Streit um Internet-Browser: EU-Kommission lässt Microsoft vom Haken

Microsoft beugt sich der EU-Kommission: Der IT-Riese will in seinen Betriebssystemen künftig neben dem Internet Explorer auch Konkurrenz-Browser anbieten. Das drohende Bußgeldverfahren wird eingestellt - doch der konkrete Nutzen für Web-Nutzer ist gering.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...667392,00.html
  1. #1

    Und Apple?

    Seit ich meinen iPhone habe, wundere ich mich, wie sehr Apple-Jünger in Richtung Cupertino beten und Steve Jobs anhimmeln.
    Wenn Microsoft ein Geschäftsgebaren hätte, wie Apple, dann wäre sie längst zerschlagen worden. Nein, ich verteidige NICHT Micro$ sondern möchte einige Konkurrenten auch etwas mehr kontrolliert wissen.

    Apple verkauft ihre eigene Hardware, verbundelt diese mit der OS und diese gibt es nur von Distributoren ihrer Wahl. Software gibt es nur aus dem App-Store, die Mobilenutzung nur über den Reseller. Apple kontrolliert zu 100% selbst, wer wann und wie seine Software ins Appstore bekommt und lässt unliebsame Konkurrenten (Firmen, Apps) einfach ohne Begründung aussen vor. Etc. pp.
  2. #2

    apple sollte dran sein

    sehe ich genau so... safari weg vom mac... warum nicht? sprichst mir völlig aus der seele...
  3. #3

    apple ist dran

    sprichst mir aus der seele... weg mit dem safari vom mac... gleichberechtigung für alle...

    flash aufs iPhone
  4. #4

    Browserzwang

    Man soll nicht unterschätzen, daß eine ganze Reihe von Anwenderprogrammen sich des IE bedient und nur eine eigene Hülle drüberstülpt. Ist er nicht auf dem Rechner installiert, dann gehen bestimmte Dinge einfach nicht. Vielleicht kann mich jemand korrigieren, aber - sofern man Windows nutzt - so richtig los wird man das Teil wohl nie.
  5. #5

    Apple vs. MS

    Microsoft hätte es auch härter machen können. Den IE verbannen zum Beispiel. Nur zu blöd, dass dann niemand mehr im Internet surfen könnte sobald er sich sein Notebook eingerichtet hat und bemerken würde, dass kein Browser drauf ist.

    Da Microsoft doch nun schon 40% an Apple hält, wie kommt es, dass sie bei den Rechtsanwälten nicht einen ähnlichen Einfluss haben wie Apple? Die verklagen ja nun alles und jeden wenn es darum geht, kostenlos Tools anzubieten. Apple will immer und überall mitverdienen.

    Safari weg vom Mac, dann würde Gleichberechtigung herschen. Aber ich gehe mal davon aus, dass die Lobbyarbeit von Apple stark dagegenhalten würde. Warum auch nicht? Apple kann sich das in Anbetracht der vollkommen überteuerten Hardware und der trotz schlechtester Bewertungen massig verkauften MP3-Player auch leisten.

    Zum Glück, greifen immernoch deutlich mehr Leute zu Windows, kein Wunder, ist es erstens deutlich günstiger und durch die unbegrenzte Kompatibilität zum Arbeiten viel besser geeignet.
  6. #6

    Apple...

    Zitat von tsgngilf Beitrag anzeigen
    ...
    Apple verkauft ihre eigene Hardware, verbundelt diese mit der OS und diese gibt es nur von Distributoren ihrer Wahl. Software gibt es nur aus dem App-Store, die Mobilenutzung nur über den Reseller. Apple kontrolliert zu 100% selbst, wer wann und wie seine Software ins Appstore bekommt und lässt unliebsame Konkurrenten (Firmen, Apps) einfach ohne Begründung aussen vor. Etc. pp.
    Mir geht es um viel mehr, als nur Safari/Mac: Ausgehend vom Beispiel des iPhone: Stellt Euch vor, Windows würde ab 1.4.2010 nur noch auf Hardware laufen, was von Microsoft in Microsoftstores zu erwerben wäre. (Jede) Software müsste von Microsoft zertifiziert werden und Konkurrenz würde es in den MS-Appstore gar nicht erst schaffen. An jedem Verkauf würde M$ mitverdienen, M$ würde uns bestimmte Nutzungen der Hardware vorschreiben/verbieten. Ohne Firewall und ohne Möglichkeit eine solche zu erwerben, wisst ihr nicht, was und welche Daten zu M$ gehen.. (OK, letzteres gibt es bei M$ wirklich, aber ohne Fremdsoftware wäre das nie nachweisbar) Das, was Apple am Beispiel iPhone macht, ist eine weit fortgeschrittene Diktatur. Ich liebe mein iPhone, aber obige Verhaltensweisen werde ich nie akzeptieren. Wie anfangs gesagt: Wenn M$ sich so verhalten würde, gäbe es keine Alternative zu einer Zerschlagung des gesamten Konzerns, wenn man vergleicht, wie lächerlich klein das "Problem" der IE-Win verbundelung dagegen ist und wie hoch die Geldstrafe der EU!
  7. #7

    Hanebüchener Blödsinn!

    Microsoft soll also dafür zuständig sein, seinen Anwendern die Nutzung alternativer Browser aufzudrängen. Mal abgesehen davon, dass sich in Deutschland längst eine Mehrheit dem Browser Firefox zugewendet hat:

    Wo soll die Grenze gezogen werden? Wer entscheidet, welche Browser auf dem Auswahlbildschirm angezeigt werden? Wonach gehen, nach Marktanteil? Wäre das nicht unfair gerade gegenüber unbekannten Herstellern? Oder einfach alle anzeigen (das sind bestimmt mehrere Hundert)?

    Und warum nur beim Browser Auswahl anbieten? Der EU-Bürger will doch bestimmt nicht mit Microsofts Fenstermanager vorliebnehmen (auch dafür gibt es Alternativen!), oder mit Microsofts Editor, oder mit Microsofts Task-Manager, oder dem Mediaplayer, oder dem Media Center..

    Sollte MS am besten vielleicht nach den Vorstellungen der EU vor der Installation fünfhundert Auswahlbildschirme mit jeweils fünfzig Alternativen anzeigen, auf dass die Hersteller alternativer Fernsehanzeigeprogramme, Texteditoren, Instant Messenger, elektronischer Taschenrechner, Imaging-Software, Malprogramme, Fernwartungssoftware und Bluetooth-Stacks auch mal ihr Stück vom Kuchen abbekommen?

    Also, ist doch ein Unding, dass kaum jemand weiß, dass Toshiba so einen kostenpflichtigen Bluetooth-Stack mit mehr Profilen als Microsofts Stack vertreibt! Den benutzt kaum jemand, weil Microsoft mit Windows bereits einen eigenen ausliefert. EU, wo bleibt der Auswahlbildschirm?

    Achja, was bleibt eigentlich vom Begriff des Betriebssystems übrig - besser gesagt: was bezahle ich eigentlich, wenn ich ein Betriebssystem wie Windows kaufe -, wenn die Mitinstallation jeglicher Programme, die nicht direkt zum Kernel gehören, als monopolistisches Manöver gebrandmarkt wird? Wieviele hundert Auswahlbildschirme wären wohl nötig, um für alle Programme und Progrämmchen, die Windows im Lieferumfang beiliegen, Alternativen vorzustellen? Und wer braucht all diese Alternativen überhaupt? Und sind die, die sie tatsächlich brauchen, nicht bislang schon schlau genug gewesen, ihre Optimallösung mit ein wenig Googeln zu finden, ganz ohne EU-Intervention - was etwa der Marktanteil von Firefox beweist?

    Liebe EU: Windows hat offene Schnittstellen, und im Gegensatz etwa zum Konkurrenten Apple auf dem iPhone darf jede beliebige Software ohne Zustimmung oder Wissen des Betriebssystem-Herstellers installiert werden. Wäre es nicht vielmehr sinnvoll, Apple auf die Finger zu hauen - dafür, dass sie ihr Betriebsystem an ihre eigene Hardware ketten, ihren Anwendern die Administratorrechte und damit die Hoheit über ihr eigenes gekauftes Gerät entziehen, nur die Installation von Software zulassen, die Apple selbst für gut befunden hat - womit auch gemeint ist, dass sie Apples Geschäftsmodell nicht zuwiderläuft und Apples Vorstellungen davon entspricht, was sittsam ist?

    Vor kurzem war zu lesen, dass die EU ein Kartellverfahren wegen Preisabsprachen gegen die Hersteller von Bildröhren angestrengt hat. Ja, genau, diese klobigen Dinger, die eigentlich schon seit Jahren ausgestorben sind. Bei der Geschwindigkeit der EU-Bürokratie und ihrem offenkundigen IT-Fachwissen dürfen wir sehr gespannt sein, was die überbezahlten Aktenwälzer in Brüssel noch alles aus dem Hut zaubern werden. Ess wäre wohl zuviel verlangt, sich etwa die Leuchtmittelhersteller vorzuknöpfen; aber deren EU-Lobbyisten haben ja erst unlängst das unsinnige Glühlampenverbot durchgepeitscht. Willkommen in der wunderbaren Welt der EUrokraten.
  8. #8

    Streit um Internet-Browser

    Zitat von andrewsaid Beitrag anzeigen
    Microsoft hätte es auch härter machen können. Den IE verbannen zum Beispiel. Nur zu blöd, dass dann niemand mehr im Internet surfen könnte sobald er sich sein Notebook eingerichtet hat und bemerken würde, dass kein Browser drauf ist.

    Da Microsoft doch nun schon 40% an Apple hält, wie kommt es, dass sie bei den Rechtsanwälten nicht einen ähnlichen Einfluss haben wie Apple? Die verklagen ja nun alles und jeden wenn es darum geht, kostenlos Tools anzubieten. Apple will immer und überall mitverdienen.

    Safari weg vom Mac, dann würde Gleichberechtigung herschen. Aber ich gehe mal davon aus, dass die Lobbyarbeit von Apple stark dagegenhalten würde. Warum auch nicht? Apple kann sich das in Anbetracht der vollkommen überteuerten Hardware und der trotz schlechtester Bewertungen massig verkauften MP3-Player auch leisten.

    Zum Glück, greifen immernoch deutlich mehr Leute zu Windows, kein Wunder, ist es erstens deutlich günstiger und durch die unbegrenzte Kompatibilität zum Arbeiten viel besser geeignet.
    Wo hält Microsoft 40% an Apple?? Quelle??
  9. #9

    IE häufig essentiell wegen fehlerhaftem Web-Design

    Zitat von 72%Edelcacao Beitrag anzeigen
    Man soll nicht unterschätzen, daß eine ganze Reihe von Anwenderprogrammen sich des IE bedient und nur eine eigene Hülle drüberstülpt. Ist er nicht auf dem Rechner installiert, dann gehen bestimmte Dinge einfach nicht. Vielleicht kann mich jemand korrigieren, aber - sofern man Windows nutzt - so richtig los wird man das Teil wohl nie.
    Das ist noch nicht das Schlimmste, für die meisten dieser Dinge gibt es Alternativen (etwa für xml-Darstellung). Viel unangenehmer ist, daß viele Web-Designer sich nicht an den HTML-Standard halten, sondern Erweiterungen und/oder Bugs des IE benutzen, die die anderen "regelgerechten" Browser natürlich nicht haben. Ich benutze selbst den Firefox, der mir mit einem Plugin ein fast werbefreies Internet ermöglicht, aber ohne das Plugin IETab, was den IE durch die Hintertür in den Firefox integriert, wäre ich vielfach aufgeschmissen. Und dabei handelt es sich vielfach durchaus um Websites, denen man keine Absicht unterstellen kann, Micro$oft unterstützen zu wollen. Aber auch so kann man eine Vorherrschaft zementieren - indem alle die (wahrscheinlich einfacheren, aber) falschen Lösungen in ihren HTMLs kopieren.