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Stress im Job: Ballett am Band*als*Burnout-Killer

Wer Burnout*bekämpfen will, muss am Arbeitsplatz anfangen.*Nach diesem Motto fördern*viele*Konzerne*die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Längst ziehen auch*kleinere Firmen*mit. Sie*reduzieren den Stress im Job mit*teilweise skurril anmutenden Ideen*- so wie*der Marzipanhersteller Niederegger.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,776633,00.html
  1. #20

    Burnout und Depressionen

    ... die Zahlen werden uch weiter steigen, solange die Kernfrage es Menschsein nicht mehr lautet:

    "Woher, wohin und warum", sondern "Was kostet.." bzw. "Rechnet sich das?"

    Ein Gedicht zum Thema Burnout ist veröffentlicht unter

    http://www.plan-be.de/html/gedichteplanb_18.html
  2. #21

    ...

    Immer wieder schön, hier die Expertenmeinungen von Leuten zu lesen, die noch nie mit sowas zu tun hatten. Möget ihr alle mal eine nette Depression über ein paar Monate mitmachen, dann reden wir weiter.
  3. #22

    Interessant zu lesen

    Was soll man dazu nur sagen? Hatte einer von Ihnen Mal einen Burnout erlebt?

    Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen nur sagen - ich wünsche es keinem. Nach nur 3 Jahren von 60 bis 70 Stunden pro Woche und teilweise verfallenem Urlaub kommt man auf den Punkt, wo man einfach nicht mehr kann. Und zwar physisch. Der Arzt checkt Blut, Herz und sonst was - alles in Ordnung. Man kann aber plötzlich keine Treppe steigen - für 10 Stufen braucht man 3 Minuten. Man kann kaum noch gehen. Man kann sich auf nichts wirklich konzentrieren. Man hat überall Schmerzen, weil die Muskel sich so verkrampfen. Und so weiter und so fort. Und ich hatte nicht geglaubt, dass ich um das Problem zu lösen, einen Psychotherapeuten brauche. Es ist aber so - ich bin alleine damit nicht fertig geworden. Meine Fehlzeiten in der Arbeit habe ich mehrheitlich über Urlaub und flexible Arbeitszeitmodelle geregelt. Obwohl es mir bewusst ist, dass ich damit die Besserung verzögere. Eben wegen der Vorurteile vieler. Was objektiv betrachtet eigentlich ein Minusspiel ist sowohl für das Unternehmen als auch für mich.

    Und wenn ich so manche Beiträge hier im Forum lese, die einen versuchen auch dafür zu beschämen, dass man sich komplett bis zur letzten Reserve aufgearbeitet hatte, stelle ich fest, dass es doch viele Menschen gibt, die von dem Problem nichts wissen wollen. Genau wie ich es mir gedacht habe. Ich wünsche Ihnen nur, dass Sie stark genug sind, um diese Erfahrung nicht persönlich zu machen.
  4. #23

    klick

    Zitat von FMode Beitrag anzeigen
    Also:
    Menschen arbeiten gerne wenn es sie befriedigt (Ich tue das zumindest und da ich selbstverständlich ein gleiches Menschenbild von meinen Mitmenschen und mir habe...) . Dann macht Ihnen auch viel Arbeiten nichts aus.
    Das Problem ist das unsere Arbeitswelt entartet ist und eben nicht befriedigt und sinnstiftend ist und gleichzeitig noch fordernd. Gleichzeitig droht noch Hartz4 und der Verlust der Existenz.
    Trümmerfrauen haben auch 12 Stunden am Tag gearbeitet - aber eben sinnstiftend (Wiederaufbau).
    Deshalb versuchen Menschen ohne sinnstiftend Arbeit diese zu vermeiden.
    Das ist die einzige bisherige Erklärung für ein Burnout, die ich akzeptiere.

    Dieses ganze Gelaber in den Medien von zunehmendem Stress dagegen nicht. Denn dem setze ich immer zwei Argumente entgegen:

    1. in der Natur und bei unseren Vorfahren (bis sagen wir mal vor 300 Jahren) gibt und gab es kein Wochenende und kein Anrecht auf Feierabend. Da wurde/wird Arbeit erledigt, wann sie eben anfällt. Wenn das Futter knapp ist, muss eben gejagt werden, ein Löw und ein Neanderthaler kann/konnte da auch nicht auf irgendeine gesetzliche Arbeitszeitregelung pochen. Von daher ist das Argument "wir können nicht mehr abschalten, weil man SOnntags ne Arbeitsemail abruft" in meinen Augen Schwachsinn. Abschalten ist ein Luxus, der nicht viel älter ist als das Burnout-Syndrom an sich.

    2. Diese angebliche zunehmende Existenzangst. Wenn die Angst vor Harz4 (hört man dann etwa auf zu existieren, sollte es soweit kommen?) zu einem Burnout führt, zu was hat dann wohl vor 500 Jahren die Angst vor der nächsten Pestwelle oder der nächsten Dürreperiode, in der dann tatsächlich mal ein paar Existenzen geendet haben, geführt? Es geht wohl eher um die Angst vor dem Verlust des Wohlstandes, und die ist wohl auch nur knapp (relativ) älter als das Burnout-Syndrom.
  5. #24

    Jetzt mal langsam

    Das Problem des Burnouts ist von dramatischer Wichtigkeit, aber Schuldzuweisungen sind nicht hilfreich. Es geht doch darum sich inmitten dieses Beschäftigungsstrudels des eigenen Wertes bewusst zu bleiben und nicht das ursächliche Gute, von dem aus man einmal gestartet ist und das man vor Augen hat, als Handlungsmaxime zu verlieren. Dieses Gute fest im eigenen Focus zu behalten und es bei seinen Mitarbeitern und Vorgesetzten zu erwarten, stärkt das eigene, höchstberechtigte Selbstwertgefühl und trägt zur inneren Ruhe, Weitsicht und von Hektik befreitem Handeln bei.

    Inge Hake
    Pressesprecherin, Christliche Wissenschaft
  6. #25

    Ich möchte mal wissen, warum stets die größten Hohlbirnen ihr dummes Geschwätz in einem Forum verbreiten müssen...

    Den typischen Burnout haben meistens nicht die normalen 38-Stunden-Arbeiter, sondern Menschen, die einer Karriere hinterherhecheln, 50 oder 60 Stunden arbeiten, Ihre eigene Messlatte immer höherschrauben und irgendwann vor Erschöpfung zusammenklappen.
    Ob diese Leute ihre Lebenszeit sinnvoll verbringen, mag ich hier nicht beurteilen.

    Und ja, natürlich kann auch der "normale Arbeitnehmer" einen Burnout erleiden, je nach den persönlichen Umständen. Belstungsgrenzen sind halt individuell.

    Burnout als Ausrede für nettes Krankfeiern? Selten so einen Quatsch gelesen. Meistens wird der Erschöpfungszustand ignoriert und durch noch mehr Arbeiten wettgemacht.

    Nicht so anstellen? Weicheier? Erfundene Krankheit? Die Neandertaler kamen schließlich auch ohne aus? Früher war alles viel besser?

    Einige meiner Bekannten und Freunde hatten und haben einen Burnout. Das ist alles kein Spaß, auch nicht für diejenigen, die versuchen, beizustehen.

    Also: wenn keine Ahnung oder Empathie ein Fremdwort ist, Schnautze halten!
  7. #26

    persönliche Motivation und die eigenen Grenzen

    Zitat von janne2109 Beitrag anzeigen
    Was hat eigentlich die Generation getan, die nach dem Krieg vor dem Nichts stand? Deren Familien auseinandergerissen wurden, die um Angehörige bangten und nicht wußten ob sie an der Front gestorben sind oder noch einmal wieder kommen? Die vor den Trümmern ( ihres Lebens) standen?

    Wir sollten mal nachdenken wie diese Menschen es geschafft haben ihr Leben in lebenswerte Bahnen zu lenken.
    Ich finde, es macht schon einen Unterschied, ob man selbstbestimmt für etwas arbeitet, von dem man selbst etwas hat. Um Arbeit im eigenen Kopf langfristig motivieren zu können muss man Ziele im Kopf haben, die erfüllbar sind.
    Zum Beispiel ein Haus bauen, sehen, weniger Menschen sehen, die in Dreckslöchern hausen, sehen, wie die Kinder groß werden.
    Im Gegensatz dazu, nur zu sehen das der Takt immer wieder eingehalten wird, das die Regale immer voll sind, oder zusehen dass man die Aufträge die der Vertrieb einem - blind für die eigenen Kapazitäten - an Land zieht, koordiniert kriegt, während einem der Controller Druck macht.
    Ich kann mir schon vorstellen, das man da eher an die Burn-Out Grenze kommt.
  8. #27

    Zitat von gankuhr Beitrag anzeigen
    1. in der Natur und bei unseren Vorfahren (bis sagen wir mal vor 300 Jahren) gibt und gab es kein Wochenende und kein Anrecht auf Feierabend. Da wurde/wird Arbeit erledigt, wann sie eben anfällt. Wenn das Futter knapp ist, muss eben gejagt werden, ein Löw und ein Neanderthaler kann/konnte da auch nicht auf irgendeine gesetzliche Arbeitszeitregelung pochen. Von daher ist das Argument "wir können nicht mehr abschalten, weil man SOnntags ne Arbeitsemail abruft" in meinen Augen Schwachsinn. Abschalten ist ein Luxus, der nicht viel älter ist als das Burnout-Syndrom an sich.
    Auch damals hat man sich seine Tage strukturiert und sich seine Pausen geschaffen. Im Gegensatz zu heute hatte man damals den Grundsatz "ein kluges Pferd springt nicht höher als es muss" verinnerlicht. Im Gegensatz zu heute, gab es damals noch nicht den Peitscher, der immer 10% mehr Effektivität fordert als drin ist.

    Zitat von gankuhr Beitrag anzeigen
    2. Diese angebliche zunehmende Existenzangst. Wenn die Angst vor Harz4 (hört man dann etwa auf zu existieren, sollte es soweit kommen?) zu einem Burnout führt, zu was hat dann wohl vor 500 Jahren die Angst vor der nächsten Pestwelle oder der nächsten Dürreperiode, in der dann tatsächlich mal ein paar Existenzen geendet haben, geführt? Es geht wohl eher um die Angst vor dem Verlust des Wohlstandes, und die ist wohl auch nur knapp (relativ) älter als das Burnout-Syndrom.
    Die Angst vor Hartz4 ist sicher nicht das Problem. Vermutlich eher die daraus resultierende Erpressbarkeit, um nicht in der sozialen Ausgrenzung unterzugehen. (z.B. die Sanktionen, die folgen wenn man einen angebotenen Job nicht annimmt)
    Der eines dieser "Werkzeuge" eines Arbeitgebers im Niedriglohnsektor ist.

    Die Gesellschaft ist das Problem, aber die Entscheider nutzen es zu ihrem Vorteil ...
  9. #28

    Akkordarbeit

    Zitat von unsuwe1978 Beitrag anzeigen
    Leider ein Trugschluss, so einfach ist es nicht... In meiner Zivildienstzeit durfte ich viele ehemalige Mitarbeiter von VW betreuen; dort ist weder der Lohn schlecht noch die Arbeitszeiten besonders lang. Dennoch verabschiedeten sich dort auffällig viele Mitarbeiter von der Arbeit in unser Heim. Und nein, das waren keine Drückeberger, die waren einfach seelisch oder alkoholkrank (oder beides).
    Akkordarbeit und Fließbandarbeit machen eh krank.








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