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Streit ums Betreuungsgeld: Seehofer watscht Ramsauer ab

AFPRüffel für Ramsauer: CSU-Chef Seehofer kritisiert seinen Stellvertreter, weil der vorübergehend gegen das Betreuungsgeld war. Erste Beschwerden über den Verkehrsminister habe er schon frühmorgens per SMS erhalten.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...836570,00.html
  1. #20

    Betreuungsgeld nur für Besserverdienende

    Das Betreuungsgeld sollen Eltern erhalten, die für ihre Kinder keine öffentlich geförderte Betreuung oder eine kommunal bezuschusste Tagesmutter in Anspruch nehmen.
    Falsch!

    Das Betreuungsgeld sollen besser verdienende Eltern erhalten, die für ihre Kinder keine öffentlich geförderte Betreuung oder eine kommunal bezuschusste Tagesmutter in Anspruch nehmen.

    Wer zB als Geringverdiener HARTZ IV in Anspruch nimmt, wird davon ausgeschlossen.
  2. #21

    und wieder ein Wendehals

    Ich war nie ein Fan von Herrn Ramsauer und werde es wohl nicht mehr werden. Es ist einfach nur armseelig wenn selbst ein Bundesminister sich scheut seine Meinung zu sagen/zu vertreten weil sie den Ansichten des Kommunalpopulisten Seehofer widerspricht.
    Und wieder vergeht ein Tag an dem ich mich frage warum so eine kleine Partei wie die CSU soviele Bundesminister stellen darf.
  3. #22

    Neukölln ist nicht Deutschland

    Zitat von kuhno van oyten Beitrag anzeigen
    Darum geht es nicht. Es geht darum, dass die Kinder Deutsch lernen, bevor sie eingeschult werden. In Neukölln ist es schwierig, zu unterrichten, weil die Hälfte der Kinder nicht kapiert, was die Lehrerin sagt.
    Sie mögen ja Recht haben, dass einige Eltern mit Immigrationshintergrund mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind. Für diese wäre eine Förderung in der Kita sicher nicht verkehrt. Die große Mehrzahl der Familien in Deutschland hat aber keinen Immigrationshintergrund, in großen Teilen Ostdeutschlands und ländlichen Regionen Westdeutschlands tendiert der Anteil sogar gegen Null. Gerade deshalb ist es falsch, die Kita als tolle Lösung für alle darzustellen. Für Ausländer-Kinder oder Alleinerziehende mag es meist zutreffen. Für alle anderen ist die Erziehung in der Familie gerade in den ersten Jahren zweifellos der bessere Weg. Und deshalb ist auch das Betreuungsgeld nicht verkehrt.
    Apropos, das Kindergeld wird übrigens auch an die Eltern ausgezahlt. Wenn man meint, dass die nicht vernünftig damit umgehen können und es stattdessen in Alkohol und Zigaretten umwandeln, müsste man es konsequenterweise auch streichen.

    Ich habe auch das Gefühl, dass das Argument "Immigrationshintergrund /Problemfamilie" immer vorgeschoben wird, um Eltern, die ihren Erziehungsaufgaben durchaus gewachsen wären, aus feministischen oder ökonomischen Gründen von ihren Pflichten zu "entlasten". Dass der Staat aber mit Erziehungfragen überfordert ist, sieht man allerdings schon heute in den Schulen. Auch hier ist ein wesentlicher Einfluss der Eltern gefordert, ein Lehrer allein kann diese Aufgabe nicht für 30 Schüler erfüllen. Und ein Erzieher in der Kita ebenso wenig.
  4. #23

    Eine Regionalpartei will sich profilieren!

    Der CSU-Führung geht es doch längst nur ums Prinzip und nicht um die Sache. Die Kinder stehen doch gar nicht im Mittelpunkt der Diskussion. Wenn Herrn Seehofer und Frau Haderthauer das Betreuungsgeld und die Kinder so wichtig wären, warum haben sie es dann nicht schon längst in Bayern eingeführt, so wie es in Thüringen seit 2006 gezahlt wird? Die nächste Landtagswahl in Bayern ist doch bereits nächstes Jahr. Oder glauben die eifrigen Verteidiger des CSU-Projekts, dass das Betreuungsgeld die Koalition günstiger kommt, als der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Aber auch Eltern können rechnen. 100 Euro im Monat reichen nicht, um ein Kleinkind halbtags oder ganztags von einer Nanny betreuen zu lassen. Nicht, wenn die Eltern das zweite Gehalt brauchen. Das wahrscheinlich doch höher als 100,- bis 150 Euro pro Monat sein dürfte. Also werden sich die meisten jungen Eltern wohl doch eher für ihren Rechtsanspruch auf den Kita-Platz entscheiden und nicht mit der Herdprämie abspeisen lassen. Zumal, wenn beide Partner gut ausgebildet sind und einen gut bezahlten Job haben. Oder als Doppelverdiener nehmen sie das Geld mit, wenn das Kind ohnehin von der Oma betreut wird. Wer was anderes glaubt, ist extrem ideologisch verblendet, so wie viele CSU-Freunde.
  5. #24

    Seltsame Aufregung über Betreuungsgeld und die CSU

    Ich weiß wirklich nicht, warum sich hier und auch anderswo so viele Leute über dieses Betreuungsgeld aufregen. Es ist, wie man auf Spiegel Online vor Monaten in der Rubrik Wissenschaft nachlesen konnte, doch eher so, dass ein enger frühkindlicher Kontakt zur Mutter und eine Erziehung durch die eigenen Eltern in den ersten Lebensjahren für kleine Kinder wesentlich besser ist als eine Fremderziehung in Gruppen.

    Es gibt im übrigen nicht nur Frauen, die sich selbst verwirklichen wollen (die können das auch tun, wenn das Betreuungsgeld für die anderen Frauen kommt), sondern auch welche, die gerne bereit sind, für das Wohl ihrer Kinder in deren ersten Lebensjahren zuhause zu bleiben - und nicht nur gerne bereit sondern sogar so eingestellt, dass sie darin ihre Erfüllung sehen. Ich kann mir vorstellen, dass viele Leser hier, wenn sie diesen Satz sehen, ungläubig mit dem Kopf schütteln und sich denken, dass dieses Frauenbild antiquiert ist und eher zum Doris Day-Film "Was diese Frau so alles treibt" passt als in die heutige Zeit. Jedoch sollten diese Leute auch wirklich mal akzeptieren, dass es auch solche Frauen mit eher konservativeren Ansichten gibt. Seehofer hat wohl bei seiner Kampagne diese Familien als mögliche Wähler im Blick. Nachdem in den letzten Jahren die CSU doch stark an Ansehen verloren hat bei ihren ureigensten Wählerschichten in zahlreichen Affären (strenges Antirauchergesetz für Wirtshäuser in Bayern, was die der CSU früher gewogene Stammtischkultur größtenteils zerstört hat; Absägen des eigenen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, der vorher fast eine 2/3-Mehrheit geholt hat, wegen einer für die Bayern wohl doch etwas wirr, wenn auch ansonsten sehr unterhaltsamen und zur Belustigung dienenden Gabriele Pauli; Milliardenverluste; außereheliche Affäre des Ministerpräsidenten), muss halt Seehofer nun einiges dafür tun, um die CSU-Wählerklientel, die das letzte Mal für die FDP und die Freien Wähler gestimmt hat, zurück zu holen. Er versucht so sein Bestes, weiß aber sicherlich selbst, dass er nicht an Stoiber, geschweige denn an Franz-Josef Strauss, Gott hab ihn selig, heran reicht..

    Zusammenfassend sollten alle Kritiker des Betreuungsgelds auch mal andere, konservativere Lebenseinstellungen und Familienbilder akzeptieren, auch wenn ihnen dies schwer fällt. Es gilt doch das Prinzip der Freiheit für jede Frau, gleichgültig, ob sie sich beruflich oder familiär verwirklichen will. Also, leben und leben lassen!

    Das einzige Argument, das ich akzeptiere, ist, dass es nicht angehen kann, dass Kinder mit Migrationshintergrund kein Deutsch können, wenn sie in die Schule kommen. Aber dieses Problem kann man besser mit einem Schweizer System lösen als mit der Verweigerung des Betreuungsgeldes. Auch ohne Betreuungsgeld werden konservative Türkinnen ihre Kinder lieber zu Hause lassen als in Kitas schicken.

    Was die Bedeutung der CSU in der Koalition angeht, was hier auch kritisiert wurde: zur Erhaltung des Koalitionsfriedens hat Angela Merkel sowohl der CSU als auch der FDP einen Ministerposten mehr gegeben, als diesen beiden kleineren Parteien zustand. Das war auch in früheren Regierungen fast immer so, dass kleinere Partner überproportional mit Posten bedacht wurden. Zusätzlich ist es selbst heutzutage noch so, dass die CSU mehr Prozente holt als die CDU, was man nur teilweise mit dem Effekt der CSU als der Interessenvertreterin Bayerns erklären kann, weil ja die anderen Abgeordneten auch die Interessen ihrer Wahlkreise vertreten.
  6. #25

    Verdienstmöglichkeiten

    Zitat von niccolo Beitrag anzeigen
    Sie mögen ja Recht haben, dass einige Eltern mit Immigrationshintergrund mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind. Für diese wäre eine Förderung in der Kita sicher nicht verkehrt. Die große Mehrzahl der Familien in Deutschland hat aber keinen Immigrationshintergrund, in großen Teilen Ostdeutschlands und ländlichen Regionen Westdeutschlands tendiert der Anteil sogar gegen Null. Gerade deshalb ist es falsch, die Kita als tolle Lösung für alle darzustellen. Für Ausländer-Kinder oder Alleinerziehende mag es meist zutreffen. Für alle anderen ist die Erziehung in der Familie gerade in den ersten Jahren zweifellos der bessere Weg. Und deshalb ist auch das Betreuungsgeld nicht verkehrt.
    Apropos, das Kindergeld wird übrigens auch an die Eltern ausgezahlt. Wenn man meint, dass die nicht vernünftig damit umgehen können und es stattdessen in Alkohol und Zigaretten umwandeln, müsste man es konsequenterweise auch streichen.

    Ich habe auch das Gefühl, dass das Argument "Immigrationshintergrund /Problemfamilie" immer vorgeschoben wird, um Eltern, die ihren Erziehungsaufgaben durchaus gewachsen wären, aus feministischen oder ökonomischen Gründen von ihren Pflichten zu "entlasten". Dass der Staat aber mit Erziehungfragen überfordert ist, sieht man allerdings schon heute in den Schulen. Auch hier ist ein wesentlicher Einfluss der Eltern gefordert, ein Lehrer allein kann diese Aufgabe nicht für 30 Schüler erfüllen. Und ein Erzieher in der Kita ebenso wenig.
    Da ist sicherlich einiges dran; aber in einem einzigen (!) Punkt kann ich Herrn Sarrazins Argumente nachvollziehen: Vermehrung auf Kosten des Staates ist inzwischen ein Geschäftsmodell. Nehmen Sie zwei erwachsene Hartz-4-Empfänger, vier Kinder und das entsprechende Kindergeld dazu, da kommt schon einiges zusammen.

    Und jetzt noch Betreuungsgeld obendrauf? Das sind Monatseinkommen, von denen wir beide vermutlich nur träumen können! Wir bleiben einfach den ganzen Tag im Bett und machen noch mehr Kinder...
  7. #26

    Eine

    Zitat von niccolo Beitrag anzeigen
    Klar ist, dass Ramsauer hier Mist gemacht hat, professionelles Handeln sieht anders aus, schließlich ist das Betreuungsgeld nicht erst seit gestern in der Diskussion.

    [...]

    Außerdem verstehe ich überhaupt nicht, warum der Staat den Kita-Ausbau bezahlen soll. Schließlich gehen doch beide Elternteile arbeiten, haben also doppelt soviel Geld zur Verfügung, wie Eltern, die sich selbst um ihre Kinder kümmern. Also wäre es ja wohl das Mindeste, wenn sie von ihrem Mehr-Einkommen auch die Kita-Gebühren zahlen, anstatt sich das 20igste Paar Schuhe in den Schrank zu stellen.
    Wenn der Staat dennoch meint, hier mit Milliarden um sich werfen zu müssen, sollten die € 1,5 Mrd. für das Betreuungsgeld nicht nur kein Problem, sondern v.a. die günstigere Alternative sein.
    Übrigens noch ein paar Beispiele aus Frankreich, das immer als Musterland zu diesem Thema angesehen wird:
    Dort geben die meisten Mütter ihr Kind in die Kita, gehen dann häufig aber trotzdem nicht arbeiten, sondern stattdessen Tennis spielen oder ähnliches. Staatliches finanziertes Freizeitprogramm, sozusagen. Außerdem hat Frankreich eine enorm hohe Jugendkriminalität, der erste Kontakt mit Drogen erfolgt bereits vor dem 15. Lebensjahr. Klar muss daran nicht allein die mangelnde Kinderbetreuung und Wertevermittlung durch die Kitas schuld sein. Aber verhindern tun sie es eben auch nicht....
    solche undifferenzierte wie unsubstanzielle, dafür ins Polemische abdriftende Argumentationslinie zeigt, dass Sie nicht nur "überhaupt nicht verstehen, warum der Staat den Kita-Ausbau bezahlen soll", sondern noch viel mehr nicht zu verstehen scheinen.

    Dgl. Argumentation ist lediglich als eine Meinung zu respektieren, die allerdings bei soviel Rückwärtsgewandtheit unter Negierung gesellschaftl. Lebenswirklichkeit gewiss kaum jemand auch nur im Ansatz zu teilen vermag.

    Verständnis-Fakt:
    Der Staat hat sich im Rahmen des Zweiten Gleichberechtigungsgesetzes von 1994 zur Förderung der besseren Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit verpflichtet.
    Mit der bedarfsgerechten Bereitstellung von Kinderbetreuungsmöglichkeiten erfüllt der Staat einen wesentlichen Teil dieser Verpflichtung.

    Im Übrigen bleibt die elterl. Erziehungs- und Entscheidungsfreiheit davon unberührt, weshalb der Staat nicht auch noch für die Nichtinanspruchnahme notwendiger Infrastruktureinrichtungen Zahlungen zu leisten hat, sondern dafür eher entsprechend mehr HH-Mittel für Krippen-, KiTa- und Ganztagsschulenausbau einstellen muss.
    Das entspricht darüber hinaus mehrheitl. gesamtgesellschaftl. bzw. Bevölkerungsinteressen und dient gleichermaßen mehrheitl. den betroffenen Kindern, ist mithin eine sinnvolle zukunftsbezogene Leistung.

    Im Falle des Betreuungsgeldes handelt es sich jedoch um eine reine CSU-Klientel-Politik.
  8. #27

    Manchem täte es gut

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Rüffel für Ramsauer: CSU-Chef Seehofer kritisiert seinen Stellvertreter, weil der vorübergehend gegen das Betreuungsgeld war. Erste Beschwerden über den Verkehrsminister habe er schon frühmorgens per SMS erhalten.

    Seehofer rügt Ramsauer wegen Vorbehalt beim Betreuungsgeld - SPIEGEL ONLINE
    Manchem unserer Volksvertreter täte es gut, sich daran zu erinnern, dass wir -und auch Bayern- nicht in einer Monarchie leben sondern in einer Demokratie, in der sämtliche Macht durch das Volk verliehen wird und jeglicher Hochmut durch die Amtsträger untersagt ist. Es kann schnell passieren, dass sich über Nacht sämtliche "Macht" in Luft auflöst. Siehe Sarkozy, Röttgen, Wulff.... Die Bayern sind doch intelligente Leute und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mehrheit den selbstherrlichen Kurs des Provinfürsten billigt.
  9. #28

    Rechtfertigung

    Für den eigenen hohen Gehalt muss man sich doch irgendwie mit sinnlosen, zeitverschwenderischen Beschäftigungen wie etwa diesem sog. 'Gesetzentwurf' rechtfertigen. Dass die dafür verantwortlichen Politiker nicht einmal zur Kenntnis nehmen, dass die Herdprämie vor allem von den Frauen mehrheitlich abgelehnt wird, zeigt eigentlich doch nur, wie realitätsfern Politik mittlerweile ist. Die Konsequenz dessen wird Seehofer bei der nächsten Landeswahl bitter zu spüren bekommen. Wir Frauen werden den 'Nero aus Bayern' demnächst mit unseren Stimmen endlich ins Heim schicken!
  10. #29

    Quatsch....

    Zitat von niccolo Beitrag anzeigen
    Übrigens noch ein paar Beispiele aus Frankreich, das immer als Musterland zu diesem Thema angesehen wird:
    Dort geben die meisten Mütter ihr Kind in die Kita, gehen dann häufig aber trotzdem nicht arbeiten, sondern stattdessen Tennis spielen oder ähnliches. Staatliches finanziertes Freizeitprogramm, sozusagen. Außerdem hat Frankreich eine enorm hohe Jugendkriminalität, der erste Kontakt mit Drogen erfolgt bereits vor dem 15. Lebensjahr. Klar muss daran nicht allein die mangelnde Kinderbetreuung und Wertevermittlung durch die Kitas schuld sein. Aber verhindern tun sie es eben auch nicht....
    Frauen gerade mit guter Ausbildung gehen in Frankreich arbeiten. Den Rest ihrer Argumentation ziehen einfach an den Haaren herbei. Die Probleme in Randgebieten von Paris oder Marseille gibt es sicherlich, aber dies hat andere Ursachen. Aus franzoesischer Sicht ist die deutsche Situation mit Mutti am Herd Mittelalter. Schoene Gruesse aus Frankreich...


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