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Studenten als Nesthocker: "Ich mache Dreck, meine Mutter ist glücklich"

Fast jeder vierte Student lebt noch bei den Eltern, Tendenz steigend. Das spart teure Miete, lästiges Selberkochen und Wäschewaschen - doch der Preis für die Bequemlichkeit ist hoch. Zu Besuch in Jugendzimmern unter Elterndächern.

http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...756324,00.html
  1. #50

    Wie überholt...

    Ich selbst bin Studentin, lebe in einer WG und vom Geld meiner Eltern, freilich von weniger als 800 Euro im Monat.
    Worin nun aber das Problem besteht, wenn man die umgekehrte Lösung sucht oder vielleicht auch keine Wahl hat, weil weder Bafög noch Kindergeld ausreichend sind, allein zu wohnen, verstehe ich nicht.
    Ist nun jeder Student, der noch bei seinen Eltern lebt, ein Schmarotzer? Oder brauchen wir nicht eigentlich jeden jungen Akademiker in diesem Land?
    Ich persönlich finde, dass der Artikel nur so strotzt von Vorurteilen und Gehässigkeiten an einer Stelle, wo das Gegenteil gefragt wäre:
    Wie kann der Staat Studenten monitär zur Seite stehen?
  2. #51

    Kick it

    Zitat von mmueller60 Beitrag anzeigen
    Das ist ja auch falsch gedacht. Es ist *nicht* Sinn der Zeitarbeit, eine erweiterte Probezeit zu sein.
    Tja , genau das erlebe ich zur Zeit und mit mir mannigfaltig andere Menschen. Schöne neue Welt.
  3. #52

    Ignoranz

    Schon fast beängstigend, wie derart schon militant-verbissen die Befürworter des Ausziehens über die sogenannten Nesthocker herfallen. Dabei sollte man anerkennen, dass es anscheinend auch alternative Lebensweisen gibt, die doch völlig legitim sind, solange sie für alle Beteiligten zufriedenstellend sind. Vielleicht sollte man auch den Horizont erweitern und sich bewusst werden lassen, dass es Gesellschaften in anderen Teilen der Erde gibt, die mit anderen Modellen als das hier geläufige ganz gut fahren.
  4. #53

    Der Staat,

    Zitat von annaamelie Beitrag anzeigen
    Ich selbst bin Studentin, lebe in einer WG und vom Geld meiner Eltern, freilich von weniger als 800 Euro im Monat.
    Worin nun aber das Problem besteht, wenn man die umgekehrte Lösung sucht oder vielleicht auch keine Wahl hat, weil weder Bafög noch Kindergeld ausreichend sind, allein zu wohnen, verstehe ich nicht.
    Ist nun jeder Student, der noch bei seinen Eltern lebt, ein Schmarotzer? Oder brauchen wir nicht eigentlich jeden jungen Akademiker in diesem Land?
    Ich persönlich finde, dass der Artikel nur so strotzt von Vorurteilen und Gehässigkeiten an einer Stelle, wo das Gegenteil gefragt wäre:
    Wie kann der Staat Studenten monitär zur Seite stehen?
    läßt dich im Regen stehen, sobald alles was du tust, für Dein Wohlgefallen,Dein gutes Gefühl, Dein Leben ist.
    Du hast ja fälligst sozial zu sein, das ist alles OK, wenn's den mal so seien würde
  5. #54

    ein bisschen bequemlichkeit ist fast immer mit im spiel

    Zitat von Nightfly_S Beitrag anzeigen
    Ein weiteres Problem das ich gerade bei Frauen sehe ist, daß sie dann direkt von der Wohnung der Eltern, nach dem Studium mit dem Partner zusammenziehen. Ohne die Erfahrung gemacht zu haben in einer WG oder gar alleine zurechtzukommen, während der Mann der meist älter ist diese Erfahrung schon mitbringt.
    Umgekehrt ist es doch genauso: Welche intelligente, selbständige Frau will mit einem Mann zusammenziehen, der nicht mal selbst Wäsche waschen kann und es gewohnt ist, bekocht zu werden?

    Bei den Nesthockern gibt es ja zwei Extreme:

    Die einen, die nichts lieber tun würden als ausziehen, aber wo es wirklich nicht geht oder selbst für Befürworter der eigenen Wohnung absolut unsinnig erscheint. Vielleicht drohen die Eltern z.B., die WG/Wohnung nicht zu bezahlen, obwohl man kein Bafög erhält, vielleicht besitzen sie auch praktischerweise eine große Villa nur 15min von der Uni entfernt. Im besten Fall sind diese Studenten trotz Nesthockerei weitgehend selbständig und sehen das ganze mehr als "WG mit Eltern" denn als Hotel Mama.

    Ich behaupte aber, dass dieser Teil in der Minderheit ist. Das finanzielle Argument ist schon deshalb fragwürdig, weil es genügend Studiengänge gibt, in denen man nicht an seinem Wohnort einen Platz bekommt, sondern z.B. von ZVS/Hochschulstart quer durch Deutschland geschickt wird. Da müsste es ja sonst eine ganze Armee von unter der Brücke nächtigenden, halb verhungerten Studenten geben, wenn das finanziell wirklich so schwierig wäre.

    Außerdem führen die wenigsten in der elterlichen Wohnung wirklich ein autonomes Leben. Gerne wird dann zwar angeführt, dass man "mal den Rasen mäht" oder regelmäßig einen Teil der Wohnung putzt, vielleicht gar (man höre und staune!) eine Waschmaschine bedienen kann. Aber in den Artikeln hat man ja schön gesehen, wie da Selbstwahrnehmung und die der Eltern etwas auseinanderklaffen. Kaum einer versorgt sich komplett selbst und fällt den Eltern mit nichts zur Last.

    Ich behaupte, in den meisten Fällen ist doch eine gute Portion Bequemlichkeit(oder "Angst vor dem Unbekannten") mit im Spiel. Warum ausziehen, wenn man nicht mal weiß, wo man nach Wohnungsangeboten Ausschau hält und wie man verhindert, dass man im Mietvertrag übervorteilt wird? Warum ausziehen, wenn Mutti einem doch wie selbstverständlich die gebügelte Wäsche ins Zimmer stellt und das Dachzimmer der elterlichen Villa so viel schöner ist als der Schuhkarton mit Fenster im Studentenwohnheim?

    Wenn ich an meine eigenen mangelnden Erfahrungen mit so viele Dingen als Kind zurückdenke, kann ich nur sagen, dass die Nesthocker natürlich zu Recht belächelt werden. Es stimmt schon, dass man das alles auch noch nach dem Berufseinstieg nachholen kann. Aber es wird dann eher noch schwerer als leichter, da die Freizeit (und auch die Toleranz der Außenwelt für Fehler und Nichtwissen) dann nochmal deutlich stärker beschränkt ist als während des Studiums.
  6. #55

    interessant...

    Ich bin sehr überrascht darüber, wie intensiv diese Diskussion hier geführt wird.

    Persönlich habe ich beides erlebt, 2 Jahre meine Studiums habe ich noch bei meinen Eltern gelebt, die restlichen 2 alleine. Ich kann beide Standpunkte verstehen. Mittlerweile bin ich als Angestellter im "echten Leben" angekommen.

    Zum einen muss man sehen, dass heutzutage Miet- und Lebenshaltungskosten wesentlich höher sind als das früher der Fall war. Meine Eltern erzählen mir immer wie sie als Studenten von 400 Mark (200 Euro) im Monat inklusive Miete gelebt haben. Davon ist man heute weit weg. Grade in den Studentenstädten sind die Mieten ausserhalb der Studentenheime pervers hoch. Und Studentenheimplätze sind rar. Dazu kommen andere Faktoren.
    Als Student sollte man einen Internetanschluß haben, am besten auch noch einen vernünftigen Computer, sonst kommt man kaum mit dem Studienbetrieb mit. Das Alles kostet Geld.

    Nun kann man natürlich Arbeiten gehen, aber genau da liegt das Problem. In Kombination mit den Bachelor- und Masterstudiengängen ist ein regelmäßiger Job mit mehr als 5-10 Stunden die Woche beinahe unmöglich. Bei dem, was ein Student da verdient, bleibt am Ende auch wenig übrig. Dazu kommt dann noch die finanzielle Belastung durch die Studiengebühren. Ausserdem belastet eine Arbeitstätigkeit auch die Studienleistung. Studieren ist in meinen Augen eigentlich kein Halbtagsjob.

    Ich habe den Trend, das immer mehr Studenten daheim wohnen auch im Studium schon wahrgenommen. In meinen Augen hatte dies aber nie etwas mit Faulheit, Stubenhockerei oder ähnlichem zu tun. Die finanzielle Belastung durch ein Studium ist enorm gewachsen und darin liegt der Grund.
  7. #56

    .

    Ich glaube es liegt nicht nur am Geld etc. an sich, ich glaube viele können sich nicht vorstellen zur Miete zu leben. Warum Geld für etwas ausgeben das einem nicht gehört und das man praktisch nur nutzt? Dafür sind die Mieten bei weitem zu hoch. Dann schon lieber gleich selber bauen, das ist selbst bei einem mittleren Verdienst bei entsprechender Sparsamkeit realistisch und man kann es dann entweder komplett selber nutzen oder einen Teil vermieten. Indirekt sorgt man so auch für das Alter vor, nur Besitz schützt schließlich vor Geldentwertung etc.
  8. #57

    Warum wird eigentlich immer von Frauen (Mütter) gesprochen? Es gibt auch Väter (Männer) die die Hausarbeit machen!
  9. #58

    Eltern-Studenten-WG ist Zweck-WG

    Zitat von Erbi Beitrag anzeigen
    Also wer nach dem Studium lange an 10.000 bis 15.000€ zu knabbern hat, der hat definitiv das Falsche studiert. Und wer mehr Schulden hat, hat entweder am falschen Ort oder einfach mal zu lange studiert..
    Ihr Beitrag zeigt, dass Sie keine Ahnung haben. Wer als Jurist kein Prädikatsexamen hat oder überdurchschnittlich gut abschneidet, verdient manchmal 1200 EUR im Monat brutto am Anfang.
    Wer sich selbstständig macht, muss dann noch die Kosten für die eigene Kanzlei bezahlen.
    Als Bachelor über 2500 EUR Einstiegsgehalt? Glückssache!
    Ohne Master ist man kaum bessser dran als ein Ausgebildeter.

    Ich kenne einen Doktor, der ein erstklassiges Studium abgeschlossen hat und trotzdem 7 Jahre lang Bafög und sonstige Darlehen abbezahlt hat.

    Es geht nicht um das Angst-Haben vor dem Auszug. Viele Studenten wollen lieber heute als morgen ausziehen. Schon allein um der sozialen Kontrolle zu entgehen.

    Es geht hauptsächlich wirklich um die Kosten. Eine Eltern-Studenten-WG ist eine reine Zweck-WG.
  10. #59

    kein Titel

    Irgendwie erscheinen mir die Beispiele nicht wirklich "aus dem Leben" gegriffen. Als hätte man versucht absichtlich Extrembeispiele zu finden. Ich habe auch bis 24 bei meinen Eltern gewohnt, einfach weil ich mir während meines Studiums das Ausziehen nicht leisten konnte. Wenn drei Kinder studieren, dann geht das halt nicht, das jeder eine eigene Wohnung/WG hat.
    Ich kann aber aus eigener Erfahrung - auch von ehemaligen Schulfreunden - sagen, die meisten lebten recht gut mit ihren Eltern zusammen. Man lebt sein Leben halt nebeneinander her, bei mir waren es auch auf zwei Stockwerken, da kann man sich aus dem Weg gehen. Weder ist man der "Schmarotzer", noch sind die Eltern genervt oder ähnliches...
    Sicher nervt man sich auch mal, einfach mal Leute mitbringen ist auch immer etwas schwierig, aber ich fand jetzt nicht, dass mein Leben irgendwie in total ungewöhnlichen Bahnen verlaufen wäre und ich die Hälfte der "normalen Lebenserfahrungen" nicht gemacht hätte. Kochen musste ich zuhause auch, waschen auch, einkaufen auch. Das hat man sich zwar geteilt und Mutti hat immer besser gekocht als man selbst, aber naja... die Beispiele aus dem Bericht erscheinen mir doch teilweise schon arg übertrieben.


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