Streit um Rechtsruck: Burschenschafter hetzt gegen Nazi-Widerstandskämpfer

SPIEGEL ONLINENeuer Eklat in der Deutschen Burschenschaft: Ein hoher Funktionär hetzt in einem Leserbrief gegen den Theologen Dietrich Bonhoeffer - und bezeichnet dessen Kampf gegen das NS-Regime als "Landesverrat". Dem Dachverband droht nun die nächste Zerreißprobe.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...826757,00.html
  1. #60

    kopfknast

    Zitat von Tobi_EN Beitrag anzeigen
    Die Deutsche Burschenschaft hat ein Problem. Eines ihrer höchsten Prinzipien ist die Meinungsfreiheit, dadurch wird es aber den liberaleren Kräften verunmöglicht, etwas gegen solche rechte Tendenzen in den eigenen Reihen zu unternehmen.
    ach, jetzt ist die meinungsfreiheit schuld, wie? und wenn das nächste mal einer in ss uniform zu dem kegelabend kommt, dann ist das künstlerische freiheit, richtig? schon mal was von gesetzen gehört? oder von ner simplen hausordnung?
  2. #61

    Total bekloppt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Neuer Eklat in der Deutschen Burschenschaft: Ein hoher Funktionär hetzt in einem Leserbrief gegen den Theologen Dietrich Bonhoeffer - und bezeichnet dessen Kampf gegen das NS-Regime als "Landesverrat". Dem Dachverband droht nun die nächste Zerreißprobe.

    Streit um Rechtsruck: Burschenschafter hetzt gegen Nazi-Widerstandskämpfer - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    Ich war Corps Student. Sicherlich; die Corps haben immer etwas abfaellig auf die Burschenschafter herabgeschaut. Dieser "Funktionaer" ist mit seiner Aussage sicherlich einer der Gruende. In den Corps gibt/gab es solch einen Unfug nicht.
    Ebenso hatte mir ein lieber Freund-mein Pfarrer, mir den Dietrich Bonhoefer nahegebracht.
    Eine ausserordentliche Person; durchaus eines Nobel Preises wuerdig post hum....

    Das "ding" hier ist ein unerhoerter Skandal...
  3. #62

    Stillstand

    Zitat von StellvNeueDB Beitrag anzeigen
    Das Verschwinden der Burschenschaften stand in der GEschichte auf dem Wunschzettel folgender Personen: Metternich, Preußischer König, Walter Ulbricht sowie eines weiteren Herren, den ich aber nicht nenne, weil das als Vergleich mit diesem Herrn aufgefasst werden könnte, was politisch unklug wäre. Herzlich willkommen in der trauten Runde der Burschenschaftsverschwindenlassenwollenden. Und viel Glück natürlich!
    Damals waren die Burschenschaften noch Revolutionäre. Für die Kommunisten waren sie nur noch ein reaktionäres Pack, das im braunen Sumpf stecken geblieben ist. Viele Verbindungen konnten sich aus diesem Sumpf befreien, manche aber offensichtlich nicht.

    Ich war zwar selbst nie Mitglied einer Verbindung aber häufiger als Gast anwesend. Braunes Gedankengut habe ich dabei nie vernommen. Leider kann man das nicht verallgemeinern.

    Die meisten Burschenschaften dürften wohl eingetragene Vereine sein. Die kann man Dank unserer Gesetze zum Glück nicht so leicht nach Gutsherrenart auflösen.
  4. #63

    Unwürdig

    eines Akademikers sind diese ehrabschneidenden Äußerungen zu Bonhoeffer. Es wurde bereits mehrfach erwähnt: Bonhoeffer hat unter Einsatz seines eigenen Lebens dazu beigetragen, daß das Böse in Deutschland nicht den Sieg davonträgt. Als Christ und als Alter Herr einer Korporation schäme ich mich für diese Verunglimpfung eines Mannes, dessen Mut und Opferbereitschaft das genaue Gegenteil dessen ist, was die Nazibande und ihre Anhänger bis heute verkörpern. Bonhoeffer war übrigens selbst korporiert (Tübinger A.V. Igel).
  5. #64

    Zitat von Acalot Beitrag anzeigen
    Jetzt bin ich aber gespannt, welcher Teil ist da denn so rechtsextrem ?
    Deutsche Burschenschaft : Kurzportrait

    Fuer wen der Einsatz fuer das Vaterland ein moralischer Wert ist, der ist rechts. Wer das Vaterland dann noch unabhaengig von den tatsaechlichen Landesgrenzen definiert ist eindeutig rechtsextrem.
  6. #65

    Zitat von Doctor Feelgood Beitrag anzeigen
    Angenommen, Bonhoeffer hätte wirklich politische und militärische Pläne den damaligen Feindmächten mitgeteilt: wie sollte dies, wenn der Begriff "Landesverrat" als Verunglimpfung gewertet wird, sachlich korrekt definiert werden?
    Hauptwort: Widerstand.
    Eigenschaftswort: klug, richtig, mutig.
  7. #66

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ... Ein prominenter Bursche dieses Bundes titulierte den Nazi-Widerstandskämpfer und Theologen Dietrich Bonhoeffer, der im KZ hingerichtet wurde, als "Landesverräter" - und zwar öffentlich.
    In einem ausführlichen Leserbrief an die Mitgliedszeitung der Raczeks verteidigte der Bursche zudem die Hinrichtung Bonhoeffers ...
    Streit um Rechtsruck: Burschenschafter hetzt gegen Nazi-Widerstandskämpfer - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    Der "Witz" ist wohl, dass der Artikel in der raczekschen Zeitschrift zum Leserbrief sehr positiv über Farbenbruder Dietrich Bonhoeffer berichtet haben soll. :-)

    Die Raczeks sind halt das Paradebeispiel des Problems der DB, da darf jeder gerade alles sagen, was er will, auch wenn es ein verachtenswerter Leserbrief zu einem beachtenswerten Artikel ist.

    Ich will hier aber mal kein falsches und völlig unangebrachtes Mitleid mit den Raczeks und auch nicht der DB aufkommen lassen; alles erwachsene Männer.
  8. #67

    Mit anderen Worten...

    Zitat von ruebenkatze Beitrag anzeigen
    Für all die Alt- und Neubraunen, die es noch immer nicht verstehen:
    (...)
    ...alle, die nicht Ihrer Ansicht sind, sind bescheuert.

    Ich weiß eine ganze Menge über "diverse Vorgänge über die man nicht so spricht", und trotzdem lerne ich noch ständig dazu.

    Mich ernsthaft in der von Ihnen gezeigten Art und Weise über Personen zu erhöhen, die eine Sache anders sehen, würde mir dennoch nicht einfallen.
  9. #68

    nicht gegen, sondern für

    Zitat von achim68 Beitrag anzeigen
    ...
    Niemand kann seinem Land, seinen Mitmenschen, einen größeren Dienst erweisen, als mit aller Kraft und allem Einsatz gegen Faschismus zu kämpfen.
    Das sehe ich anders.
    Es erscheint mir sinnvoller, mit aller Kraft und allem Einsatz für das Bessere zu wirken. Und wenn wir das Bessere noch nicht kennen, dann reicht es vielleicht vorerst aus, das erkennbar Schlechtere zu lassen.
    Der Kampf gegen einen wie auch immer gearteten '-ismus' könnte uns zu Gleichartigen machen.
  10. #69

    Zitat von SeanFold Beitrag anzeigen
    Burschenschaften sind älter als der Nationalsozialismus. Warum nur beschränken die sich immer so gerne auf diese kurzen 12 Jahre?!
    Weil die Buxen in der DB - oder genauer: der Burschenschaftlichen Gemeinschaft - eine nicht zu übersehende Affinität zu diesen 12 Jahren pflegen. Wie Sie selber sagen, die deutsche Geschichte umfaßt mehr als nur den Nationalsozialismus. Komischerweise dreht es sich bei den Buxen in Vorträgen, Festschriften, Diskussionen und Leserbriefen immer und immer wieder um diese Zeit und wie übel dem deutschen Volk da doch mitgespielt wurde. Das scheint dem Burschenschafter von heute ein innerer Zwang zu sein.