Streit um Posten bei Euro-Zentralbank: Frankreich brüskiert Deutschland

Mitten in der heißen Phase der Währungskrise liefern sich die beiden wichtigsten Länder einen Machtkampf um die Ausrichtung der Euro-Zentralbank: Deutschland und Frankreich erheben Anspruch auf den Posten des Chefvolkswirts - dabei galt ein deutscher Kandidat als gesetzt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...800584,00.html
  1. #20

    Ich würde Ihnen gerne zu stimmen

    Zitat von czarpeter Beitrag anzeigen
    So, so DE hat also solide gewirtschaftet, aber irgendwie dann wohl doch unsolider als bspw. Spanien oder wie soll ich mir die Differenz der relativen Staatsschuldenstaende erklaren? Wie oft hat DE das Defizitkriterium ungestraft verletzt 5-mal, 6-mal oder noch oefter? Sie muessen nicht immer alles glauben, was unsere Luegenregierung uns immer versucht zu verkaufen (Uebrigens, dass die ALO-quote gesunken ist, ist auch eine Luege. Die totale Jahresarbeitszeit hat gegenueber dem Jahre 2000 abgenommen.)
    Und wenn die EZB Geld druckt, warum geht das dann zu Lasten der Deutschen? Kommen mir Sie aber nicht mit Inflation, wenn dem so waere das die stupide Quantitaetsgleichung des Geldes gelten wuerde, dann muesste Japan schon seit mindestens 20 Jahren extrem hohe Inflationsraten haben, haben Sie aber nicht. Das Gegenteil ist der Fall, effektiv hat Japan eine Deflation.
    und als typischer Deutscher auch Deutschland einen Teil der Schuld am Debakel zu weisen, aber ich würde dieses gegen besseres Wissen tun.
    Ich habe die letzten 20 Jahre in EU-Projekten gearbeitet und direkt mitbekommnen, wie die Gehälter meiner EU-Kollegen - vor allem vom Club-Med - Jahr für Jahr massiv gesteigen sind, während mein Einkommen hier in Deutschland mehr oder weniger stagnierte. Diesem Anstieg beim Club-Med steht auf der Einnahmenseite des Staates nur die massive Steuerhinterziehung gegenüber, denn jeder im Club-Med rechnet sich gegenüber dem Finanzamt arm und ärmer. Das Finanzamt glaubt das sogar, nur die Mafia nicht, sonst wäre die auch schon lange pleite.
  2. #21

    Wenn dem so ist,

    Zitat von burgundy Beitrag anzeigen
    dass Asmussen blockiert wird, ist eine gute Nachricht. Das würde sowieso nur zum Nachteil für Deutschland werden.
    ... also A. nur zum Nachteil für DEU werden würde, müssten logischer Weise die Staaten, die so an DEU bzw. seiner Kanzlerin rumnörgeln, den A. bevorzugt auf den Posten setzen. Denn er könnte durchaus deren Interessen dienlich sein.

    Vor diesem Hintergrund dürfte DEU bzw. die Kanzlerin, die auch keine "Elite"- (wieder so ein provokatoischer Begriff) Bonds möchte, über die Ablehnung des A. seitens Frankreich gar nicht wirklich brüskiert sein.

    Die Finanzmärkte dürften allerdings an einem "guten" Chefvolkswirt interessiert sein. Nur wer beurteilt die Qualifikation der Kandidaten objektiv?
    Stark jedenfalls war ein solcher und sein "Handtuch werfen" war nur konsequent angesichts der (nicht rechtmäßigen) EZB-Aufkäufe, die h.E. bereits eine Vorform von €uro-Bonds darstellen.
    Die EZB ist und muss weiter der Geldwertstabilität verpflichtet sein, nicht die Märkte mit Geld fluten. Da sind wir Deutschen, die zwei Währungsreformen erlitten, sensibel.
    Asmussen indess vertritt die Auffassung, dass sich die EZB im Rahmen ihrer Verpflichtung/Ihres Mandats bewegt.
    Im Zweifel dürfte er zu den sich pragmatisch Anpassenden gehören.

    Machtspiele solcher Art verbieten sich eigentlich in Zeiten der Krise. Sie sind jedoch in ihrer Verantwortungslosigkeit gegenüber den Bürgern Ausdruck einer Politik der kleinen Nadelstiche, deren Zermürbungstaktik durchaus auch Erfolge bringen kann.

    Diese Personalie läuft h.E. letztlich auch darauf hinaus, dass die "schwachen" Südländer-Staaten die "stärkeren" Nordländer noch tiefer in die Transferunion zwingen wollen - zum Vorteil der einen und zum Nachteil der anderen.
  3. #22

    .

    Zitat von introspiegel Beitrag anzeigen

    Unabhängig davon scheint es den Protagonisten wirklich wichtiger zu sein, Personen zu platzieren, als Probleme zu lösen.
    Die Personen haben aber sehr unterschiedliche Vorstellungen, wie Probleme zu lösen sind. Statt eines deutschen Euros haben wir jetzt einen französisch/italienischen Euro bekommen.
    Das wurde uns mal ganz anders versprochen.
  4. #23

    Ich hab` genau vertanden,....

    Zitat von Litajao Beitrag anzeigen
    Also Draghi, Monti, Sarkozy, Juncker, Barroso, wollen doch bestimmt nicht einen Deutschen auf diesem Posten haben.

    Die Goldman-Sachs-Connection möchte doch die EZB nach ihren eigenen Wünschen ausplündern, da stört doch Deutschland nur.

    Der Club-Med, der ja bei der EZB das sagen hat, trotz allem Geschwafel über die "mächtigste Frau der Welt", (kicher, kicher,) wird wohl bestimmen, wie es weitergeht und Merkel läßt ihre dummen Bürger im Regen stehen und zahlen.
    wen Sie mit dumm meinen, meinen Sie sie - klug geschrieben!
    Glückwunsch!
  5. #24

    Asmussen weg...

    ..und mit Steinbrück hinnein!! in die Pleite. Der kann denn nach ein paar Jahren argumentieren:
    Ich hab mit Pleiten Erfahrung - ich hol euch da `raus.
  6. #25

    Bequem v unbequem

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    Die Personen haben aber sehr unterschiedliche Vorstellungen, wie Probleme zu lösen sind. Statt eines deutschen Euros haben wir jetzt einen französisch/italienischen Euro bekommen.
    Das wurde uns mal ganz anders versprochen.
    Ein Italienisch/Franzoesischer Euro wird viel bequemer werden als der Deutsche Wackeleuro der gerade die ganze Welt ins Unglueck stuerzt.

    Wenn man davon ausgeht dass man es kaum schlechter machen kann als bisher, dann kann man sogar positives in einer Umbesetzung sehen.

    Das wesentliche wird dass die Bundesregierung endlich einmal ueberlegt was Deutschland aus diesem Euroklub will und auch dementsprechend handelt und die Kanzlerin muss einen neuen Satz lernen den sie im Notfall benuetzen kann:

    NEIN, da machen wir nicht mit - das ist nicht in unserem Interesse.
    Denn wer kein Mitspracherecht hat muss auch nicht mitmachen.

    So etwas laessts sich auch leicht ins Italienische und Franzoesische uebersetzen.