Das Problem liegt an der Eigenverantwortlichkeit. Viele Studenten gehen mit vollkommen naiver Weltsicht ins Erstsemester. Es lockt ein Leben, dass man von diversen Teenie-Streifen und Soap-Operas kennt: Party, Sex, Alkohol und dazwischen mal ne Klausur schreiben. Ansonsten bitte schön freigeistig entweder das Establishment kritisieren (Geisteswissenschaften), oder genau anders herum das System beherrschen und ausbeuten (BWL/VWL).
Ich habe vor vier Jahren meinen Bachelor gemacht, war unter den 10% der Besten. Freizeit hatte ich kaum. Keine Parties, keine Exzesse. Dafür Arbeit, Arbeit, Arbeit. Da das Studium privat finanziert werden wollte auch noch mit BAFÖG und Nebenjob. Dafür Regelstudienzeit und super Abschluss.
80% meiner Bekannten studieren IMMER noch mit Ende 20, weil sich niemand so richtig festlegen und Verantwortung übernehmen will. Wenn man zu Hause wohnt, hat man natürlich mehr Knete für iPhone, MacBook und fürs Nachtleben. Wer eine Wohnung und ein Auto selbst finanzieren muss, um zur Arbeit zu kommen, hat als Normalverdiener schonmal 3/4 seines Gehalts als Fixkosten verplant.
Das Hipster-Leben fordert halt seinen Tribut: Entweder Party und Terminstress, oder sachlich bleiben und regelmäßig am Notenspiegel ARBEITEN. Die meisten verwechseln das Studieren mit einem meditativen Selbstfindungs-Yoga-Kursus mit Entspannungscocktail am Abend.
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