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Streit um Schiffsfinanzierung: "Das gehört sich einfach nicht"

DPAKurzsichtig und kundenfeindlich: Der Hamburger Großreeder und SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Erck Rickmers kritisiert die Commerzbank für ihre Entscheidung, sich aus der Schiffsfinanzierung zurückzuziehen. Er schlägt vor, dass die Förderbank KfW ins Geschäft mit den dicken Pötten einsteigt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,842040,00.html
  1. #1

    Lustig ist das schon,

    wenn 'freie' Unternehmer immer dann nach dem Staat rufen, wenn die Kohle nicht mehr 'von selbst' kommt.
    Schiffsfinanzierung zur Unterstützung von Werften in Korea kann nicht das Interesse des deutschen Steuerzahlers sein. Also hat die Commerzbank wohl doch recht!
  2. #2

    Dreist

    Reeder zahlen keine Steuern auf den Treibstoff und keine Sozialabgaben (für deutsche Seeleute übernimmt das der Steuerzahler, auf nicht-deutschen Schiffen muss die Crew schauen, wo sie bleibt). Gewinnsteuern sind minimal und lassen sich auf Null bringen, wenn man eine Billigflagge wählt (dann muss man nicht einmal die 2 deutschen Seeleute beschäftigen, die unter deutscher Flagge noch vorgeschrieben sind). Nachteile hat man davon nicht.

    Das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau.
    Wirklich dreist ist die Verwendung des Wortes "kurzsichtig".
    Viele Jahre wollten die Reeder nicht sehen, dass Korea und China irrwitzige Werftkapazitäten aufgebaut haben. Die Vernichtung hochwertiger Arbeitsplätze im europäischen Schiffbau war ihnen völlig wurscht, solange die Preise für neue Schiffe so niedrig waren, dass manchmal nicht einmal der Materialpreis eingespielt wurde. Man hat sogar aggressiv dagegen argumentiert, dass die EU versucht, die internationale Werftindustrie mit ein paar Regeln zum fairen Wettbewerb zu versehen.

    Jetzt zeigt sich, dass die niedrigen Preise zu einer künstlichen Nachfrage nach neuen Schiffen geführt haben, die nun die Frachtraten drückt und viele Reeder an den Rand des Ruins bringt. Kein Wunder, dass die Banken mit einem derartigen verzerrten Markt nichts mehr zu tun haben wollen.

    Die Misere ist aber 100% selbst verschuldet und die Reeder würden gut daran tun, Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen. Aber so etwas war bei dieser Sorte ja noch nie üblich.
  3. #3

    Drollig

    Herr Rickmers ist ja drollig.

    Das wird aber Jahre dauern. In der Zwischenzeit kann man nur hoffen, dass die guten Leute die Bank nicht verlassen. Denn genau die bräuchte sie, um Schiffe und Reedereien zu sanieren und damit Verluste für die Bank zu vermeiden.
    Eben darum verabschiedet sich die Commerzbank ja von diesem Geschäftsfeld. Um Verluste zu vermeiden.
    Ein solches Verhalten gehört sich einfach nicht.
    Das sagen die Schlecker-Frauen auch. Und die Opel-Mitarbeiter in Bochum sicher auch. Kümmert das einen der Manager?
    Nein. Warum sollte es dann bei Herrn Rickmers anders sein?
    Willkommen im Kapitalismus.
  4. #4

    Dann soll er doch ...

    ... zur Deutschen Bank gehen. Sicherheiten vorlegen und dann gibt es Kredit. Keine Sicherheiten kein Kredit. Ganz normal. Wer das nicht für normal erachtet, der hat halt ein Problem, aber es ist nicht das Problem der Gemeinschaft.
  5. #5

    Genauer hinzuhören....

    ..wäre meinen Vorautoren zu empfehlen. Rickmers hat sich lediglich darüber echauffiert, dass die Commerzbank überrschend aus der Schiffsfinanzierung aussteigen will. Warum sollte er das nicht dürfen und warum steht er damit gleich unter Generalverdacht? Wollen Sie jetzt das erratische Geschäftsgebahren der Coba verteidigen? Vor ein paar Wochen war die Schiffsfinanzierung bei denen noch das erklärte Kerngeschäft.
  6. #6

    Zitat von derschreiber Beitrag anzeigen
    ..wäre meinen Vorautoren zu empfehlen. Rickmers hat sich lediglich darüber echauffiert, dass die Commerzbank überrschend aus der Schiffsfinanzierung aussteigen will. Warum sollte er das nicht dürfen und warum steht er damit gleich unter Generalverdacht? Wollen Sie jetzt das erratische Geschäftsgebahren der Coba verteidigen? Vor ein paar Wochen war die Schiffsfinanzierung bei denen noch das erklärte Kerngeschäft.
    Warum will er dann ausgerechnet zur Kreditanstalt für Wiederaufbau rennen, um seine Schiffe zu finanzieren?

    Warum nicht zur Deutschen Bank? Oder zur HSBC? Oder BNP Parisbas? Oder zu Lloyds Tsb? Oder irgendeiner anderen Bank?
    Vermutlich will nicht jede Bank mit Schiffen zu tun haben! Oder nicht zu den bisherigen Konditionen.
    Mag sein, dass die Coba sich nicht mit Ruhm bekleckert hat, aber wer bisher bei der Coba war, der mußte sich schon sehr lange im Klaren darüber gewesen sein, bei wem er Kunde war.
  7. #7

    Eine Bank steigt meistens aus Geschäften aus,

    wenn sie sich nicht mehr rentieren. Welche Ausfälle die Bank bei Schiffsfinanzierungen hat, weiss wohl ein Aussenstehender nicht. Ausserdem fahren die meisten Reederein heute aus Steuergründen fremdgeflaggt. Wie sollte eine deutsche Bank Reedereien mit FIrmensitzen in exotischen Ländern finanzieren können ? Geht doch wohl nur bei Reedereien mit Geschäftssitz in Deutschland. Davon gibt es wohl soviele nicht mehr, weil sie nicht mehr wettbewerbsfähig sind mit den Billigflaggenländern und ihrem meist gering angelernten Arbeitskräften, um das Wort Matrose zu vermeiden.
  8. #8

    derschreiber

    scheint ein Freund der Reeder zu sein, benutzt sogar die Wortwahl von Rickmers (erratisches Geschäftsgebaren).
    Was Herr Rickmers beklagt ist das von Managern verlangte Gebaren: Fix it or sell it. Ein Problem (klamme Reeder) nicht erst übermorgen regeln, sondern schnell. Ganz so, wie es Herr Rickmers in seiner Firma bei Problemen sicherlich auch hält.
    Und außerdem: Wenn es eine Sorte absolut untreuer Kunden gibt, dann sind es die weltweit einkaufenden Reeder: Gleich ob Bankkonditionen oder Kaskoversicherungen, sie kaufen jedes Jahr nur dort ein wo weltweit der günstigste Preis geboten wird. Gerade die Reeder haben absolut null Skrupel bestehende Geschäftsverbindungen von einem Jahr aufs andere zu verändern, um sich den günstigsten Preis zu sichern.
    Aber das kennen wir ja von unserer Elite: Wenn man Dir gibt so nimm, wenn man Dir nimmt so schrei.
  9. #9

    Riecht streng

    Irgendwas stimmt nicht an diesem Interview. Es liest sich wie bestellt mit verabredeten Fragen. Oder ist das einfach nur Folge des Sommerlochs?








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