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Streit um Internet-Pseudonyme: Klarnamen-Zwang? Nein Danke!

Innenminister Friedrich fordert im SPIEGEL ein Ende der Anonymität im Netz - müssen jetzt alle mit offenem Visier agieren? Die Internet-Forscherin Danah Boyd hält nichts vom Zwang zu offiziellen Namen. Sie fürchtet einen großen Schaden für die Kultur im Netz.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...778769,00.html
  1. #150

    Immer dasselbe

    Wer sollte denn wie kontrollieren, ob jemand seinen richtigen oder einen erfundenen Namen angibt. Dazu wäre eine umfassende Kontrolle des gesamten Internets nötig, und das würde dann wirklich an Orwell erinnern.

    Und selbst, wenn dies wirklich durchsetzbar wäre: Ein potentieller Attentäter würde dann eben höchstwahrscheinlich vorsichtiger sein und weniger im Internet schreiben, aber dennoch ein Attentat begehen. Es soll ja angeblich auch Attentate und Terroranschläge bereits vor dem Internet gegeben haben. ;)

    Das Problem ist doch immer dasselbe: So schlimm und bedauerlich Terroranschläge und andere Schwerverbrechen sind, so wird es sie immer geben. Sie lassen sich nicht verhindern. Man kann nun überall alles kontrollieren und verbietn und reglementieren: Man wird sie so oder so nicht verhindern können.

    Und auch wenn Anschläge noch so bedauerlich sind und man sich natürlich bemühen sollte, sie so weit wie möglich zu verhindern, so sind doch die Gefahren, die von unzähligen anderen Dingen ausgehen, unglich höher. In Europa sterben viel mehr Menschen durch Hauhalsunfälle (weit mehr als durch Autounfälle übrigens) oder durch das Rauchen als durch Anschläge.

    Wenn wir nun alles und jedes kontrollieren und überall die Freiheit einschränken, so wird unsere Sicherheit in der Gesamtsicht dadurch so gut wie überhaupt nicht zunehmen. Wir haben dann aber wesentlich weniger Freiheiten.

    Wir könnten auch den ganzen Tag mit Mundschutz umherlaufen, denn die Risiken durch Krankheitserreger sind sicherlich ungleich höher als die durch Terrorismus. Wir könnten tausende und abertausende Vorschriften erlassen, um unsere Sicherheit zu verbessern.

    Wir müssen endlich den Wahn aufgeben, daß wir sämtliche Unsicherheiten und Bedrohungen des Lebens restlos ausschlaten können und müssen: Sonst können wir gleich eine Totalüberwachung wie in der DDR einführen. Dort hätte man vielleicht den norwegischen Attentäter dingfest gemacht. Trotzdem will ich lieber dennoch nicht in der DDR leben. Ich sterbe lieber zu 0,0000000000012% durch einen Terroranschlag und lebe frei, als daß ich ständig überwacht werde und dafür nur zu 0,000000000001% durch Terror sterbe.

    Und wer das anders sieht, der möge nie mehr in ein Auto einsteigen; denn die Wahrscheinlichkeitm daß er tödlich verunglückt ist unendlich größer als der Tod durch einen Anschlag.
  2. #151

    zusätzlich notwendig ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Innenminister Friedrich fordert im SPIEGEL ein Ende der Anonymität im Netz - müssen jetzt alle mit offenem Visier agieren? Die Internet-Forscherin Danah Boyd hält nichts vom Zwang zu offiziellen Namen. Sie fürchtet einen großen Schaden für die Kultur im Netz.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...778769,00.html
    Wie soll das funktionieren. "Hans-Peter Friedrich" gibt es laut Telefonbuch 75 mal. Einer von denen schreibt irgendwo etwas im Internet. Die B...-Zeitung kriegts mit und am nächsten Tag finden wir eine riesige Schlagzeile "Innenminister ruft zu xyz auf". Ohne Ortsangabe mit Link auf Googlemaps geht da nichts.

    Irgendjemand will die Posten des Innenminsiters haben. Geklappt hat es bei der Wahl nicht. Also fordert er - unter dem Namen des Innenministers (verhindern lässt sich das nicht) - in einem Blog eine sofortige Ablösung der Regierung. Und damit das funktioniert setzt er eine Menge Gerüchte in die Welt. Das Gegenteil ist nicht so schnell nachweisbar, also tritt die gesamte Regierung erst einmal zurück.

    Da findet jemand politisches Asyl in D. Unter seinem Klarnamen schreibt er auch in Blogs. Tage später findet man ihn auf der Straße ... tot.

    Wie weltfremd muss man eigentlich sein, um Innenminister zu werden? Wenn jemand im Internet eine strafbare Handlung begeht, wird man ihn auch so finden.
  3. #152

    Studie über Blog & Foren Schriftsteller

    Mit Sicherheit würde die Qualität von Blog Beiträgen und auch von Foren Beiträgen gesteigert werden. Was man manchmal so in den Foren Beiträgen auch bei Spiegel online so lesen kann, dass würde keiner wagen seinem gegenüber persönlich ins Gesicht zu sagen.

    Vielleicht gibt es ja irgendwo schon eine Studie über intensive Blog- und Forenschriftsteller?
  4. #153

    Zitat von Milkor Beitrag anzeigen
    ...Und selbst, wenn dies wirklich durchsetzbar wäre: Ein potentieller Attentäter würde dann eben höchstwahrscheinlich vorsichtiger sein und weniger im Internet schreiben, aber dennoch ein Attentat begehen...
    Ach Gottchen, Sie glauben ernsthaft, daß es hier um Attentäter geht?
  5. #154

    Nein soweit geht die CSU nicht!

    Zitat von chilltime. Beitrag anzeigen
    Hm, man könnte dann auch jeden der was gegen die CSU im Internet sagt sofort ausfindig machen und standrechtlich erschiessen lassen ... warum nicht? -.-
    Aber eine Abschiebung aus Bayern könnte ich mir vorstellen. Nach Sachsen-Anhalt.....
  6. #155

    Gibt's denn kein Lektorat?

    Ein Blog-Eintrag, geschrieben von Kirrily "Skud" Robert, enthält eine Liste von Gründen, die ihr Pseudonym-Nutzer genannt haben.
    Ich verstehe nicht, was diese Satz bedeuten soll. Ich weiß auch nicht, wer Kirrily "Skud" Robert sein soll. Ich finde es geradezu obskur, dass Sie sich auf solche komische Quellen berufen. Haben Sie denn nicht selbst die Zeit, Argumente zusammenzustellen, dass Friedrich Bullshit redet?
  7. #156

    Genau wegen ihnen...

    Zitat von spiegelleser987 Beitrag anzeigen
    Da findet jemand politisches Asyl in D. Unter seinem Klarnamen schreibt er auch in Blogs. Tage später findet man ihn auf der Straße ... tot.

    Wie weltfremd muss man eigentlich sein, um Innenminister zu werden? Wenn jemand im Internet eine strafbare Handlung begeht, wird man ihn auch so finden.
    möchten wir Klarnamen.
  8. #157

    Erschreckende Naivität

    Zitat von ecce homo Beitrag anzeigen
    Grundrechte sind Abwehrrechte des Bürgers gegebenüber dem Staat.
    Das Grundgesetz existiert, weil eben nicht davon ausgegangen werden kann und darf, daß der große Bruder Staat stets und immer über jeden Zweifel erhaben ist.
    bei vielen obrigkeitshörigen Mitforisten hier.
    Diese von den Gründervätern des GG eingerichteten Schutzrechte des Bürgers gegenüber dem Staat sind ja nicht zum Spass eingerichtet worden.
    Das ist vor allem im historischen Kontext zum vorangegangenen autoritären NS Unrechtsstaat zu sehen.
    Aber erschreckenderweise hat sich seit diesen gottseidank vergangenen Zeiten bei einigen Mitforisten gedanklich nicht viel getan.
    Da wird dann argumentiert, gemäss dem Motto, der Führer (der Innenminister) wird schon wissen was gut für uns ist.
    Da muss man dann auch nicht mehr selbst nachdenken, sondern kann bequem einfach alles nachplappern was einem da so vorgesetzt wird.
    Und als nächstes wird dann auch applaudiert, wenn das anonyme Wahlrecht abgeschafft wird, denn die Verantwortlichen werden ja wohl wissen, was für uns am besten ist.
    Die Politiker müssen ja verdammt viel Angst vor freidenkenden Bürgern haben, wenn sie mit solchen dummen und undurchdachten Vorschlägen kommen.
    Selbstdenken kann helfen, wenn auch nicht jedem....
  9. #158

    .

    Zitat von Antje Technau Beitrag anzeigen
    was soll das jetzt werden? Cybermobbing? Rufschändung?

    Also nur mal so: auch wenn Sie das für witzig halten: wer unter einem fremden Namen Unsinn postet, der macht sich strafbar. Ich bin keine Juristin, glaube mich aber zu erinnern, dass es Gesetze gibt, die Rufmord und Identitätsdiebstahl unter Strafe stellen.
    Und, nein, das Internet ist kein rechtsfreier Raum.
    Lassen Sie mich raten, Sie lassen die Schlüssel im Auto immer im Zünfschloss stecken, schließen zu hause nie ab und lassen Ihr Geld immer offen herum liegen?

    Es hilft nicht sonderlich viel, wenn Dinge verboten sind, wenn in der Praxis nur wenig dagegen getan werden kann.
  10. #159

    "Freie" Westen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Innenminister Friedrich fordert im SPIEGEL ein Ende der Anonymität im Netz - müssen jetzt alle mit offenem Visier agieren? Die Internet-Forscherin Danah Boyd hält nichts vom Zwang zu offiziellen Namen. Sie fürchtet einen großen Schaden für die Kultur im Netz.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...778769,00.html
    Warum eigentlich nicht? Nur in Diktaturen sollte es Bedenken geben.
    Ich merke zunehmend dass man in Europa (von USA brauchen wir garnicht erst zu sprechen) über Politik mit vorgehaltener Hand diskutiert wird.

    Entweder man lebt in einem freien Land und kann ohne Bedenken seinen wahren Namen nehmen oder man lebt in Diktaturähnlichen Verhältnissen in denen man damit rechnen musss dass der Name, gibt er etwas was der offizielllen Politik nicht gefälllt von sich, auf eine Liste kommt. Ich nehme an dass dies die Zustände des s.g. Westens.








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