesen, sondern auch einmal zu erfahren, was da alles schief gehen kann, wie lange die Studenten es aushalten, bevor sie doch lieber in ein Studentenwohneim gehen, wie tatsaechlich die Arbeitsbelastung aussieht. Denn wie schon in einem anderem Post angemerkt, wenn man als Teilzeitkravt in der Seniorenpflege arbeitet, dann kann man durchaus mehr verdienen als die Miete eines WG Zimmers.
  7. #7

    Zweifelhaft

    Zitat von brain_in_a_tank Beitrag anzeigen
    Dieses Thema wird hier im Spiegel ja immer wieder einmal aufgegriffen, scheint fast so, als wuerden solche Projekte noch Werbung benoetigen, weil sie nicht so gut laufen.
    Werbung ist ein gutes Stichwort, ist es doch nur eine andere Form der Entlastung des Sozialsystems, ein Sparprogramm im rein privaten Sektor. So sollen Studenten, die dank Bologna und anderen Wirtschaftswünschen ohnehin noch weniger Zeit wie früher haben, auch noch den Rund um die Uhr Ersatzzivi in Sachen Haushaltshilfe, evtl. sogar Betreuung spielen. Geldknappheit, in einigen Bundesländern durch Studiengebühren mitverursacht, führt nicht alleine zu solchen Konzepten, dahinter stehen andere Personen und Vorstellungen.

    Ich selbst habe absolut nichts gegen ein Mehr an Miteinander, auch zwischen Jung und Alt, aber diese Art und Weise, gerade weil sie derart umworben wird, hinterlässt dann doch einen bitteren Beigeschmack, vor allem wenn man das System der Altenbetreuung viele Monate selber als Arbeitsumfeld erleben musste. Statt vernünftige Vollzeitstellen zu schaffen, wird das Problem auf Studenten ausgelagert und diese merken, genau wie die Senioren, scheinbar noch nicht einmal welches Spiel mit ihnen gespielt wird.
  8. #8

    Nix für ...

    Nix für die Fun-Gesellschaft. Allabendliche Party, Flatratesaufen und sonstiges geht dann ja nicht mehr.
  9. #9

    Hobby-Fächer und gemeinsames Wohnen

    Zitat von zzipfel Beitrag anzeigen
    (Es soll auch ernsthaftere Studienfächer geben, nicht nur 20-semestrige Sozialwissenschaftsstudien oder Politikwissenschaften oder ähnliche Hobby-Richtungen.)
    So ein Blödsinn. Hätte nicht gedacht, dass es Leute gibt, die DAS ernsthaft noch denken.

    Ihre Hobby-Richtungen sind GENAUSO anstrengend, wie jede Naturwissenschaft. Hausarbeiten, Klausuren, viele Veranstaltungen zu unmöglichen Zeiten - meist, weil diese Fächer einfach das "ungebliebte" Kind sind, aber dazu beitragen, dass es noch Leute gibt, die sich mit Politik, Sozialwissenschaft und den Sprachen besser auskennen, als diejenigen, die in Foren herumkommentieren.

    Zum eigentlichen Artikel:

    Ich find diese Wohnungsidee super. Beide Seiten können davon Vorteile gewinnen. Und wenn sich ein Senior auf so ein Projekt einlässt, wird er wissen, dass es dann vielleicht auch mal rüselig werden kann. Zudem sind diese Senioren ja nicht gerade "bettlägrig", sondern noch recht rüstig. Vermutlich können die meisten sogar noch recht viel. Wahrscheinlich würde meine Oma sich dennoch freuen (sie wohnt in einer Kleinstadt, also recht utopisch), wenn ein junger Mensch bei ihr wohnen und Zeit mit ihr verbringen würde. Und sei es nur, dass er ab und an mal das Abendessen kocht oder den Rasen mäht.

    Wenn man sonst keine Wohung findet, oder sich keine leiste kann, ist DIES immer noch besser als

    a) zu pendeln
    b) bei einem Kommiltonen zu wohnen (zu viert auf 20m² - schon erlebt)
    c) mit dem Studium zu warten (hallo?)


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