Streitthema Fachkräfte: "In den nächsten 15 Jahren geht die Hälfte der Ingenieure in

APEs fehlen so viele Techniker wie seit Jahren nicht, meldet der Ingenieurverband VDI. Kritiker halten den Daueralarm für eine Taktik, um die Gehälter zu drücken. Im Interview erklärt VDI-Chef Willi Fuchs die Nöte der Unternehmen - und warum es so bald keine Entwarnung gibt.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...805470,00.html
  1. #50

    Das Märchen kommt mir bekannt vor

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es fehlen so viele Techniker wie seit Jahren nicht, meldet der Ingenieurverband VDI. Kritiker halten den Daueralarm für eine Taktik, um die Gehälter zu drücken. Im Interview erklärt VDI-Chef Willi Fuchs die Nöte der Unternehmen - und warum es so bald keine Entwarnung gibt.

    Streitthema Fachkräfte: "Die Hälfte der Ingenieure geht bald*in Rente" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Anfang der Achtziger versprach man die chemische Industrie einen erhöhten Ersatzbedarf in den nachfolgenden Jahren weil viele Cehmiker der Nachkiregsaufbaujahre in Pension gehen würden.
    Faktisch gab es von 83 - 88 einen Einstellungsstopp.
  2. #51

    VDI(Verein Deutscher Industrien)

    ...

    Ich frage mich, wieso die Medien immer wieder die VDI kontaktieren, wenn es um die Belange der Ingenieure geht. Dieser Laden hat doch mit uns Ingenieuren nichts am Hut; die sind der lange Arm der Industrie. Da könnte man auch gleich die Industrie befragen, wenn man nur an einer einseitigen Information interessiert ist.

    ...
  3. #52

    ...

    Zitat von danielohondo Beitrag anzeigen
    Seine Kinder studieren auch Ing, ah jo, Vitamin B haben die genug !
    Genau, das würde ich den Herren auch gern mal fragen, ob er vielleicht bereit wäre, einfach mal ein paar Jährchen ohne Einmischung zuzuschauen, wie die Kleinen ohne Empfehlung (oder auch nur beiläufige Erwähnung) von Papi kämpfen dürfen, zu halbwegs fairen Konditionen einen halbwegs vernünftigen Arbeitsplatz abzustauben... Vielleicht würde er dann seine Meinung etwas relativieren?
  4. #53

    Rechenexempel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ...dass das Durchschnittsalter der Ingenieure in Deutschland zwischen 50 und 51 Jahren liegt...
    Mathematiker können nicht rechnen - das ist ja auch nicht ihr Job - wohl aber Ingenieure und diejenigen, die Schüler sind und sich eventuell für einen derartigen Berufsweg interessieren.

    Wenn das Durchschnittsalter der Ingenieure in Deutschland bei 50 liegt (ich lasse der einfachen Rechnung wegen die 51 jetzt weg), gehe ich jetzt mal ganz frech davon aus, dass ein sehr grosser Teil der Ingenieure jetzt 47 ist, was bei einem geplanten Renteneintrittsalter von 67, noch 20 Berufsjahren entsprechen würde. Da Altersruhestandsregelungen und Firmenrenten, wie auch hohe Abfindungen, nicht mehr die Regel sind, werden wohl recht viele versuchen, so lange wie möglich zu arbeiten.

    Wenn ich jetzt die Spanne des "Ingenieurberges" von 47-53 Jahre annehme, dann gehen die in 14 bis 20 Jahren auf Rente.

    Wäre ich nun ein des Rechnens fähiger Schüler im Alter 18 Jahren, dann könnte ich mir ziemlich leicht ausrechnen, dass meine Berufsaussichten für mich recht gut sind, wenn ich 32 bis 38 Jahre alt bin.

    Was mache ich bitte solange?

    Es müssten also die Deutschen Firmen ohne aktuellen Bedarf über Jahre hinweg Jung-Ingenieure einstellen und bezahlen, damit es sich für die aktuelle Generation überhaupt rechnet, einen derartigen Beruf zu ergreifen.

    Vielleicht passiert das ja und vielleicht kommt auch bald der Osterhase persönlich oder der Weihnachtsmann lebt wirklich am Nordpol...
  5. #54

    Es geht nur ums Geld

    Zitat von rle Beitrag anzeigen
    Und wenn dei Ablehnung begründet wird, sollte man vorsichtig sein mit dem Glauben:
    "Zu jung/zu alt", "Verdacht auf schwul", "keine Frauen/keine Männer", "keine Ausländer" (oder die so aussehen) darf nicht mehr geschrieben werden.
    "Wir haben die Anzeige falsch geschrieben", "die Stelle ist mit einem Spezel des Chefs besetzt worden", "wir haben es uns zwischenzeitlich anders überlegt"... wird nicht zugegeben.
    Also Standard-Ablehnungsgeschwafel.
    Also, ich fühle mich nicht deskriminiert, obwohl ich einen Migrationshintergrund habe und einen ausländisch klingengen Namen habe. Auch meine Geburtsstadt liegt in Mittelasien, da ich halt zu der Spezies der Aussiedler angehöre.

    Trotz allem hat sich ein Unternehmen telefonisch bei mir gemeldet und Interesse bekundet. Ich sollte dann meine Gehaltsvorstellung mitteilen, was ich auch tat. Daraufhin war erst mal 2 Wochen Stille angesagt.
    Ich interpretiere folgendes daraus. Es waren noch weitere Mitbewerber im Rennen. Die Firma hat die interviewt und mich erst mal so lange bei Stange gehalten, bis die anderen entschieden haben. Sprich da hat einer sich für weniger Geld verkauft, als ich mit vorgestellt habe. Nun, das ist mein Pech und somit egal. Sowas kann man den Firmen nicht vorwerfen, denn es ist ein Markt.

    Was ich aber damit sagen will, dass es keinen Mangel gibt, denn sonst hätte ich erstens keine Mitbewerber und zweitens hätte ich schon eine Stelle. Die Firmen können sich immer noch leisten die Bewerber auszusuchen, denn es gibt von denen mehr als genug.
  6. #55

    Arbeitalter attraktiv anheben!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es fehlen so viele Techniker wie seit Jahren nicht, meldet der Ingenieurverband VDI. Kritiker halten den Daueralarm für eine Taktik, um die Gehälter zu drücken. Im Interview erklärt VDI-Chef Willi Fuchs die Nöte der Unternehmen - und warum es so bald keine Entwarnung gibt.

    Streitthema Fachkräfte: "Die Hälfte der Ingenieure geht bald*in Rente" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Warum macht man es den angehenden Rentnern nicht so attraktiv ie möglich in Arbeit zu bleiben? Das phänomenale Wissen das diese Leute über eine Lebenszeit angehäuft haben wird einfach verschleudert, bloß weil sie ein gewisses Alter erreicht haben. Wie unsinnig ist das? Aber bei dieser Frage kommt man ja wieder auf den generellen Jugendwahn zu sprechen der die Arbeitswelt in DE immer noch dominiert.
  7. #56

    Die

    Zitat von ridgleylisp Beitrag anzeigen
    Warum macht man es den angehenden Rentnern nicht so attraktiv ie möglich in Arbeit zu bleiben? Das phänomenale Wissen das diese Leute über eine Lebenszeit angehäuft haben wird einfach verschleudert, bloß weil sie ein gewisses Alter erreicht haben. Wie unsinnig ist das? Aber bei dieser Frage kommt man ja wieder auf den generellen Jugendwahn zu sprechen der die Arbeitswelt in DE immer noch dominiert.
    Betriebsratsangehörige von SiemensNokia in München hats klar ausgesprochen, ab 35 gelten Ingenieure als zu alt, überqualifiziert nennen sie das in der Idiotensprache der HR-Leute. Und eines wird am Beispiel IBM auch deutlich, Tagelöhner wollen sie, die Refeudalisierung der Gesellschaft ist Programm.
  8. #57

    Mangelerscheinungen

    Die Kombination aus vermeintlichem Fachkräfte-Mangel und Forderungen nach Zuwanderung dient m.E. wirklich dazu, den hohen Druck auf hiesige Fachkräfte aufrecht zu erhalten.

    Die gerne geäußerte Würdigung der "erfahrenen" Mitarbeiter sehe ich noch nicht wirklich.
    Im IT-Bereich kann man z.B. in der Schweiz das doppelte verdienen. Dies liegt aber primär an der Höhe der Abgaben.
    Die Lebenshaltungskosten und die Abgabenhöhe sind in Deutschland das eigentliche Problem, noch vor der absoluten Bruttolohnhöhe.
  9. #58

    diese boesen arbeitnehmer

    Zitat von emden09 Beitrag anzeigen
    Nur dass diese Erklärung natürlich Arbeitsrechtlich den Wert 0,0 hat.

    Und da es eben keine Möglichkeit gibt sicher zu stellen, dass ein Mitarbeiter, den man auf Unternehmenskosten qualifiziert hat auch im Unternehmen verbleibt und nicht morgen ne Frau aus Hamburg kennen lernt und dem Münchner Arbeitgeber trotz Investitionen in die Fortbildung ein freundliches "leckts mi" ins Gesicht grinst, denken eben viele Unternehmen, dass mal schön die anderen in die Fortbildung investieren sollen.

    Ja, das ist Marktwirtschaft. Leider! Ja, vermutlich war das in der DDR der 50ger anders (besser?). ...
    Naja dieses Problem ist wohl mindestens so ausgepraegt auf der Arbeitgeberseite. Nicht wenige Arbeitnehmer ziehen in irgendein Nest um dort in der Hoffnung auf Festanstellung ein Jahr Zeitarbeit ueber sich ergehen zu lassen und bekommen nach dem Jahr doch nur die Tuer gezeigt, weil sich noch rechtzeitig ein neuer Praktikant oder Leihhansel hat auftreiben lassen. Sich als Firma unter solchen Bedingungen ueber mangelnde Loyalitaet der Mitarbeiter zu echauffieren ist doch laecherlich.

    Es gab vielleicht mal, jedenfalls bei groesseren Firmen, so etwas wie eine Bindung zwischen den Arbeitskraeften und ihrem Unternehmen, die Leute waren ja oft sogar stolz, ihr Leben lang bei XYZ gearbeitet zu haben. Davon ist nicht viel uebrig. Das war ja seit Anfang der 90er alles nur die alte, vermiefte BRD, die musste weg. War alles unflexibel, Romantisiererei, konnten wir uns nicht leisten, weil die Chinesen das ja auch net machen. Statt dessen musste alles "just-in-time" sein, um eine dieser idotischen McKinsey-Floskeln zu benutzen. Immer schoen frisches Fleisch direkt aus dem Bachelor-Studiengang, jeder mit irgend einem gerade gefragten technischen Spezialisten-Wissen aber sonst nur wenig mehr, fuer ein paar Jahre eingestellt, dann weg mit ihnen und neue holen. Und dabei dann, in der ueblichen Quartalsabschluss-Mentalitaet nicht darueber nachgedacht, wo denn auf Dauer andauernd Heerscharen neuer junger Ingenieure herkommen sollen (die natuerlich alle auch immer schon komplett durchspezialisiert und mit Berufserfahrung kommen muessen).

    Es ist sehr erhellend, sich mal an die alten Diskussionen vor der Ausuferung der Zeitarbeit zu erinnern. Die wurde naemlich damals nur als geniale Flexibilisierungsmassnahme verkauft. Wenn das Unternehmen gaaanz kurzfristig ein paar Leute braucht, dann muss es niemand einstellen, sondern kann sich da ausnahmsweise ein paar mal so holen. Als solches ist die Idee nicht schlecht, aber in der Umsetzung eine klassische Verar**schung. Wer dann die Loehne fuer die geliehenen Arbeiter niedriger ansetzt als die der regulaeren, der weiss schon, was in Wirklichkeit gespielt wird. Die Art, wie in D Zeitarbeit benutzt wird, ist einfach nur als Instrument, die Stammbelegschaft schoen in Angst zu halten und nicht auf die Idee zu bringen, mehr Geld o.ae. zu verlangen. Und ist in ihrer jetzigen Form genau zu diesem Zweck so installiert worden.
  10. #59

    Ohne Titel

    Zitat von syracusa Beitrag anzeigen
    Dem zwischen dem DGB (!) und dem Zeitarbeitsverband ausgehandelten Tarifvertrag zufolge verdienen Ingenieure in der Zeitarbeit zwischen 14 und maximal 17 Euro pro Stunde.
    Damit hat sich wohl jede Diskussion über einen angeblichen Ingenieur- oder Facharbeitermangel erledigt. Das ist alles nur Propaganda.
    Übrigens: bevor die Post endgültig privatisiert wurde, verdienten schon die Postboten über 14 Euro pro Stunde. Mit welchen chinesischen Postboten stehen die denn im Wettbewerb, dass sie heute nur noch zwischen 5 und 9 Euro pro Stunde erhalten?
    Und noch ein "übrigens": das BIP ist stetig gewachsen. Wo ist dieser ganze gewachsene Wohlstand denn hingeraten, wenn weder Postboten noch Ingenieure was davon abkriegten?
    Das Problem ist, dass Arbeit und v.a. der Arbeitnehmer eben nicht mehr wertgeschätzt werden. Wieviel die Arbeit eines Angestellten dem Arbeitgeber wert ist, entscheidet nicht mehr der Chef selbst, sondern ein Berater, Statistiker, etc. Jemand, der den Arbeitnehmern nie zu Gesicht bekomme hat und nie gesehen hat, was und wie er arbeitet. Das nennt man dann "rational". Der Mensch als Nummer. Hinzu kommt zunehmend, meine ich, dass jeder von sich selbst denkt, dass nur er der Fleißigste und Fähigste ist und alle anderen dumme und faule Schmarotzer sind. In diesem unsolidarischen Klima ist es natürlich leicht, die Löhne zu drücken. Immer wieder hört man ja auch von "Wirtschaftsfachmännern" (Sinn, Hundt, etc.), dass es viele Arbeiten gibt, die - zwar gemacht werden MÜSSEN - aber nicht mal 3 Euro die Stunde wert sind (Stichworte "unproduktiv", "keine Wertschöpfung"...) . Was müsste denn die Konsequenz solcher Aussagen sein? Und wie kann es sein, dass eine Arbeit, die getan werden MUSS, nichts wert ist?