dapdMissgunst, Häme, Hass - die Debatte über Christian Wulffs Ehrensold, den Zapfenstreich und sein Büro ist unwürdig und muss sofort beendet werden. Warum schweigt Angela Merkel?
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...819368,00.html
Liebe Cornealia,
zum einen gibt es eindeutige Beweise hinsichtlich einer ziemlich freien "Wahrheitsfindung" seiten des ehemaligen Ministerpräsidenten von Niedersachen als auch, daß ein ähnlicher Still im Rahmen in engern Beziehungen des Bundespräsidenten relevant war.
Ein Mann, der zuvor alle möglichen ihm potentiell hilfreichen "Gestalten" aus der Wirtschaft begünstigt hat - ok, diese Behauptung ziehe ich umgehnd zurück ;-) - sollte sich nicht darauf versteifen, daß höchste Staatsamt -- und dann auch noch mit Würde -- ausfüllen zu wollen.
Ich gehe mit Ihnen völlig konform, daß die Gesellschaft zunächst einmal ihre eigenen Probleme angehen sollte. Aber wieso sie dafür akzeptieren sollte, daß Ihr ehemaliges Staatoberhaupt sie auf Grund irgendwelcher Spitzfindigkeiten "abzockt", erschließt sich mir nicht so ganz. Aber vielleicht können Sie mir - und damit es nicht zu elittär wird, vielleicht auch auf dem Niveau eines durschschnittlichen Bild-Lesers erklären, was die herausragenden Erfolge eines Christian Wulff sind? Ich bin mir nahezu sicher, die Zustimmung wirrd grenzenlos sein, wenn wir erfahren, was C.W. alles Gutes für Deuschland, seine Bürger und die Welt getan hat.
MfG,
Kersten
P.S. Bitte hier nicht aufzählen, was F.J.S. was Gutes für Bayern und den Rest der BRD ausgerichtet hat oder nicht, denn das steht hier leider gerade nicht zur Debatte.
Dem ist nichts, aber gar nichts hinzu zufügen!!!
Es geht nicht um Neid und Mißgunst, es geht ausschliesslich noch um Verhältnismäßigkeit.
In jedem Betrieb, bishin in jeder sozialen Einrichtung geht es nach dem Leistungsprinzip, werden Anforderungen gestellt, Ziele definiert. Wenn diese nicht erreicht werden, wird der "Boni" gestrichen. Selbst im Bankstermilieu gibt es nur Ausschüttung bei Gewinn, dem Ziel nach dem alles schreit: Wachstum, Wachstum, Wachstum!
Das gilt hier offenbar nicht in der Politik: Die Unberührbaren, also die mit der Immunitätsklausel gesegneten, können machen was sie wollen? und immer noch kassieren? Nicht nur, das sie von ihren Kontakten profitieren, im Geheimbund vereint, zu dem Normalsterbliche keinen Zutritt haben, werden sie grundsätzlich nach oben geschoben und erhalten noch ein Büro (Kostenpunkt nach Lage) um ihren sonstigen Betätigungen nachzugehen, mitsamt Sekretärin und Wagen? Wo bitte ist die Verhältnismäßigkeit???!!!
Es ist nur noch zum schreien!!! Ich bitte um Revolution!
Zur Debatte steht eine halbe Million Euro pro Jahr, die Herr W. für sein klägliches Scheitern in kürzester Zeit bekommen soll. Es ist mitnichten "kleinlich" und auch nicht "missgünstig", wenn man das als nicht vertretbares Verschleudern von an allen Ecken und Enden dringend benötigtem Steuergeld bezeichnet.
Wie schon andere hier schrieben: von diesem Geld kann man Pflege bezahlen, Kindergärten, Suppenküchen oder Jugendarbeit - und gerne auch die so dringend notwendigen Einrichtungen, die dem Rechtsradikalismus vielleicht endlich mal das Wasser etwas abgraben.
Sollte diese Summe wirklich ab demnächst nach Großburgwedel fließen, wäre das schlicht empörend, nicht zuletzt angesichts der in der Tat "kleinlichen" Pfennigfuchserei, mit der Millionen von Menschen am "unteren Rand" dieser seltsam gewordenen Gesellschaft zu kämpfen haben.
Selbst schwer arbeitende Leute verdienen immer häufiger nicht genug zum nackten Leben - und dieser Gernegroß, der Amt und Ansehen zuschanden geritten hat, unehrlich war, frech meinte, sein Versagen und dessen Folgen einfach aussitzen zu können und letzten Endes dem Volk weit mehr geschadet als genützt hat - ausgerechnet der erhebt nun auch noch Ansprüche auf ein feudales Ruhepolster. Und das mit 52 Jahren!
Das nenne ich dreist und eine Ohrfeige für all diejenigen, die kaum wissen, wovon sie ihr täglich Brot noch zahlen sollen. Hier geht es nicht um Neid, Missgunst oder Hass (!), es geht um Gerechtigkeit. Schön, dass anscheinend doch viele das auch so sehen.
Wulff ein Opfer sei. Und das eben nicht des Politikbetriebes und der Presse, sondern der Meute des Volkes. Das ist die größte Frechheit, die ich in dieser Sache bisher gelesen habe. Die Presse jeglicher Meinugsrichtung hat in Ihrem ureigensten Interesse die Casa Wulff am köcheln gehalten. Ich bin Ihr dankbar dafür, brauche mich aber nicht von einem Herz-Jesu-Journalisten oder was der Herr Nelles oder wie er heißt, ist, hier dumm anpflaumen zu lassen. Wie abartig der Gute tickt, sieht man schon daran, dass er Frau Nahles ob Ihrer gut katholischen Eigenschaften des Verzeihens lobt - mir sind sowohl Frau Nahles als auch ihre gutkatholische Erziehung, mit Verlaub gesagt, scheißegal.
Wulff ist kein Opfer. Er hat soviele "zweite Chancen" , wie man sie keinem "Normalbürger" zugestehen würde - keiner aus der Justiz, den Parteien, der Beamtenschaft, die über Bürger entscheidet, beispielsweise HartzIV-Empfänger, der Presse und weiß ich welcher "meinungsbildenden" und "kompetenten" Gruppen würde das ohne entsprechende Hinweise darauf, dass dieser "Normalbürger" absolut lernunfähig sei und daher zu Recht mit Repressionen der schlimmsten Art zu rechnen habe, abtun.
Herr Wulff hätte einmal ehrlich sein müssen, und er hätte diese ganzen Sachen ausgestanden. Entweder, er wäre, aber das spätestens im Dezember, zurückgetreten, oder er hätte wirklich (vor Dezember) umfangend einmal ausgesagt und dabei eben auch sein Verhalten einer sehr selbstkritischen Reflektion unterzogen (vielleicht wäre er dann jetzt noch BP, und die Aufregung hätte sich lange gelegt).
Er hat zu dieser Zeit noch halbwegs gute Umfragewerte gehabt, der Normalbürger hätte ihm zwar nicht unbedingt einen Gebrauchtzwagen abgekauft, aber er fand ihn immer noch nett. Der "Ehrensold" wäre problemlos durchgegangen, und wenn er vernünftig gewesen wäre, hätte er auch da schon auf die Büro- und Dienstwagen-Nummer verzichtet.
Stattdessen stilisiert er sich als Opfer, sieht überhaupt nicht ein, dass er irgendetwas falsch gemacht hat und kaschiert sein Verhalten als Problem dessen, was er eigentlich zu Recht darf, aber ihm Armen, der er nun mal leider den Sinn und die ethischen Regeln seines Amtes nicht sofort verstanden hat, daher also ungerechterweise vorgeworfen wird.
Es wäre sogar, nach seinem Rücktritt, nach kurzer Zeit und kurzem Aufgrollen der Volksseele über seinen "Ehrensold", Ruhe gewesen. Das Problem und die endlose Anzahl von Zuschriften beispielsweise hier im Forum kamen doch erst auf, als er neben dem "Ehrensold" auch noch auf Wagen, Sekretärin, Büro etc. bestand.
Herr Wulff hat kein Problem mit der Bevölkerung und der Presse, Herr Wulff ist das Problem. Er hat ein Problem mit der Realität und er hat auch auch ein Problem mit seiner Psyche. Wahrscheinlich hat er oder einer seiner "Freunde" oder "Berater" in in der irrigen Ansicht bestärkt, dass es keinen Grund gäbe, auf irgendetwas zu verzichten, was ihm, weil eben "pacta servanda sunt", juristisch zusteht - und davon will er, gerade weil die Bevölkerung auf einmal so renitent und undankbar ihm gegenüber ist, kein Stück zurückweichen.
... hier Mal wieder geifern und sabbern und damit den Autor in jeder Hinsicht bestätigen, sei dann noch folgender Link empfohlen: Warum man Wulff jetzt in Ruhe lassen kann: Erst steinigen, dann Streckbank - taz.de. Die taz hat im Übrigen, anders als z. B. SPON und Spiegel, die wahre und gebotene Zurückhaltung während des Wulff-Bashings gezeigt und an der widerwärtigen Hatz nicht teilgenommen.
Der Inhalt des Artikels fasst auf wunderbare Weise das zusammen, was ich in sämtlichen Posts im Laufe der Angriffe auf Wulff vertreten habe.
Herr Mugay, ich bin voll und ganz bei Ihnen. Verwandte Seelen ...! Ich habe in der ganzen Diskussion stets Ihren Standpunkt eingenommen.
Ach ja, vielleicht mit einer Ausnahme: Handy-Vertrag und Urlaub mit dem Medienmogul dürften strafrechtlich für Wulff verdammt schwierig werden.Aber die sonstigen Vorwürfe - lächerlich! Und strafrechtlich völlig irrelevant!
Ich finde diesen Kommentar sehr interessant, aber mir bleiben noch
zwei Fragen...
Erstmal erscheint mir die Frage der Selbstreflexion (innerhalb dieses Kommentars) diskutierenswürdig. War es nicht eben auch dieses Onlinemedium, welches unermüdlich neue Enthüllungen in aller online-journalistischer Zeitdruckmanier publizierte? Wie geht ihr mit euren neuen Enthüllungsmöglichkeiten um?
Die andere Frage wäre wie, wann und inwiefern „ihr“ Massenmedien dann „ablasst“, wenn Personen wieder zu bedeutungslosen Menschen werden und euer SpiegelFocusStern weiterspringt. Auf weiteren Personen, die ihr kreiert und wieder zu Menschen werden lasst...