Studenten als Nesthocker: "Ich mache Dreck, meine Mutter ist glücklich"

Fast jeder vierte Student lebt noch bei den Eltern, Tendenz steigend. Das spart teure Miete, lästiges Selberkochen und Wäschewaschen - doch der Preis für die Bequemlichkeit ist hoch. Zu Besuch in Jugendzimmern unter Elterndächern.

http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...756324,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Fast jeder vierte Student lebt noch bei den Eltern, Tendenz steigend. Das spart teure Miete, lästiges Selberkochen und Wäschewaschen - doch der Preis für die Bequemlichkeit ist hoch. Zu Besuch in Jugendzimmern unter Elterndächern. http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...756324,00.html
    Wieso ist der Preis für die Bequemlichkeit hoch? Und wieso sind 27 % der Studenten typisch? Sind das nicht eher die anderen 73 %, die nicht zu Hause wohnen?
    Also ich würde als Student auch zu Hause wohnen bleiben, wenn meine Eltern das gut finden, ich mit ihnen gut auskomme und dadurch finanzielle Abenteuer vermieden werden.
  2. #2

    Wo ist das Problem?

    Ich bin für mein Studium in Venlo auch zu Hause wohnen geblieben, ansonsten hätte ich mir das Studium nicht leisten können.
    Warum sich für seine Studium hoffnungslos verschulden, wenn es auch anders geht? Außerdem hätte ich meine ehrenamtliche Tätigkeit aufgeben müssen, wenn ich in die Niederlande gezogen wäre.
  3. #3

    Unsexy

    Ich habe das Gefühl das viele junge Erwachsene (Studenten hin oder her) das "normale" Leben einfach "unsexy" finden.

    All diese Kleinigkeiten die den Alltag ausmachen können und oft eher lästige Pflicht sind als Abenteuer. Dazu kommt das knappe Budget das man als Berufsanfänger oder Student zur Vefügung hat und oft ebenfalls von all diesen kleinen Notwendigkeiten aufgefressen wird, die das profane Leben ausmachen. Den "Stolz" oder das Glück das man empfinden kann auch eben diese Notwendigkeiten selber bestreiten zu können, kennen viele garnicht. Das Geld z.B. für eine Südamerika Reise oder einen Asien Trip auszugeben zu können ist ja auch viel aufregender als für eine Waschmaschine oder ein voller Einkaufswagen.
  4. #4

    Toll

    Da wächst offensichtlich jede Menge Unselbstständigkeit und Lebensfremdheit heran. Klar hat der Alltag seine Tücken. Aber ich als Vater von vier Kindern sehe absolut nicht ein, ihnen das vorzuenthalten. Daran können sie nur reifen und begreifen, was da alles so dran hängt und wie Stress entsteht, der u.U. auch auf das familiäre Umfeld ausstrahlt. Nur so lernen sie überhaupt damit umzugehen. Besonders spannend wird's, wenn zwei NestHocker aufeinandertreffen und den heiligen Bund der Ehe eingehen. Wenn sie erst dann mit voller Wucht mit dem Alltag konfrontiert werden, wirds wohl nicht wirklich lange halten. Na ja, theoretisch kann man dann ja zurück zu Muttern ...
  5. #5

    x

    Glückwunsch an die Autorin, endlich mal ein gelungener Beitrag mit diesem Thema! Ist ja sonst eher dünne mit der Qualität inzwischen. Besonders schön finde ich das Herausarbeiten der unterschiedlichen Wahrnehmung der Lage durch Eltern und Kinder.
  6. #6

    .

    Schon mal dran gedacht, dass das vor allem am Geld liegen könnte? Das Leben wird nämlich unbezahlbar in Deutschland...
  7. #7

    dröge

    Zitat von stefan1904 Beitrag anzeigen
    ...Warum sich für seine Studium hoffnungslos verschulden, wenn es auch anders geht? Außerdem hätte ich meine ehrenamtliche Tätigkeit aufgeben müssen, wenn ich in die Niederlande gezogen wäre.
    Was für ein erschreckender Pragmatismus. Kein Wagnis, kein Risiko, nicht über die Stränge schlagen, keinen Mist bauen, kein Rumgeeiere. Am besten später gleich von den Eltern in eine Greisendeponie mit Rundumversorgung ziehen.
  8. #8

    Vielleicht sind die Eltern ja auch krank

    dann muss man da auch etwas zu Hause tun.
    Meine Mutter hatte bis zu ihrerm 46 Lebensjahr keinen Führerschein, und dann hatte sie einen Job bekommen wo sie täglich die Briefe zu Post bringen musste, dann habe ich das auch übernommen und sie täglich von der Arbeit abgeholt und zur Post gefahren.
    Den Führerschein hat sie dann zwar nachträglich gemacht, aber der war teuer, so dass man zu erst das Geld dafür aufbringen musste.
    Bei manchen Studenten hat es weder für die Waschmaschine noch für die Weltreise gereicht.
    Der Vorzug der Familie ist aber, wenn einer Krank wird, dann wird er betreut.
    Bei Freunden in eine WG kann man verrecken.
    Von meinen Freunden an der Uni war nichts zu erwarten.
    Wenn die auf Parties von ihren Beziehungen erzählt haben, ist mir das Blut in den Adern erstarrt.
    Das waren Beziehungen keine Freundschaften und schon ganz und gar keine Liebe. Da waren die Betreffenden doch nur Anschaffungen wie das Auto oder der Job, halt was zum angeben das aber auf keinen Fall problematisch sein durfte.
    Bevor ich mich auf so eine Freundschaft einlasse, besorge ich mir lieber einen Wellensittich.
  9. #9

    Schon mal ...

    Zitat von roninbs Beitrag anzeigen
    Da wächst offensichtlich jede Menge Unselbstständigkeit und Lebensfremdheit heran. Klar hat der Alltag seine Tücken. Aber ich als Vater von vier Kindern sehe absolut .......
    Schon mal daran gedacht das es an den Kosten liegen könnte? Wenn mein Sohn 30 Kilometer entfernt studiert, per Semesterkarte (30 Euro im Monat) mit öffentlichen Nahverkehr in die Uni kommt, warum soll er für viel Geld das er nicht hat eine Wohnung mit allem drum und dran nehmen??? Und den Alltag gleich oder 3-5 Jahre später kennen lernen, das wird nicht den grossen Unterscheid machen.